Alles zum Thema Entjudungsinstitut

Beiträge zum Thema Entjudungsinstitut

Blickpunkt
Die Kreuzung Bornstraße, Johann-Sebastian-Bach-Straße, Am Ofenstein in Eisenach, nahe des ehemaligen „Ent-judungsinstituts“

Mahnmal: Erinnerung an Naziverbrechen und Schuld der Kirchen wachhalten
Bornstraße: Kollektive Verantwortung

Das am 6. Mai 1939 gegründete „Entjudungsinstitut“ kam in der Eisenacher Bornstraße 11 unter, doch die Verhältnisse, die es dort vorfand, waren recht bescheiden. Die Mitarbeiter mussten mit dem Dachgeschoss vorlieb nehmen, die drei vollwertigen Stockwerke darunter waren während des Krieges an ein Krankenhaus vermietet worden. Auch zeitlich stellte die fünf Jahre dauernde Unterbringung des Instituts in dem kircheneigenen Haus nur eine relativ kurze Episode dar, gemessen an den mehr als sechzig...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 12.05.19
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Aktuelles
V.l.n.r. Initiator des Mahnmals und Kurator des Eisenacher Lutherhauses, Jochen Birkenmeier, EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann,  Präses der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, Ulrich Oelschläger, Kirchenpräsident der Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, Karl W. Schwarz, Vertreter der Evangelischen Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Österreich, am Mikrofon der Dezernent für Theologische Grundsatzfragen der sächsischen Landeskirche , Thilo Daniel, sowie dahinter Propst Thomas Drope von der Nordkirche.
7 Bilder

Entjudungsinstitut vor 80 Jahren gegründet
Mahnmal enthüllt

Unter großem öffentlichen Interesse wurde heute in der Eisenacher Bornstraße ein Mahnmal  enthüllt. Es befindet sich unweit des Gebäudes, in dem das am 6. Mai 1939 gegründete „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ ansässig war. Das Mahnmal gilt als Schuldbekenntnis von acht evangelischen Landeskirchen sowie zur mahnenden Erinnerung an die Opfer von Antijudaismus und Antisemitismus.  "Wir bekennen: Wir sind in die Irre gegangen...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 06.05.19
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Blickpunkt Premium
Dunkle Vergangenheit: In der April-Ausgabe der Kirchenzeitung 1939 wird über das Kirchengesetz zur "Entjudung der Kirche" berichtet. "Inzwischen ist dasselbe Gesetz auch von den Ev. Kirchen für Anhalt und von der Ev.-luth. Kirche Sachsens in Kraft gesetzt worden", heißt es da.

Lange Schatten

Von Jochen Birkenmeier Die Rechtsnachfolgerinnen der damals beteiligten elf Landeskirchen werden 80 Jahre später, am 6. Mai 2019, ein Mahnmal in der Eisenacher Bornstraße enthüllen: Es soll nicht nur an das Wirken des „Entjudungsinstituts“ und den Irrweg der Kirche während der NS-Zeit erinnern, sondern auch die Opfer von kirchlichem Judenhass dauerhaft würdigen. Es wird zugleich eine stille Anerkennung jener sein, die sich – insbesondere seit den 1980er-Jahren – um die Aufarbeitung dieses...

  • 06.05.19
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Kirche vor Ort
Wissenschaftliche Aufarbeitung: (v. l.) Professor Christopher Spehr, Alexandra Husemeyer (Lutherhaus), Landesbischöfin Ilse Junkermann und Jochen Birkenmeier

Mahnmal erinnert künftig an »Entjudungsinstitut«
Dunkle Kirchengeschichte

In Eisenach soll künftig ein Mahnmal an das sogenannte Entjudungsinstitut erinnern. Es soll 80 Jahre nach seiner Gründung am 6. Mai etwa 100 Meter unterhalb des früheren Institutsgebäudes, das an einem steilen Stieg liegt, in der Wartburgstadt eingeweiht werden, kündigte Landesbischöfin Ilse Junkermann an. Von der Verlegung verspreche man sich eine bessere öffentliche Wahrnehmung, erklärte sie. Der Standort des Mahnmals befindet sich ungefähr fünf Minuten Fußweg entfernt vom Geburtshaus des...

  • 05.05.19
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Aktuelles
G+H Nr. 18 vom 5. Mai 2019 (Miserikordias Domini)

Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Licht und Schatten

Jede Stadt hat ihre Köpfe, ihre Vordenker, Dichter und Staatsmänner. Straßen und Plätze sind nach ihnen benannt, Namensplaketten zieren die Wände ihrer einstigen Wohnhäuser. Das ist auch in meiner Wahlheimat Jena so. Zu den großen Namen zählt, neben Ernst Abbe und Carl Zeiss, auch Ernst Haeckel. Das Stadtmuseum  widmet dem Zoologen und Evolutionsforscher im Jahr seines 100. Todestags derzeit eine eigene Ausstellung.  Haeckel ist es, der die Forschungen von Charles Darwin nach Deutschland...

  • 03.05.19
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Feuilleton Premium
Der Potsdamer Theologe Dirk Schuster befasst sich mit der »entjudeten Bibel«. Das während der NS-Zeit herausgebrachte Buch stellt ein dunkles Kapitel evangelischer Geschichte dar.

Interview
Ein Christentum für Arier

1939 gründeten elf Landes­kirchen in Eisenach das »Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben«. Dirk Schuster hat sich im Rahmen seiner Doktorarbeit damit beschäftigt. Herr Schuster, wenn Jesus in der »entjudeten Bibel« nicht mehr Jude war – was war er dann? Schuster: Er wurde zum Arier gemacht. Mit teils skurrilen Beweisführungen zeigte man, dass Jesus nicht-jüdisch sei. So wurde etwa behauptet, dass Galilea eine der möglichen...

  • 25.02.19
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Feuilleton

Neuerscheinung: Die Thüringer Kirche nach 1945
Drängende Fragen

Wenn die Landeskirche 2019 an die Gründung des berüchtigten »Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« erinnern wird, werden kritische Stimmen auch danach fragen, wie die Thüringer Kirche nach 1945 mit den zahlreichen belasteten Pfarrern in ihrer Mitte umgegangen ist. Diese Frage stellt sich umso drängender, als man in Thüringen als ehemaliger Hochburg von NSDAP und »Deutschen Christen« vor einer besonderen Herausforderung...

  • 28.11.18
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