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Panorama - Sonneberg

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33 folgen Sonneberg
Blickpunkt
Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr eröffnete das Turnier mit einem geistlichen Impuls.  | Foto: Bistum Erfurt/Paul-Philipp Braun
15 Bilder

Fußballturnier der deutschen Bistümer
Wenn Katholiken kicken

Erfurt (KNA). Im Schatten der startenden Fußball-Weltmeisterschaft haben die katholischen Bistümer Deutschlands ihr eigenes Rasenball-Turnier ausgetragen. Insgesamt zwölf Teams traten am 13. Juni in Erfurt zu den Bistumsmeisterschaften an, die alle zwei Jahre stattfinden. "Das ist eine gute Gelegenheit zum Warmlaufen fürs WM-Schauen. Außerdem kann man mal sehen, wie schön es ist, wenn die Spiele nicht so lange dauern", sagte der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr im Vorfeld  des Turniers. Für den...

Aktuelles

Ökumenische Friedensschrift
Autoren fordern Kurswechsel in Friedensethik

Eine ökumenische Friedensschrift wendet sich gegen die Vorstellung, Frieden lasse sich durch militärische Gewalt erreichen - dies sei ein Mythos. Die Autoren plädieren für eine konsequente und kompromisslose Orientierung am Völkerrecht. Frankfurt a.M. (epd). Vertreter aus der christlichen Friedensbewegung haben eine grundlegende Neuordnung der Sicherheitspolitik angemahnt. Angriffskriege wie etwa gegen den Iran dürften durch westliche Politiker nicht gerechtfertigt werden - «wie brutal und...

Glaube und Alltag

Debatte
Ist die Bibel eine Gefahr für die Ethik?

Bibelfeste Christen versuchen oft, ihre Position mit einem passenden Zitat aus der Heiligen Schrift zu untermauern. Für den Mainzer Theologen Michael Roth steht hingegen fest: Gerade in ethischen Debatten hat die Bibel nichts zu suchen. Mainz (epd). Der Mainzer Theologie-Professor Michael Roth rät Christinnen und Christen dringend davon ab, sich in ethischen Debatten auf die Bibel zu berufen. «In der Ethik sollten wir mit rationalen Argumenten überzeugen, nicht mit Verweis auf die Bibel oder...

Eine Welt

Fußball-WM: Kirche unterstützt Prävention
Warnung vor Menschenhandel

Mexiko-Stadt. Die katholische Kirche in Mexiko warnt vor erhöhten Risiken von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung während der Fußballweltmeisterschaft. Die Kommission zum Schutz Minderjähriger des Erzbistums in der Hauptstadt Mexiko-Stadt rief Behörden, kirchliche Mitarbeiter und die Gesellschaft dazu auf, Prävention, Aufdeckung und Opferschutz im Zeitraum des Turniers zu verstärken. Die Fußballweltmeisterschaft startete am 11. Juni. Die WM-Spiele werden bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko...

Blickpunkt

Ettersburger Gespräch
Wozu braucht die Kirche Privilegien?

Unter der Überschrift "Wozu braucht die Kirche heutzutage Privilegien?" werden Christine Lieberknecht und Bodo Ramelow am Mittwoch, 5. August, 19 Uhr, zu Gast beim "Ettersburger Gespräch" sein. Weimar (red). Im Gespräch mit dem Chefredakteur der Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" Willi Wild wird es um Kirchensteuer, Staatsleistungen, Arbeitsrecht und Religionsunterricht gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Braucht die Kirche besondere Rechte, um gesellschaftlich wirken zu können,...

Leserreisen
Basilika San Francesco in Assisi | Foto: shutterstock_70867510
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Leserreise: Italien
Assisi im Jubiläumsjahr 2026

IHR REISEZEITRAUM: 20. bis 25. Juni 2026 – Noch 3 Plätze frei! – Das Städtchen Assisi liegt eingebettet im grünen Herz Umbriens. Hier wurde der Heilige Franziskus geboren, hier fand er zum Glauben und gründete den Franziskanerorden. Seine Botschaft von der Liebe galt allen Geschöpfen, der Einfachheit und dem Frieden, sie hat Strahlkraft bis heute. Spüren Sie der Spiritualität von Franziskus nach – gemeinsam mit dem einstigen Assisi-Pilger Eberhard Grüneberg. Begegnungen mit den...

Spezial
3:48
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Laden und Lesen
Die Kirchenzeitung als App

Die Inhalte von "Glaube + Heimat" stehen Ihnen ab sofort in einer App zur Verfügung. Denn die mobile Nutzung mit Smartphones hat längst PCs, Laptops und Tablets überholt. Die Zustellprobleme, die es in manchen Regionen mit der Printausgabe gibt, werden damit galant umschifft. Sie können sich die App gern herunterladen:

alle Jahre wieder
WIDER DIE BESINNLICHKEIT

Philippica wider die Besinnlichkeit - ein Pamphlet Man muss es sagen und es endlich einmal aussprechen, bevor es einem die Kehle zuschnürt: Dieses Wort BESINNLICH, dieses schmierige, wattierte, sprachlich weichgekochte Wort BESINNLICH, das in den Mündern von emsigen Rednern, Kreisleitern, Sparkassendirektoren und sonstigen Leuten zur Adventszeit auftaucht wie ein schlecht gelüfteter Morgenmantel aus dem Vorjahr, dieses Wort ist nicht harmlos, es ist nicht freundlich, es ist nicht fromm – es ist...

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PHILOSOPHEN VORGESTELLT
Jaques Derrida - 8. Oktober 2004

Jacques Derrida – Analytiker der abwesenden Mitte Man kann sich Jacques Derrida als einen Denker vorstellen, der irgendwie stets im Schatten der Sprache gehen wollte. Geboren 1930 in El-Biar, einem algerischen Vorort von Algier, wuchs er auf zwischen Sonne, Schule und Zugehörigkeitsverweigerung – ein französischer Jude in der Kolonie, von allen Sprachen umstellt, von keiner ganz getragen. Vielleicht begann hier, unter dem Glitzern der mediterranen Hitze, jenes lebenslange Misstrauen gegen jede...

Einheit
EIN - HEIT

Gleichnisse zum Thema der Einheit Die unscheinbare Fotografie einer geöffneten Avocado kann, wenn man sich darauf einlässt, zu einem Gleichnis von erstaunlicher Tiefenschärfe werden. Wir sehen zwei Hälften derselben Frucht – doch sind sie nicht mehr gleich. Die eine Hälfte ist leer. Nur die Schale ist geblieben, doch in ihr ruht der Kern, schwer, fest, widerständig. Die andere Hälfte trägt das Fleisch, jenes köstliche, nährende Material, das der Mensch genießen kann. Aber dort, wo einst der...

Gründonnerstags
VON SECHS BIS SIEBEN

Wahrheit will nicht besitzen, sondern berühren. Und darum flieht sie oft ins Kleine – dorthin, wo das Große nichts Besonderes vermutet. Heute in ein paar Tropfen Wein und in ein rundes Stücklein Brot. Jesus sagt: „Das - mein Leib, das - mein Blut.” Kein Text, der viel erklären will. Ein Doppel-Wort, das in sich ruht. Das ist selten. Passt in jede herrliche Basilika und in jeden schäbigen Betsaal. Passt in die Nacht. Stimmt zu einer Kirche, die noch spürt, was Eucharistie ist, selbst wenn sie es...

der heilige Nikolaus
Bischof von Myra

Nikolaus von Myra gehört zu jenen Gestalten, in denen sich Geschichte und Gedächtnis, Faktum und Verheißung mit- und ineinander verschränken. Wer diesem Mann theologisch begegnen will, muss sich von der Vorstellung lösen, Heiligkeit fordere eine Art historisch-biographischen Beweisgang. Vielmehr ist Heiligkeit ein Raum, in dem die Kirche über die Zeiten hinweg das wiedererkennt, was Christus im Menschen aufstrahlen lassen will. Gerade deshalb ist es kein Zufall, dass die historischen Konturen...

Hans Christian Andersen
in memoriam

Die Kirche mit den Schwefelhölzchen (in memoriam Hans Christian Andersen) Es war einmal ein Wesen, das nannte sich selbst Kirche, aber es wusste gar nicht recht, was das eigentlich sein sollte. Ein Palast aus Liedern und Licht, ein Haus der Stille und der Stimmen? Ja, das wahr sie wohl einmal gewesen. Doch wenn die Menschen an ihr vorbeigingen, sagten sie: „Ach, sie ist doch nur noch ein Schatten von früher.“ Oder: „Sie will uns Vorschriften machen.“ Oder auch: „Sie hat uns enttäuscht.“ Die...

der Gott von Marko Petrovic
Hütchenspiel

Er hieß Marko Petrovic und saß jeden Tag auf dem staubigen Platz von Skopje im Schatten des bunten Wagens eines Eisverkäufers. Drei Becher vor sich, Eistüten. Er schob sie hin und her, schneller als man sehen konnte. Die Hände waren braun von der Sonne, sehnig wie alte Äste. Niemand wusste, wie alt er war. Manche sagten, er sei schon alt gewesen, als ihre Väter jung waren. Andere meinten, er habe sich niemals verändert, nur die Stadt um ihn herum sei moderner geworden. „Unter einem dieser...

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DE PROBATIONE MUNDI
Zwei neue Erprobungsräume

I. Die Welt als Bühne der Erprobung In den stillen Stunden der Dämmerung, wenn das Licht der untergehenden Sonne die Welt in  goldenes Glühen taucht, offenbart sich die Schöpfung in voller Pracht. Die Wälder flüstern alte Geschichten, die Meere singen ihre Lieder der Tiefe, und der Himmel spannt sich wie ein gewaltiges Zelt über das irdische Treiben. In diesem grandiosen Theater der Natur spielt sich das Drama des menschlichen Daseins ab – ein Schauspiel, das von Erprobung, Erkenntnis und...

Tücher wehen in der Luft
Burg und Fluss

Merseburg, Naumburg, Röcken und Pobles. Das sind einige jener Orte, welche nicht nur der altgewordene Thgeologiestudent gern besucht. Da steht man dann vor diesem bekannten Rabenkäfig des Bischofs Thilo von Trotha, studiert die Zaubersprüche der am Fluss gelegenen Stadt Heinrich II.  Macht in der weiten Halle des Naumburger Doms vor Uta und Gerburg staunend Halt und schaut südlich bei der Rudelsburg in den lieblichen Strom. Schließlich noch der Besuch bei dem Hammer-Philosophen, der in Röcken...

1826 - 2026
200 Jahre Hildburghäuser Teilung

URVATER ERNST In einer der kulturell wichtigen Landschaften Europas verlief die Geschichte nicht als breiter Strom, sondern eher als Geflecht kleinerer Wasserläufe, die sich trennen, sich wieder vereinigen, dann wiederum in neue Richtungen auseinandergehen und sich schließlich vereinigen. Thüringen gehört zu diesen Landschaften. Wer im 18. oder frühen 19. Jahrhundert durch diese Gegend reiste, konnte innerhalb weniger Stunden mehrere Staaten durchquert haben, ohne dass dabei sich Landschaft,...

kennst du das land?
Sachsen-Hildburghausen

Gibt es ein Leben vor dem Tod? Und das Leben nach demselben - oder sogar mehrere Leben noch hinter dem jetzigen Leben, von dem wir meinen, es sei das unsrige? Gute Frage ... Zum Beispiel Sachsen-Hildburghausen. Der Name Sachsen-Hildburghausen klingt heutigen Ohren wie ein schöner Nachhall jener Zeit, in der die Geschichte noch nicht in Nationalstaaten dachte, sondern in familiären Linien, Abzweigungen, Erbfolgen phantasierte – und solche Gedanken von jener genealogisch polyphonen Musik...

Thüringen
… als Frühwarnsystem

Thüringen - als Frühwarnsystem Man hat Thüringen gern als Landschaft beschrieben, wo der Weltgeist spazieren geht. Als bewaldete Falte der Mitte sah man es an und als grünen Riss zwischen den großen Platten Europas. Treffend auch wäre, von einer sozialen Membran zu sprechen: dünn, empfindlich, resonanzfähig. Wer diese Membran über Jahrhunderte gespannt hielt, war gar nicht der Staat – der war zu klein –, sondern die Kirche. Und deren eigentliches Organ waren sogenannten „Pfarrherren“, ganz egal...

PHILOSOPHEN VORGESTELLT
LÉVI-STRAUSS

Ein junger Mann kam in ein abgelegenes Dorf am Rand eines großen Waldes. Man hatte ihm erzählt, die Menschen dort dächten „anders“, und er war gekommen, um zu sehen, wie das sei. Am ersten Abend setzte man ihm eine Schale mit Fleisch vor. Ein Teil war roh, ein Teil sorgfältig gegart. Er fragte den Alten neben sich: „Warum esst ihr das eine so und das andere so?“ Der Alte lächelte nicht, er erklärte auch nicht. Er sagte nur: „Das eine gehört dem Wald. Das andere gehört uns.“ Der junge Mann hielt...

OSTERGESCHENKE
Raoul Schrotts Himmelskarten

Dieses dicke, schwere und große phantastische Buch von Raoul Schrott könnte jene geglückte Verwirklichung sein, die zu erfahren sich gewünscht hat, wer in Buchhandlungen am Regal mit Peter Sloterdijks Werken entlang ging – und schließlich "Den Himmel zum Sprechen bringen" gekauft und auch gelesen hat. Das Buch, das ich meine und ausdrücklich empfehlen will, heißt "Atlas der Sternenhimmel und Schöpfungsmythen der Menschheit" und gehört auf den Gabentisch eines der 364 Nichtgeburtstagstage des...

Friedrich Schiller
Von der ästhetischen Erziehung des Menschen

Als Friedrich Schiller seine Schrift „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ verfasste, tat er das nicht nur im Ton pädagogischer Zuversicht, sondern auch mit der Erfahrung des Scheiterns. Die Französische Revolution hatte nämlich gezeigt, dass Freiheit, wenn sie ohne innere Form ausgerufen wird, in Raserei umschlägt. Schillers Diagnose war scharf: Der Mensch ist politisch überfordert, solange er ästhetisch ungebildet bleibt. Nicht Moral und nicht Gesetz sollten den Anfang machen, sondern...

am Grabe
Novembergedanken

Die Zeit um Totensonntag ist geeignet, Gräber zu besuchen. Besuche also irgendwo ein Grab. Wie es das Leben bisher mit Dir gemeint hat, wird es das Grab Deiner Eltern oder Deiner Großeltern sein. Deiner Frau, Deines Mannes oder eines guten Freundes. Deiner Schwester oder Deines Bruders. Und wenn Gott es unbegreiflicherweise zugelassen hat, kann es auch das Grab Deines Kindes sein. Wenn Du einer von den Glücklichen bist, die kein eigenes Grab haben – dann gehe zum Grab eines alten Lehrers oder...

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Leben und Sterben
Die Begleiterin

Wenn es nicht so mühsam wäre, dann könnte man versuchen, eine lange Geschichte darüber zu schreiben, wie sich eine Sterbebegleiterin umschaute, ob sie nicht auf dieser Welt eine Freundschaft schließen könnte mit einem Menschen oder gar mehreren Menschen, die länger leben als - ja als wer eigentlich? Die Sterbebegleiterin, von der in einer solchen Novelle zu handeln wäre, müsste nicht nur schön sein. So würde man - jeder würde so sagen - sie müsste auch eine Lebe-Begleiterin sein. Hier der...

Fronleichnamsfest
VERGEGENWÄRTIGT

Fronleichnam ist auch für Leute da, die glauben, sie hätten mit Religion nichts am Hut. Es war einmal ein Mann, der jeden Morgen mit seinem Hund dieselbe Runde ging. Er war Ingenieur, ein vernünftiger Mensch. Er glaubte an Zahlen, an Brücken, an Heizungsanlagen und an die Steuererklärung. Mit Religion hatte er wenig zu schaffen. Gott war für ihn eine historische Randfigur, irgendwo angesiedelt zwischen den Pyramiden Ägyptens und den Ruinen des Römischen Reiches. Eines Morgens blieb der Hund...

Überlegungen zum trinitatisfest
Die Milch des Römers Valerius Maximus

Auch zwischen Pfingsten und Trinitatis liegt eine eigentümliche Zwischenzeit. Fast könnte man sagen: Ein wenig hält die Kirche für diese Tage fast den Atem an. Denn zu Pfingsten feierte sie das Kommen des Heiligen Geistes, und wird am Trinitatisfest zu begreifen versuchen, wer jener Gott eigentlich ist, der sich im ausgeschenkten Heiligen Geist mitteilt. Schon die Pfingstgeschichte selbst trägt etwas Geheimnisvolles in sich. Wir lesen dort bei Lukas: „Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel...

23.5.1949 - das Grundgesetz
„FAST HEILIGE SCHRIFT“

Eine der bemerkenswerten Erscheinungen unserer geistigen Gegenwart ist, dass ausgerechnet jene Gesellschaften, die sich mit besonderem Nachdruck als säkular verstehen, unablässig auf der Suche nach Formen des Heiligen bleiben. Der moderne Mensch mag die Kathedralen verlassen haben; die Frage jedoch, worauf ein Gemeinwesen letztlich gegründet sei, verlässt ihn nicht. Denn kein Staat lebt von Verfahren allein. Keine Ordnung besteht dauerhaft aus bloßer Verwaltung. Wo Menschen zusammenleben,...

Justo Gallego Martínez (1925 - 2021)
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Justo Gallego Martínez
von Mejorado del Campo

Justo Gallego Martínez … war keiner von denen, die etwas von der Welt wollten. Und gerade deshalb hat er der Welt etwas gegeben, was die weder bestellt noch verdient hatte. Er gab der Welt ein Gebäude, das für seine Zeit von Anfang an zu groß war und für alle weltlichen Vernunftsbegriffe zugleich zu klein. Justo Gallego Martínez, dieser Mann, der nichts hatte außer seine Hände, seinen Atem und ein eigensinniges Verhältnis zu Gott. Dieser sonderbare Mann tat etwas, was man gewöhnlich nur als...

24. Oktober
Isabell von Portugal

Es gibt Namen, die tragen Melodien in sich, klingende Erinnerungen an vergangene Jahrhunderte. „Isabella“ ist ein solcher Name. Er klingt nach goldenen Gewölben, nach dem Schimmer schwerer Brokatstoffe, nach dem Rascheln von Briefen, die mit Siegellack verschlossen worden sind. Man hört in diesem Namen das helle Lachen der schönen Königin und ihrer Gespielinnen in den Gärten nahe Lissabons – und zugleich das stille, unhörbare Flüstern der Geschichte, welche mit diesem Namen atmet. Die...

SIMCHAT TORAH
AM VORABEND DES FESTES

Simchat Torah und der Deal des Jahrhunderts Am Vorabend des jüdischen Festes Simchat Torah, dem Fest der Torafreude, leuchtet die Welt auf eigentümliche Weise: Man beendet die Lesung des Deuteronomiumbuches - und beginnt im selben Atemzug von vorn im Buche Genesis. Ende und Anfang fallen also ineinander. Der Zyklus der göttlichen Geschichte kennt keinen Stillstand, aber Verwandlung. In diesem Licht wirkt die Freilassung der noch lebenden Geiseln aus dem Gazastreifen wie eine weltliche Variante...

AM 12.Oktober: Josua 2,1-22
RAHAB

Wer wissen will, wie die Welt wirklich ist, der soll in die Bibel schauen, in dieses uralte, unverschämte Buch, in dieses Sammelsurium von missratenen Personen, von Gescheiterten, von Wahnsinnigen, von Heiligen, die alle am Irrsinn kranken, den sie dann Glauben oder Nichtglauben nennen, dahinein muss man schauen. Und lesen. Es geht ja schon los im Buch Genesis mit einem Weib, das sich nicht fügen will, das lieber mit den Tieren Umgang hat - als mit dem lieben Gott, und das, anstatt gehorsam zu...

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DAS LUISENDENKMAL
IN HILDBURGHAUSEN

Vor zweihundert Jahren musste Friedrich von Sachsen-Hildburghausen sein angestammtes Land verlassen. Er ging nach Altenburg – und übernahm dort die Regierung des neugebildeten Herzogtums Sachsen-Altenburg. Betrachtet man diesen Vorgang nur mit politischem Interesse, erscheint alles die Folge komplizierter Erb- und Gebietstauscherei zu sein. Betrachtet man es zusätzlich „menschlich”, erkennt man vielleicht auch eigene Erfahrungen wieder. Ein einzelner Mensch geht plötzlich fort, und das...

Würde und Schwierigkeit
DER KONSERVATIVISMUS

Bevor wir über Konservatismus sprechen, müssen wir zunächst ein merkwürdiges Phänomen unserer Zeit betrachten. Wer eine neue Theorie entwickelt, wird gehört. Wer eine alte Wahrheit verteidigt, muss sich rechtfertigen. Darin liegt bereits eine geistige Vorentscheidung verborgen. Das Neue besitzt in den Augen des modernen Menschen einen Vorschuss an Glaubwürdigkeit. Das Alte hingegen steht unter Verdacht. Es muss beweisen, dass es noch existenzberechtigt ist. Aus dieser Voraussetzung ergibt sich...

Sie erinnern mich daran ...
... was ich verliere

Nun war der alte Mann wirklich schon sehr alt. Und jetzt lag er sogar endgültig im Bett. Man überlegte, was man mit ihm machen solle. Nach Hause schicken ging nicht, da war keiner mehr. Ins Heim, ja gut, aber wie lange würde er es dort aushalten? Wäre es dann nicht doch gleich besser, ihn ins Hospiz zu schicken? All das stand dringend als Frage im Raum und der alte Mann ahnte wohl, dass man sich solche Gedanken über ihn machte. Er lag in seinem Pflegebett und schaute an die Decke, wo eine...

Krieg und Frieden
Bänkelgesang

Ein starker Mann war Goliath, sehr groß - und ziemlich dumm. Er trieb sich täglich stundenlang in Muckibuden rum. Als die Philister sammelten ihr Heer zu Kampf und Krieg, da wollt’ er der Gewinner sein, und grölte „Heil und Sieg.” Den stellte das Philistervolk in erster Reih’ zum Lauf. Und fordert das Volk Israel zu einem Zweikampf auf. Sechs Ellen hoch der Trottel maß und hatte einen Speer, so dick als wie ein Weberbaum von - ich weiß nicht woher. Der Goliathor stellt sich hin und brüllte:...

Erfahrung
Frühlingserwachen im Norden

Leserreise: Mit »Hurtigruten« Norwegen erleben Von Barbara Witting Sehr beeindruckt von der Reise in den hohen Norden mit der Schiffsgesellschaft »Hurtigruten« (was »schnelle Route« bedeutet) kehrte die Gruppe der Leserreise von »Glaube + Heimat« und dem Christlichen Freizeit- und Reisedienst des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbandes Bayern vor Kurzem wieder zurück. Eingeladen von der Pröpstin Elin Vangen in Bodø, feierten wir gemeinsam in der Domkirche zu Bodø Abendmahl und lernten die...

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