Weimar - Glaube und Alltag

Beiträge zur Rubrik Glaube und Alltag

Foto: A. Fuhrmann
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Wort zur Woche
Was uns kleidet

Wochenspruch: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1. Petrus, Vers 5,5bKlare Ansage in schwierigen Zeiten. Für Menschen, die um ihr Leben fürchten. Die für ihren Glauben in römischen Gefängnissen landen können. Auch wenn alles zu Ende gehen sollte: In der Gemeinde ist das alte Spiel Oben und Unten generell tabu. Herrscher-Allüren und Überlegenheitsdünkel passen nicht zum Evangelium. Darum: Alt-Erfahrenen und Jung-Dynamischen – allen hält der Briefschreiber dieses...

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Predigttext
Wenn Gott Herzen öffnet

"Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden." Römer 11, Vers 25Vielleicht kennen Sie diese Situation: Sie stehen vor einer großen Baustelle. Überall ragen Gerüste empor, Baumaterial liegt herum, vieles wirkt unfertig und chaotisch. Man fragt sich unwillkürlich: Was soll daraus eigentlich...

Foto: A. Fuhrmann
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Wort zur Woche
Erben ist keine Hängematte

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Psalm 33, Vers 12Wohlfühl-Worte. Eingebettet in Staunen, Ehrfurcht und Vertrauen. Unter dem Sommer-Sternenhimmel staune ich gern mit über die Wunder der Erde. Voller Ehrfurcht gegenüber Gottes Schöpfermacht. Und im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit und Güte. Trotz allem, was die Erdenkinder so anrichten. Erwählt-Sein klingt wunderbar. Doch zoomen wir den Wochenspruch näher ran: Das ist nichts für irgendeine wohlige...

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Eisscholle statt Bürostuhl: Julia Wenzel fährt seit acht Jahren zur See. Einsamkeit im ewigen Eis kenne sie nicht, sagt sie. Von den Menschen bis zur Forschung sei jede Reise besonders. | Foto: Monika Brändli
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Das G+H-Sommerinterview
Beten am Ende der Welt

Julia Wenzel arbeitet als Meteorologin auf dem Forschungsschiff “Polarstern”. Mehrere Monate im Jahr ist die 38-Jährige aus dem sächsischen Radebeul in der Arktis und der Antarktis unterwegs. Ihre Arbeit, sagt sie im Gespräch mit Maxi Konang, habe die Perspektive auf ihren Glauben verändert. Sie fahren bereits seit acht Jahren zur See. Wie muss man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen? Julia Wenzel: Etwa die Hälfte des Jahres bin ich auf See, die andere Hälfte habe ich frei. Ich baue so viele...

Islamische Gefängnisseelsorge
Angebot unzureichend

In deutschen Gefängnissen ist die Seelsorge durch die Kirchen gewährleistet. Aber vielerorts mangelt es an einer ausreichenden islamischen Seelsorge. Frankfurt a.M. (epd). In Deutschland gibt es nach dem Befund einer am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichten Studie keine ausreichende regelmäßige Seelsorge für muslimische Gefängnisinsassen. Viele Bundesländer, darunter Flächenstaaten wie Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern, hätten keine Regelstrukturen, sondern würden sich mit...

«Süßes oder Saures»
Die Wurzeln Halloweens

Detroit/Frankfurt a.M. (epd). Gespenster, Hexen, Skelette und vor allem: Kürbisse. Schon seit Wochen dekorieren unzählige Amerikan gadgemayurer ihre Häuser und Vorgärten. Je gruseliger, desto besser. Halloween steht vor der Tür - und damit einer der beliebtesten Feiertage der Amerikaner überhaupt. Und nicht nur in den USA, auch in Deutschland wird der Grusel-Brauch vermehrt gefeiert. Begangen wird Halloween in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November. Es liegt damit zwischen dem evangelischen...

Neue Rahmenstudienordnung
Theologiestudium soll reformiert werden

Göttingen (epd). Der Evangelisch-theologische Fakultätentag will das Theologiestudium für das Pfarramt grundlegend reformieren. Geplant ist eine neue Rahmenstudienordnung, die die Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-Master-System erlaubt, wie der Vorsitzende, der Kieler Theologieprofessor Andreas Müller, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. So soll es etwa einen «Exit-Bachelor» geben, der Pfarramts-Studierenden einen vorzeitigen Abschluss ermöglicht, wenn sie sich...

E L I A
Ein Prophet aus alter Zeit. Keiner, auf den man stolz sein könnte!

Elia, ein Prophet des Alten Testaments. Keiner, auf den ich stolz bin, auch wenn er aus der Menge der Propheten hervorgehoben wird durch eine besondere Gottesbegegnung, wie sie sonst nur dem Mose zuteil geworden ist. Selbst eine  Himmelfahrt "im feurigen Wagen", gezogen von "feurigen Rossen" wir von ihm erzählt. Elia heißt: "mein Gott ist Jahwe". Aber er war ein Massenmörder! Nicht so schlimm wie Hitler und Stalin, Mao Tse Tung und Polpot. Aber schlimm genug! Der Schlächter vom Bach Kison. Ich...

Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main
 
 | Foto: epd-bild/Stephan Krems
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Heilige Mission der Deutschen
Predigten im Ersten Weltkrieg

Pathetische Worte über den Opfertod der Soldaten und den garantierten Sieg, Hasstiraden gegen die Feinde - im Ersten Weltkrieg war die evangelische Kirche eine wichtige Stütze der Obrigkeit. Von Karsten Packeiser  «Wir opfern die Stärke unseres Volkes auf dem Altar des Vaterlandes», verkündete der pfälzische Pfarrer August Kopp seiner Gemeinde zum Erntedankfest 1914. Mit jedem Mann, der an die Front gezogen war, sei «ein Stück von unserm Herzen» mitgegangen: «Wenn es gleich zerreißen wollte,...

ZUZANA RUZICKOWA
Der Name wird nicht jedem Musiker bekannt sein.

Ich kannte ihn ja auch nicht, bevor ich ihre Erinnerungen gelesen hatte: "LEBENSFUGE, Wie Bachs Musik mir half, zu überleben", unter Mitwirkung von Wendy Holden geschrieben. Zuzana Ruzickowa war eine Tschechin jüdischen Glaubens (1927 in Pilsen geboren, 2017 in Prag gestorben.), welche die Gräuel von Theresienstadt, Auschwitz und Bergen-Belsen und die Gemeinheiten und Einschränkungen sozialistischer Diktatur und als Frau des Komponisten VIKTOR KALABIS ihr Lebensziel gegen alle Hindernissen...

Im Wortlaut
Das Nicäische Glaubensbekenntnis

Die evangelische Kirche kennt unterschiedliche Bekenntnisse, die zentrale Glaubensinhalte zusammenfassen. Neben dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, das in jedem Gottesdienst gesprochen wird, gibt es auch das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel. Es gilt als das ökumenische Bekenntnis und wird an hohen Feiertagen im Gottesdienst gesprochen. Im Zentrum des Textes steht die Dreieinigkeit Gottes, der sich in drei Gestalten zeigt: als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Wir glauben an den einen...

Predigt über Lukas 15,1-5
Da hat uns Ihr Freund die schöne Taufe ganz schön versaut!

Liebe Gemeinde von B. -Der Stein des Anstoßes ist dieser Satz: "Jesus nimmt die Sünder an und isst mit ihnen!" Auch wir nehmen manchmal an etwas Anstoß: daran, wie einer isst; daran, wie sich einer kleidet, daran, mit wem einer Kontakt hält; daran, was einer sagt, und ob er das, was er sagt, auch lebt? Ganz nach dem Motto: Zeige mir deine Bücher, und ich sage dir, wer du bist. Hier: "Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist."  Das Urteil ist schnell gefällt: Der Mann ist...

VOLKSTRAUERTAG
Was ihr einem Mitmenschen getan habt, das habt ihr mir getan

Der Volkstrauertag ist eine Nach-Wende-Erscheinung. Davor kannten wir ihn nur aus der Tagesschau. Aber das ist schon in Ordnung so, dass wir ihn jetzt begehen. Er ist ein Tag des Gedenkens an Krieg und Gewalt, -an Siege und Niederlagen, -an Besitz und Verlust, -an Heimat und Vertreibung, -an Leben und Tod, -an Zusammenbruch und Veränderung, -an viel Leid, viel Schmerz und viele Tränen. Mancher von uns war persönlich betroffen. Ich war damals gerade fünf Jahre alt. Gebesee, mein Geburtsort, war...

Predigt über Jesaja 49,1-6
VON MUTTERLEIBE AN BERUFEN

 1. Der Herr hat mich berufen von Mutterleibe an . . .  Da zieht einer ganz schön vom Leder. Und das ist nicht alles, was er zu rühmen hat: Der Herr hat mir meinen Namen gegeben, bevor ich geboren war. Wie ein scharfes Schwert hat er meinen Mund gemacht. Er hat mich bedeckt mit dem Schatten seiner Hand. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht, der in seinem Köcher steckt. Er hat zu mir gesagt: "Du bist mein Knecht Israel", der mich verherrlichen soll. Ich frage: "Wer bietet mehr?" Mehr kann man...

IM ANFANG WAR DIE LIEBE
Allerlei von meinen Texten

Im Anfang Im Anfang war das Wort, sagt Johannes. Im Anfang war die Tat, sagt Goethe. Im Anfang war der Rhythmus, sagt von Bülow. Ich sage: Im Anfang war die Liebe! Unser Leben Unser Leben ist ein Weg. Brücke, Seil, Geländer, Steg sei Du, Herr, mir durch die Zeit, bis das Herz für Dich bereit. Unser Leben ist ein Klang, klinget hell und klinget bang. Lass getrost mich auf Dich blicken. Du, Herr, wirst mich ganz erquicken! Heimkehr Ich bin heimgekehrt in ein altes Haus. Vordem kannte ich es...

Predigt über 1 Mose 8,1-12
Der Regenbogen an Gottes Himmel

Unser Predigttext handelt vo Noah und dem Ende der Sintflut. Noah - ein Mann des Glaubens wie nach ihm Abraham und Mose. Noah - der Sohn von Lamech und Enkelsohn von Methusalem, von dem es heißt, dass er 969 Jahre alt geworden sei. Noah - mit dem Beinamen Jenachamenu, d.h. "Dieser wird uns zum Aufatmen bringen". Doch vor allem: Noah - der auf Gottes Geheiß die Arche baute. Und die hat sich bewährt. Sie hat Regen, Sturm und Wellen stand gehalten. Sie ist weder gekentert noch zusammengebrochen....

Letzter Sonntag nach Epiphanias
Ich sauge mich voll mit Weihnachten

Da steht der große Weihnachtsbaum noch in vollem Schmuck. Da hängt wie zuvor der große Herrnhuter Stern in Weiß. Da stehen noch die Krippenfiguren, die immer zuerst auf dem Weihnachtsmarkt von Weimar aufgestellt werden.  Da könnte es sogar sein, dass noch eines der schönen Lieder von Epiphanias gesungen wird...? Ich bin erfreut und sauge mich voll mit Weihnachten. Es ist fast so wie in unsrer Wohnstube. Da steht noch unser Kunstbaum in voller Pracht. Die beiden Krippen habe ich schon in den...

Aus meinen Weihnachtstexten
G E B O R G E N H E I T

Geborgenheit An Worte erinnere ich mich nicht. Es sei denn an: "Und es begab sich zu der Zeit zu der Zeit..." Lieder sind in mir und Bilder: Tochter Zion, freue dich! Der Schein von Kerzen. Engel schreiten in langen Reihen. Hirten singen mit klarer Stimme wie es die Mutter ihnen gesungen. Und ein Gefühl von Geborgenheit: meines Lebens Grund. Un-an-tast-bar! Heilige Nacht Damals, sagen wir, vor rund 2000 Jahren, in jener ganz besonderen Nacht, schlief Maria, erschöpft von der Geburt; Joseph...

VOM HIMMEL HOCH, DA KOMM ICH HER
Von Engeln

Die Bibel ist voll von diesen Wesen, halb menschlich, halb göttlich. Immer aber sind sie göttliche Boten mit himmlischen Auftrag. Den ersten Bericht von Engeln gibt es in der Heiligen Schrift 1 Mose 3: nach Sündenfall und Vertreibung von Adam und Eva sichern die Cherubim "mit dem flammenden, blitzenden Schwert"  die Grenzen des Paradieses und den Zugang zum "Baum des Lebens". Ein paar Kapitel später (1 Mose 16), in der Vätergeschichte, wird wieder von einem Engel berichtet: Abram (Abraham) wird...

ER IST DES TODES
Überlegungen zu König David

-Dessen Findung fast schief gegangen wäre (Sind das der Knäblein alle?). -Der Hirtenjunge, über den Samuels Salböl sich ergoss: Erwählt. Erwählt! -Der junge Mann mit der Schleuder gegen Hohn und Übermacht. Schon hielt er   das Blut tropfende Haupt Goliaths in die Höhe. -Der mit der Harfe gegen Sauls Depressionen anspielte und dessen Speer   ihn fast getroffen hätte. -Der Räuberhauptmann, der sich auf den Thron putschte. -Der Stratege, der Jerusalem zur Hauptstadt machte, die Lade heimholte und...

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Martinstag
Das Licht in die Welt tragen

Nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen fällt das Teilen mitunter schwer. Wer aber teilt, ist solidarisch und überwindet Grenzen. So wie der heilige Martin, Bischof von Tours. Von Fabian Brand Teilen kann echt nerven“: So heißt eine Liedzeile aus einem Kinderlied, in dem ein kleines Kind sein Leid klagt. Wenn es Spielzeug bekommt, dann muss es das mit dem Geschwisterkind teilen. Wenn es etwas besonderes zum Essen bekommt, müssen andere auch davon probieren. Das alles sind Momente des...

Kurz erklärt
Allerheiligen und Allerseelen

Frankfurt a.M. (epd). Allerheiligen und Allerseelen sind katholische Gedenk- und Trauertage im November. Während die römisch-katholische Kirche an Allerheiligen wortwörtlich all ihrer Heiligen gedenkt, ist Allerseelen der Tag, an dem durch Fürbitte und Gebet an die Verstorbenen erinnert wird. Die Gedenktage am Ende des Kirchenjahres sollen die Menschen trösten, etwa wenn der Verlust eines Angehörigen zu beklagen war. Zugleich rücken die christlichen Trauertage mit ihrer vielfältigen Symbolik...

Praxistest
GIB DEM, DER DICH BITTET

Auf die große Poststelle in Weimar gehe ich selten. Sie ist mir immer zu voll. Dafür gehe ich gern in die Heinrich-Heine-Straße. Da muss man in der Regel nicht lange warten. Aber denkste! Da war auch mächtig was los. Als ich die Reihe der Wartenden durchsah, fiel mir ein junger Mann auf: groß, markantes Gesicht, volle dunkle Haare, mit einem hellen Übergangsmantel (Wer trägt heutzutage einen Übergangsmantel!?). Als er an der Reihe war, fingerte er ohne Erfolg in Mantel- und Hosentaschen herum,...

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Nachgefragt
Glauben und Wissen im Unterricht

Religionsunterricht ist ein normales Schulfach wie Deutsch, Mathemathik oder Biologie, das in Grundschulen wie weiterführenden Schulen angeboten wird. André Poppowitsch sprach mit Franziska Göppel darüber, was den Unterricht ausmacht. Sie ist Lehrerin für Religion und Latein am Goethe-Gymnasium Weimar. Warum braucht es überhaupt Religionsunterricht? Franziska Göppel: Ich glaube, Religionsunterricht ist wichtig für unsere Gesellschaft und Demokratie. Dass das Fach an Schulen unterrichtet werden...

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