Sprengel Erfurt - Glaube und Alltag

Beiträge zur Rubrik Glaube und Alltag

2 Bilder

Predigttext
Wenn Gott Herzen öffnet

"Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden." Römer 11, Vers 25Vielleicht kennen Sie diese Situation: Sie stehen vor einer großen Baustelle. Überall ragen Gerüste empor, Baumaterial liegt herum, vieles wirkt unfertig und chaotisch. Man fragt sich unwillkürlich: Was soll daraus eigentlich...

Foto: A. Fuhrmann
2 Bilder

Wort zur Woche
Erben ist keine Hängematte

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Psalm 33, Vers 12Wohlfühl-Worte. Eingebettet in Staunen, Ehrfurcht und Vertrauen. Unter dem Sommer-Sternenhimmel staune ich gern mit über die Wunder der Erde. Voller Ehrfurcht gegenüber Gottes Schöpfermacht. Und im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit und Güte. Trotz allem, was die Erdenkinder so anrichten. Erwählt-Sein klingt wunderbar. Doch zoomen wir den Wochenspruch näher ran: Das ist nichts für irgendeine wohlige...

Die Wurzel trägt dich (Römer 11,18)
auf den „Israelsonntag“ am 9.8.2026

Es gehört zu den genialen Ideen des Apostels Paulus, dass er das Verhältnis der jungen Christenheit zum alten Gottesvolk Israel mit einem Bilde erklärt, von dem heute vermutlich mehr Menschen den Namen als die Sache selbst kennen. Gemeint ist das Veredeln – oder Auf-Pfropfen. Ein Edelreis oder Edelzweig eines Baumes wird abgeschnitten und einem anderen Baum eingesetzt. Dort wächst er – wenn alles gut geht – an und besten Falls (wenn es gelingt) auch weiter. Ja – er lebt weiter, aber er lebt nun...

Premium
Belohnung für Treue: Wer die Worte hält bis ans Ende, dem verspricht Jesus Macht und will ihm den Morgenstern geben. | Foto: murastart – stock.adobe.com
3 Bilder

Serie (18): Das vierte Sendschreiben
Von Heiligen und falschen Propheten

Lob und Tadel wechseln im Sendschreiben an die Gemeinde in Thyatira ab. Womit die Menschen in der Stadt ringen und welche kraftvollen Bilder dies verdeutlichen. – Offenbarung 2, Verse 18 bis 29 Von Sebastian Kranich Bei seiner imaginären Rundreise durch sieben Städte im westlichen Kleinasien macht der Prophet Johannes auch in Thyatira Station. Auf dem Weg von Ephesus nach Laodizea widmet er der wirtschaftlich prosperierenden Stadt am Fluss Lykos das längste seiner sieben Sendschreiben....

Premium
Eisscholle statt Bürostuhl: Julia Wenzel fährt seit acht Jahren zur See. Einsamkeit im ewigen Eis kenne sie nicht, sagt sie. Von den Menschen bis zur Forschung sei jede Reise besonders. | Foto: Monika Brändli
4 Bilder

Das G+H-Sommerinterview
Beten am Ende der Welt

Julia Wenzel arbeitet als Meteorologin auf dem Forschungsschiff “Polarstern”. Mehrere Monate im Jahr ist die 38-Jährige aus dem sächsischen Radebeul in der Arktis und der Antarktis unterwegs. Ihre Arbeit, sagt sie im Gespräch mit Maxi Konang, habe die Perspektive auf ihren Glauben verändert. Sie fahren bereits seit acht Jahren zur See. Wie muss man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen? Julia Wenzel: Etwa die Hälfte des Jahres bin ich auf See, die andere Hälfte habe ich frei. Ich baue so viele...

Premium
Richtungsweisend: Die Lehren Jesu, wie sie in der Bibel überliefert wurden, sind Orientierung in schweren Zeiten. | Foto: Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com
3 Bilder

Serie (17) - Das dritte Sendschreiben
Ein geistlicher Kompass

Glaubenstreue: Auch wenn Menschen nach Gottes Geboten leben und ihre Frömmigkeit pflegen wollen, sind sie nicht davor gefeit, Irrlehren aufzusitzen und vom rechten Glauben abzukommen. So erging es den frühen Christen in Pergamon. Von Johannes Haak Was für ein Wort: klar, mahnend und verheißungsvoll. Und vor allem ermunternd. Das dritte Sendschreiben der Offenbarung ist mehr als ein historischer Brief an eine Gemeinde. Ein geistlicher Spiegel, in dem sich die Kirche aller Zeiten erkennen kann....

2 Bilder

HILDBURGHAUSEN
DIE BILDER DER CHRISTUSKIRCHE (4)

Könnte nicht - so denken wir manchmal - das Gefängnis die eigentlichen Universität der Menschheit sein? Nicht deshalb, weil dort klügere Menschen säßen als draußen, sondern weil dort jede Hoffnung bis auf ihre nackten Knochen abgeschabt wird. Draußen lebt man von der Illusion, schon morgen werde alles anders sein können. Drinnen ist das Morgen nur wieder ein neues Verhör. Jede Stunde fragt dieselbe Frage: Warum? Und weil niemand antwortet, beginnt man zu schreiben. Die Gefangenschaft gehört zu...

DER SPRINGENDE GOTT
Das sind wir nicht

Das sind wir gar nicht. Und doch begegnen wir ihnen überall: auf Flyern, Werbeplakaten und Internetseiten. Junge Menschen springen gleichzeitig in die Luft. Und ein Fotograf hat sie genau im richtigen Augenblick eingefroren, oder eine künstliche Intelligenz hat den Augenblick überhaupt erst erschaffen. Alle lachen. Alle besitzen das gleiche makellose Gebiss. Es gibt keine Müdigkeit, keine Krankheit, keine Schwerkraft. Die Gesichter scheinen aus einer Welt zu stammen, in der Alter ein Gerücht...

Laser Tag und Table Troopers in Virtual Reality
Ü18-Gaming-Event bei GeistRaum in Erfurt

Am 9. Juli 2026 kommen Gamingfreunde ab 18 Jahren auf ihre Kosten. In mehreren Runden werden wir in der App „Laser Limbo“ in Mixed Reality miteinander oder gegeneinander antreten oder in TableTroopers (einer VR-Umsetzung des PC-Klassikers „Worms“) auf witzige und immersive Art virtuelle Inseln in die Luft sprengen. Und gleichzeitig hinterfragen wir die Grundlagen von Gemeinschaft, Erhaltung und Zerstörung von Lebensräumen bzw. des Füreinander und Gegeneinander in der Gesellschaft. Wir haben 10...

2 Bilder

Confessio Augustana
25. Juni 1530/2026

Auch die Kirchengeschichte kennt jene seltenen Stunden, die man den „Augenblick der Wahrheit“ nennt. Dieser Begriff stammt aus der Welt des spanischen Stierkampfs. Dort bezeichnet el momento de la verdad den Augenblick, in dem der Matador zum entscheidenden Stoß ansetzt. Alles Vorhergehende verliert seine Bedeutung; nun zeigt sich, ob das Ganze Bestand hat. Ernest Hemingway machte daraus ein Bild für jene Situationen, in denen Menschen und Institutionen über ihren innersten Grund Rechenschaft...

2 Bilder

Leben und Sterben
Die Begleiterin

Wenn es nicht so mühsam wäre, dann könnte man versuchen, eine lange Geschichte darüber zu schreiben, wie sich eine Sterbebegleiterin umschaute, ob sie nicht auf dieser Welt eine Freundschaft schließen könnte mit einem Menschen oder gar mehreren Menschen, die länger leben als - ja als wer eigentlich? Die Sterbebegleiterin, von der in einer solchen Novelle zu handeln wäre, müsste nicht nur schön sein. So würde man - jeder würde so sagen - sie müsste auch eine Lebe-Begleiterin sein. Hier der...

Konfirmandenarbeit leicht gemacht
KonfiCamp 2027

KonfiCamp 2027 – Termine, Anmeldung und Begeisterung Als CVJM Thüringen liegt uns die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden sehr am Herzen. Schon seit vielen Jahren laden KonfiCamps in Hoheneiche (Saalfelder Höhe) dazu ein, Gemeinschaft zu erleben, Glauben zu entfalten und Neues auszuprobieren. Nach den diesjährigen Camps starten wir jetzt in die Planung für 2027 und freuen uns darauf, erneut mit vielen Gemeinden unterwegs zu sein. Wir sind dankbar für die gesegnete Zeit, die wir in...

Fronleichnamsfest
VERGEGENWÄRTIGT

Fronleichnam ist auch für Leute da, die glauben, sie hätten mit Religion nichts am Hut. Es war einmal ein Mann, der jeden Morgen mit seinem Hund dieselbe Runde ging. Er war Ingenieur, ein vernünftiger Mensch. Er glaubte an Zahlen, an Brücken, an Heizungsanlagen und an die Steuererklärung. Mit Religion hatte er wenig zu schaffen. Gott war für ihn eine historische Randfigur, irgendwo angesiedelt zwischen den Pyramiden Ägyptens und den Ruinen des Römischen Reiches. Eines Morgens blieb der Hund...

Überlegungen zum trinitatisfest
Die Milch des Römers Valerius Maximus

Auch zwischen Pfingsten und Trinitatis liegt eine eigentümliche Zwischenzeit. Fast könnte man sagen: Ein wenig hält die Kirche für diese Tage fast den Atem an. Denn zu Pfingsten feierte sie das Kommen des Heiligen Geistes, und wird am Trinitatisfest zu begreifen versuchen, wer jener Gott eigentlich ist, der sich im ausgeschenkten Heiligen Geist mitteilt. Schon die Pfingstgeschichte selbst trägt etwas Geheimnisvolles in sich. Wir lesen dort bei Lukas: „Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel...

23.5.1949 - das Grundgesetz
„FAST HEILIGE SCHRIFT“

Eine der bemerkenswerten Erscheinungen unserer geistigen Gegenwart ist, dass ausgerechnet jene Gesellschaften, die sich mit besonderem Nachdruck als säkular verstehen, unablässig auf der Suche nach Formen des Heiligen bleiben. Der moderne Mensch mag die Kathedralen verlassen haben; die Frage jedoch, worauf ein Gemeinwesen letztlich gegründet sei, verlässt ihn nicht. Denn kein Staat lebt von Verfahren allein. Keine Ordnung besteht dauerhaft aus bloßer Verwaltung. Wo Menschen zusammenleben,...

15. Mai - die Eisheilige
KALTE SOPHIE

Legende der heiligen Sophia von Rom Es war zur Zeit des Kaisers Diokletian, als der Boden vom Blute der Zeugen Christi dampfte und der Himmel seine Ohren vor dem Leid der frommen Märtyrer verschlossen zu haben schien. Da lebte in Rom eine Jungfrau namens Sophia, was soviel wie Weisheit bedeutet. Und diese Jungfrau war wahrhaftig weise - dazu noch keusch, glühend im Gebet und furchtlos. Das Herz hatte sie Christus verloben wollen und ihre Zunge war wahrer Worte kundig und schwieg nicht. Sophie...

CHRISTI HIMMELFAHRT
VOM WIRKLICHEN SEIN DES SCHEINS

Es gehört zu den eigentümlichsten Szenen des Neuen Testaments, dass die Jünger nach der Himmelfahrt Christi zunächst nichts anderes tun, als in den Himmel zu starren. Der Herr ist ihren Blicken entzogen worden, und nun stehen sie da, wie Menschen, denen plötzlich die Mitte der Welt abhanden gekommen ist. Das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte schildern diesen Augenblick mit auffallender Zartheit. Christus wird nicht einfach „weggenommen“, nicht wie ein Gegenstand aus dem Raum entfernt....

literarische Tickets
Höllenfahrt und Himmelsreisen

Wenn man die große Literatur der Höllen- und Himmelsfahrtsberichte betrachtet, dann bemerkt man etwas Eigentümliches: Die Menschheit hat die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits niemals bloß als unüberwindbare Grenze verstanden, sondern immer als eine dünne Membran. Man hörte Stimmen hindurch, sah Schatten, Lichtspalten, Feuerzungen, manchmal vernahm man ein fernes Echo. Und fast alle großen Kulturen haben versucht, diesen Übergangsbereich sprachlich abzutasten oder zu umkreisen. Es ist,...

Pfingstkirchen
in ecstasi …

Dieses Bild – gemeinhin bekannt als Tongues (Holy Rollers) von Archibald Motley – stellt den Betrachter in den Bereich einer eigentümlichen Spannung: eine Szene religiöser Ekstase, die zugleich von einer eigentümlichen Ordnung durchzogen ist. Nichts daran ist rein chaotisch, und doch scheint alles von einer Bewegung ergriffen, die sich nicht mehr in den Kategorien nüchterner Vernunft erschöpfen lässt. Man sieht eine Versammlung, die sich im Akt der Anrufung verliert. Die Körper sind gespannt,...

2 Bilder

Weinstock und Reben
Dionysos und Christus

Es gehört zu den interessanten Spannungen des Neuen Testaments, dass es seine tiefsten Wahrheiten nicht in abstrakten Begriffen, sondern in Bildern ausspricht, die viel älter sind als jede reflektierte Theologie und tiefer reichen als jede begriffliche Analyse. Wenn Christus sagt: „Ich bin der wahre Weinstock“ (Joh 15,1), dann spricht er in einer Sprache, die bereits lange vor ihm im religiösen Gedächtnis der Menschheit verankert gewesen ist. Der Weinstock ist kein zufälliges Bild; er gehört zu...

Auferstehungsbeobachtungen
Gedanken zu Lukas 24,36

Er (Lukas 24,36) gehört zu den stillen und beinahe zu übersehenden Versen im Lukas-Evangelium. „Indem sie aber von ihm redeten, stellte er selbst, Jesus, sich mitten unter sie und sprach: ‚Friede sei mit euch‘!"1) Dass Jesus also, während sie noch von ihm reden, mitten unter sie tritt. Das ist der Satz, der oft einfach überlesen wird. Kein dramatischer Auftritt wird hier geschildert, kein dramatischer Riss im Gewebe der Welt – sondern von einem Übergang ist die Rede, der sich im Sprechen - oder...

OSTERMONTAG
EMMAUS (LUKAS 24)

Von Emmaus nach Jerusalem eilen zwei Jünger, heilig beschwingt und hellwach. Sie wollten zu Hause nicht länger verweilen - und traten hinaus, wo das weite Gemach der Nacht und die Sterne uns treulich geleiten hoch über an dunkelblau himmlischem Dach. --- Drei Tage zurück liegt Sterben und Leiden. Gekreuzigt ward Jesus, der göttliche Sohn. Der Freund. Der Heiler. Erlöser der Heiden, es hieß, er könne beenden die Fron. Verzweifelt war man nach Hause gezogen, den Himmel verloren. Als Lohn blieb...

ZUR DISKUSSION GESTELLT
BROT & WEIN

zur Gestalt der Eucharistie und der real existierend sakramentalen Wirklichkeit In manchen Gemeinden - besonders den kleineren auf dem Lande - hat sich seit einiger Zeit eine Praxis herausbilden können, die auf den ersten Blick nur schlicht und funktional zu sein scheint, bei näherem Hinsehen jedoch eine eigentümliche Dichte gewinnt und der eucharistischen Unterernährung protestantischer Gottesdienstfeiern - was deren Frequenz angeht - etwas entgegenzusetzen beginnt. Es handelt sich dabei um...

Exodus Kapitel 12
Blut und Plan

Es ist immer wieder dasselbe mit diesem Text von der ZEHNTEN PLAGE. Jedes Jahr - immer wieder dieses unerträgliche Schauspiel, dass man uns einen allmächtigen Gott vorsetzt - und im selben Atemzug einen Gott, der offenbar nicht einmal imstande ist, die Häuser auseinanderzuhalten, ohne dass man ihm Blutspuren an die Tür schmiert, als handle es sich um einen schlecht instruierten Nachtwächter und nicht um den Herrn der Welt, der, wie es heißt, mit einem einzigen Willensakt Leben geben und nehmen...

Beiträge zu Glaube und Alltag aus

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.