Entjudungsinstitut

Beiträge zum Thema Entjudungsinstitut

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Elternhaus: In der Weimarer Shakespearestraße (Foto) haben Michael (l.) und Matthias von Hintzenstern ihre Kindheit und Jugend verbracht.
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Der Mantel des Schweigens

Toxisches Erbe: Mit seinen Söhnen hat Herbert von Hintzenstern nie über die Mitarbeit im Eisenacher "Entjudungsinstitut" gesprochen. Erst nach seinem Tod erfahren sie davon. Das ganze Ausmaß seiner Tätigkeit wird Matthias und Michael von Hintzenstern durch die Sonderausstellung im Lutherhaus vor Augen geführt. Willi Wild hat mit den Brüdern darüber gesprochen. Im Vortrag „Stellungnahmen und Rechtfertigungsversuche ehemaliger Mitarbeiter des ›Entjudungsinstituts‹“ von Jochen Birkenmeier, dem...

  • 13.10.19
  • 83× gelesen
Aktuelles
Willi Wild

Sonderausstellung "Entjudungsinstitut" kommentiert
Aufarbeitung geht weiter

Von Willi Wild Tränen habe ich in den Augen. Eine Begebenheit bei der Eröffnung der Sonderausstellung zum kirchlichen „Entjudungsinstitut“ im Lutherhaus in Eisenach berührt mich zutiefst. Almuth Heinze (Viola) und Anna Fuchs-Mertens (Klavier) spielen das hebräische Lied „Slichot“, übersetzt: Vergebung. Ganz leise summt jemand die Melodie. Andere stimmen mit ein. Ich stelle mir vor, wie schwer es für die anwesenden Juden sein muss, sich den Zeugnissen dieser gottlosen, menschenverachtenden...

  • Eisenach-Erfurt
  • 30.09.19
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Tagung zum "Entjudungsinstitut"
"Verschweigungsgeschichte"

Das "Eisenacher Entjudungsinstitut" stand 80 Jahre nach seiner Gründung im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Tagung am Gründungsort auf der Wartburg. Dabei sollten die bisherigen Forschungen zusammengeführt werden, um zur Aufarbeitung eines dunklen Kapitels Kirchengeschichte beizutragen. Der Jenaer Theologie-Professor Christopher Spehr, der zusammen mit dem Münchner Theologie-Professor Harry Oelke die Tagung leitete, über die Ergebnisse: Worum ging es bei der Tagung genau? Christopher...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 26.09.19
  • 54× gelesen
Aktuelles
G+H Nr. 38. vom 22. September (14. Sonntag nach Trinitatis)
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Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Der Koffer aus Müngersdorf

Fußballer, das sind echte Kerle. Die spielen bei Regen und Schnee, nehmen Bänderdehnungen in Kauf und liefern selbst nach Verlängerungen mit Elfmeterschießen noch zitierfähige Sätze - die vom "Loddar" gehören inzwischen zu den Evergreens im Lexikon der geflügelten Worte. Vergessen wir mal die Klischees. Dass Fußballer (siehe der treuherzige Matthäus), Vereine und Fans dem Ledermurmel-harten Image nicht gerecht werden müssen, zeigt ein Blick nach Köln.  Pünktlich vor dem Welt-Alzheimer-Tag am...

  • 20.09.19
  • 55× gelesen
Aktuelles
An der Eisenacher Georgenkirche hing dieses Schild, wenn kein traditioneller Gottesdienst gefeiert wurde. Das Gesangbuch „Großer Gott wir loben dich“ entstand unter Mitarbeit eines Arbeitskreises des Entjudungsintituts. Jüdische Namen und jüdische Begriffe wie „Halleluja“ oder „Hosianna“ wurden aus den Texten entfernt, Lieder "nicht-arischer" Dichter aussortiert. Nur 4,4 Prozent des Liedbestands früherer Gesangbücher blieb unverändert.
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Ausstellung zum Entjudungsinstitut
Es wird dunkel

Die neue Sonderausstellung des Eisenacher Lutherhauses beleuchtet das "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben". Von Mirjam Petermann Die Dunkelheit dieses wenig rühmlichen Kapitels evangelischer Kirchengeschichte wird in der Ausstellung praktisch erlebbar: Schwarze Wände und neongelbe Schautafeln, keine direkte Beleuchtung, nur aus dem Hintergrund werden die Schaukästen beleuchtet. Doch das bedrückende Gefühl kommt weniger von...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 18.09.19
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Blickpunkt
Beim "Roten Sofa" der Kirchenpresse auf dem Kirchentag ist Margot Käßmann, die prominente Theologin und Bestsellerautorin, gern gesehene Gesprächspartnerin. Während des Interviews mit Willi Wild standen die Kirchentagsbesucher dicht gedrängt an der Bühne.
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Interview: Käßmann predigt in Eisenach
Mensch, Mutter, Margot

Unruhestand: Margot Käßmann predigt zum Auftakt der "Achava Festspiele Thüringen" in Eisenach. Der christlich-jüdische Dialog und die Aufarbeitung der Kirchengeschichte liegen ihr am Herzen. Mit Willi Wild sprach sie beim Kirchentag in Dortmund auch darüber. Sie haben sich 2018 für ein halbes Jahr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Wie ging es Ihnen dabei? Margot Käßmann: Das war, ehrlich gesagt, großartig. Von Mai bis Dezember habe ich außer meinem Abschiedsgottesdienst keine...

  • 14.09.19
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Die Kreuzung Bornstraße, Johann-Sebastian-Bach-Straße, Am Ofenstein in Eisenach, nahe des ehemaligen „Ent-judungsinstituts“

Mahnmal: Erinnerung an Naziverbrechen und Schuld der Kirchen wachhalten
Bornstraße: Kollektive Verantwortung

Das am 6. Mai 1939 gegründete „Entjudungsinstitut“ kam in der Eisenacher Bornstraße 11 unter, doch die Verhältnisse, die es dort vorfand, waren recht bescheiden. Die Mitarbeiter mussten mit dem Dachgeschoss vorlieb nehmen, die drei vollwertigen Stockwerke darunter waren während des Krieges an ein Krankenhaus vermietet worden. Auch zeitlich stellte die fünf Jahre dauernde Unterbringung des Instituts in dem kircheneigenen Haus nur eine relativ kurze Episode dar, gemessen an den mehr als sechzig...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 12.05.19
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Aktuelles
V.l.n.r. Initiator des Mahnmals und Kurator des Eisenacher Lutherhauses, Jochen Birkenmeier, EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann,  Präses der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, Ulrich Oelschläger, Kirchenpräsident der Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, Karl W. Schwarz, Vertreter der Evangelischen Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Österreich, am Mikrofon der Dezernent für Theologische Grundsatzfragen der sächsischen Landeskirche , Thilo Daniel, sowie dahinter Propst Thomas Drope von der Nordkirche.
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Entjudungsinstitut vor 80 Jahren gegründet
Mahnmal enthüllt

Unter großem öffentlichen Interesse wurde heute in der Eisenacher Bornstraße ein Mahnmal  enthüllt. Es befindet sich unweit des Gebäudes, in dem das am 6. Mai 1939 gegründete „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ ansässig war. Das Mahnmal gilt als Schuldbekenntnis von acht evangelischen Landeskirchen sowie zur mahnenden Erinnerung an die Opfer von Antijudaismus und Antisemitismus.  "Wir bekennen: Wir sind in die Irre gegangen...

  • Eisenach-Gerstungen
  • 06.05.19
  • 229× gelesen
Blickpunkt Premium
Dunkle Vergangenheit: In der April-Ausgabe der Kirchenzeitung 1939 wird über das Kirchengesetz zur "Entjudung der Kirche" berichtet. "Inzwischen ist dasselbe Gesetz auch von den Ev. Kirchen für Anhalt und von der Ev.-luth. Kirche Sachsens in Kraft gesetzt worden", heißt es da.

Lange Schatten

Von Jochen Birkenmeier Die Rechtsnachfolgerinnen der damals beteiligten elf Landeskirchen werden 80 Jahre später, am 6. Mai 2019, ein Mahnmal in der Eisenacher Bornstraße enthüllen: Es soll nicht nur an das Wirken des „Entjudungsinstituts“ und den Irrweg der Kirche während der NS-Zeit erinnern, sondern auch die Opfer von kirchlichem Judenhass dauerhaft würdigen. Es wird zugleich eine stille Anerkennung jener sein, die sich – insbesondere seit den 1980er-Jahren – um die Aufarbeitung dieses...

  • 06.05.19
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Kirche vor Ort
Wissenschaftliche Aufarbeitung: (v. l.) Professor Christopher Spehr, Alexandra Husemeyer (Lutherhaus), Landesbischöfin Ilse Junkermann und Jochen Birkenmeier

Mahnmal erinnert künftig an »Entjudungsinstitut«
Dunkle Kirchengeschichte

In Eisenach soll künftig ein Mahnmal an das sogenannte Entjudungsinstitut erinnern. Es soll 80 Jahre nach seiner Gründung am 6. Mai etwa 100 Meter unterhalb des früheren Institutsgebäudes, das an einem steilen Stieg liegt, in der Wartburgstadt eingeweiht werden, kündigte Landesbischöfin Ilse Junkermann an. Von der Verlegung verspreche man sich eine bessere öffentliche Wahrnehmung, erklärte sie. Der Standort des Mahnmals befindet sich ungefähr fünf Minuten Fußweg entfernt vom Geburtshaus des...

  • 05.05.19
  • 137× gelesen
Aktuelles
G+H Nr. 18 vom 5. Mai 2019 (Miserikordias Domini)

Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Licht und Schatten

Jede Stadt hat ihre Köpfe, ihre Vordenker, Dichter und Staatsmänner. Straßen und Plätze sind nach ihnen benannt, Namensplaketten zieren die Wände ihrer einstigen Wohnhäuser. Das ist auch in meiner Wahlheimat Jena so. Zu den großen Namen zählt, neben Ernst Abbe und Carl Zeiss, auch Ernst Haeckel. Das Stadtmuseum  widmet dem Zoologen und Evolutionsforscher im Jahr seines 100. Todestags derzeit eine eigene Ausstellung.  Haeckel ist es, der die Forschungen von Charles Darwin nach Deutschland...

  • 03.05.19
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Feuilleton Premium
Der Potsdamer Theologe Dirk Schuster befasst sich mit der »entjudeten Bibel«. Das während der NS-Zeit herausgebrachte Buch stellt ein dunkles Kapitel evangelischer Geschichte dar.

Interview
Ein Christentum für Arier

1939 gründeten elf Landes­kirchen in Eisenach das »Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben«. Dirk Schuster hat sich im Rahmen seiner Doktorarbeit damit beschäftigt. Herr Schuster, wenn Jesus in der »entjudeten Bibel« nicht mehr Jude war – was war er dann? Schuster: Er wurde zum Arier gemacht. Mit teils skurrilen Beweisführungen zeigte man, dass Jesus nicht-jüdisch sei. So wurde etwa behauptet, dass Galilea eine der möglichen...

  • 25.02.19
  • 140× gelesen
Feuilleton

Neuerscheinung: Die Thüringer Kirche nach 1945
Drängende Fragen

Wenn die Landeskirche 2019 an die Gründung des berüchtigten »Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« erinnern wird, werden kritische Stimmen auch danach fragen, wie die Thüringer Kirche nach 1945 mit den zahlreichen belasteten Pfarrern in ihrer Mitte umgegangen ist. Diese Frage stellt sich umso drängender, als man in Thüringen als ehemaliger Hochburg von NSDAP und »Deutschen Christen« vor einer besonderen Herausforderung...

  • 28.11.18
  • 136× gelesen
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