Nationalsozialismus

Beiträge zum Thema Nationalsozialismus

Glaube und Alltag

Zahl der Woche
Vor75 Jahren

Am 8. August 1947 veröffentlichten Theologen der Bekennenden Kirche in Darmstadt ein «Wort zum politischen Weg unseres Volkes». Mit dem «Darmstädter Wort» benannte der sogenannte Bruderrat konkrete Irrwege der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus. Der Mord an den Juden findet darin aber keine Erwähnung.

  • 06.08.22
Aktuelles

Auschwitz
Ramelow gedenkt verfolgter Sinti und Roma

Zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma fordern Angehörige der betroffenen Volksgruppen einen entschiedenen Kampf gegen Antiziganismus. Erstmals legt ein amtierender Bundesratspräsident am Gedenktag in Auschwitz einen Kranz nieder. Auschwitz (epd) - Sinti und Roma aus ganz Europa haben im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an die Ermordung von mehr als 500.000 Angehörigen ihrer Volksgruppen zur Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Dabei legte erstmals ein amtierender...

  • 02.08.22
Aktuelles
Emotionale Grußworte erinnerten an das Leid, das die Diktatur mit sich brachte. | Foto: Paul-Philipp Braun
17 Bilder

Die Kinder von Buchenwald
"Das Gedenken darf niemals enden"

Am Sonntag feierte das Projekt "Gedenksteine Buchenwaldbahn" sein 15. Jubiläum. Seit 2007 recherchieren Freiwillige die Biografien jugendlicher Opfer, die vom Konzentrationslager auf dem Ettersberg per Todeszug nach Osten gebracht wurden. Von Matthias Thüsing  Plötzlich unterbricht ein herumliegender Papierschnipsel auf dem Weg seinen Redefluss. „Entschuldigung, ich kann nicht anders“, sagt Heiko Clajus, hebt den Müll auf und steckt ihn in die Tasche. Seit 15 Jahren pflegt der gelernte...

Feuilleton

Rezension
Hitler-Darstellungen: Kirchenkunst als Grenzüberschreitung

Der Historiker und Journalist Michael Kuderna setzt sich in einem Buch mit 17 echten und vermeintlichen Darstellungen von Adolf Hitler in Kirchen auseinander. Von Marc Patzwald «Die interessantesten Darstellungen sind die, die vor 1945 entstanden oder angeblich entstanden sind», sagte der Autor des Buchs «Grenzüberschreitungen. Ein deutsch-französischer Architekt, sein Meisterwerk und Hitler-Bilder in Kirchen». Laut Kuderna gibt es anbiedernde Darstellungen, die mittlerweile meist entfernt...

  • 29.07.22
Feuilleton

Margot Friedländer
"Unsere Demokratie braucht Menschen wie Sie"

"Versuche, dein Leben zu machen" - dieser Satz ist Margot Friedländer von ihrer Mutter geblieben, bevor sie mit ihrem Sohn Ralph, Margots Bruder, deportiert und in Auschwitz ermordet wurde. Der von der Mutter hinterlassene Satz ist auch der Titel von Friedländers Autobiografie, die beschreibt, was es hieß, als Jüdin versteckt in Berlin zu leben - und zu überleben. Von Leticia Witte Nach dem Krieg ging sie mit ihrem Mann Adolf in die USA und kehrte 2010 wieder dauerhaft in ihre Geburtsstadt...

  • 06.07.22
  • 1
AktuellesPremium
Löwengrube im "Löwengebäude": Zwischen 1961 und 1989 wurden an der Uni Halle mehr als 220 Studenten exmatrikuliert. Unter ihnen viele überzeugte Christen. Gerade in den 1950er-Jahren konnte schon die Zugehörigkeit zur Studentengemeinde reichen, um "geext" zu werden. | Foto: Foto: Uni Halle/Markus Scholz
2 Bilder

Verfolgung und deren Aufarbeitung
Willkür mit System

Aufarbeitung ist ein abstrakter Begriff. Dahinter verbirgt sich mühevolle Archivarbeit an zahllosen Einzelschicksalen, die einen Zusammenhang offenbaren. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stellt sich dieser Mammutaufgabe. Von Katja Schmidtke Die Geschichte nimmt ihren Anfang mit Günther Dehn: Der Ordinarius für praktische Theologie an der Universität Halle wurde am 13. April 1933 als einer der ersten im Deutschen Reich aus seiner Professur entlassen. Schon im Herbst 1932 war Dehn...

  • 15.06.22
Service + FamiliePremium

Holocaust
"Liebe Kitty!"

Vor 80 Jahren begann Anne Frank, ihr Tagebuch zu schreiben. Wer es heute während des Ukraine-Kriegs liest, bekommt Gänsehaut. "Ich höre den anrollenden Donner immer lauter, der auch uns töten wird", schrieb das jüdische Mädchen, das letztlich im Konzentrationslager starb. Von Norbert Demuth Man stelle sich ein 13-jähriges Mädchen in einem Kellerversteck in der Ukraine vor – dann wird das Lesen des berühmt gewordenen Tagebuches der Anne Frank noch beklemmender, als es sowieso schon ist....

  • 12.06.22
Aktuelles

Schmähskulpturen: ein schwieriges Erbe
Der Trend geht zum Belassen

Sie sind an mehreren Dutzend evangelischen und katholischen Kirchen zu finden: Es geht um Darstellungen wie das mittelalterliche Schmährelief an der Wittenberger Stadtkirche, das als "Judensau" bekannt ist. Von Leticia Witte In etwa vier Metern Höhe ist ein Rabbiner dargestellt, der den Schwanz eines Schweins anhebt und ihm in den After schaut. Zwei weitere, abfällig als Juden karikierte Figuren saugen an den Zitzen des Tieres – das Schwein gilt im Judentum als unrein. Seit 1988 erinnern ein...

  • 02.06.22
Aktuelles

Nach Neonazi-Beerdigung
Gedenkort für Max Friedlaender eingeweiht

Das Entsetzen war groß, als vor einem halben Jahr bekannt wurde, dass bei Berlin ein Neonazi im Grab eines jüdischstämmigen Musikwissenschaftlers beigesetzt wurde. Nun hat die evangelische Landeskirche auf dem Friedhof einen Gedenkort geschaffen. Stahnsdorf/Berlin (epd) -Rund ein halbes Jahr nach der umstrittenen Beisetzung eines Neonazis im früheren Grab des jüdischstämmigen Musikwissenschaftlers Max Friedlaender hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz einen...

  • 04.05.22
Aktuelles

Hilferufe von KZ-Überlebenden
Krieg überschattet Gedenken in Buchenwald

Weimar (epd) - Insgesamt 16 ehemalige Häftlinge aus zehn Ländern werden am zweiten April-Wochenende zu den Gedenkveranstaltungen zum 77. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald bei Weimar erwartet. Dabei überschatte das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine das geplante Programm, sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner. Neben den KZ-Überleben Naftali Fürst aus Israel und Vasile Nussbaum aus Rumänien würden bei der Gedenkfeier auch...

  • 30.03.22
  • 1
Blickpunkt

Ev. Akademie Thüringen: Neue Videos online
Wie umgehen mit Kriegerdenkmalen?

Im Januar 1942 begann eine der blutigsten und brutalsten Schlachten des 2. Weltkriegs. 180 km westlich von Moskau sollten um Rschew ca. 1,2 Millionen Menschen den Tod finden. Erst 2020 wurde in der 62.000-Einwohner-Stadt zum Gedenken eine etwa 25 Meter hohe Metallskulptur eines sowjetischen Soldaten errichtet. Dessen realistisch dargestellter Oberkörper löst sich nach unten hin in einen Schwarm von Kranichen auf, die symbolisch für die Gefallenen stehen. Solch neue 2. Weltkriegs-Denkmale gibt...

Aktuelles
An der Gedenkplakette legten Benjamin-Immanuel Hoff (links), Claudia Roth und Philipp Neumann-Thein Kränze nieder.  | Foto: Paul-Philipp Braun
4 Bilder

Erster Außentermin in Buchenwald
Kulturstaatsministerin setzt Zeichen

Die neue Kulturstaatsministerin des Bundes, Claudia Roth (Grüne), hat am zweiten Tag im Amt die Gedenkstätte Buchenwald besucht. In einem Pressestatement betonte sie, dass die Erinnerung an die NS-Diktatur auch in Zukunft bewahrt werden müsse. Schon der Name lässt erschaudern: Blutstraße. So heißt die wesentliche Verbindungsstrecke zwischen Weimar und Buchenwald. 1938 bis 1939 durch Häftlinge des Arbeitslagers errichtet, ist sie bis heute für viele Besucher der KZ-Gedenkstätte der erste...

Service + Familie
Unkenntlich gemachtes Hakenkreuz an der Mauer der Lutherkirche Wellingsbüttel. | Foto: Foto: © Mechthild Wilhelmi
Video

Tagungsbeiträge online
Nazi-Glocken, NS-Kirchenbau, NS-Kirchenkunst

1945 war nicht alles vorbei. Zwar wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Nazi-Deutschland am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen begonnen hatte, vielerorts zum Meißel, zum Schleifgerät, zur Rasierklinge oder zum Pinsel gegriffen, um NS-Symbole zu entfernen. Doch manches von damals hat bis heute überdauert. Denn etliches, was wir aus der Nazi-Zeit geerbt haben, wird bisweilen gar nicht als „Braunes Erbe“ wahrgenommen. NS-Architektur bleibt oft unerkannt stehen. NS-Kunst...

Kirche vor Ort
Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Ministerpräsident Bodo Ramelow wickeln mit Kindern eine Tora-Rolle im Miniaturformat auf.  | Foto: Foto: Ulrike Müller
3 Bilder

TAG DER TORA
Tora-Rolle im Miniaturformat

Höhepunkt der Festlichkeiten im Thüringer Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ ist der „Tag der Tora“ in der Wartburgstadt Eisenach. Am Nachmittag besuchte Ministerpräsident Bodo Ramelow das Gelände, auf dem einst die Eisenacher Synagoge stand. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Schülern wickelte er eine kleine Tora-Rolle im Miniaturformat auf. Beide Politikern erinnerten an die Schändung der Eisenacher Synagoge vor 83 Jahren durch die Nationalsozialisten....

  • 14.07.21
Kirche vor OrtPremium

Widerstand
Zu lange vergessen

Die Namen der Geschwister Scholl, von Dietrich Bonhoeffer oder Paul Schneider haben einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Aber auch andere sind in dunkelster Zeit ihrem Gewissen gefolgt. Einer von ihnen ist Martin Gauger. Eine Ausstellung in der Weimarer Stadtkirche erinnert an den Kirchenjuristen. Von Ulrich Huppenbauer Am 9. Mai dieses Jahres wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. Mit Recht wurde in der Öffentlichkeit an sie, ihren Bruder Hans und deren Freunde...

  • 04.07.21
Aktuelles

Die Rettung der Erfurter Tora
Zoom-Gespräch mit Prof. Reinhard Schramm u.a.

Von 1938 bis 1945 fand die Tora der Jüdischen Gemeinde Erfurt ein sicheres Versteck auf dem Erfurter Domberg. Was wissen wir heute über diese gemeinsame Geschichte? Was lernen wir daraus? Ein Gespräch mit Vertretern der jüdischen und katholischen Gemeinden. Online-Gespräch über Zoom mit: • Frau Ines Beese, Mitglied des Arbeitskreises „Erfurter GeDenken 1933-1945“ • Herr Dr. Claudio Kullmann, Ordinariatsrat des Bistums Erfurt • Herr Prof. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen...

Feuilleton
Weltstar Billy Joel | Foto: Wikimedia Commons/David Shankbone
2 Bilder

Nürnberg: Auf den Spuren des "Piano Man"
Eine fränkisch-jüdische Tragödie

Der «Piano Man», der mit Hits wie «Just the way you are» oder «Uptown Girl» zum Star wurde, ist in der New Yorker Bronx geboren – doch seine Wurzeln liegen in Mittelfranken. Sein Vater Helmut Joel, ein begeisterter Klavierspieler, kam 1923 in Nürnberg zur Welt. Am Schicksal der Familie Joel spiegeln sich die Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung der Juden in Nazi-Deutschland. Der Nürnberger Journalist und Buchautor Steffen Radl-maier hat die Geschichte der Familie Mitte der 1990er-Jahre...

  • 21.01.21
Feuilleton
Foto: Evangelische Akademie Thüringen
Video

100 Jahre Thüringer ev. Kirche
Moritz Mitzenheim - Raum für die Kirche

Wer sich mit Moritz Mitzenheim befasst, gerät in ein emotionales bergauf und bergab. Das schickte Dr. Ehrhart Neubert seinem Vortrag über diesen Landesbischof auf der Akademie-Tagung „100 Jahre evangelische Landeskirche in Thüringen“ im November in Neudietendorf voraus. Tatsächlich wird Mitzenheim als lutherisch-treuer Kämpfer für seine Kirche ebenso erinnert wie als „roter Moritz“, der sich mit Walter Ulbricht traf. Wie also würde Neubert über ihn sprechen? Diese Frage stand nicht erst von da...

Kirche vor OrtPremium

Berkach
Freundschaft war stärker

Heute und einst: Jüdisches Leben ging durch den Holocaust verloren, auch in vielen ländlichen Regionen Thüringens. In Berkach, südlich von Meiningen, ist ein einzigartiges Ensemble von Synagoge, Schulhaus, Mikwe und Friedhof erhalten geblieben. Von Andrea Terstappen  Gundela Bach von der evangelischen Kirchengemeinde in Berkach führt öfter Gruppen durch das jüdische Viertel. Wegen Corona ist das gerade schwierig. Dabei hat sie viel zu erzählen. Man mag es kaum glauben: Die Synagoge aus dem Jahr...

  • 08.12.20
Kirche vor Ort

Klang der Stolpersteine
Vertonte Erinnerung

Jena (red) - Mit über 40 Konzerten in der Stadt und einem Zeitzeugengespräch in der Universität wird heute an das jüdische Leben in Jena erinnert. Der "Klang der Stolpersteine" ist als Antwort auf eine Serie von rechtsextremen Kundgebungen in Jena, gipfelnd in einem Aufmarsch am 9. November 2016, entstanden. Die Veranstaltung möchte der Opfer des Nationalsozialismus gedenken und zugleich auf die Gefahren von Antisemitismus und Rechtsextremismus aufmerksam machen. Beginnend mit einem...

Blickpunkt

In Mitteldeutschland unterwegs
Pferdetreck mit Friedensglocke

Eine Friedensglocke, die zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus 2025 nach Israel gebracht werden soll, kommt in diesen Tagen auch durch Mitteldeutschland. Der Pferdetreck startete Anfang August auf dem Hamburger Heiligengeistfeld und soll am Sonnabend im Kloster Marienfließ in der Prignitz eintreffen. Die Initiatoren wollen damit zur Völkerverständigung beitragen.

  • 21.08.20
  • 1
Kirche vor Ort

NS-Gedenkstätten
Erinnerungskultur muss verteidigt werden

Magdeburg (epd). In den Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr wieder mehr Besucher gezählt worden. Die Gedenkstätten KZ Lichtenburg Prettin, Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen, die Gedenkstätten für die Opfer der NS-"Euthanasie" in Bernburg sowie für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge und die Gedenkstätte Roter Ochse in Halle kamen zusammen auf insgesamt 51.600 Besucher, wie der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Kai...

BlickpunktPremium

Aufarbeitung
Lebenserinnerung vererben

Zeitzeugen: Georg Salzwedel war Pfarrer in der Altmark und gehörte 1958 zu den ersten Mitgliedern der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die das Versagen der protestantischen Kirche in der NS-Zeit thematisierte. Von Christiane Beyer Dass sein Großvater Georg Salzwedel hin und wieder an Schulen Vorträge hielt, hat Lewin Scholz als Kind schon mitbekommen. Nicht aber, worum es dabei ging. Irgendwann war dann der National-sozialismus auch für ihn Schulthema – und der heute 18-Jährige erfuhr, was...

  • 22.08.19
Kirche vor Ort

Erfurt: Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne würdigt Engagement gegen Antisemitismus
Jochen-Bock-Preis für Zivilcourage wird verliehen

Erfurt (red) - Zum dritten Mal wird am 28. Juni der Jochen-Bock-Preis für Zivilcourage im Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt verliehen. Geehrt werden dieses Jahr Heino Falcke, Irmela Mensah-Schramm und Reinhard Schramm. Die Einrichtung der Auszeichnung im Jahr 2014 rückte den Widerstand von fünf Erfurter Handelsschülern gegen das nationalsozialistische Regime erstmals in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Der Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne hat den Preis ins Leben...

  • 25.06.19

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