Panorama - Sonneberg

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Aktuelles
Den Auftakt für die Sommertour unter dem Motto "Starke Stimmen - Frauen in Sachsen-Anhalt" bildete ein Besuch beim Landesfrauenrat in Magdeburg. Von Magdeburg ging es nach Weißenfels, wo Kramer die Gleichstellungsbeauftragte Katja Henze und engagierte Frauen aus der Region durch die Stadt führten. 
 | Foto: EKM/Juliane Baumann
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Sommertour des Landesbischofs
Engagement, das oft zu wenig gesehen wird

Kinderstunde, Seniorenkreis, Chor, Kirchencafé und Pfarrbüro - viele Aufgaben in Kirchengemeinden werden oft von Frauen getragen. Um ihnen zuzuhören, besucht Landesbischof Kramer in dieser Woche unter dem Motto „Starke Stimmen – Frauen in Sachsen-Anhalt“ in Sachsen-Anhalt mehrere Projekte. Dabei warnte er vor dem Wegfall von Unterstützungs- und Hilfsangebote für Frauen durch eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Von Claudia Crodel Drei Tage lang war EKM-Landesbischof Friedrich Kramer...

Aktuelles

Ettersburger Gespräch
Wozu braucht die Kirche Privilegien?

Unter der Überschrift "Wozu braucht die Kirche heutzutage Privilegien?" werden Christine Lieberknecht und Bodo Ramelow am Mittwoch, 5. August, 19 Uhr, zu Gast beim "Ettersburger Gespräch" sein. Weimar (red). Im Gespräch mit dem Chefredakteur der Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" Willi Wild wird es um Kirchensteuer, Staatsleistungen, Arbeitsrecht und Religionsunterricht gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Braucht die Kirche besondere Rechte, um gesellschaftlich wirken zu können,...

BlickpunktPremium
Bettina Schlauraff schätzt Ruheorte wie den Park des Zinzendorfhauses in Neudietendorf. Nach dem Abitur verbrachte sie ein Jahr in einem Frauenkloster in der Schweiz – eine prägende Glaubenserfahrung. | Foto: André Poppowitsch
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Sommerinterview
Die Anwältin der Gemeinden

Regionalbischöfin Bettina Schlauraff war lange Zeit Pfarrerin in den einstigen Kirchenkreisen Naumburg-Zeitz und Meiningen. Warum sie diese Erfahrung nicht missen möchte und wo Kirche ihren befriedenden Rahmen noch besser nutzen sollte, um Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen, erklärt sie im Gespräch mit André Poppowitsch. Wir treffen uns heute im Evangelischen Zentrum Neudietendorf. Welche Verbindung haben Sie zu diesem Ort? Tatsächlich habe ich Neudietendorf als Ort...

Feuilleton

Herrnhut: Neue Dauerausstellung
Fenster zur Welt

In Herrnhut ist ein Welterbe-Informationspunkt im Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine eröffnet worden. Von Andreas Herrmann Hier ist auch die neue Dauerausstellung „gemeinsam glauben leben“ zu sehen, die dazu einlädt, Geschichte, Glauben und weltweite Verbundenheit der Brüdergemeine neu zu entdecken. Herrnhut lebe den gemeinsamen Glauben seit fast 300 Jahren – sichtbar in Architektur, Musik, Kultur und in einer weltweiten Gemeinschaft, erklärte Erdmute Frank, Gästepfarrerin der...

Glaube und AlltagPremium
Unter dem Segen des Herrn zu stehen, spendet Menschen Trost – Symbol dafür ist die Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro.  | Foto: alzay – stock.stobe.com
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Serie (16): Das zweite Sendschreiben
Himmlischer Trost

Kirche unter Druck: Dass Gemeinden und Christen hinterfragt werden, ist kein neues Phänomen unserer Zeit. Auch die frühen Christen kannten diese Anfechtungen bereits. Doch die Offenbarung berichtet auch von himmlischem Zuspruch. Von Thomas Knittel Manchmal frage ich mich, was Christus wohl meiner Kirche heute schreiben würde. In dem Text unserer heutigen Betrachtung fällt mir freilich auf, dass er sich nicht an eine Landeskirche oder ähnliches wendet. Christus schreibt an die Gemeinde vor Ort,...

Leserreisen
Aussicht vom Park Güell auf Barcelona | Foto: shutterstock_101032684
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Leserreise: Spanien
Gaudí und sein Barcelona

! RESTPLÄTZE AUF ANFRAGE (30. 7. 2026) IHR REISEZEITRAUM: 10. bis 15. Oktober 2026 Im Jubiläumsjahr 2026 anlässlich des 100. Todestages von Antonio Gaudí feiert Barcelona den berühmten Architekten Kataloniens, der DIE Basilika des Modernisme, die Sagrada Família, zu Ehren der Hl. Familie plante. Der Bau begann 1882 mit der Krypta und dauert seit über 140 Jahren bis mindestens 2034 an – erst unlängst wurde ein Element des Spitzenkreuzes auf den Hauptturm aufgesetzt, der nun alle Kirchtürme der...

Spezial
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Laden und Lesen
Die Kirchenzeitung als App

Die Inhalte von "Glaube + Heimat" stehen Ihnen ab sofort in einer App zur Verfügung. Denn die mobile Nutzung mit Smartphones hat längst PCs, Laptops und Tablets überholt. Die Zustellprobleme, die es in manchen Regionen mit der Printausgabe gibt, werden damit galant umschifft. Sie können sich die App gern herunterladen:

alle Jahre wieder
WIDER DIE BESINNLICHKEIT

Philippica wider die Besinnlichkeit - ein Pamphlet Man muss es sagen und es endlich einmal aussprechen, bevor es einem die Kehle zuschnürt: Dieses Wort BESINNLICH, dieses schmierige, wattierte, sprachlich weichgekochte Wort BESINNLICH, das in den Mündern von emsigen Rednern, Kreisleitern, Sparkassendirektoren und sonstigen Leuten zur Adventszeit auftaucht wie ein schlecht gelüfteter Morgenmantel aus dem Vorjahr, dieses Wort ist nicht harmlos, es ist nicht freundlich, es ist nicht fromm – es ist...

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PHILOSOPHEN VORGESTELLT
Jaques Derrida - 8. Oktober 2004

Jacques Derrida – Analytiker der abwesenden Mitte Man kann sich Jacques Derrida als einen Denker vorstellen, der irgendwie stets im Schatten der Sprache gehen wollte. Geboren 1930 in El-Biar, einem algerischen Vorort von Algier, wuchs er auf zwischen Sonne, Schule und Zugehörigkeitsverweigerung – ein französischer Jude in der Kolonie, von allen Sprachen umstellt, von keiner ganz getragen. Vielleicht begann hier, unter dem Glitzern der mediterranen Hitze, jenes lebenslange Misstrauen gegen jede...

Einheit
EIN - HEIT

Gleichnisse zum Thema der Einheit Die unscheinbare Fotografie einer geöffneten Avocado kann, wenn man sich darauf einlässt, zu einem Gleichnis von erstaunlicher Tiefenschärfe werden. Wir sehen zwei Hälften derselben Frucht – doch sind sie nicht mehr gleich. Die eine Hälfte ist leer. Nur die Schale ist geblieben, doch in ihr ruht der Kern, schwer, fest, widerständig. Die andere Hälfte trägt das Fleisch, jenes köstliche, nährende Material, das der Mensch genießen kann. Aber dort, wo einst der...

Gründonnerstags
VON SECHS BIS SIEBEN

Wahrheit will nicht besitzen, sondern berühren. Und darum flieht sie oft ins Kleine – dorthin, wo das Große nichts Besonderes vermutet. Heute in ein paar Tropfen Wein und in ein rundes Stücklein Brot. Jesus sagt: „Das - mein Leib, das - mein Blut.” Kein Text, der viel erklären will. Ein Doppel-Wort, das in sich ruht. Das ist selten. Passt in jede herrliche Basilika und in jeden schäbigen Betsaal. Passt in die Nacht. Stimmt zu einer Kirche, die noch spürt, was Eucharistie ist, selbst wenn sie es...

der heilige Nikolaus
Bischof von Myra

Nikolaus von Myra gehört zu jenen Gestalten, in denen sich Geschichte und Gedächtnis, Faktum und Verheißung mit- und ineinander verschränken. Wer diesem Mann theologisch begegnen will, muss sich von der Vorstellung lösen, Heiligkeit fordere eine Art historisch-biographischen Beweisgang. Vielmehr ist Heiligkeit ein Raum, in dem die Kirche über die Zeiten hinweg das wiedererkennt, was Christus im Menschen aufstrahlen lassen will. Gerade deshalb ist es kein Zufall, dass die historischen Konturen...

Hans Christian Andersen
in memoriam

Die Kirche mit den Schwefelhölzchen (in memoriam Hans Christian Andersen) Es war einmal ein Wesen, das nannte sich selbst Kirche, aber es wusste gar nicht recht, was das eigentlich sein sollte. Ein Palast aus Liedern und Licht, ein Haus der Stille und der Stimmen? Ja, das wahr sie wohl einmal gewesen. Doch wenn die Menschen an ihr vorbeigingen, sagten sie: „Ach, sie ist doch nur noch ein Schatten von früher.“ Oder: „Sie will uns Vorschriften machen.“ Oder auch: „Sie hat uns enttäuscht.“ Die...

der Gott von Marko Petrovic
Hütchenspiel

Er hieß Marko Petrovic und saß jeden Tag auf dem staubigen Platz von Skopje im Schatten des bunten Wagens eines Eisverkäufers. Drei Becher vor sich, Eistüten. Er schob sie hin und her, schneller als man sehen konnte. Die Hände waren braun von der Sonne, sehnig wie alte Äste. Niemand wusste, wie alt er war. Manche sagten, er sei schon alt gewesen, als ihre Väter jung waren. Andere meinten, er habe sich niemals verändert, nur die Stadt um ihn herum sei moderner geworden. „Unter einem dieser...

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DE PROBATIONE MUNDI
Zwei neue Erprobungsräume

I. Die Welt als Bühne der Erprobung In den stillen Stunden der Dämmerung, wenn das Licht der untergehenden Sonne die Welt in  goldenes Glühen taucht, offenbart sich die Schöpfung in voller Pracht. Die Wälder flüstern alte Geschichten, die Meere singen ihre Lieder der Tiefe, und der Himmel spannt sich wie ein gewaltiges Zelt über das irdische Treiben. In diesem grandiosen Theater der Natur spielt sich das Drama des menschlichen Daseins ab – ein Schauspiel, das von Erprobung, Erkenntnis und...

Tücher wehen in der Luft
Burg und Fluss

Merseburg, Naumburg, Röcken und Pobles. Das sind einige jener Orte, welche nicht nur der altgewordene Thgeologiestudent gern besucht. Da steht man dann vor diesem bekannten Rabenkäfig des Bischofs Thilo von Trotha, studiert die Zaubersprüche der am Fluss gelegenen Stadt Heinrich II.  Macht in der weiten Halle des Naumburger Doms vor Uta und Gerburg staunend Halt und schaut südlich bei der Rudelsburg in den lieblichen Strom. Schließlich noch der Besuch bei dem Hammer-Philosophen, der in Röcken...

1826 - 2026
200 Jahre Hildburghäuser Teilung

URVATER ERNST In einer der kulturell wichtigen Landschaften Europas verlief die Geschichte nicht als breiter Strom, sondern eher als Geflecht kleinerer Wasserläufe, die sich trennen, sich wieder vereinigen, dann wiederum in neue Richtungen auseinandergehen und sich schließlich vereinigen. Thüringen gehört zu diesen Landschaften. Wer im 18. oder frühen 19. Jahrhundert durch diese Gegend reiste, konnte innerhalb weniger Stunden mehrere Staaten durchquert haben, ohne dass dabei sich Landschaft,...

kennst du das land?
Sachsen-Hildburghausen

Gibt es ein Leben vor dem Tod? Und das Leben nach demselben - oder sogar mehrere Leben noch hinter dem jetzigen Leben, von dem wir meinen, es sei das unsrige? Gute Frage ... Zum Beispiel Sachsen-Hildburghausen. Der Name Sachsen-Hildburghausen klingt heutigen Ohren wie ein schöner Nachhall jener Zeit, in der die Geschichte noch nicht in Nationalstaaten dachte, sondern in familiären Linien, Abzweigungen, Erbfolgen phantasierte – und solche Gedanken von jener genealogisch polyphonen Musik...

Thüringen
… als Frühwarnsystem

Thüringen - als Frühwarnsystem Man hat Thüringen gern als Landschaft beschrieben, wo der Weltgeist spazieren geht. Als bewaldete Falte der Mitte sah man es an und als grünen Riss zwischen den großen Platten Europas. Treffend auch wäre, von einer sozialen Membran zu sprechen: dünn, empfindlich, resonanzfähig. Wer diese Membran über Jahrhunderte gespannt hielt, war gar nicht der Staat – der war zu klein –, sondern die Kirche. Und deren eigentliches Organ waren sogenannten „Pfarrherren“, ganz egal...

PHILOSOPHEN VORGESTELLT
LÉVI-STRAUSS

Ein junger Mann kam in ein abgelegenes Dorf am Rand eines großen Waldes. Man hatte ihm erzählt, die Menschen dort dächten „anders“, und er war gekommen, um zu sehen, wie das sei. Am ersten Abend setzte man ihm eine Schale mit Fleisch vor. Ein Teil war roh, ein Teil sorgfältig gegart. Er fragte den Alten neben sich: „Warum esst ihr das eine so und das andere so?“ Der Alte lächelte nicht, er erklärte auch nicht. Er sagte nur: „Das eine gehört dem Wald. Das andere gehört uns.“ Der junge Mann hielt...

OSTERGESCHENKE
Raoul Schrotts Himmelskarten

Dieses dicke, schwere und große phantastische Buch von Raoul Schrott könnte jene geglückte Verwirklichung sein, die zu erfahren sich gewünscht hat, wer in Buchhandlungen am Regal mit Peter Sloterdijks Werken entlang ging – und schließlich "Den Himmel zum Sprechen bringen" gekauft und auch gelesen hat. Das Buch, das ich meine und ausdrücklich empfehlen will, heißt "Atlas der Sternenhimmel und Schöpfungsmythen der Menschheit" und gehört auf den Gabentisch eines der 364 Nichtgeburtstagstage des...

Friedrich Schiller
Von der ästhetischen Erziehung des Menschen

Als Friedrich Schiller seine Schrift „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ verfasste, tat er das nicht nur im Ton pädagogischer Zuversicht, sondern auch mit der Erfahrung des Scheiterns. Die Französische Revolution hatte nämlich gezeigt, dass Freiheit, wenn sie ohne innere Form ausgerufen wird, in Raserei umschlägt. Schillers Diagnose war scharf: Der Mensch ist politisch überfordert, solange er ästhetisch ungebildet bleibt. Nicht Moral und nicht Gesetz sollten den Anfang machen, sondern...

am Grabe
Novembergedanken

Die Zeit um Totensonntag ist geeignet, Gräber zu besuchen. Besuche also irgendwo ein Grab. Wie es das Leben bisher mit Dir gemeint hat, wird es das Grab Deiner Eltern oder Deiner Großeltern sein. Deiner Frau, Deines Mannes oder eines guten Freundes. Deiner Schwester oder Deines Bruders. Und wenn Gott es unbegreiflicherweise zugelassen hat, kann es auch das Grab Deines Kindes sein. Wenn Du einer von den Glücklichen bist, die kein eigenes Grab haben – dann gehe zum Grab eines alten Lehrers oder...

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HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (4)

Könnte nicht - so denken wir manchmal - das Gefängnis die eigentlichen Universität der Menschheit sein? Nicht deshalb, weil dort klügere Menschen säßen als draußen, sondern weil dort jede Hoffnung bis auf ihre nackten Knochen abgeschabt wird. Draußen lebt man von der Illusion, schon morgen werde alles anders sein können. Drinnen ist das Morgen nur wieder ein neues Verhör. Jede Stunde fragt dieselbe Frage: Warum? Und weil niemand antwortet, beginnt man zu schreiben. Die Gefangenschaft gehört zu...

DER SPRINGENDE GOTT
Das sind wir nicht

Das sind wir gar nicht. Und doch begegnen wir ihnen überall: auf Flyern, Werbeplakaten und Internetseiten. Junge Menschen springen gleichzeitig in die Luft. Und ein Fotograf hat sie genau im richtigen Augenblick eingefroren, oder eine künstliche Intelligenz hat den Augenblick überhaupt erst erschaffen. Alle lachen. Alle besitzen das gleiche makellose Gebiss. Es gibt keine Müdigkeit, keine Krankheit, keine Schwerkraft. Die Gesichter scheinen aus einer Welt zu stammen, in der Alter ein Gerücht...

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Confessio Augustana
25. Juni 1530/2026

Auch die Kirchengeschichte kennt jene seltenen Stunden, die man den „Augenblick der Wahrheit“ nennt. Dieser Begriff stammt aus der Welt des spanischen Stierkampfs. Dort bezeichnet el momento de la verdad den Augenblick, in dem der Matador zum entscheidenden Stoß ansetzt. Alles Vorhergehende verliert seine Bedeutung; nun zeigt sich, ob das Ganze Bestand hat. Ernest Hemingway machte daraus ein Bild für jene Situationen, in denen Menschen und Institutionen über ihren innersten Grund Rechenschaft...

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Leben und Sterben
Die Begleiterin

Wenn es nicht so mühsam wäre, dann könnte man versuchen, eine lange Geschichte darüber zu schreiben, wie sich eine Sterbebegleiterin umschaute, ob sie nicht auf dieser Welt eine Freundschaft schließen könnte mit einem Menschen oder gar mehreren Menschen, die länger leben als - ja als wer eigentlich? Die Sterbebegleiterin, von der in einer solchen Novelle zu handeln wäre, müsste nicht nur schön sein. So würde man - jeder würde so sagen - sie müsste auch eine Lebe-Begleiterin sein. Hier der...

Justo Gallego Martínez (1925 - 2021)
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Justo Gallego Martínez
von Mejorado del Campo

Justo Gallego Martínez … war keiner von denen, die etwas von der Welt wollten. Und gerade deshalb hat er der Welt etwas gegeben, was die weder bestellt noch verdient hatte. Er gab der Welt ein Gebäude, das für seine Zeit von Anfang an zu groß war und für alle weltlichen Vernunftsbegriffe zugleich zu klein. Justo Gallego Martínez, dieser Mann, der nichts hatte außer seine Hände, seinen Atem und ein eigensinniges Verhältnis zu Gott. Dieser sonderbare Mann tat etwas, was man gewöhnlich nur als...

24. Oktober
Isabell von Portugal

Es gibt Namen, die tragen Melodien in sich, klingende Erinnerungen an vergangene Jahrhunderte. „Isabella“ ist ein solcher Name. Er klingt nach goldenen Gewölben, nach dem Schimmer schwerer Brokatstoffe, nach dem Rascheln von Briefen, die mit Siegellack verschlossen worden sind. Man hört in diesem Namen das helle Lachen der schönen Königin und ihrer Gespielinnen in den Gärten nahe Lissabons – und zugleich das stille, unhörbare Flüstern der Geschichte, welche mit diesem Namen atmet. Die...

SIMCHAT TORAH
AM VORABEND DES FESTES

Simchat Torah und der Deal des Jahrhunderts Am Vorabend des jüdischen Festes Simchat Torah, dem Fest der Torafreude, leuchtet die Welt auf eigentümliche Weise: Man beendet die Lesung des Deuteronomiumbuches - und beginnt im selben Atemzug von vorn im Buche Genesis. Ende und Anfang fallen also ineinander. Der Zyklus der göttlichen Geschichte kennt keinen Stillstand, aber Verwandlung. In diesem Licht wirkt die Freilassung der noch lebenden Geiseln aus dem Gazastreifen wie eine weltliche Variante...

AM 12.Oktober: Josua 2,1-22
RAHAB

Wer wissen will, wie die Welt wirklich ist, der soll in die Bibel schauen, in dieses uralte, unverschämte Buch, in dieses Sammelsurium von missratenen Personen, von Gescheiterten, von Wahnsinnigen, von Heiligen, die alle am Irrsinn kranken, den sie dann Glauben oder Nichtglauben nennen, dahinein muss man schauen. Und lesen. Es geht ja schon los im Buch Genesis mit einem Weib, das sich nicht fügen will, das lieber mit den Tieren Umgang hat - als mit dem lieben Gott, und das, anstatt gehorsam zu...

STERN DES BUNDES
auf den 20. Juli 1944

Stern über dem Abgrund – Stefan George, Claus von Stauffenberg und das Geheimnis des Gewissens. Der 20. Juli ist gewiss kein triumphaler Tag. Er kann aber ein Tag der Gewissenserforschung sein. Dazu kommen die verschiedenen Bewertungen der Motive aller derer, die mit diesem Datum verbunden oder verstrickt sind. Denn die Männer, deren Namen wir mit diesem Datum verbinden, haben den Lauf der damaligen Geschichte nicht verändern können. Die Bombe explodierte, Hitler überlebte den Knall mit...

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HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (2)

Es gibt Bilder, die historische Ereignisse darstellen. Und es gibt Bilder, die zusätzlich etwas über das Wesen der Zeit verraten wollen. Das hier gezeigte Gemälde aus der ehemaligen Hofkirche des Hauses Sachsen-Hildburghausen und jetzigen Christuskirche gehört dazu. Es will nicht nur betrachten lassen, was sich nach dem Bericht der Apostelgeschichte auf dem Berg des Abschieds ereignet hat. Es stellt vielmehr die Frage, wie ein Geschehen, das sich vor beinahe zweitausend Jahren vollzog,...

HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (1)

Noch ein Bild zum Thema „Mariae Verkündigung”. Das hier gezeigte Gemälde kann in der Christuskirche zu Hildburghausen betrachtet werden. Es stammt aus der ehemaligen Hofkirche des Hauses Sachsen-Hildburghausen und gelangte später über die Neustädter Kirche (Apostelkirche) an seinen heutigen Ort. Das Gemälde gehört zu jenen Darstellungen der Verkündigung, in denen das Geheimnis nicht durch dramatische Bewegung, sondern durch die Ordnung einfacher Gesten sichtbar wird. Alles strebt nach oben, und...

SERENADE AN DIE MUSIK (V. Williams)
der Sternenhimmel

Es gibt Augenblicke im Leben, in denen zwei Welten einander zu bekämpfen scheinen, aber sich in Wirklichkeit deshalb begegnen, um sich gegenseitig zu vollenden. Die sogenannte nächtliche Szene aus Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ gehört zu diesen seltenen Augenblicken. Lorenzo blickt hinauf zum Sternenhimmel und spricht von jener Musik, die jede einzelne Sphäre in ihrer Bahn erklingen lässt. Nicht die kleinste der leuchtenden Welten, sagt er, bewege sich, ohne den Chor der Engel zu...

Erfahrung
Frühlingserwachen im Norden

Leserreise: Mit »Hurtigruten« Norwegen erleben Von Barbara Witting Sehr beeindruckt von der Reise in den hohen Norden mit der Schiffsgesellschaft »Hurtigruten« (was »schnelle Route« bedeutet) kehrte die Gruppe der Leserreise von »Glaube + Heimat« und dem Christlichen Freizeit- und Reisedienst des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbandes Bayern vor Kurzem wieder zurück. Eingeladen von der Pröpstin Elin Vangen in Bodø, feierten wir gemeinsam in der Domkirche zu Bodø Abendmahl und lernten die...

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