Glaube und Alltag

Beiträge zur Rubrik Glaube und Alltag

Trowitzsch, Michael: Christus allein. Vom Fährmann der Zeit, Evangelische Verlagsanstalt, 320 S., ISBN 978-3-374-05509-8, 15 Euro

Konzentration und Weite: Michael Trowitzsch erzählt »Vom Fährmann der Zeit«
Ein Teppich aus Worten, Bildern und Metaphern

Theologische Bücher gibt es viele. Solche wie das aktuelle von Michael Trowitzsch nicht. Hier wird nicht langwierig abgewogen und dann doch alles offen gelassen. Hier wird klar geredet: »Christus allein«, und existentiell. Denn der emeritierte Jenaer Theologieprofessor betrachtet nicht aus der Ferne, sondern wagt sich ins Getümmel. So rührt sein Büchlein an. Es erbaut, im besten Sinne. Es ermöglicht Resonanz. Plötzlich sitze ich mit den Frauen am Grab und bin zutiefst erschrocken über den...

  • 19.04.19
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Kirchenfasten als Form des Protestes

Von Gotthard Fuchs Die uralten Fastentraditionen der Religionen sind so dumm nicht. Das zeigt auch der gängige Diätenmarkt. Heil und Heilung gehören nicht nur sprachlich zusammen. Abspecken und Entgiften tun Leib und Seele gut. Entsprechend gibt es Fasten in der Kirche, gerade jetzt vor Ostern. Bewusster Verzicht aufs Lügen ist derzeit in der evangelischen Kirche das Leitwort. Es gibt aber auch ein Fasten von der Kirche, ein Verzicht auf Leben in und mit den Kirchen – und das trotz tiefer...

  • 15.04.19
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Verbotenes macht dem Menschen Beine

Lasterhaft: Die sogenannten sieben Todsünden beschäftigen uns in der Passionszeit. Mit der Trägheit geht die Artikelserie zu Ende. Von Peter Zimmerling Das griechische Wort Akedia ist nicht leicht zu übersetzen. Es umfasst ein ganzes Bedeutungsspektrum: von Gleichgültigkeit über Lustlosigkeit bis hin zu Traurigkeit. Die Akedia darf also nicht mit der Fähigkeit sich zu besinnen, auszuruhen und schweigen zu können verwechselt werden. Moderne Soziologen sind der Ansicht, dass das...

  • 14.04.19
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Mensch werden, Mensch sein, menschlich bleiben

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Johannes 3, Verse 14 und 15 Das ist aber ein komplizierter Satz, sagen vielleicht die einen. Kenn ich, sagen die anderen, habe ich schon oft gehört. Poetischer formuliert: Jedes große Wort in diesem Satz ist ein Geheimnis. Aber wie nähert man sich diesem Geheimnis? Am besten betritt man den rätselhaften Raum des Verses durch ein Fenster. Durch Sigmar Polkes Kirchenfenster »Der Menschensohn« im...

  • 13.04.19
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Ralf Euker, Pfarrer in Schönhausen (Elbe)
2 Bilder

Kraftvolle Lieder

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Jesaja 50, Vers 4 Predigttext In Jerusalem nimmt nun alles seinen Lauf. Alles hierbei ist biblisch. Vor Jahrhunderten schon scheint es unentrinnbar „vorgeschrieben“ zu sein in der Schrift. So auch beim Propheten Sacharja (9,9): „Siehe, dein König kommt zu dir … auf dem Fohlen der Eselin.“ Deswegen also das...

  • 13.04.19
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Kommentar
Frohe Zukunft

Von Joachim Liebig Besuch aus dem südlichen Afrika im vergangenen Advent. Ich fahre mit meinem Besuch nach Halle. Auf dem Weg ins Museum kommt uns eine Straßenbahn der Linie 1 entgegen. Frohe Zukunft steht als Endstation auf der Anzeige. Was bedeutet das?, fragt mein Freund. Ich sage auf Englisch: happy future. Er lacht. Bei euch in Deutschland kann man mit der Straßenbahn in eine frohe Zukunft fahren. Das gibt es bei uns in Afrika nicht. Dann eine Pause. »Was erwartet mich denn am Ende der...

  • 07.04.19
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Völlerei: Die Sünde gegen sich selbst

Lasterhaft: Die sogenannten sieben Todsünden beschäftigen uns in der Passionszeit. Die fünfte Todsünde ist die Völlerei. Von Peter Zimmerling Die Völlerei in ihren unterschiedlichen Formen wie Fresssucht, Trunksucht, Verschwendungssucht und Gier wird vielleicht von allen sogenannten Todsünden heute noch am ehesten als Sünde wahrgenommen. So wird das Wort »sündigen« in der Alltagssprache regelmäßig bei gesundheitsschädlichem Essverhalten verwendet. Allerdings lässt sich dabei ein...

  • 07.04.19
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Unruhestifter, Ruhepol

Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Johannes 18, Vers 37 c Von Christoph Enders Raus – rein! Und wieder raus – und wieder rein! Pilatus ist ordentlich in Bewegung. Draußen einige Mitglieder des Synhedriums, die wegen des Sabbats nicht ins Gericht gehen dürfen. Drinnen im Prätorium das Verhör von Jesus. Am Anfang wirkt Pilatus noch wie ein moderner Pendeldiplomat auf der Suche nach Wahrheit und Ausgleich. Am Ende winkt er, schwer aus der Puste,...

  • 06.04.19
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Sich Zeit nehmen und zuhören – schlicht, aber wirkungsvoll

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Matthäus 20, Vers 28 Ruhig sitze ich da. In Gedanken versunken, blicke ich von dem schlichten Kreuz an der Wand auf die hölzerne Statue einer jungen Frau. Gekleidet in ein langes Gewand, hält sie in den Händen einen Krug und einen Teller mit Brot. Irgendjemand hat ihr eine Rose über den Arm gelegt. Elisabeth von Thüringen – Vorbild für die christliche Tugend der...

  • 06.04.19
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»Aktion Kirche und Tiere«: Nicht nur in der Fastenzeit auf Fleisch verzichten
Verein meint: Das Schicksal der Tiere lässt Kirche kalt

Fleisch ist auf der Problemskala unserer Tage ganz oben angekommen und der Verzicht auf dieses Produkt hat in der Fastenzeit Konjunktur. 7 Wochen mal ohne. Allen sind die Probleme bewusst: Die Tiermassen in der Mast, Hühner, deren Skelette die Fleischpakete nicht mehr tragen, Zuchtsauen im Ferkelkorb, das unangenehme Gefühl, wenn uns auf der Autobahn Tiertransporte begegnen, vielleicht geht’s nach Weißenfels. Der Tönnies-Schlachthof hat eine Tötungskapazität von 20 000 Schweinen am Tag. Das ist...

  • 05.04.19
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Fehlanzeige: Keine »Ethik des Verzichts« bei Paulus

In unserer Kirchenzeitung war in der Ausgabe Nr. 11 vom 17. März auf Seite 1 ein Beitrag von Ruben Zimmermann zu lesen. Darin beruft sich der Professor für Neues Testament und Ethik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz auf eine »Freiwilligkeit des Verzichts« bei Paulus. Dem widerspricht Manuel Vogel, Professor für Neues Testament an der Universität Jena. Ich kann eine solche pragmatische Verzichtsethik, die mich dazu ermuntert, heute so und morgen gegenteilig zu handeln, bei Paulus...

  • 01.04.19
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Er steckt in unseren Genen

Lasterhaft: Die sogenannten sieben Todsünden beschäftigen uns in der Passionszeit. Die fünfte Todsünde ist der Zorn. Von Peter Zimmerling Ich krieg so’n Hals!« – voll Zorn erinnern wir uns an die Situation auf der Autobahn, in der unsere Rechte nicht respektiert wurden: Rücksichtslos versuchte ein lichthupender Raser uns von der Überholspur zu vertreiben. Wer würde nicht von solchen Gefühlen der Wut und des Zorns überschwemmt! Mit kühlem Kopf betrachtet, sind meist wir selbst die...

  • 31.03.19
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Vikarin Christin Bärwald, Apolda

Sender an Empfänger: Was beim Gegenüber ankommt

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12, Vers 24 Wie oft reden wir mit Menschen und haben doch das Gefühl, dass das, was wir sagen, bei ihnen nicht ankommt? Ich spreche meine Gedanken aus und schon verflüchtigen sich die Worte. Von einem Lufthauch mitgenommen. Ich schaue ihnen hinterher, mit der Hoffnung, dass sie ihren Adressaten erreichen. Das Christentum ist eine Erzählreligion. Seit...

  • 30.03.19
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Riechen, schmecken, glauben

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Johannes 6, Vers 51 Von Christof Enders Es sind Sätze wie in Stein gemeißelt: »Wer glaubt hat das ewige Leben.« Oder: »Ich bin das Brot des Lebens.« Für viele Predigthörer sind solche Sätze Anker fürs Leben. Bei Vielen lösen sie Fragen aus: Was ist, wenn ich nicht so sicher glaube? Gilt dann »Iss, oder stirb«? Im Predigttext für den Sonntag Lätare (Freuet euch) muss die Freude etwas länger gesucht werden. Immer wiederkehrend...

  • 30.03.19
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Dietrich Bonhoeffer im Hof des Wehrmachtsuntersuchungsgefängnisses von Berlin-Tegel im Sommer 1944. Vor 74 Jahren, am 9. April 1945, wurde der evangelische Theologe Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg bei Regensburg hingerichtet.

Wie Bonhoeffer log und doch nicht log
»Wer zynisch die Wahrheit sagt, lügt«

Von Sybille Marx Angenommen, ein Lehrer beginnt einen Schüler vor der Klasse über die Alkoholprobleme des Vaters auszufragen – ist der Junge dann ein Lügner, wenn er aus Scham das meiste verschweigt oder verleugnet? Heißt »die Wahrheit sagen« immer: aussprechen, was Fakt ist, offenlegen, was man weiß? Ein solcher Wahrheitsbegriff wäre zynisch, urteilte der berühmte evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. Noch in der Todeszelle in Tegel schrieb er neben Briefen auch...

  • 24.03.19
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Predigttext
Gemobbt und ausgelacht

Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Denn du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich. Jeremia 20, Vers 7 Da hat einer den totalen Frust. Mit Gott. Er denkt, alles, was er in seinem Namen gesagt und getan hat, ist vergeblich gewesen. Um seiner Worte willen wird er verhöhnt und heimlich werden ihm Fallen gestellt. Neudeutsch wird er auf das heftigste gemobbt, so dass er keinen Lebensmut mehr spürt. Ähnlich geht...

  • 24.03.19
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Dietlind Steinhöfel, Prädikantin aus Weimar

Gemütlichkeit oder heilige Rebellion

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lukas 9, Vers 62 Das Leben fordert von uns ständig Entscheidungen: Welche Schulbildung ist die richtige? Welcher Beruf entspricht mir? Kritik üben, rebellieren oder sich fügen. Immer muss ich mich für einen Weg entscheiden. In einem Roman von Margriet de Moor las ich einmal sinngemäß den Satz: Ich habe festgestellt, dass es ganz in der Nähe meines Lebens ein anderes gibt, das ich auch hätte leben...

  • 24.03.19
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Lobpreis auf die erotische Liebe: »Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist köstlicher als Wein« (Hohelied 1,1).

Kann denn Liebe Sünde sein?

Lasterhaft: Die sogenannten sieben Todsünden beschäftigen uns in der Passionszeit. Die vierte Todsünde ist Wollust, besser bekannt als Genusssucht. Von Peter Zimmerling Wohl keine der sieben sogenannten Todsünden ruft bis heute ein größeres Interesse hervor als die Wollust, auch Genusssucht und Unkeuschheit genannt. Dabei gilt die Wollust in unserer Gesellschaft kaum noch als negative Charaktereigenschaft oder gar Wurzelsünde. Der heutige Casanova ist kein verabscheuungswürdiger...

  • 23.03.19
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Predrag Bukovec/Christoph Tröbinger (Hg.): Warum ich Christ bin. 26 Antworten von Persönlichkeiten der Gegenwart, Patmos Verlag, 360 S., ISBN 978-3-8436-1126-8, 24 EUR

Warum sie Christen sind: Evangelische, katholische und orthodoxe Christen geben Auskunft
Anregend, aber nicht repräsentativ

Von Matthias Caffier Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.« Dieses Petrus-Wort (1. Petrus 3,15) dient den beiden Wiener Herausgebern des Buches »Warum ich Christ bin« als Motto für die darin enthaltenen 26 Beiträge evangelischer, katholischer und orthodoxer Christen. Auch Walter Jens (1923 bis 2013) gilt ihnen als Kronzeuge; bereits 1979 veröffentlichte der ein Buch unter dem gleichnamigen Titel. Dafür hatte er damals vorwiegend...

  • 18.03.19
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Lass sie nicht auf dem Kopfe nisten

Lasterhaft: Die sogenannten sieben Todsünden beschäftigen uns in der Passionszeit. Die zweite und dritte Todsünde sind Geiz und Neid. Von Peter Zimmerling Die sieben sogenannten Todsünden haben als Wurzelsünden nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Sich in der Passionszeit mit ihnen zu beschäftigen, kann kathartische, reinigende, Wirkungen haben. Die Habgier hat viele Gesichter. Sie scheint in Form von Geiz in der deutschen Konsumgesellschaft zu einer regelrechten Volkseigenschaft –...

  • 17.03.19
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Dietlind Steinhöfel

Wort zur Woche
Der große Unterschied: Sünderlein und Sünder

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Römer 5, Vers 8 Wir können doch nicht die ganze Welt retten! – Die anderen achten ja viel weniger auf die Umwelt und fahren viel schneller mit ihren Autos als wir … Mit dem Blick auf die Verfehlungen unserer Mitmenschen können wir uns bequem zurücklehnen. Haben wir nicht von Martin Luther erfahren, dass wir nichts tun müssen, um Gottes Gnade zu bekommen? Lohn ohne Leistung. Liebe ohne...

  • 16.03.19
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Das Zeichen des Kreuzes

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Johannes 3, Vers 15 Es wird nicht mehr gern gesehen, wenn sich in der medialen Sportwelt ein Sportler vor dem Rennen oder einem Spiel bekreuzigt. Zunehmend wird das Zeichen des Kreuzes verbannt, als handle es sich um eine gefährliche und ansteckende Krankheit. Ansteckend ist das Kreuz durch die Kraft des Heiligen Geistes. Allein schon von...

  • 16.03.19
  • 16× gelesen

Wort zur Woche
Einfache Sätze bringen die Welt in Ordnung

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3, Vers 8 b Am Beginn der Passionszeit begegnen wir dem Teufel. Wir hören vom Baum der Erkenntnis am Anfang der Zeit. Menschen begegnen dem Bösen. Nicht immer gehen die Begegnungen zugunsten des Guten aus, weil die Früchte so verlockend sind, das Goldene Kalb sich so schön umtanzen lässt oder der König von der schönen Nachbarin nicht lassen kann. Wir hören die Geschichte von der Versuchung Jesu. Neue...

  • 10.03.19
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Theologische Betrachtung: Ist es egal, ob die Glocken, die zum Gottesdienst läuten, mit einem Hakenkreuz versehen sind?
Glockengeläut mit Haken

Eine Glocke mit Hakenkreuz in Ihrer Kirche – würde es Sie stören, wenn sie zum Gottesdienst läutet? Eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis ergab sehr unterschiedliche Reaktionen. Von »Die Glocke muss weg« über »Na ja, ich muss es ja nicht sehen« bis zu »Nein, wieso? Für mich zählt nicht das Hakenkreuz, sondern das Geläut zur Ehre Gottes«. Allen gemeinsam aber ist ein Moment des Unbehagens: Hitler und das Heilige – das geht schlecht zusammen. Kirchenglocken mit Nazi-Symbolen haben mehrfach...

  • 10.03.19
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Beiträge zu Glaube und Alltag aus