Jüdisches Leben

Beiträge zum Thema Jüdisches Leben

Eine Welt

Tschechien
Das Wunder von Brünn

Das Stetl-Festival in der tschechischen Stadt Brünn ist in kurzer Zeit zu einem der größten jüdischen Kulturfestivals in Mitteleuropa geworden. Dieses Jahr steht die lange vergessene Villa des ermordeten jüdischen Ehepaars Wittal im Mittelpunkt. Von Kilian Kirchgeßner Der Drahtzaun war rostig, und einen Moment lang überlegte Michal Dolezel, ob er sich von dem Warnschild abhalten lassen sollte. «Vorsicht Hund» stand auf Tschechisch darauf. Dolezel schaute über den Zaun auf die alte Villa, so...

  • 22.08.25
Feuilleton

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding  Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 20.08.25
Aktuelles

Kommentiert
Wir brauchen Brücken

Das hebräische Achava für Brüderlichkeit verweist auf die jüdische Inspiration des interkulturellen "Brückenfestivals" in Weimar und weiteren Spielorten. Von Reinhard Schramm Die inhaltlichen Schwerpunkte werden sich diesmal durch die sogenannte Sendehalle Weimar mit ihrer abenteuerlichen Geschichte verändern. Dieses Bauwerk erzwingt förmlich Bildungsaktivitäten mit Blick auf das letzte Jahrhundert deutscher Geschichte. Achava-Intendant Martin Kranz sprach bei der Programmvorstellung (Seite 9)...

  • 20.08.25
Kirche vor Ort

Achava Festspiele ab 6. September
Wenn 100 Mal ins Widderhorn geblasen wird

Das Schofar ist ein Widderhorn, das im Alten Testament eine wichtige Rolle spielt und bis heute im jüdischen Gottesdienst verwendet wird. Es wird erstmals in 2. Mose 19 erwähnt, als Gott sich auf dem Berg Sinai dem Volk Israel offenbarte. Von Willi Wild Der laute Schofarruf kündigte seine Ankunft an und ließ das Volk vor Ehrfurcht erbeben. Es ist das einzige antike Musikinstrument, das bis heute in Synagogen verwendet wird. An Rosch Ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, wird das Schofar 100...

  • 20.08.25
AktuellesPremium

Jüdisches Leben
"Ein fester Teil der Gesellschaft"

Gleich zwei neue Synagogen konnten im Jahr 2023 eröffnet werden. Das zeigt: Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt entwickelt sich weiter. Doch das zarte Pflänzchen ist gefährdet. Von Oliver Gierens Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz kam persönlich nach Dessau, als im Oktober 2023 die neue Sy-nagoge anstelle des von den Nazis zerstörten Vorgängerbaus eröffnet wurde. Doch der hohe Besuch hatte einen tragischen Hintergrund: Kurz zuvor, am 7. Oktober 2023, hatte die Hamas in einem beispiellosen...

  • 19.08.25
Aktuelles

Besuch der Jüdischen Gemeinde Halle
Dobrindt kritisiert "importierten Judenhass"

Halle (kna) Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bei einem Besuch der Jüdischen Gemeinde in Halle Antisemitismus scharf verurteilt. Weiter betonte er am Donnerstag, dass neben dem Antisemitismus, der von Rechtsextremisten ausgehe, der "importierte Judenhass eine bedeutende Rolle" einnimmt. Menschen, die diese Ansicht verträten, seien in Deutschland nicht willkommen. Dobrindt erinnerte auch an den versuchten Anschlag auf die Synagoge vor knapp sechs Jahren. Am 9. Oktober 2019 hatte...

  • 15.08.25
Blickpunkt

Jubiläum
Kultusgemeinde feiert Wiedergründung vor 80 Jahren

In der Münchner Hauptsynagoge «Ohel Jakob» wurden am Dienstag gleich zwei Jahrestage gefeiert: die Wiedergründung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern vor 80 Jahren und der Beginn der Präsidentschaft von Charlotte Knobloch vor 40 Jahren. Knobloch hat eine Ära geprägt und das Judentum wieder in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Ihr Herzensprojekt: der Bau des Jüdischen Zentrums in München. Von Christiane Ried Mit Blick auf offenen Antisemitismus in Deutschland hat...

  • 16.07.25
Feuilleton

Michel Friedman
Publizist kritisiert «Nie Wieder!» als Plattitüde

München (epd). Der Publizist Michel Friedman warnt Politik und Gesellschaft vor Plattitüden im Kampf gegen Judenhass. «Ich kann es nicht mehr hören: 'Wir stehen an der Seite der jüdischen Menschen', 'Nie wieder!', 'Wehret den Anfängen'», sagte der frühere stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland am Dienstagabend bei einem Festakt in der Münchner Ohel-Jakob-Synagoge. Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 fingen die Reden von Politikern «wirklich immer...

  • 16.07.25
Aktuelles

Sicherheit jüdischer Gemeinden
Staatsvertrag geändert

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalts Landesregierung will weiterhin für den Schutz der Synagogen und der jüdischen Gemeinden im Land einstehen. Am Dienstag hat Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gemeinsam mit den Vorstehern der jüdischen Gemeinden im Land einen Änderungsstaatsvertrag zu baulich-technischen Maßnahmen sowie zu Wartung und Wachpersonal unterzeichnet, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Auch der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt ist demnach Vertragspartner....

  • 09.07.25
Blickpunkt

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 03.07.25
  • 3
Aktuelles

Freitag vor 1
Unsere Seite 1 - Scheibe mit Wurst und Brötchen

Kürzlich machte die Himmelsscheibe von Nebra wieder von sich reden: Forscher der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität konnten die Herstellung der Himmelsscheibe rekonstruieren. Dazu hatten sie das Metall mit modernster Elektronenrückstreu- und Rasterelektronenmikroskopie untersucht. Und auch ein Kupferschmied war involviert, der Kopien der Bronzescheibe anfertigte, um den Herstellungsprozess der vor über 3600 Jahren gefertigten Scheibe nachvollziehen zu können. Die Himmelsscheibe gilt als...

  • 27.06.25
Service + Familie
Video 4 Bilder

Begegnung Kloster Donndorf
Tora-Lerntage mit Rabbiner Walter Rothschild

Jenseits von Tora und Propheten: Das Buch JosuaÜber dem landschaftlich reizvollen Tal der Unstrut liegt das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Donndorf. Heute beherbergt es eine Bildungs- und Begegnungsstätte. Ein idealer Ort, zur Ruhe zu kommen, sich der Tora und dem Austausch über sie zuzuwenden. Dort gehen wir vom 28. bis 31. Juli 2025 ins dritte Jahr der Begegnung mit Rabbinern. Hier können Sie sich für diese Tora-Lerntage direkt anmelden und erhalten sofort ihr Teilnehmerticket....

FeuilletonPremium

Erinnerung an die Jüdische Gemeinde in Wörlitz
Toleranz mit Franz

Zeugen aus Stein sind eine Art der Überlieferung. Wichtig sind auch Menschen, die von dem erzählen, wovon die Steine schweigen. Von Angela Stoye Wozu Beate Schröter den dicken Ordner unter ihrem Arm benötigt, wird erst nach und nach klar. Denn die ehrenamtliche Führerin auf dem Toleranzweg durch Wörlitz hat zum jüdischen Leben in ihrer Stadt alles im Kopf: den Anfang nach dem 30-jährigen Krieg, das Ende der Gemeinde um 1900, die Art des Zusammenlebens, Namen und Zahlen. Den Ordner braucht die...

  • 06.06.25
Blickpunkt

Magdeburg
Antijüdischer Hass bereitet Sorgen

Inessa Myslitska ist seit Dezember neue Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt und ist Vorstandsvorsitzende der Synagogen-Gemeinde Magdeburg. Oliver Gierens sprach mit ihr. 2023 konnte Ihre Gemeinde in Magdeburg die neue Synagoge eröffnen. Wie lebendig ist das Gemeindeleben? Inessa Myslitska: Wir sind sehr glücklich, dass wir das neue Gotteshaus von unserer Landesregierung mit sehr großer Unterstützung unseres Fördervereins erhalten haben und für unsere religiösen...

  • 27.05.25
Kirche vor OrtPremium

Werner-Sylten-Preis
Bewahrerin des jüdischen Erbes

Jutta Dick hat seit den 1990er-Jahren unermüdlich daran gearbeitet, das jüdische Leben in Halberstadt zu erforschen, sichtbar zu machen und darzustellen, welchen Beitrag das Judentum zur kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung geleistet hat. Von Uwe Kraus Jutta Dick, langjährige Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie und des Berend Lehmann Museums für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt, sagt heute über ihren Wechsel in die geschichtsträchtige Stadt: „Wenn ich damals gewusst...

  • 21.02.25
Blickpunkt

Rezension
Jüdisches Leben: Dem Schrecken mit "Tikkun Olam" begegnen

Dieses Buch zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 konnte so nur Marko Martin schreiben. Verbringt er doch seit über 30 Jahren die Sommer in Tel Aviv und in den Clubs der Stadt. Von Sebastian Kranich Auch den im Jahr 2024, in dem er überall Aufkleber mit „We will dance again“ (Wir werden wieder tanzen) sah. Denn allein beim Angriff auf die Feiernden beim „Super-Nova-Festival“ wurden 364 Menschen ermordet: „Du gehst tanzen und endest als verbranntes Etwas“, so sein Freund Yoni. Zunächst...

  • 30.01.25
  • 1
Aktuelles

Freitag vor 1
Abschied mit Perspektiven

Steht er noch oder ist er schon entsorgt, der Weihnachtsbaum, der nicht nur am Heiligen Abend unsere Herzen erfreute? In etlichen Häusern sieht man noch die Lichter funkeln. Von Claudia Crodel Wie lange der Baum stehen bleiben sollte, daran scheiden sich bekanntlich die Geister. Manche sind da ganz pragmatisch, trennen sich vom Lichterglanz, wenn die ersten Nadeln auf den Boden fallen. Andere zögern es hinaus, solange es geht. Aber schließlich gibt es auch unterschiedliche Auffassungen darüber,...

  • 24.01.25
Kirche vor Ort

Prager Haus
Gedenkort geschändet

Apolda/Erfurt (epd). Unbekannte Täter haben einen Schweinekopf vor einem jüdischen Gedenkort im thüringischen Apolda abgelegt. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich die Tat zwischen Freitagnachmittag und Samstagvormittag. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verurteilte die Tat auf das Schärfste. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde der Schweinekopf vor dem Prager Haus in der Bernhard-Prager-Gasse abgelegt. Das Prager-Haus ist eine...

  • 06.01.25
  • 1
Aktuelles

Jüdische Gemeinde Halle
Privorozki wiedergewählt

Halle (epd). Max Privorozki bleibt Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Halle. Er wurde erneut von den Mitgliedern zum Vorsitzenden gewählt, wie die Gemeinde am Sonntagabend in Halle mitteilte. Sein Stellvertreter ist Vladislav Chifrine. Zum Gemeindekämmerer, also Schatzmeister, wurde Yosyp Zalmover gewählt. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei rund 30 Prozent der aktuell rund 500 Gemeindemitglieder. Auch der sogenannte Repräsentantenausschuss der Gemeinde wurde neu gewählt....

  • 17.12.24
Blickpunkt

Preis für Zivilcourage
Vom Glauben geleitet

Was macht es mit einem, wenn man mit dem Wissen aufwächst, dass politischer Widerstand mit einer Hinrichtung enden kann? Wenn es der eigene Urgroßvater war, der diese Gefahr in Kauf nahm und sich trotzdem am Attentat gegen Hitler am 20. Juli 1944 beteiligte? Clara von Nathusius, 28 Jahre alt, sieht in diesem Ereignis keinen direkten Zusammenhang zu sich und ihrem persönlichen Engagement gegen Antisemitismus. "Das an meinem Vorfahren aufzuhängen, finde ich schwierig. Aber vielleicht ist es...

  • 20.11.24
Aktuelles

Jüdische Gemeinde Halle
Privorozki beklagt Antisemitismus

Halle (epd). Fünf Jahre nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle beklagt der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, einen anhaltenden Antisemitismus in Deutschland. Nach dem «Pogrom» der Hamas gegen Israel vor einem Jahr habe die jüdische Gemeinschaft eigentlich Empathie und Anteilnahme erwartet, sagte Privorozki. «Aber offenbar macht es einen Unterschied, ob ein Anschlag von einem Neonazi oder von der Hamas ausgeht», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes...

  • 04.10.24
Feuilleton

Jüdische Familiennachlässe
Bertelsmann unterstützt Digitalisierung

Gütersloh (epd). Mit 120.000 Euro unterstützt der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann das Jüdische Museum Berlin (JMB) bei der Digitalisierung seiner Verlags- und Verlegernachlässe. Damit sollen sie einer weltweit interessierten Öffentlichkeit online zugänglich gemacht werden, wie der Bertelsmann-Konzern mitteilte. Von 2024 bis 2026 stelle Bertelsmann dafür jährlich jeweils 40.000 Euro bereit. Auch andere deutsche Konzerne wie Siemens sowie Stiftungen unterstützen demnach das großangelegte...

  • 19.09.24
Feuilleton
2 Bilder

ACHAVA Festspiele Thüringen
Jüdisch und Yiddish im Heute und Gestern

Konzert Samstag, 14. September 19.30 Uhr Eine Reise von Odessa nach Ohrdruf · Konzert des Musik- Artistik- und Beatboxworkshop Manfred Bründl, Musikalische Leitung Sharon Brauner, Gesang, Theater Christof Heiner, Artistik, Theater Werner Neumann, Gitarre Paul Brenning, Beatboxer Musiker:innen aus Gotha, Weimar und Erfurt Der Workshop bringt über die musikalischen Grenzen hinweg Profi-Musiker und junge Musiker:innen der Musikschule Gotha zusammen. Die Berliner Sängerin Sharon Brauner entführt...

  • 28.08.24
Eine Welt

Shalom für jüdisches leben
Erinnerung gibt Leben zurück

Am 30.August um 18 Uhr findest auf dem Theaterplatz in Weimar ein Gedenken für jüdische Musiker statt.  Es sind die Stolpersteine, die überall in der Stadt an jüdisches Leben erinnern, die seit Ende letzten Jahres von engagierten Christen monatlich besucht werden und an jeweils anderen Orten an früheres jüdisches Leben in Weimar erinnern. Ich habe bisher 2 dieser Treffen besucht, die nicht nur informativ waren, sondern  durch gemeinsames Singen und Beten Brücken gebaut haben.

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