Jüdisches Leben

Beiträge zum Thema Jüdisches Leben

Aktuelles

Achava
Schön singen reicht nicht

Die Achava Festspiele Thüringen laden vom 23. September bis 11. Oktober zu mehr als 80 Veranstaltungen in sieben Städten ein. Von Claudia Crodel Das jüdisch-interkulturelle Festival steht in diesem Jahr unter dem Titel "Schön singen alleine reicht nicht". Der Satz stamme vom Sänger Thomas Quasthoff, der im vergangen Jahr das Festival in Weimar eröffnet hat und in diesem Jahr einen internationalen Meisterkurs in der Sendehalle Weimar leiten wird. Der Titelspruch solle darauf hinweisen, dass der...

  • 09.07.26
Glaube und Alltag

Juden in Deutschland
Wenn der Davidstern stört. Ein Kommentar

Es gibt Momente, in denen ein Rechtsstaat sich selbst im Spiegel begegnet und das eigene Bild nicht erträgt. Der Prozess am Amtsgericht Flensburg gegen einen Ladeninhaber, der „Juden haben hier Hausverbot“ in sein Schaufenster hängte, ist ein solcher Moment. Verhandelt wird die Volksverhetzung – und ausgerechnet vor dem Saal, in dem über diese Hetze geurteilt werden soll, muss eine jüdische Zuschauerin ihren Davidstern ablegen. Die ParadoxieMan halte sich die Szene vor Augen: Ein Mann steht vor...

Blickpunkt

Yad Vashem
Welche Außenstelle diskutiert werden

Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis in Israel eine wichtige Entscheidung für das künftige Holocaust-Gedenken in Deutschland getroffen wird. Yad Vashem, die zentrale israelitische Gedenkstätte im Westen Jerusalems, soll eine Außenstelle in der Bundesrepublik bekommen. Zur Auswahl stehen neben Leipzig auch München, Köln und Düsseldorf. Von Edgar S. Hasse „Der Freistaat Sachsen mit dem möglichen Standort Leipzig gehört zu den drei Bundesländern, welche sich aktuell und in der finalen Phase um...

  • 28.05.26
Glaube und Alltag

Umfrage
Jüdische Gemeinden fühlen sich unsicher

Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem Krieg in Gaza fragt der Zentralrat der Juden seine Gemeinden regelmäßig, wie es um ihr Sicherheitsgefühl in Deutschland bestellt ist. Das aktuelle Ergebnis zeigt: Es bleibt sehr schlecht. Von Corinna Buschow Berlin (epd). Mehr als zwei Drittel der jüdischen Gemeinden nehmen Deutschland seit dem Angriff der Hamas auf Israel als unsicherer wahr und viele vermissen dabei die Solidarität der Mehrheitsbevölkerung. Das ist ein Ergebnis einer...

  • 04.05.26
Aktuelles

Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Um den israelbezogenen Antisemitismus bekämpfen zu können, unterstützt der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eine hessische Gesetzesinitiative im Bundesrat. Bad Nauheim (epd). Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) begrüßt die Gesetzesinitiative der hessischen Landesregierung, die Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel unter Strafe zu stellen. Der Koordinierungsrat sehe in der...

  • 29.04.26
Feuilleton

Friedenshoffnung
Die hebräische Perspektive

Mit eigenen Kompositionen, jüdischen Liedern und sogar Boogie Woogie begeisterte der ukrainisch-jüdische Musiker Alyosha Ryabinov Anfang März die etwa hundert Konzertbesucher in der Christlichen Ferienstätte Haus Reudnitz. Seit vier Jahren ist der Musiker und Bibellehrer im Frühjahr zu Gast in Thüringen, um mit seiner "hebräischen Perspektive" eine Woche lang biblische Texte auszulegen. Von Thomas Nawrath Die Seminarteilnehmer kommen dabei nicht nur aus Sachsen und Thüringen, sondern auch aus...

  • 21.03.26
Kirche vor Ort
Gunter Demnig verlegt den zweiten Stolperstein für Ludwig Nußbaum | Foto: Hartmut Ellrich
4 Bilder

Drei Stolpersteine für Ohrdruf
Gedenken an die Familie Nussbaum

Das jüdische Erbe Ohrdrufs ist klein. Einzig zwei Familien um den Viehhändler Sally (Selig) Nußbaum und den Schuhhändler Oskar Rittberg hinterließen vor Ort ihre Spuren. Von Hartmut Ellrich Rittberg lebte in der Marktstraße, die in den 1930er Jahren den Namen Willy Marschlers trug, zunächst NS-Bürgermeister von Ohrdruf (1931-1933) – der erste der NSDAP in Thüringen - danach Thüringer Ministerpräsident (1933-1945). Doch Spuren verblassen, verwischen, verwehen: für den pensionierten Lehrer...

Feuilleton

Jüdisch-Israelische Kulturtage
Dialog in schwierigen Zeiten

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern. Erfurt (epd). Die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen werden am Donnerstag nach einer Reihe von Programmänderungen gemeinsam von israelischen und iranischen Künstlern eröffnet. Geplant sei nun ein Doppelkonzert des Sharon-Mansur-Trios aus Haifa mit dem...

  • 07.03.26
Aktuelles

FREITAG, VOR EINS…
Unsere Seite 1 - Eiskalt serviert

Es ist wieder frisch geworden: Der Winter ist zurück in Mitteldeutschland. Letzte Nacht hatten wir in Magdeburg Minus 6 Grad. Auf der Elbe treiben Eisschollen. Und auf den Kanälen fahren sogar Eisbrecher. Das Eis gebrochen wurde vor einigen Tagen auch an der Teichmühle in Wernigerode, damit sich die mutigen Eisbader beim Tauferinnerungs-Gottesdienst in die kühlen Fluten stürzen konnten. Chapeau! Ein Eindrucksvolles Foto davon gibt es auf der Titelseite der neuen Ausgabe Ihrer Kirchenzeitung....

  • 26.01.26
FeuilletonPremium
Geöffnet und geschützt: Der 2023 fertiggestellte Neubau der Weill-Synagoge in Dessau. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 wurden die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Gotteshäusern verstärkt. | Foto: epd-bild/Jens Schlüter
2 Bilder

Jüdisches Leben
„Die Türen unserer Synagogen sind geöffnet“

Antisemitische Vorfälle haben in den vergangenen Jahren zunehmend auch in Mitteldeutschland Ängste und Sorgen bei jüdischen Gemeinden geschürt. Der Landesverband in Sachsen-Anhalt will das nicht hinnehmen. Von Thomas Nawrath Die rund 1300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Nach dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel vor zwei Jahren und den zunehmenden antisemitischen Vorfällen in...

  • 22.01.26
Aktuelles

Christlich-jüdischer Dialog
Ehemaliger Landesjugendpfarrer aus Thüringen wird ausgezeichnet

Pfarrer i.R. Jürgen Friedrich (81) aus Arnstadt erhält den Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für seinen wegweisenden Beitrag zum Erinnerungsprojekt „Die Novemberpogrome – Gegen das Vergessen“ sowie sein langjähriges Engagement für die Aufarbeitung der Regionalgeschichte und die Erinnerungskultur. Die öffentliche Preisverleihung findet am 14. Januar zum Tora-Lerntag in den Franckeschen Stiftungen in Halle statt. Das Treffen...

Blickpunkt
Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, in der Neuen Magdeburger Synagoge. | Foto: Thomas Nawrath
2 Bilder

Jüdischer Landesverband in Sachsen-Anhalt
Teil der Gesellschaft

Jüdinnen und Juden sind Teil der Gesellschaft. Doch zahlreiche antisemitische Vorfälle haben auch in Sachsen-Anhalt Ängste und Sorgen geschürt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden will das nicht hinnehmen. Von Thomas Nawrath Magdeburg. Die rund 1.300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, sagte dem Evangelischen...

Aktuelles

Sachsen-Anhalt
Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden

Das jüdische Leben in Sachsen-Anhalt soll bewahrt und gefördert werden. Dazu haben das Land und die jüdischen Gemeinden den Staatsvertrag von 2006 neu gefasst. Von Thomas Nawrath Sachsen-Anhalt will jüdisches Leben im Bundesland weiter bewahren und fördern. Das sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei der Unterzeichnung des neuen Staatsvertrags mit der jüdischen Gemeinschaft in Sachsen-Anhalt am Freitag in Magdeburg. So sollen die Zuwendungen des Landes von aktuell rund zwei Millionen...

  • 15.12.25
Kirche vor Ort

Podiumsdiskussion
Als Jude in Deutschland leben

In Themar existierte eine blühende jüdische Gemeinde, sie entstand im 19. Jahrhundert. Bei einer Volkszählung 1871 werden 93 Juden aufgeführt, das entsprach 6% der Gesamtbevölkerung.  Ab 1877 gab es eine Synagoge. Beim Novemberpogrom wurden 18 jüdischen Männer verhaftet und in das KZ Buchenwald gebracht. 1939 lebten noch 33 jüdische Personen in Themar. Der letzte in Themar lebende Jude wurde 1943 verhaftet. Ein Denkmal bei der Kirche Themars erinnert mit der Inschrift: "Wir gedenken der...

  • 28.10.25
Glaube und Alltag

Antisemitismus
Petition gegen Judenhass

Eine Initiative aus Wissenschaft, Politik und Kultur fordert, konsequenter gegen Antisemitismus vorzugehen. Dazu hat sie einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt und eine Petition gestartet. Berlin (epd). Mit einem Fünf-Punkte-Plan und einer Petition will die „WerteInitiative e.V. jüdisch-deutsche Positionen“ den Kampf gegen Antisemitismus vorantreiben. Trotz anderslautender Bekenntnisse bleibe die Politik in diesem Feld weitgehend untätig, kritisierte der Münchner Wirtschaftswissenschaftler und...

  • 25.09.25
  • 1
BlickpunktPremium
Foto: Willi Wild
2 Bilder

Mit Friedländer Preis ausgezeichnet
Aufklärung und Demokratievermittlung

Der Initiator und Erfinder des Festivals, Martin Kranz, konnte nicht dabei sein: Die Achava Festspiele Thüringen waren in vollem Gange. Und so nahm seine Frau Angelika stellvertretend die Ehrung für den Festival-Intendanten im Berliner Allianz Forum entgegen. Joe Chiallo, ehemaliger Berliner Kultursenator, würdigte in seiner Laudatio die Breite der Veranstaltungsangebote. "Die Arbeit mit Jugendlichen zur Vermittlung von Menschlichkeit, Respekt und Demokratie sowie die Aufklärung über den...

  • 23.09.25
Blickpunkt

Bundesweit einmaliger Studiengang
Sozialarbeit mit jüdischem Fokus

Es hat fast 20 Jahre gedauert, bis aus der Idee – entstanden nach einem Symposium – der Studiengang Jüdische Soziale Arbeit wurde. Von Willi Wild Christine Lieberknecht (CDU) und Bodo Ramelow (Linke) waren in ihrer Zeit als Ministerpräsidenten die politischen Wegbereiter dieses nun bundesweit einmaligen berufsbegleitenden Studiengangs. In sieben Semestern werden grundlegende Kompetenzen im Bereich der Sozialen Arbeit und der jüdischen Religion und Kultur an den Standorten Erfurt und Heidelberg...

  • 12.09.25
Aktuelles
2 Bilder

Kommentiert
Mehr als ein Zeichen

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist stark angestiegen. Das trifft vor allem auf Hochschulen zu, wo sich die Fallzahl beinahe verdreifachte. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) trug bundesweit im Jahr 2024 gut 8600 Fälle zusammen, 77 Prozent mehr als 2023. Von Willi Wild Rias hat in Thüringen 392 antisemitische Vorfälle erfasst. Das ist ein Anstieg um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Im bundesweiten Vergleich liegt Thüringen im Mittelfeld. Unter...

  • 09.09.25
Blickpunkt

Neuer Studiengang gestartet
"Jüdische Soziale Arbeit"

Erfurt. Ein neuer Kooperationsstudiengang „Jüdische Soziale Arbeit“ in Erfurt vermittelt Studierenden grundlegende Kompetenzen im Bereich der Sozialen Arbeit und der jüdischen Religion. Aktuell nutzten 29 Studierende das bereits seit Januar bestehende gemeinsame Angebot der Fachhochschule Erfurt und der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, hieß es Anfang September anlässlich des offiziellen Starts des Studiengangs im Thüringer Landtag. Der berufsbegleitende Studiengang sei bundesweit...

  • 09.09.25
Aktuelles
Foto: Paul-Philipp Braun
9 Bilder

Würdigung im Landtag
Neuer Studiengang "Jüdische Soziale Arbeit" startet

Ein bundesweit einmaliger Studiengang vermittelt in Erfurt Kenntnisse in "Jüdischer Sozialen Arbeit". Die jüdischen Gemeinden erhoffen sich davon Impulse für das Leben in Deutschland. Die Studierenden loben die Expertise für ihre besondere Arbeit. Ein neuer Kooperationsstudiengang Jüdische Soziale Arbeit in Erfurt vermittelt Studierenden grundlegende Kompetenzen im Bereich der Sozialen Arbeit und der jüdischen Religion. Aktuell nutzten 29 Studierende das bereits seit Januar bestehende...

Eine Welt

Tschechien
Das Wunder von Brünn

Das Stetl-Festival in der tschechischen Stadt Brünn ist in kurzer Zeit zu einem der größten jüdischen Kulturfestivals in Mitteleuropa geworden. Dieses Jahr steht die lange vergessene Villa des ermordeten jüdischen Ehepaars Wittal im Mittelpunkt. Von Kilian Kirchgeßner Der Drahtzaun war rostig, und einen Moment lang überlegte Michal Dolezel, ob er sich von dem Warnschild abhalten lassen sollte. «Vorsicht Hund» stand auf Tschechisch darauf. Dolezel schaute über den Zaun auf die alte Villa, so...

  • 22.08.25
Feuilleton

Jüdisches Leben in Deutschland
Das große Schweigen

Als Rabbinerin Jasmin Andriani neulich mit einer Gruppe das Synagogen-Mahnmal in Göttingen besuchte, das an deren Zerstörung 1938 erinnert, riefen Passanten ihnen im Vorbeigehen zu: "Und was ist mit den Kindern in Gaza?" Sie sei während der ganzen Veranstaltung unruhig gewesen und habe die Umgebung beobachtet. "Man muss leider zur Zeit immer mit etwas rechnen." Von Nina Schmedding  Andriani ist in Israel geboren, kam als Zweijährige nach Berlin und ist hier aufgewachsen. "Es war nie ganz...

  • 20.08.25
Aktuelles
Foto: epd-bild/ Jens-Ulrich Koch
2 Bilder

Kommentiert
Wir brauchen Brücken

Das hebräische Achava für Brüderlichkeit verweist auf die jüdische Inspiration des interkulturellen "Brückenfestivals" in Weimar und weiteren Spielorten. Von Reinhard Schramm Die inhaltlichen Schwerpunkte werden sich diesmal durch die sogenannte Sendehalle Weimar mit ihrer abenteuerlichen Geschichte verändern. Dieses Bauwerk erzwingt förmlich Bildungsaktivitäten mit Blick auf das letzte Jahrhundert deutscher Geschichte. Achava-Intendant Martin Kranz sprach bei der Programmvorstellung (Seite 9)...

  • 20.08.25
Kirche vor Ort

Achava Festspiele ab 6. September
Wenn 100 Mal ins Widderhorn geblasen wird

Das Schofar ist ein Widderhorn, das im Alten Testament eine wichtige Rolle spielt und bis heute im jüdischen Gottesdienst verwendet wird. Es wird erstmals in 2. Mose 19 erwähnt, als Gott sich auf dem Berg Sinai dem Volk Israel offenbarte. Von Willi Wild Der laute Schofarruf kündigte seine Ankunft an und ließ das Volk vor Ehrfurcht erbeben. Es ist das einzige antike Musikinstrument, das bis heute in Synagogen verwendet wird. An Rosch Ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, wird das Schofar 100...

  • 20.08.25

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.