Wort zur Woche
Nicht machen, sondern annehmen
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Wochenspruch: Kommt her zu mir,
alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken. Matthäus 11, Vers 28
„Mach mal Pause“, steht auf dem Plakat. Daneben drei Herren in Arbeitskleidung der 60er-Jahre. Sie erfrischen sich mit einem Kaltgetränk, das auch heute noch in aller Munde ist. Mit „Have a break“ beginnt eine der bekanntesten Werbesprüche für einen Schokoriegel. Pause. Ruhe. Abstand gewinnen. Erquicken.
Ob das der Powernap, also der intensive und kurze Schlaf ist oder die lange Entspannung im Erholungsurlaub – Pausen braucht der Mensch. Denn irgendwann ist auch der beste Akku leer. Burn-out heißt es dann im schlimmsten Fall. Also: Auftanken, Kraft nachtanken, Lebenslust und Freude auffüllen. Die Mühseligen und Beladenen gibt es zuhauf, heute vielleicht mehr denn je.
„Ich will Euch erquicken“, lädt Jesus ein. Und das Wort dahinter meint: "Ich gebe Euch Ruhe. Bei mir könnt Ihr auftanken." Erst auf den zweiten Blick merke ich: Der Aktive dabei ist Jesus. Ich muss mich nicht selbst darum bemühen, mich zu erquicken. Ich muss mir keine Ruhe-Aktivität, keine Freizeitaktivität ausdenken.
Das wäre ja auch ein Widerspruch in sich. Allerdings leben viele diesen Widerspruch und ersetzen die eine Unruhe durch die andere. Der Urlaub ist manchmal anstrengender als der Alltag, und wirkliche Ruhe bleibt auf der Strecke. Jesus meint es anders: Ich kann mich fallenlassen. Ein Bild aus dem 23. Psalm steht dafür: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.“
Ich lasse mich auf dem frischen Gras nieder und trinke aus der köstlichen, kühlen Quelle. Der jüdisch-christliche Glaube hat dafür sogar eine feste Einrichtung: Den Ruhetag, den Sabbat. Ein ganzer Tag, der der Erquickung geweiht ist. Damit die Seele tief durchatmen und sich von Gott höchstpersönlich füllen lassen kann. Nicht machen, sondern annehmen. Nicht schaffen, sondern die Hände leeren und Gott offen hinhalten. „Ich will Euch erquicken.“ Lasst es zu.
Matthias Keilholz,
Pfarrer in Lutherstadt Wittenberg
Autor:Online-Redaktion |
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