Anzeige


Nationalsozialismus

Beiträge zum Thema Nationalsozialismus

Feuilleton
2 Bilder

Neues Buch von Katja Hoyer
Weltgeschichte vor der Haustür

Die Geschichte beginnt im Sonnenschein. Einer der Protagonisten, der Schreibwarenhändler Carl Weirich, übernimmt 1914 einen Laden in der Altstadt von Weimar, um sich etwas aufzubauen. Er ist voller Zuversicht. Weirich ist eine reale Person. Anhand seines Tagebuchs konnte Katja Hoyer sein Leben rekonstruieren, erfahren, wie er, der sprichwörtliche „kleine Mann“, die großen Umbrüche der Gesellschaft erlebt hat: das Ende des Ersten Weltkrieges, die Weimarer Republik, die Hyperinflation, den...

  • 04.09.26
Service + Familie

Akademie-Tagung: "Stunde Null"
Kirche in der Nachkriegsgesellschaft

Nach ihrem Sieg im zweiten Weltkrieg wickelten die Alliierten den NS-Staat ab. Nur die christlichen Kirchen blieben als Großorganisationen bestehen. Denn sie galten zunächst als Opfer des NS-Regimes. So wuchs ihnen die Rolle der Interessenvertretung der Bevölkerung zu. Wie füllten die Kirchen diese Rolle politisch, wirtschaftlich und humanitär aus? Wie gingen sie mit ihrer eigenen NS-Verstrickung um? Welche Konsequenzen zogen sie strukturell und personell? Diese Fragen bilden den Schwerpunkt...

Blickpunkt

Augustinerdiskurs
Konservative Revolution - Mythos der neuen Rechten

Vor der politischen Machtübernahme steht die „Herrschaft in den Köpfen" – diesen Ansatz verfolgen und verbreiten zentrale Akteure der sog. "Neuen Rechten". Beschäftigt man sich eingehender mit den dahinterstehenden Konzepten, so stößt man unweigerlich auf die "Konservative Revolution". Was verbirgt sich hinter diesem ominösen Sammelbegriff? Welche politische Sprengkraft ist darin enthalten? Darüber diskutieren  am 17. September 2026, 19.00 Uhr im Augustinerkloster zu Erfurt  der Historiker...

Service + Familie

Akademie-Tagung
Wert und Unwert der Lebens? - Kirche und Eugenik

Theorien der Eugenik bzw. der nationalsozialistischen "Rassenhygiene" prägten viele Verfolgungsprogramme in der NS-Zeit. Auch Kirche und Diakonie waren darin involviert. Wie haben sich die evangelischen Kirchen mit dem Thema "Eugenik" auseinandergesetzt? Welche Rolle spielten sie bei den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus? Diese Fragen bilden den Schwerpunkt der Tagung "Wert und Unwert der Lebens? - Kirche und Eugenik" vom 12. bis 14. Juni 2026 im Zinzendorfhaus Neudietendorf ....

Feuilleton

Buchpräsentation & Gespräch
Buchenwald — Im Dickicht vom Ettersberg

Acht Jahre durchstreifte Christian Rothe mit seiner Großformatkamera das riesige Areal auf dem Ettersberg bei Weimar. Ruinen, kaum noch erkennbare Fundamente, Treppen, Zäune, Wege bilden sich wie topografische Narben und Zeichen im undurchdringlichen Dickicht ab. Seine Schwarz-Weiß-Bilder sind die Grundlage des Foto- und Essay-Bandes (Preis der Stiftung Buchkunst Das Schönste Deutsche Buch 2025 und Goldmedaille des Deutschen Fotobuchpreises 25/26) — erschienen bei Hartmann Books. Am 7. Februar...

Kirche vor OrtPremium

Die Nachkommen mahnen

In Magdeburg wurden Ende September zum 45. Mal Stolpersteine verlegt. Erinnert wurde dabei unter anderem an die Familie Weißler, deren Mitglieder evangelisch getauft waren. Von Thorsten Keßler In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt erinnern inzwischen über 850 der in den Boden eingelassenen Pflastersteine mit einem auf einer Messingplatte eingravierten Namen an Opfer des Nationalsozialismus. Die letzten fünf der insgesamt 30 am 26. September gesetzten Stolpersteine waren dem promovierten Juristen...

  • 07.10.25
Aktuelles
Foto: Paul-Philipp Braun
18 Bilder

Erinnerung an NS-Opfer
Erfurter Initiative verlegt 15 Stolpersteine

Mit einer großen Aktion hat die AG Stolpersteine Erfurt mit der Bürgerstiftung Erfurt im Stadtbereich insgesamt 15 Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die in der Zeit zwischen 1933 und 1945 durch die Nationalsozialisten gefoltert, deportiert, vertrieben oder ermordet worden. Die Initiative geht dabei vom Künstler Gunter Demnig aus, der damit das vermeintlich weltweit größte dezentrale Mahnmal der Welt erschaffen hat. Mittlerweile sind mehr als 100 000 Steine in 31 Staaten Europas...

Blickpunkt
Auf ihrer Sommertour hat Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich (rechts) Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste getroffen. Hier ist sie im Gespräch mit der gebürtigen Leipzigerin Emma Roterberg.  | Foto: Paul-Philipp Braun
2 Bilder

Sommercamp
Die Opfer sichtbar machen

Jugendliche im Sommercamp der "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" (ASF) erforschen in der Gedenkstätte Buchenwald die Biographien der Opfer des Massenmordes. Die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, hat im Rahmen ihrer Präsestour das Projekt besucht. Von Matthias Thüsing In dem Sommercamp engagieren sich aktuell 15 junge Menschen in der Pflege der Bahntrasse, die ab 1944 das Konzentrationslager mit der Stadt Weimar verband. Darüber hinaus machen sie die Namen von Kindern und...

Service + Familie

Thüringen
Schulen erinnern an Anne Frank

Erfurt (epd). In diesem Jahr beteiligen sich 22 Thüringer Schulen mit Projekten am bundesweiten „Anne Frank Tag“. Die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tagebuch der Anne Frank ermögliche jungen Menschen einen persönlichen Zugang zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, anlässlich einer Ausstellungseröffnung in der Erfurter Otto Lilienthal Schule. Die Ausstellung erzähle eindrücklich vom Leben der 1945 im...

  • 22.05.25
Blickpunkt

80 Jahre Befreiung KZ Buchenwald
Gedenken im Wandel

Deutschland und Thüringen stehen aus Sicht der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora vor einem geschichtskulturellen Wandel. Von Matthias Thüsing Es schwinde das Bewusstsein dafür, wie fundamental die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur für die demokratischen Strukturen sei, sagte Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner. Dies habe Auswirkungen auf das Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager in Thüringen vor 80 Jahren ebenso wie auf das Jahresprogramm der Stiftung. An...

  • 11.04.25
AktuellesPremium

Heilsamer Rückblick
Geschichte nicht ruhen lassen

Wann immer die Vergangenheit als belastend empfunden wird, werden Stimmen laut, die einen „Schlussstrich“ fordern. Wie Aufarbeitung ein neues Miteinander ermöglicht. Von Jochen Birkenmeier Es müsse doch „irgendwann auch mal gut sein“, man möge „nach vorne schauen“ und die „alten Geschichten“ ruhen lassen. Unangenehme Ereignisse sollen – wenn sie denn überhaupt thematisiert werden – lieber als unbedeutende Abweichungen, als bloße Episode einer ansonsten „erfolgreichen“ Geschichte verstanden...

  • 09.04.25
AktuellesPremium

Gedenken
Drei Tage im April

Kurz vor Kriegsende 1945: Eine Feldscheune in der Nähe von Gardelegen war der Tatort eines Massakers an mehr als 1000 KZ-Inhaftierten. Von Oliver Gierens Es ist der 13. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, als eine Scheune bei Gardelegen zum Schauplatz eines grausamen NS-Massakers wird: Mehr als 1000 KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch werden im Feuer ermordet. Nur zwei Tage später befreien US-Soldaten den Ort. Anfang April vor 80 Jahren sind die Amerikaner bereits weit vorgerückt,...

  • 09.04.25
Blickpunkt
Ein Notübergang über der gesprengten Werra-Brücke in Creuzburg: Tagelang war die Kleinstadt auf den Ernstfall vorbereitet worden. Den rund 2.500 Einwohnern gab ein Alarmsignal das Zeichen zur Flucht in die Berge der Umgebung. Für das alte Creuzburg in der Nähe von Eisenach brachte das Sirenengeheul am 1. April 1945 den nahezu vollständigen Untergang.  | Foto: epd-bild / Karl-Heinz Gladiz
2 Bilder

Ostern 1945
Sirenengeheul statt Glockengeläut

In nur 16 Tagen eroberte die US-Armee im April 1945 Thüringen. Gleich zu Beginn der Offensive kam es in Creuzburg an der Werra noch zu sinnlosem Blutvergießen. Die Folgen der Zerstörungen sind heute noch allgegenwärtig. Von Matthias Thüsing (epd) Aus den verkohlten Überresten eines Bauernhofs traten Anfang April 1945 romanische Mauerreste zutage. Anders als der umgebende Fachwerkbau hatten die dicken Wände des einstigen Klosters von Creuzburg dem tagelangen Stadtbrand widerstanden. „Hier wäre...

  • 07.04.25
Blickpunkt

Buchenwald-Befreiung vor 80 Jahren
"Nichts hat mich je so erschüttert"

Nur wenige Kilometer entfernt von der Klassikerstadt Weimar wurde im Jahr 1937 ein Konzentrationslager gebaut. Sein Name "Buchenwald" wurde ein Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen. Am 11. April 1945 wurde es befreit. Von Nina Schmedding (kna) Als die Amerikaner im Frühling 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreicht haben, schreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick." Lastwagen mit darauf...

  • 03.04.25
Kirche vor OrtPremium

Gedenken
Erschütterung wachhalten

Buchenwald – der Name wurde zum Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen. Auf dem Ettersberg bei Weimar wurde 1937 ein Konzentrationslager errichtet. Seine Befreiung am 11. April 1945 jährt sich zum 80. Mal. Daran erinnern zahlreiche Veranstaltungen – ein Überblick. Von Kirsten Seyfarth Als die Amerikaner im Frühling 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreichen, sind sie fassungslos über das, was sie sehen: Lastwagen mit darauf gestapelten Leichen, halb verbrannte Knochenreste in...

  • 02.04.25
Kirche vor Ort

Demokratie stärken - Geschichte verstehen
Wie meine Großeltern Nazis wurden

Der Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD veranstaltet am 26. März 2025 einen Vortrag mit der Politikwissenschaftlerin und Buchautorin Katrin Himmler im stellwerk Weimar. Frau Himmler ist die Großnichte von Heinrich Himmler und wird über die aktuellen Gefährdungen der Demokratie durch Rechtsextremismus sprechen und dabei ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der NS-Vergangenheit in ihrer eigenen Familie einbringen. Ihre besondere Perspektive, nutzt sie dabei, um insbesondere...

Feuilleton

Nationalsozialismus
Bibliothek gibt Bücher an Erben zurück

Wolfenbüttel/Wien (epd). Mehr als 80 Jahre nach der Enteignung eines jüdischstämmigen Bibliothekars aus Wien gibt die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel drei Bücher an die Erben des früheren Eigentümers zurück. Die dreibändige historische Ausgabe des satirischen Romans «Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker» von Friedrich Nicolai (1733-1811) gehörte bis 1940 dem Kunst- und Büchersammler Moriz Ritter von Grünebaum (1873-1941), wie die Bibliothek am Montag nach...

  • 08.02.25
Glaube und Alltag

Rezension
Dem Vergessen entrissen

Vor wenigen Jahren hat Karl-Peter Krauss ein Buch zur Geschichte der Neuapostolischen Kirche (NAK) in der NS-Zeit veröffentlicht. Von Andreas Fincke Damit konnte er eine große Forschungslücke schließen, weil es seinerzeit kaum überzeugende Darstellungen zur Geschichte der NAK im Nationalsozialismus gab. Dieser Mangel war auch dem Umstand geschuldet, dass die NAK bis vor wenigen Jahren eine weitgehend verschlossene Gesellschaft war und Außenstehenden kaum Einblick in ihre Archive gewährt hat –...

  • 27.01.25
Feuilleton

Kreisauer Kreis
Ein Gegenbild zum Nationalsozialismus

Vor 80 Jahren, am 23. Januar 1945, richteten die Nationalsozialisten Helmuth James von Moltke und weitere Mitglieder des NS-Widerstandszirkels «Kreisauer Kreis» in Berlin hin. Führende Köpfe des Kreises waren Moltke und sein Freund Peter Yorck von Wartenburg, der bereits 1944 hingerichtet worden war. Der Kreis traf sich ab 1940 in verschiedenen Konstellationen auf Moltkes schlesischem Gut Kreisau (heute Krzyzowa) rund 60 Kilometer südwestlich von Breslau (Wroclaw) sowie in Berlin und München....

  • 22.01.25
Feuilleton

Nationalsozialismus
Stiftung erwirbt "Nietzsche-Gedächtnishalle"

Weimar (kna)  -  Die Stiftung Sendehalle Weimar hat die von den Nazis erbaute "Nietzsche-Gedächtnishalle" erworben. "Ich bin erleichtert und glücklich, dass sich der jahrelange Einsatz für diesen historisch bedeutenden Ort in Weimar gelohnt hat", teilte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Martin Kranz, mit. Das Gebäude stehe für 90 Jahre deutscher Geschichte aus Nazideutschland, DDR und Nachwende-Zeiten. Das Haus war von den Nationalsozialisten nach einem finalen Entwurf des Architekten...

  • 04.11.24
Aktuelles

‚Entjudungsinstitut‘-Ausstellung dauerhaft in Eisenach

Das Lutherhaus Eisenach hat sich entschieden, seine 2019 eröffnete und 2022 erweiterte Sonderausstellung „Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche ‚Entjudungsinstitut‘ 1939–1945“ dauerhaft zu zeigen. Die Präsentation war aufgrund beständiger Nachfrage bereits mehrfach verlängert worden. Das Museum reagiert mit der Entscheidung zur Verstetigung der Ausstellung nicht nur auf vielfache Wünsche der Besucher:innen, sondern ebenso auf das Erstarken völkischer und antisemitischer Tendenzen,...

Service + Familie

Erich Kästner
Kinderdorf beherbergt Inventar seines Hauses

Das Erich-Kästner-Kinderdorf in Franken trägt nicht nur den Namen des berühmten Autors - dort lagert 50 Jahre nach seinem Tod auch das Inventar seines letzten Wohnhauses. Möbel, Lesebrille, Schreibmaschine: ein Museum, das wie ein Wohnzimmer wirkt. Von Daniel Staffen-Quandt (epd) Vermutlich ist es eines der letzten Telegramme, die der schwer kranke Erich Kästner verschickt. Der Text vom 13. Mai 1974 ist kurz: «Bin mit Kinderdorfbenennung einverstanden.» Nur wenige Wochen später - am 29. Juli...

  • 23.07.24
Aktuelles

Barmer Erklärung
Warnung vor dem Zeitgeist

Am 31. Mai jährt sich die Verabschiedung der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 zum 90. Mal. Sie gilt als Magna Charta der Bekennenden Kirche im Kampf um ihre Unabhängigkeit gegenüber der NS-Diktatur. Das Jubiläum sei ein Grund zum Feiern, sagte der Koblenzer Kirchenhistoriker Thomas Martin Schneider im Gespräch mit Bettina von Clausewitz. Zugleich warnt der Forscher davor, das Dokument als politische Kampfschrift zu vereinnahmen. Warum wird die Barmer Erklärung 90 Jahre nach ihrer...

  • 24.05.24
AktuellesPremium
Ivan Ivanji: Der Holocaust-Überlebende bei der Eröffnung des Museums für Zwangsarbeit.  | Foto: Foto: Thüringer Staatskanzlei
3 Bilder

Doppelausstellung in Weimar
Von Widerstand bis Anpassung

Doppelausstellung: Die Stiftung Buchenwald hat ihr Museum zur NS-Zwangsarbeit eröffnet. Das Haus dokumentiert die Verbrechen an über 20 Millionen Menschen. Parallel startete die Ausstellung "Bauhaus und Nationalsozialismus" der Klassik Stiftung Weimar. Von Matthias Thüsing und Willi Wild Im ehemaligen Gauforum Weimar ist in der vergangenen Woche ein Museum zu Zwangsarbeit im Nationalsozialismus eröffnet worden. Zwangsarbeit habe in aller Öffentlichkeit stattgefunden, und doch sei deren...

  • 17.05.24

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.