Eine Welt

Beiträge zur Rubrik Eine Welt

SIMCHAT TORAH
AM VORABEND DES FESTES

Simchat Torah und der Deal des Jahrhunderts Am Vorabend des jüdischen Festes Simchat Torah, dem Fest der Torafreude, leuchtet die Welt auf eigentümliche Weise: Man beendet die Lesung des Deuteronomiumbuches - und beginnt im selben Atemzug von vorn im Buche Genesis. Ende und Anfang fallen also ineinander. Der Zyklus der göttlichen Geschichte kennt keinen Stillstand, aber Verwandlung. In diesem Licht wirkt die Freilassung der noch lebenden Geiseln aus dem Gazastreifen wie eine weltliche Variante...

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Trumps 20-Punkte-Plan für Nahost
Gaza vor der Stunde Null

Die Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump bringt Bewegung in den Nahostkonflikt: Israelis und Vertreter der Hamas verhandeln in Ägypten über die Umsetzung des Friedensplans, der einen Waffenstillstand, die Rückgabe aller Geiseln, die Entwaffnung der Hamas und eine Übergangsregierung vorsieht. Ein Kommentar von Helmut Frank Nach Monaten zwischen militärischer Eskalation und diplomatischer Ratlosigkeit bietet sich wohl erstmals seit Jahren die Aussicht auf ein Ende der Gewalt. Über den...

  • 13.10.25

UN-Flüchtlingshilfswerk
«Wenn die Sahelzone stabil ist, ist Europa stabil»

Berlin (epd). Die Kürzungen der US-amerikanischen Entwicklungsgelder treffen die Menschen in Zentral- und Westafrika hart. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) musste nach den Worten seines Direktors für Zentral- und Westafrika, Abdouraouf Gnon-Konde, bereits Büros schließen und Mitarbeitende entlassen. Im Interview mit Lena Köpsell erklärt er, warum Europa ein Interesse an der Stabilität der Sahelzone haben sollte und welche Folgen die reduzierten Hilfsgelder bereits für...

  • 13.10.25

AM 12.Oktober: Josua 2,1-22
RAHAB

Wer wissen will, wie die Welt wirklich ist, der soll in die Bibel schauen, in dieses uralte, unverschämte Buch, in dieses Sammelsurium von missratenen Personen, von Gescheiterten, von Wahnsinnigen, von Heiligen, die alle am Irrsinn kranken, den sie dann Glauben oder Nichtglauben nennen, dahinein muss man schauen. Und lesen. Es geht ja schon los im Buch Genesis mit einem Weib, das sich nicht fügen will, das lieber mit den Tieren Umgang hat - als mit dem lieben Gott, und das, anstatt gehorsam zu...

Frida Kahlos Bilder
Malerei und Theologie

Die Frau sitzt im Morgenschatten der Agave. Oder ist es schon die Abenddämmerung? Ihre Hände halten das Huhn, als hielte sie zugleich das erste und das letzte Tier der Schöpfung. Hinter Frau und Huhn dehnt sich die mexikanische Landschaft wie ein brennendes Gleichnis aus. In der Ferne, dort wo die Sonne hinter dem Vulkan versunken ist oder gerade aufzugehen scheint, will das Gestein vom achten Schöpfungstag erzählen – von jenem Nichttag, der keinen Weg in die Schrift fand. Ein Ei, das im Stroh...

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Kamerun
Dürre, Schädlinge und Terror

Kameruns Baumwollbauern organisieren sich selbst, um zu überleben. Die Sicherheitslage ist fragil. Gerade im Norden des Landes wächst vor den kommenden Wahlen der Wunsch nach politischer Mitsprache. Von Helena Kreiensiek Die Sonne steht hoch, als Mahamat Ahemat über ein ausgedörrtes Feld im Norden Kameruns geht. Zwischen Steinen und Staub ragen nur noch ein paar abgeerntete Baumwollstängel aus der Erde. „Mit dem ersten Regen wird wieder ausgesät“, erklärt Ahemat den Zyklus, nach dem seit jeher...

  • 02.10.25

GEKE
Deutsche Pfarrerin wird neue Generalsekretärin

Stuttgart/Wien (epd). Die württembergische Pfarrerin Susanne Schenk wird neue Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Die 53-Jährige tritt ihr Amt am 1. März 2026 an, wie die württembergische Landeskirche mitteilte. Sie folgt auf Mario Fischer, der künftig das Konfessionskundliche Institut im hessischen Bensheim leiten wird. Schenk ist derzeit theologische Referentin des württembergischen Landesbischofs Ernst-Wilhelm Gohl. Sie hat in Deutschland, England und...

  • 02.10.25

Gebetswoche für Frieden in Palästina und Israel
Kritik an ÖRK-Materialien

Bad Nauheim/Hannover/Darmstadt (idea) – Scharfe Kritik haben mehrere kirchliche und christlich-jüdische Organisationen an den Materialien des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK/Genf) zur „Weltweiten Gebetswoche für Frieden in Palästina und Israel“ geübt. Der ÖRK hatte vom 20. bis 26. September 2025 zu Gottesdiensten, Gebeten und Aktionen aufgerufen. Das diesjährige Motto „Wir müssen Rechenschaft geben“ ist an Hebräer 4,13 angelehnt: „Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist...

  • 30.09.25

Nahost-Konflikt
Bischöfe verabschieden Erklärung

Fulda (epd). Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben an die Bundesregierung appelliert, im Nahost-Konflikt Grundlagen für die Koexistenz zweier friedlicher Staaten zu schaffen. Dauerhafter Friede könne nur dort entstehen, wo beide Völker Sicherheit, Würde und eine Zukunftsperspektive finden, heißt es in einer Erklärung, die zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda veröffentlicht wurde. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, erinnerte an das...

  • 29.09.25
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Indien
Zusammenhalt im Exil

Bis heute sind Kinderdörfer und Schulen in Indien ein zentrales Rückgrat der tibetischen Exilgemeinschaft. Doch auch sie müssen sich anpassen, die Schülerzahlen schrumpfen. Immer mehr Tibeter zieht es weg aus der Himalaja-Region. Von Natalie Mayroth In der bergigen Landschaft des nordindischen Dharamsala betten sich eine Reihe von Ziegelbauten mit grünen Dächern in die Landschaft ein. Auf einem Platz spielen Kinder in blauen Schuluniformen, Jungen und Mädchen des «Tibetan Children’s Village»....

  • 25.09.25

"Jesus-Biker"
Ein päpstlicher Feuerstuhl für den guten Zweck

Rom (red) Die "Jesus-Biker" haben Papst Leo XIV. ein weißes Motorrad mit Friedensbotschaften aus aller Welt übergeben. Der Eisenberger Superintendent Arnd Kuschmierz (l. oberhalb vom Kopf des Papstes), der seit fünf Jahren zu den Bikern gehört, war auf der Friedensfahrt nach Rom Ende August mit dabei. Die 20 Biker brachten dem Pontifex eine „R 18 Transcontinental“. Das Motorrad war von BMW zur Verfügung gestellt und von einer Schweinfurter Firma in über 200 Stunden im "Papst-Design" umgebaut...

  • 25.09.25

Lutherischer Weltbund
Sorge um Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza-Stadt

Genf (epd). Der Lutherische Weltbund (LWB) hat mit Blick auf die Angriffe des israelischen Militärs auf Gaza-Stadt seine große Sorge um die Zivilbevölkerung geäußert. Wie der weltweite kirchliche Dachverband mitteilte, befinden sich unter den Vertriebenen auch Mitarbeiter des LWB und Kollegen aus dem Al-Ahli-Krankenhaus. Es gilt als das einzige christlich geführte Hospital im Gaza-Streifen. Träger ist die anglikanische Diözese von Jerusalem. Bereits mehrfach in diesem Jahr sollen bei...

  • 22.09.25

Lutherische Weltbund
Unterirdische Klassenzimmer für ukrainische Schüler

Genf (epd). Der Lutherische Weltbund (LWB) hat mit internationalen Partnern für Schüler in Charkiw unterirdische Klassenzimmer fertiggestellt. In einem Luftschutzbunker sei ein neu renovierter unterirdischer Schulraum eröffnet worden, in dem 150 Schüler wieder sicher unterrichtet werden können, teilte der Dachverband mit. Das sei die letzte Bildungseinrichtung, die im Rahmen des gemeinsamen Projekts des LWB in der Ukraine, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) und der...

  • 22.09.25

Kambodscha
Mit Bibeltexten gegen Analphabetismus

Stuttgart (epd). Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft bittet zum Erntedankfest am 5. Oktober um Unterstützung für Bildungsprojekte in Kambodscha. Die dortige Bibelgesellschaft bringe jährlich bis zu 6.000 Menschen das Lesen und Schreiben bei - mit biblischen Texten als Lerngrundlage, wie die Weltbibelhilfe mitteilte. Jeder fünfte Kambodschaner kann nach staatlichen Angaben weder lesen noch schreiben, Experten vermuten eine deutlich höhere Dunkelziffer. Besonders ländliche Gebiete...

  • 22.09.25

Sant'Egidio
Appell für legale Aufnahme von Geflüchteten

München (epd). Die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio drängt auf eine humanitäre Flüchtlingspolitik. Vor zehn Jahren habe das Bild des dreijährigen toten syrischen Kindes Alan Kurdi eine große Betroffenheit und Hilfsbereitschaft für Geflüchtete ausgelöst, erklärte die christliche Gemeinschaft. Seitdem habe sich die Lage vollkommen gewandelt: «Grenzen werden geschlossen, Zäune errichtet, Abschiebungen verstärkt durchgeführt. Die Aufnahme von Migranten darf nicht gegen die Sorge um die...

  • 22.09.25

Am Strand von Rimini
Trost in schweren Zeiten

Vor 80 Jahren bauten deutsche Kriegsgefangene in Rimini an der Adria aus Keksdosen, Lederhosen und Apfelsinenkisten eine Orgel. Ihr Klang hallt bis heute nach – und ein Organist möchte sie jetzt nachbauen. Von Markus Harmann Es waren die wohl ungewöhnlichsten Klänge, die jemals in einem Lager für Kriegsgefangene zu hören waren. September 1945, vier Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Am Strand von Rimini mischen sich plötzlich die schweren Akkorde einer Kirchenorgel mit dem Rauschen des...

  • 17.09.25

Neuregelung von Abschiebungen
Über 160 Organisationen gegen Vorschlag der EU

Berlin (epd). Ein Bündnis aus mehr als 160 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden hat die EU zu einer Kehrtwende bei der Neuregelung von Abschiebungen aufgerufen. Der Vorschlag für eine «Rückführungsverordnung» müsse zurückgezogen werden, forderte Amnesty International im Namen des Bündnisses. Die Pläne sähen «traumatisierende und rechtsverletzende Maßnahmen für Schutzsuchende» vor. Die deutsche Amnesty-Generalsekretärin Julia Duchrow erklärte, die geplanten Neuregelungen...

  • 15.09.25

Sudan
Flüchtlingsbewegung ist weiblich und jung

Kairo/Frankfurt a.M. (epd). Der katholische Flüchtlingsbischof Stefan Heße hat mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für Geflüchtete aus dem Sudan gefordert. Im Aufnahmeland Ägypten sei der Zugang zu Wohnungen und Bildung begrenzt, sagte der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Lage der offiziell 1,5 Millionen Geflüchteten aus dem Sudan in dem nordafrikanischen Land bezeichnete er als in vielen Bereichen...

  • 08.09.25

Pakistan: mangelnde Aufarbeitung nach Pogrom
Keine Gerechtigkeit

Faisalabad. Zwei Jahre nach dem Pogrom gegen Christen in der pakistanischen Stadt Jaranwala (Provinz Punjab) beklagen Kirchenvertreter, dass die Täter bisher nicht zur Verantwortung gezogen wurden. Das berichtet das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“. Der katholische Bischof Indrias Rehmat aus Faisalabad erklärte: „Die Polizei hat ihre Pflicht nicht erfüllt. Niemand wurde bestraft oder angemessen zur Rechenschaft gezogen. Wir haben keine Hoffnung, dass die Schuldigen noch bestraft werden.“...

  • 06.09.25
  • 1
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Afghanistan
Diplomatisches Tauwetter

Die Menschenrechtslage in Afghanistan ist katastrophal. Dennoch nehmen immer mehr Staaten Kontakte mit den Taliban auf – auch Deutschland. Von Julian Busch Die internationale Gemeinschaft war sich weitgehend einig im Sommer 2021: Mit den Taliban, die in rasantem Tempo Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht hatten, wollte man nichts zu tun haben. Zumal im Westen wollten die Regierungen die Islamisten durch Sanktionen zu Zugeständnissen bewegen. Vier Jahre später ist klar, die Strategie ist...

  • 04.09.25

Seenotretter
Konsequenzen nach Beschuss gefordert

Schüsse auf Kopfhöhe, minutenlanger Beschuss: So schildert die Seenotretterin Lucille Guenier den Angriff der libyschen Küstenwache auf die «Ocean Viking». Rufe nach Konsequenzen kommen auch aus der Politik. Frankfurt a.M./Augusta (epd). Mit dem Beschuss der «Ocean Viking» durch die libysche Küstenwache hat die Gewalt auf dem Mittelmeer laut der Seenotretterin Lucille Guenier ein bisher beispielloses Ausmaß erreicht. «Ihre Absicht war, Menschen umzubringen», sagte die...

  • 04.09.25

Nahost-Konflikt
Bedford-Strohm: Leid auf beiden Seiten anerkennen

Bielefeld (epd). Der Vorsitzende des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu aufgerufen, das Leid der Menschen in Israel und in den palästinensischen Gebieten gleichermaßen in den Blick zu nehmen. Das sei der Schlüssel für die Öffnung von neuen Wegen, die am Ende zu einem gerechten Frieden führen könnten, sagte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Nötig sei ein «Niederreißen der Empathie-Abschottungsmauern». Richtig verstandene Solidarität mit...

  • 31.08.25

Afghanistan
"Meine Familie steht auf der Todesliste"

"Wenn Deutschland meiner Familie rechtzeitig Visa erteilt hätte, würde mein Papa noch leben." Abu zieht die Kapuze seines roten Hoodies hoch, er steht in Berlin vorm Auswärtigen Amt. Dort hat der 26-jährige Afghane ein Protestcamp aus Zelten und Transparenten errichtet, genehmigt bis einschließlich Freitag. "Meine Familie steht auf der Todesliste der Taliban", erzählt er. "Sie haben zum Teil als Ortskräfte von 2005 bis 2021 für die Bundeswehr und die Nato gearbeitet. Alle haben sie...

  • 29.08.25

Afghanistan
Kirche drängt auf deutsche Aufnahmezusage

Hannover, Dresden (epd). Der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und sächsische Landesbischof Tobias Bilz, hat die Zusage der Bundesregierung begrüßt, Menschen aus Afghanistan mit einer Aufnahmezusage aus Pakistan einreisen zu lassen. „Es ist eine gute Nachricht, dass nach gerichtlichem Druck erste afghanische Ortskräfte mit ihren Familien nach Deutschland kommen werden“, erklärte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. „Als...

  • 28.08.25

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