Antisemitismus

Beiträge zum Thema Antisemitismus

Blickpunkt

Kurz erklärt
Warum der Hass auf Juden Antisemitismus heißt

Hannover (epd). Hakenkreuz-Schmierereien, Drohungen gegen Jüdinnen und Juden und Anschläge auf Synagogen: Das ist Ausdruck von Antisemitismus. «Das ist ein erklärungsbedürftiges Wort. Es führt immer wieder zu Missverständnissen», sagt der evangelische Theologe Wolfgang Reinbold. Der Begriff bezieht sich auf eine Geschichte aus der jüdischen Tora, den fünf Büchern Mose in der Bibel. Sie erzählt von Noah und seinen drei Söhnen Sem, Ham und Jafet. «Noah ist der Urvater der Menschheit nach der...

  • 29.01.26
Feuilleton

Holocaust-Gedenken
Mehr Störungen in NS-Gedenkstätten

Viele Gedenkstätten für NS-Opfer verzeichneten im vergangenen Jahr steigende oder konstante Besuchszahlen. Allerdings nahmen an vielen Orten Störungen und antisemitische Vorfälle ebenfalls zu. Frankfurt a.M. (epd). Gedenkstätten, die an die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erinnern, haben im vergangenen Jahr überwiegend steigende oder konstante Besuchszahlen verzeichnet. Zugleich berichteten viele Gedenkorte von mehr politisch motivierten Vorfällen, wie eine Umfrage des epd ergab....

  • 26.01.26
FeuilletonPremium
Geöffnet und geschützt: Der 2023 fertiggestellte Neubau der Weill-Synagoge in Dessau. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 wurden die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Gotteshäusern verstärkt. | Foto: epd-bild/Jens Schlüter
2 Bilder

Jüdisches Leben
„Die Türen unserer Synagogen sind geöffnet“

Antisemitische Vorfälle haben in den vergangenen Jahren zunehmend auch in Mitteldeutschland Ängste und Sorgen bei jüdischen Gemeinden geschürt. Der Landesverband in Sachsen-Anhalt will das nicht hinnehmen. Von Thomas Nawrath Die rund 1300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Nach dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel vor zwei Jahren und den zunehmenden antisemitischen Vorfällen in...

  • 22.01.26
Aktuelles

Antisemitismus
Zentralrat fordert Strafrechtsverschärfung

Deutschland müsse «dem Hass mit den Mitteln des Rechtsstaats die Stirn» bieten, fordert der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, in einem Zeitungsgespräch. Er will Antisemitismus mit einem verschärften Strafrecht bekämpft sehen. Berlin (epd). Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert von der Politik Strafrechtsverschärfungen im Kampf gegen Antisemitismus. «Nach vielen klaren Worten muss die Politik nun mit ebenso klaren Taten die rechtlichen Grundlagen...

  • 15.01.26
Blickpunkt
Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, in der Neuen Magdeburger Synagoge. | Foto: Thomas Nawrath
2 Bilder

Jüdischer Landesverband in Sachsen-Anhalt
Teil der Gesellschaft

Jüdinnen und Juden sind Teil der Gesellschaft. Doch zahlreiche antisemitische Vorfälle haben auch in Sachsen-Anhalt Ängste und Sorgen geschürt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden will das nicht hinnehmen. Von Thomas Nawrath Magdeburg. Die rund 1.300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, sagte dem Evangelischen...

Aktuelles

Nahostkonflikt
Uni Jena ringt weiter um Haltung

Zwei für Januar geplante Vorträge israelkritischer Autoren sorgen für Widerspruch an der Universität Jena. Hochschulpräsident Andreas Marx lässt die Einladungen nun überprüfen. Von Matthias Thüsing  Der Nahostkonflikt sorgt weiter für Spannungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nachdem im Oktober der Vorstoß mehrerer Professoren gescheitert war, israelische Hochschulkooperationen pauschal auf Militärbezüge zu prüfen, gibt es jetzt Proteste gegen die Einladung der Autoren Michael...

  • 06.01.26
BlickpunktPremium

Thüringens Verfassungsschutzpräsident
Kramer: „Der mündige Bürger ist ein unbequemer Bürger“

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan J. Kramer wird am 13. November bei der Mitgliederversammlung der Diakonie Mitteldeutschland in Halle als Referent zu Gast sein. Der zunehmende Antisemitismus, der selbst die Mitte der Gesellschaft erfasse, mache ihn betroffen, sagt der SPD-Politiker. Warum er die  Demokratie bedroht sieht und dennoch Toleranz und Respekt gegenüber „Andersdenkenden“ fordert, erklärt er im Gespräch mit Thomas Nawrath. Sie sind seit zehn Jahren Präsident des Amtes für...

Aktuelles

Vandalismus
Festnahme nach Angriffen auf Stolpersteine

Weimar (epd). Die Polizei hat in Weimar einen Mann beim Beschmieren von Plakaten der Achava-Festspiele gefasst. Der 51-Jährige stehe zudem im Verdacht, im Lauf des Jahres 33 Stolpersteine beschmiert zu haben, die an jüdische Holocaust-Opfer erinnern, teilte das Thüringer Innenministerium am Donnerstag mit. Entsprechende Hinweise auf diese Taten seien bei dem Mann gefunden worden, hieß es. Die Plakatschmierereien wurden in der Nacht zu Dienstag festgestellt. Thüringens Innenminister Georg Maier...

  • 18.09.25
Aktuelles
Foto: epd-bild/Christian Ditsch
3 Bilder

75 Jahre Zentralrat der Juden
Sorge um das Verhältnis zu Israel

Der Zentralrat der Juden feiert sein 75-jähriges Bestehen, das Jubiläum ist geprägt von der Angst vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland und Sorge um das Verhältnis zu Israel. Der Zentralrat fordert Solidarität, Kanzler Merz verspricht sie. Berlin (epd). Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat an die Bundesregierung appelliert, bei der Unterstützung Israels nicht nachzulassen. Beim Neujahrsempfang anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Zentralrats...

  • 18.09.25
  • 1
Feuilleton

«Gerechte unter den Völkern» im Porträt
Mut im Angesicht des Grauens

Berlin/Frankfurt a.M. (epd). 36 Frauen und Männer, die während des Holocaust ihr Leben für die Rettung von Juden riskierten, stehen im Mittelpunkt einer neuen Publikation der jüdischen Claims Conference. Das Album «Stärker als Angst» porträtiere die sogenannten «Gerechten unter den Völkern» aus verschiedenen Ländern Europas, die insgesamt mehr als 220 Menschen vor Verfolgung und Tod bewahrten, erklärte die internationale Organisation zur Präsentation am Dienstagabend im Berliner...

  • 18.09.25
Aktuelles

Über 300 Bewerbungen
Margot Friedländer Preis wird verliehen

Berlin (epd). Die Margot Friedländer Stiftung verleiht am Dienstag den gleichnamigen Preis an fünf Preisträgerinnen und Preisträger. Die mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Menschen, die sich mit Aktionen und Initiativen für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen und zur Aufklärung über den Antisemitismus beitragen, teilte die Stiftung in Berlin mit. Juryvorsitzende Elke Büdenbender nannte die 329 eingegangenen Bewerbungen und Nominierungen ein starkes...

  • 15.09.25
Aktuelles
2 Bilder

Kommentiert
Mehr als ein Zeichen

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist stark angestiegen. Das trifft vor allem auf Hochschulen zu, wo sich die Fallzahl beinahe verdreifachte. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) trug bundesweit im Jahr 2024 gut 8600 Fälle zusammen, 77 Prozent mehr als 2023. Von Willi Wild Rias hat in Thüringen 392 antisemitische Vorfälle erfasst. Das ist ein Anstieg um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Im bundesweiten Vergleich liegt Thüringen im Mittelfeld. Unter...

  • 09.09.25
Aktuelles
Foto: Achava
2 Bilder

Wiederholter Vandalismus
Achava-Plakate zerstört

Weimar (red). Unbekannte haben in Weimar erneut Plakate des jüdischen Kulturfestivals Achava zerstört. Die Taten seien durch den Leiter der Festspielreihe, Martin Kranz, zur Anzeige gebracht worden, teilte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, mit. Die frisch geklebten Plakate sollten zu den Festspielen einladen, die dieses Wochenende in Weimar beginnen. Schramm zeigte sich bestürzt: "Ich wende mich heute an die Weimarer Bürger, sich zunehmendem politischen Extremismus...

  • 03.09.25
Blickpunkt

Antisemitische Vorfälle in Thüringen
Verunstaltete Stolpersteine und judenfeindliche Sprüche

Verunstaltete Stolpersteine, judenfeindliche Sprüche an Wänden, Bedrohungen: Antisemitismus hat in Thüringen einen neuen Höchststand erreicht. Besonders beunruhigend seien laut des Jahresberichts der Meldestelle RIAS neue Entwicklungen. Erfurt (epd/kna). Antisemitische Vorfälle in Thüringen haben mit 392 Vorfällen im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr (297 Meldungen) stelle dies einen Anstieg um rund ein Drittel dar, wie aus dem in Erfurt vorgestellten...

  • 20.08.25
Feuilleton

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding  Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 20.08.25
Kirche vor OrtPremium
Den Davidstern in Deutschland-Farben hat Dorothea Leischnig nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle an ihre Haustür geklebt. Er symbolisiert, wofür sie eintritt: gegen Antisemitismus und für ein sicheres Leben für Juden in Deutschland.  | Foto: Beatrix Heinrichs
4 Bilder

Porträt
"Uns verbindet so viel"

Solidarität mit Israel ist für sie nicht nur ein Lippenbekenntnis. Die Jenaerin Dorothea Leischnig versteht sich als ein "Teil des Immunsystems gegen Antisemitismus in Deutschland". Von Beatrix Heinrichs Das kleine Tütchen, das Dorothea Leischnig auf den Tisch legt, ist gefüllt mit rot-grünen Samen. Auf dem Zettelchen, das dabei liegt, steht: "Mögen sie in Ihrem Zuhause keimen und gedeihen und uns immer an die Stärke des jüdischen Volkes und die besondere Bindung zwischen uns erinnern." Die...

  • 19.08.25
  • 1
Aktuelles

Besuch der Jüdischen Gemeinde Halle
Dobrindt kritisiert "importierten Judenhass"

Halle (kna) Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bei einem Besuch der Jüdischen Gemeinde in Halle Antisemitismus scharf verurteilt. Weiter betonte er am Donnerstag, dass neben dem Antisemitismus, der von Rechtsextremisten ausgehe, der "importierte Judenhass eine bedeutende Rolle" einnimmt. Menschen, die diese Ansicht verträten, seien in Deutschland nicht willkommen. Dobrindt erinnerte auch an den versuchten Anschlag auf die Synagoge vor knapp sechs Jahren. Am 9. Oktober 2019 hatte...

  • 15.08.25
Feuilleton

Bach-Passionen
Evangelium trifft Aktionismus

Immer wieder wird Bach Antisemitismus vorgeworfen – insbesondere im Zusammenhang mit seinen Passionsvertonungen nach Matthäus und Johannes. Der Vorwurf begründet sich daraus, Bach hätte die von Martin Luther herrührende Judenfeindlichkeit aufgegriffen und beispielsweise die „Juden-Chöre“ besonders aggressiv vertont. Von Peter Kopp Es ist richtig, auch herausragende Kunstwerke wie die Passionen von Bach kritisch zu betrachten, denn dies ist ein Ausdruck der Wertschätzung. In diesem Fall halte...

  • 24.07.25
Aktuelles

Antisemitismus-Vorwurf
Jüdische Gemeinden kritisieren Kunsthochschule

Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle steht seit Tagen wegen Antisemitismus-Vorwürfen in der Kritik. Grund ist ein Kunstwerk, das an antijüdische Schmähplastiken erinnern soll. Jetzt hat die Hochschulleitung auf die Vorwürfe reagiert. Magdeburg, Halle (epd). Die Plastik eines Studenten der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle ist vom Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt scharf kritisiert worden. Das Relief eines Schweinekopfs neben einer Palästina-Flagge auf dem...

Feuilleton

Michel Friedman
Publizist kritisiert «Nie Wieder!» als Plattitüde

München (epd). Der Publizist Michel Friedman warnt Politik und Gesellschaft vor Plattitüden im Kampf gegen Judenhass. «Ich kann es nicht mehr hören: 'Wir stehen an der Seite der jüdischen Menschen', 'Nie wieder!', 'Wehret den Anfängen'», sagte der frühere stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland am Dienstagabend bei einem Festakt in der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge. Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 fingen die Reden von Politikern «wirklich immer...

  • 16.07.25
Blickpunkt

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 03.07.25
  • 3
Aktuelles

Kritik an der Radioandacht von Beck
Ralf-Uwe Beck übt fehlgeleitete Kritik an Israel

Die jüngsten Äußerungen von Beck zur israelischen Politik offenbaren eine problematische Haltung, die einer grundlegenden Korrektur bedarf. Seine Argumentation weist nicht nur logische Schwächen auf, sondern ignoriert zentrale Aspekte der komplexen Situation im Nahen Osten. Da nichts den Beitrag als eine Andacht ausweist, beschränke ich mich auf den Inhalt. Zur geistlichen Seite wäre freilich ebenfalls viel zu sagen… Die absurde Bibel-ArgumentationWenn Beck Völkermord in der Bibel finden will –...

AktuellesPremium

Nahost-Konflikt
Jüdische Landesgemeinde fühlt sich im Stich gelassen

Der Nahost-Konflikt belastet zunehmend das Verhältnis zwischen der Jüdischen Landesgemeinde und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Debatte kreist um Schuldfragen, Völkermord - und Unverständnis auf beiden Seiten. Von Matthias Thüsing  Der Unmut bei Reinhard Schramm hat sich lange angestaut. Am Rande einer Pressekonferenz am Mittwoch brach es dann aus dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen heraus. Das Leid der Bevölkerung in Israel, Gaza und Teheran in diesem...

  • 19.06.25
  • 1
Service + Familie

Judenfeindlichkeit
Einschreiten und Polizei rufen

Berlin (KNA) Jüdinnen und Juden brauchen nach Einschätzung des Antisemitismus-Beauftragten des Landes Berlin, Samuel Salzborn, im Alltag mehr Solidarität. Berlin stehe zum Glück immer wieder gegen Rechtsextremismus auf, sagte Salzborn dem Sender rbb24. "Aber wenn es um Antisemitismus geht, sind unsere Berlinerinnen und Berliner mir manchmal noch etwas zu leise." Salzborn äußerte sich vor dem Prozessauftakt um den Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira. Dieser war im vergangenen Jahr...

  • 09.04.25

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.