Sprengel Erfurt - Feuilleton

Beiträge zur Rubrik Feuilleton

"ERMUTIGUNG NACH 2000 JAHREN"
Eine Predigt - auch - für Reiner Kunze in der Erfurter Kaufmannskirche

Der Gottesdienst wurde ausgestaltet durch Eva-Maria Beck, Johannes Häußler und Tristan Krüger, herzlichen Dank. „Ermutigung nach 2000 Jahren“ Predigt am 2. August 2026 Kaufmannskirche am Anger, Erfurt Zu Jeremias Berufung 1,6: „Ach HERR, ich bin zu jung.“ Liebe Gemeinde, „Ach HERR, ich bin zu jung.“ So meint es der Prophet. Jeremia. Als er in den Dienst gesandt werden soll. Durch Gott. Wie geht so etwas? In einen Dienst, zu einem Auftrag gesandt zu werden? Und. Was ist gemeint: „Herr, ich bin...

STERN DES BUNDES
auf den 20. Juli 1944

Stern über dem Abgrund – Stefan George, Claus von Stauffenberg und das Geheimnis des Gewissens. Der 20. Juli ist gewiss kein triumphaler Tag. Er kann aber ein Tag der Gewissenserforschung sein. Dazu kommen die verschiedenen Bewertungen der Motive aller derer, die mit diesem Datum verbunden oder verstrickt sind. Denn die Männer, deren Namen wir mit diesem Datum verbinden, haben den Lauf der damaligen Geschichte nicht verändern können. Die Bombe explodierte, Hitler überlebte den Knall mit...

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HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (3)

Amandus Gotthold Fehmel Es ist eine weitere Eigentümlichkeit der Geschichte, dass sie gerade diejenigen zu vergessen scheint, die ihr ein Rückgrat leihen wollten. Und meist blieben die Lärmmacher im Gespräch, nicht die, welche den Lärm ertragen mussten. Und die Schreier werden zitiert, aber Gelehrte nicht verstanden. So zumindest scheint es auch Amandus Gotthold Fehmel ergangen zu sein. Wer war dieser Mann, dessen lebensgroßes Bildnis hinter dem Altar der Hildburghäuser Kirche zu betrachten...

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HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (2)

Es gibt Bilder, die historische Ereignisse darstellen. Und es gibt Bilder, die zusätzlich etwas über das Wesen der Zeit verraten wollen. Das hier gezeigte Gemälde aus der ehemaligen Hofkirche des Hauses Sachsen-Hildburghausen und jetzigen Christuskirche gehört dazu. Es will nicht nur betrachten lassen, was sich nach dem Bericht der Apostelgeschichte auf dem Berg des Abschieds ereignet hat. Es stellt vielmehr die Frage, wie ein Geschehen, das sich vor beinahe zweitausend Jahren vollzog,...

HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (1)

Noch ein Bild zum Thema „Mariae Verkündigung”. Das hier gezeigte Gemälde kann in der Christuskirche zu Hildburghausen betrachtet werden. Es stammt aus der ehemaligen Hofkirche des Hauses Sachsen-Hildburghausen und gelangte später über die Neustädter Kirche (Apostelkirche) an seinen heutigen Ort. Das Gemälde gehört zu jenen Darstellungen der Verkündigung, in denen das Geheimnis nicht durch dramatische Bewegung, sondern durch die Ordnung einfacher Gesten sichtbar wird. Alles strebt nach oben, und...

SERENADE AN DIE MUSIK (V. Williams)
der Sternenhimmel

Es gibt Augenblicke im Leben, in denen zwei Welten einander zu bekämpfen scheinen, aber sich in Wirklichkeit deshalb begegnen, um sich gegenseitig zu vollenden. Die sogenannte nächtliche Szene aus Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ gehört zu diesen seltenen Augenblicken. Lorenzo blickt hinauf zum Sternenhimmel und spricht von jener Musik, die jede einzelne Sphäre in ihrer Bahn erklingen lässt. Nicht die kleinste der leuchtenden Welten, sagt er, bewege sich, ohne den Chor der Engel zu...

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FESTSPIEL-GOTTESDIENST
ERÖFFNUNG DER MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE

21.6.2026 ST. MICHAEL MÜNCHEN     Hochamt zur Eröffnung der Opernfestspiele München Anton Bruckner: Messe Nr.2 in e-Moll / Weihbischof Graf Stolberg | Martin Stark SJ | Solisten und Chor der Bayerischen Staatsoper | Bayerisches Staatsorchester | Orgel: Peter Kofler Leitung: GMD Vladimir Jurowski Predigt zu einem Sartre-Zitat: ”Der Mensch ist, wozu er sich macht.” Zugleich das Motto für die kommende Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Feinsinnige Worte in der Predigt, tiefsinnig und geistvoll,...

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DAS LUISENDENKMAL
IN HILDBURGHAUSEN

Vor zweihundert Jahren musste Friedrich von Sachsen-Hildburghausen sein angestammtes Land verlassen. Er ging nach Altenburg – und übernahm dort die Regierung des neugebildeten Herzogtums Sachsen-Altenburg. Betrachtet man diesen Vorgang nur mit politischem Interesse, erscheint alles die Folge komplizierter Erb- und Gebietstauscherei zu sein. Betrachtet man es zusätzlich „menschlich”, erkennt man vielleicht auch eigene Erfahrungen wieder. Ein einzelner Mensch geht plötzlich fort, und das...

THÜRINGER CHORKULTUR TRIFFT RESIDENZLANDSCHAFT
CHORfestival 19.-21. Juni 2026

https://schatzkammer-thueringen.de/chorschaetze/ Vom 19. bis 21. Juni 2026 öffnen die Schlösser und Residenzen vom Residenzschloss Sondershausen bis zur Veste Heldburg, vom Schloss  Wilhelmsthal bis zum Residenzschloss Altenburg.  Die Thüringer Residenzlandschaft ist reich an historischen Kulissen. Erneut öffnen sich Säle und Schlosskapellen als Konzerträume für das Thüringer Chorfestival. Insgesamt 16 Thüringer Konzertorte sind 2026 vertreten.  Veranstalter sind der Residenzverbund...

Erlebnisausstellung
Jesus in einer Scheune begegnen

Auf dem Kulturgut Quellenhof Garbisdorf im Altenburger Land wird vom 14. bis 28. Juni zur interaktiven Erlebnisausstellung „Sinnenpark mobil – Menschen begegnen Jesus“ eingeladen. Die bundesweit bekannte Ausstellung gastiert erstmals in Thüringen. Besucher werden im Jubiläumsjahr „750 Jahre Garbisdorf“ mitten in die Geschichten des Neuen Testaments hineingeführt. Zur feierlichen Eröffnung mit Café-Angebot und Führung sind Interessierte am 14. Juni ab 14 Uhr eingeladen. Die Ausstellung ist...

Würde und Schwierigkeit
DER KONSERVATIVISMUS

Bevor wir über Konservatismus sprechen, müssen wir zunächst ein merkwürdiges Phänomen unserer Zeit betrachten. Wer eine neue Theorie entwickelt, wird gehört. Wer eine alte Wahrheit verteidigt, muss sich rechtfertigen. Darin liegt bereits eine geistige Vorentscheidung verborgen. Das Neue besitzt in den Augen des modernen Menschen einen Vorschuss an Glaubwürdigkeit. Das Alte hingegen steht unter Verdacht. Es muss beweisen, dass es noch existenzberechtigt ist. Aus dieser Voraussetzung ergibt sich...

Sie erinnern mich daran ...
... was ich verliere

Nun war der alte Mann wirklich schon sehr alt. Und jetzt lag er sogar endgültig im Bett. Man überlegte, was man mit ihm machen solle. Nach Hause schicken ging nicht, da war keiner mehr. Ins Heim, ja gut, aber wie lange würde er es dort aushalten? Wäre es dann nicht doch gleich besser, ihn ins Hospiz zu schicken? All das stand dringend als Frage im Raum und der alte Mann ahnte wohl, dass man sich solche Gedanken über ihn machte. Er lag in seinem Pflegebett und schaute an die Decke, wo eine...

Krieg und Frieden
Bänkelgesang

Ein starker Mann war Goliath, sehr groß - und ziemlich dumm. Er trieb sich täglich stundenlang in Muckibuden rum. Als die Philister sammelten ihr Heer zu Kampf und Krieg, da wollt’ er der Gewinner sein, und grölte „Heil und Sieg.” Den stellte das Philistervolk in erster Reih’ zum Lauf. Und fordert das Volk Israel zu einem Zweikampf auf. Sechs Ellen hoch der Trottel maß und hatte einen Speer, so dick als wie ein Weberbaum von - ich weiß nicht woher. Der Goliathor stellt sich hin und brüllte:...

PHILOSOPHEN VORGESTELLT
TIER UND TELLER

Der Göttinger Philosoph Leonard Nelson formulierte einen Gedanken, der heute zu den Grundüberzeugungen vieler Tierethiker gehört. Tiere, so sagt er, hätten ein eigenes Interesse am Leben. Und um zu entscheiden, ob sie Rechte besitzen, müsse man sich lediglich fragen, ob wir selbst bereit wären, von einem überlegenen Wesen als bloßes Mittel für dessen Zwecke benutzt zu werden. Leonard Nelson (1882–1927) war ein deutscher Philosoph, Mathematiker, Logiker und Sozialethiker. Er gehört zu den...

Ausstellung über Frauen im geteilten Deutschland
Herdheimchen kontra Rabenmutter

Ab dem kommenden Donnerstag (28. Mai) ist im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mittel-deutschland (EKM) in Erfurt die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ zu sehen. Die Ausstellung beleuchtet Rollenbilder aus Ost- und Westdeutschland und wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konzipiert. Die Eröffnung erfolgt 11 Uhr durch Jan Lemke, Präsident des Landeskir-chenamts, und die Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM). Die Ausstellung ist bis Ende...

IM GEISTE ...
... AUF DEM BERG

Im letzten Buch der Bibel sieht Johannes eine Stadt. Nicht irgendeine Stadt, sondern die neue Stadt Gottes. Das himmlische Jerusalem. Und er schreibt einen merkwürdigen Satz. Er sagt nicht: Ich habe sie entdeckt. Er schreibt nicht: Ich habe sie berechnet oder erfunden. Sondern: „Er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem.“ (Apoc 21,10) Nicht, dass das Sonneberg war? Oder Sonneberg heute zumindest gemeint ist? Die Spielzeugstadt des...

Kantor und Philosoph im Miteinander
"Was G´tt tut, das ist wohlgetan." (Samuel Rodigast)

Exaudi A.D.2026    Reglerkirche St. Augustinus Was haben ein Kantor und ein Philosoph miteinander zu tun? Reihe Geistliches Lied 1) Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum lass ich ihn nur walten. (evtl. von Michael Altenburg, der aus Erfurt-Alach stammt) 2) Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter...

Die Weise von Feuer und Liebe zur Kirche
Leberecht Gottlieb (Teil 150)

150. Kapitel, in welchem Leberecht Gottlieb eine Pfingstphantasie zum Besten gibt und wir einen Eindruck davon bekommen, wie der alte Geistliche die Dinge sieht, die man nicht sehen kann ... Von der Kirche, welche brennt, träumt der Superintendent. Träumt vom Früherwachen. Dunkel noch die Gassen. Über Feldern liegt ein fahler Schein, die Sonne hebt ihr Lid aus Gold und rotem Glanz, davon der Morgen langsam wächst wie die Gedanken Gottes. Heut ist Pfingsten. Er ginge kirchwärts. Träumt er!...

Schönster Herr Jesu ...
YOUR OWN PERSONAL JESUS

Der Sonntag Exaudi gehört zu den merkwürdigsten Tagen des Kirchenjahres. Christus ist fort. Und der Geist noch nicht da. Die Kirche besaß kein Denken - keine Sprache. Sie hatte keine Sicherheit in Dogmatik, keine Liturgie in der späteren so überaus vollendeten Gestalt. Sie taumelte gleichsam zwischen Himmel und Erde wie ein Mensch, dessen Geländer plötzlich zu Ende ist und fehlt. Gerade deshalb ist dieser Sonntag vielleicht der modernste aller Sonntage. Denn genau so leben viele Menschen heute....

PHILOSOPHEN VORGESTELLT
Ortega y Gasset - AUFSTAND DER MASSEN

José Ortega y Gasset gehört zu jenen europäischen Denkern des 20. Jahrhunderts, die heute merkwürdig halb vergessen und zugleich halb bestätigt wirken. Der spanische Philosoph, geboren 1883 in Madrid, war kein Parteipolitiker im engeren Sinne, sondern ein Diagnostiker der geistigen Atmosphäre Europas. Sein berühmtestes Werk „Aufstand der Massen” erschien 1929 unmittelbar vor dem großen europäischen Absturz in Totalitarismus, Krieg und ideologischen Massenrausch. Ortega beobachtete damals etwas,...

Jubiläum mit Geburtstagstorte
Lutherhaus Eisenach seit 70 Jahren Museum der Evangelischen Kirche

Am kommenden Sonntag (17. Mai) wird in Eisenach das Jubiläum 70 Jahre Lutherhaus als Museum der Evangelischen Kirche gefeiert. Zwischen 10 und 18 Uhr gibt es in dem international bekannten und mehrfach preisgekrönten Museum ein umfangreiches Programm für die ganze Familie mit Mitmach-Angeboten aus Luthers Werkstatt, Führungen und freiem Eintritt. Zum feierlichen Abschluss werden Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Dr. Michael Brodführer, Landrat...

Vita sancti Bonifatii Martyris de Tarsis
DIE EISHEILIGEN 14. MAI 2026

Bonifatius war ein Jüngling römischer Herkunft, aufgewachsen im Haus einer edlen Matrone namens Aglaia, deren Schönheit und Vermögen in der Stadt weit bekannt waren, doch deren Herz in jenen Tagen noch nicht zu Christus gefunden hatte. Bonifatius diente ihr mit freiem Gemüt und zuweilen übermütiger Zunge, denn er war nicht nur klug, sondern auch weltlich gesinnt, und sein Leben stand im Zeichen der Wollust und der Kunst. Doch siehe, Aglaia, die sich in den beginnenden Tagen ihres Alterns...

drei gute Freunde
Steiner - Morgenstern -Rittelmeyer

„Wir können nie, was um uns lebt und webt, erstaunt und tief genug betrachten; denn unser Sinn, zur Flachheit neigend, strebt zu sehr danach, die Dinge zu missachten. Indes der Mensch nach Unerhörtem hascht, erstirbt der feine Sinn ihm für das Kleine; und was ihn nicht als Wunder überrascht: das dünkt ihm das Natürliche, Gemeine. Und doch ist Wunder diese ganze Welt! Und nichts in ihr ist einfach und gewöhnlich; denn wir vergessen stets: sie steht und fällt mit dir, mit mir; sie ist durchaus...

SCHICKSAL
Leberecht Gottlieb (Teil 149)

„Er war einer jener Deutschen gewesen, die, kaum dass sie einen halbwegs tragfähigen Gedanken gefasst haben, schon damit begannen, ihn moralisch auszuschlachten.” Genau so erzählte es Wibald Ruthaus, als wir uns an jene unglückliche Expedition nach Ägypten erinnerten, von welcher die Zeitungen damals wochenlang voll gewesen waren. Überall diese Photographien: Menschen mit Leinenjacken und Gesichtsausdrücken voll angestrengter Menschlichkeit, vor ihnen die rückzugebende antike Totenmaske, hinter...

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