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Feuilleton

Beiträge zur Rubrik Feuilleton

de anima
ÜBER DIE SEELE

Es gehört zu den langlebigsten Selbstverständlichkeiten der europäisch-geistigen Innenwelt, dass der Mensch eine Seele „hat“. Dieses Haben ist bereits verräterisch. Es setzt nämlich eine Differenz voraus, die lange nicht gedacht werden musste. Aber als ein Athener namens Platon sie mit der Eleganz eines geistigen Chirurgen freilegte – hier der Körper, dort die Seele –, wurde diese Differenz zur Grundmelodie des Abendlandes. Platon erfindet die Seele nicht, aber er macht sie zur...

Kunst-Ausstellung und Biografie-Workshops
Glas-Kunstwerk in der Predigerkirche

In der Predigerkirche Erfurt wird am kommenden Samstag (18. April) eine besondere Kunstausstellung eröffnet: Das Glas-Kunstwerk „Woven Lives – Biografien in Glas“ stammt von Linda Baines aus Liverpool und ist Ausdruck der Partnerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt mit der anglikanischen Kirche in Bradford. Zur Vernissage um 14 Uhr ist die Künstlerin anwesend, zudem bietet sie einen öffentlichen Biografie-Workshop auf Englisch und Deutsch von 11 bis 13 Uhr an (Anmeldungen im...

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Vernissage in der Harzsparkasse
Bunte Welten besuchen

Das Kunstprojekt „FARBWELTEN“ der Evangelischen Grundschule Ilsenburg mit der Künstlerin Melanie Kuna-Drechsler, präsentiert seine Werke im Foyer der Geschäftsstelle der Harzsparkasse in der Gustav-Petri-Straße 8 in Wernigerode der Öffentlichkeit. Bereits im Februar  wurde die Schule zu einem bunten Experimentierraum: Im Kunstprojekt „FARBWELTEN“ arbeiteten Kinder der 3. und 4. Klassen begeistert mit Farben und Materialien. Das Projekt stand unter der künstlerischen Leitung von Melanie...

  • 09.04.26
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Auferstehungsphantasie
CHRISTALL

Da liegt er nun in einem reinen Tuche – als ausgestreckter Leichnam sabbathnah. Man schloss die Gruft und eilte fort vom Fluche, der toten Körpern je und je geschah. Denn gegen die Verwesung hilft kein Schminken, auch nicht bei Helden, wie von Golgatha. Grad noch, bevor die Sonne will versinken, nahm man den Leichnam rasch vom Kreuze ab. Und als die lieben Abendsterne blinken, da legen sie ihn in ein Felsengrab. Still und verhüllt von teurer, feiner Leine, die irgendeiner ihnen spendend gab. Es...

Ausstellung Glaskunst aus England
Woven Lives - Biografien in Glas

Vom 19.04. bis 04.10.2026 findet in der Predigerkirche Erfurt eine besondere Kunstausstellung statt, zu der wir herzlich einladen: Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2025 war in der Kathedrale zu Bradford (England) eine Glas-Installation zu sehen, die Linda Baines aus Liverpool erarbeitet hat. Dazu hat sie in Bradford – West Bowling in der anglikanischen Gemeinde St. Stephen’s mit Menschen in prekären Lebenssituationen Biografie-Arbeit gemacht. Die dabei entstandenen Symbole sind in das...

Mit Funken den Frühling begrüßen
Osterfeuer: Woher kommt der Brauch?

Mit lodernden Scheiten und sprühenden Funken den Frühling begrüßen: Viele Menschen freuen sich auf die Osterfeuer Anfang April. Naturschützer warnen jedoch: Feinstaub belastet die Umwelt, kleine Tiere wie Igel könnten im Feuer sterben. Von Julia Pennigsdorf Hannover/Braunschweig (epd). Den Winter vertreiben und in geselliger Runde den Start des Frühjahrs feiern - dafür stehen Osterfeuer. Woher aber kommt das Ritual und was muss beachtet werden, damit die Umwelt keinen Schaden nimmt?...

  • 01.04.26

Die Musen am Denkmal
Herr Phaistos - ein Dramolett

HERR PHAISTOS - DRAMOLETT FÜR DIE FIGUR EINES HERZOGS PERSONEN • der Musenführer Apollon DIE NEUN MUSEN: • Kalliope (epische Dichtung) • Klio (Geschichte) • Erato (Liebesdichtung) • Euterpe (Musik) • Melpomene (Tragödie) • Thalia (Komödie) • Terpsichore (Tanz) • Polyhymnia (Hymnus, Andacht) • Urania (Sternkunde) WEITERE ROLLEN: • der Geist Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen • Herr Phaistos, ein Schmied (alias Hephaistos) • das Standbild (stumm) • ein Hammer S Z E N E: Nacht. Mondlicht....

Unesco
Martinstradition ist immaterielles Kulturerbe

 Die rheinische Martinstradition gehört jetzt mit der «Bolzplatzkultur» zum immateriellen Kulturerbe. Insgesamt wurden fünf Traditionen neu in die Liste aufgenommen. Bonn (epd). Die Martinstradition im Rheinland und die «Bolzplatzkultur» gehören jetzt zum Immateriellen Kulturerbe. Die Kulturministerkonferenz der Länder und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien nahmen fünf Traditionen in das bundesweite Verzeichnis auf, wie die deutsche Unesco-Kommission mitteilte....

  • 31.03.26
Persönliche Botschaften zu Frieden und Gerechtigkeit gestalteten insgesamt 150 Menschen aus zehn Ländern in Skizzenbüchern für die Wanderausstellung "Justice. Peace. Imagination". | Foto: Thomas Nawrath / EKM
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150 Ansichten zu Frieden und Gerechtigkeit
Kunstausstellung auf Tour

Ihre Ansichten zu Gerechtigkeit und Frieden haben 150 Menschen aus zehn Ländern in Skizzenbüchern visualisiert. Die Kunstwerke werden bis November an verschiedenen Orten in Mitteldeutschland ausgestellt. Magdeburg. Eine ungewöhnliche Ausstellung über Gerechtigkeit und Frieden wird bis November in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zu sehen sein. Unter dem Titel "Justice. Peace. Imagination" zeigt das Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Skizzenbücher...

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Vor 200 Jahren wurde der "Theaterherzog" geboren
Ein Künstler und Regent

Der am 2. April 1826 geborene Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen war mehr als nur der Herrscher eines in Thüringen gelegenen Kleinstaats. Der studierte Kunsthistoriker tat sich auch als Künstler und Mäzen hervor. Sein Hoforchester erlangte unter Hans von Bülow und dessen Nachfolgern internationale Geltung. Georgs besondere Liebe aber galt dem Theater. Von Veit-Mario Thiede Mit seinem Regierungsantritt 1866 übernahm er auch die Herrschaft über das Hoftheater, mit dem er bald europaweit für...

  • 31.03.26
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Sven Tittelbach arbeitet seit 35 Jahren als Bestatter. Die Ausbildung zum Thanatopraktiker absolvierte er im US-amerikanischen Indianapolis. | Foto:  Paul-Philipp Braun
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Thanatopraxie
Der Mann, der den Tod aufhält

Sven Tittelbach ist einer von rund 100 Thanatopraktikern in Deutschland. In seinem Bestattungsunternehmen in Arnstadt verbindet er das Endliche mit der Hilfe für die Lebenden. Von Paul-Philipp Braun Eine blaue Taschentuchbox steht auf dem Holztisch. Sie wirkt verloren, aber es gibt wohl wenige Orte, zu denen sie so gut passt wie ins "Haus des Abschieds" in Arnstadt. Geht man über die Straße, ist man auf dem Friedhof. Geht man auf die andere Straßenseite, steht man vor der recht neuen...

  • 31.03.26
Foto: JH
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MATTHÄUS-PASSION | KÖLNER PHILHARMONIE
COLLEGIUM VOCALE GENT | PHILIPPE HERREWEGHE

Matthäus-Passion JSB |P. Herreweghe | Collegium Vocale Gent |Philharmonie Köln Gehört - Gesehen - Gefühlt und Theologisch betrachtet Text (nach Originalzitat Bach auf der Seite der Originalpartitur): „Poesie per Dominum Henrici alias Picander dictus“ sprich Heinrich Picander Eine Werk auf Grundlage des Matthäusevangeliums und von Predigttexten mit deutlichem Bibelbezug zum Alten und Neuen Testament. Eine klingende Predigt. Schon Rainer Maria Rilke staunte über die „wahren Schmerzgebirge“. Doch...

GESCHICHTEN VOR DER WAHL (TEIL 1)
die Notfallseelsorgerin

Ja - sie ist also tatsächlich gekommen, die Notfallseelsorgerin, diese außerordentlich nette und beherzte Notfallseelsorgerin mit den blonden schwarzen Haaren, mit dieser widersprüchlichen Frisur - blond und schwarz zugleich - was man eigentlich für unmöglich halten müsste, aber in Mecklenburg, wie jeder weiß, ist es möglich. Weil in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt alles möglich ist. Und da ist sie also aus diesem Seidenmalereikurs förmlich herausgerissen worden, ausgerechnet aus einem...

как закалялась сталь
Leberecht Gottlieb (Teil 147)

147. Kapitel, das den Walzwerkarbeiter aus Stendal im Salon der Damen um Frau Else Lasker-Schüler examiniert. Und wie Dieter Müller ihnen eine Lektion erteilt, indem er fast nichts sagt, aber alles erklärt ... „Hier geblieben, Freundchen!“ hatte Doña Pia Marie ihm geboten. Als er sich also wieder gesetzt hatte, breitete sich Stille bis in den letzten Winkel des Salons aus. Es war, als ob die Sprache vor etwas stehen geblieben wäre, das sich nicht sagen lassen wollte. Zunächst geschah deshalb...

Dieters Geschichte
Leberecht Gottlieb (Teil 146)

146. Kapitel, welches beschreibt, dass Dieter Müller es tatsächlich geschafft hat, seine Walzwerkwelt mit der des Literatursalons zu vertauschen - und wie er eine Geschichte erzählt, die es in sich hat. Niemand wusste, wie dieser Mann es geschafft hatte. Dieser Walzwerkarbeiter Dieter aus Stendal mit dem ölverschmierten Gesicht, den schweren Schuhen mit Stahlkappen und den Händen, die wie Reibeisen waren. Aber eines Tages, an einem Donnerstag, klopfte er tatsächlich an die Salontür Else...

L A T E X

Nachdem der Zweite Krieg über Europa hinweggegangen war, Städte, Häuser, Fabriken und Kirchen in Trümmern lagen und jede Form nationaler Orientierung nicht nur erschüttert, sondern weitreichend auch zerstört worden war, standen zwei Hauptaufgaben im Raum. Die eine darin, zu klären, warum es so weit gekommen war. Die andere darin, das Geschehene hinter sich zu lassen – oder es wenigstens zu überdecken. Beide Bewegungen liefen nebeneinander her, ohne sich recht versöhnen zu können. Die einen...

Weimarer Anna Amalia Bibliothek
Etwa 80 Prozent der Aschebücher restauriert

Die bisherige Finanzierung der Arbeit in der bundesweit einzigen Restaurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar ist nur noch bis 2028 gesichert. Experten beraten am Freitag in Weimar, wie es danach weitergehen kann. Weimar (epd). Etwa 80 Prozent der restaurierbaren Aschebücher des Brands in der Anna Amalia Bibliothek im September 2004 sind inzwischen gerettet. Es fehlten noch rund 300.000 Blatt, sagte Bibliotheksdirektor Reinhard Laube. Die Finanzierung des Projektes und der...

  • 26.03.26
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Wort und Ohr
Leberecht Gottlieb (Teil 145)

145. Kapitel, das uns ein sonderbares Erlebnis der Frau Luise Meysenburg-Arendt berichtet, und wir ein Gedicht hören und lesen können, welches Stefan George zuzuschreiben wäre, wenn wir nicht wüssten, dass es ein anderer geschrieben oder Frau von Meysenburg selber es der Muse abgerungen haben könnte ... Alsbald verließ Leberecht Gottlieb den Salon. Else Lasker-Schüler hatte ihm aus der Ferne noch mit einem Blick gewinkt. Und so trat der auf diese Weise Beschenkte auf die Straße mit einer...

Im Salon der Frau Else Lasker-Schüler
Leberecht Gottlieb (Teil 144)

144. Kapitel,  in dem uns berichtet wird, wie der Kreis der Damen und Herren im Salon die Geschichte Leberecht Gottliebs aufgenommen hat, wie es in Salons zuzugehen pflegt und wie man den alten Geistlichen nun zu beurteilen und zu bekritteln beginnt ... Als Leberecht Gottlieb an jenem Abend die Schwelle des kleinen Lokals überschritt, auf dessen beschlagener Schaufensterscheibe mit weißer Kreide die Worte „Else’s Salon“ standen, war ihm, als träte er weniger in einen Raum als in einen bereits...

Nosferatu
Leberecht Gottlieb (Teil 143)

143. Kapitel, das uns zeigt, wie Leberecht Gottlieb eine Erinnerung aus dem Gedächtnis hervor holt - und zu einer wirklich fesselnden Geschichte macht, um sie am nächsten Donnerstag vorzulesen - und sich damit im Salon der Else Lasker-Schüler einzufinden ... Nachdem Leberecht Gottlieb sich, in einer jener Entscheidungen, die weniger als Entschluss denn als leise Einwilligung erscheinen, dazu verstanden hatte, in den Erprobungsräumen der asphodelischen Wiese zu verweilen – jenem merkwürdigen...

Sachsen-Anhalt
600.000 Euro für Festivals und Kultur

Lotto Sachsen-Anhalt fördert aktuell 58 gemeinnützige Projekte mit insgesamt 1,6 Millionen Euro. Davon fließen allein 600.000 Euro in die Unterstützung von Kultureinrichtungen und Festivals. Magdeburg (epd). Der Aufsichtsrat von Lotto Sachsen-Anhalt hat auf seiner ersten Sitzung 2026 für die Förderung von Kulturprojekten 600.000 Euro bewilligt. Jeweils mehr als 50.000 Euro Lottohilfe erhalten die Köthener Bachgesellschaft, das Theater Magdeburg sowie die Altmark Festspiele, teilte eine...

  • 24.03.26

"Ich, Judas"
Ben Becker zu Gast in der Thomaskirche

Erfurt (red). Mit seinem Solo-Stück "Ich, Judas" ist der Schauspieler Ben Becker am 29. März, 19 Uhr, in der Erfurter Thomaskirche zu Gast. Das ursprünglich nur für eine einmalige Aufführung geplante Programm erfährt seit seiner Erstaufführung 2015 großen Zuspruch. „Ich, Judas“ spiele er nur noch in Kirchen, sagte Becker gegenüber der Thüringer Landeszeitung. "Die Inszenierung gehört einfach in die Kirche. Mein Dialogpartner hängt meistens hinter mir am Kreuz." Zehn Jahre nach der Premiere in...

  • 24.03.26

Workuta Adieu …
Leberecht Gottlieb (Teil 142)

142. Kapitel,  welches vom Einsturz der Bleimine in Workuta erzählt und unseren Held aus seiner Zwangslage  auf die Eleusische Wiese Asphodeliens führt und er dort den Violetten Engel trifft ... Der Einsturz kam ohne jede Ankündigung, ohne vorlaufendes Grollen,  das den Katastrophen feierliche Rahmung verleiht, kam ohne den Donner, der das Ungeheure in die Ordnung der Erwartung stellt. Nichts dergleichen. Es war ein trockenes, plötzliches Brechen, als habe die Erde selbst, die man doch für...

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