Feuilleton

Beiträge zur Rubrik Feuilleton

Morgen könnte es zu spät sein
SPÄTE LIEBE

Liebesbriefe sind eine Sache junger Leute und früher Jahre. Damals erwartete und las ich sie mit klopfendem Herzen. Ich habe sie abgeheftet Brief um Brief. Wir lebten ja zusammen all die Zeit. Wenn wir uns schrieben, dann um Differenzen zu klären oder neue aufzureißen. Heute nun, da ich alt bin, bekam ich wieder einen von der Gefährtin meines Lebens. Geschrieben vor einer OP, im Ungewissen. Beim Abschied hatte ich sie geküsst und ihr das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn gemalt. Was für eine...

Gospelkonzert in Bad Liebenwerda-Konzert
Mitreißende Harmonie aus Klang und Licht verzaubert das Publikum

Ein wahrlich fesselndes Konzert lieferten am Freitagabend die Gospelresounds Dresden und der Gospelchor der Kantorei Bad Liebenwerda den Besuchern der fast ausverkauften St. Nikolaikirche. Begleitet von Musikern der Big Band Bad Liebenwerda und der Band des Gosplechores Dresden zeigte sich das immense Talent und die Leidenschaft des Ensembles. Unter der gemeinsamen Leitung von Elke Voigt, Dorothea Voigt und Henriette Barth startete das Konzert direkt energiegeladen. Mit den Worten des ersten...

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Menschen der Woche
Namen

Kira Geiss ist neue Gnadauer Hoffnungsbotschafterin. Für den Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband möchte die 20-jährige "Miss Germany" die Gründung missionarischer und diakonischer Initiativen unterstützen. Geiss studiert an der Missionsschule Unterweissach Religions- und Gemeindepädagogik. In Magdeburg war sie beteiligt an der Gründung der EC-Jugendgemeinde Eastside, die aus der landeskirchlichen Gemeinschaft entstanden ist. Christian Lehnert ist der Ansicht, dass Pfarrerinnen und...

  • 15.05.23
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Frieden schaffen ohne Waffen
Vom Glauben an die Menschlichkeit

Alle reden vom Militär, Waffenexporte haben Hochkonjunktur. Da bleiben die Friedensfachkräfte oft unbeachtet. Mit bescheidenen Mitteln sind sie weltweit unterwegs und gerade in diesen Zeiten wichtiger denn je. Drei Beispiele. Von Bettina Röder Diesen Abend in ihrer Kindheit vergisst sie in ihrem Leben nicht: Sie übernachtete in einer dieser einfachen Hütten auf der Insel Mindanao im Süden der Philip-pinen bei ihren Großeltern. Neben der Eingangstür hatte sie sich ihr Bettchen gebaut, als...

  • 12.05.23
"Our Voices" 2018 im Kloster Unser Lieben Frauen | Foto: Viktoria Kühne
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"Our Voices" im Kloster Unser Lieben Frauen
Chorfantasie wird neu aufgelegt und erweitert

Das erfolgreiche außergewöhnliche Chorprojekt „Our Voices“ von Stefan Schultze, das 2018 beim Chorfest Magdeburg seine Uraufführung feierte, wird in diesem Frühjahr in neuartiger Weise weiterentwickelt. Am Sonnabend, den 13.05.2023 um 19.30 Uhr erklingt die Chorfan-tasie in erweiterter Form im Magdeburger Kloster Unser Lieben Frauen. Der Berliner Komponist und Pianist Stefan Schultze vereint in seinem Werk präpariertes Klavier, Live-Elektronik, Solist:innen, Percussion und Chorklänge...

NS-Zeit
Erst brannten Bücher, dann Menschen

Nur wenige Wochen nach der Machtübernahme verbrannten die Nazis in zahlreichen deutschen Städten Bücher missliebiger Autoren. Das Wort von Heinrich Heine, wonach erst Bücher und dann Menschen brennen, erwies sich als erschreckend zutreffend. Von Susanne Rochholz (epd) «Sie werden unsere Bücher verbrennen und uns damit meinen», ahnte Joseph Roth bereits 1932. Die Vermutung des Schriftstellers wurde ein Jahr später bittere Wahrheit: Im Land der Dichter und Denker prasselten im Frühjahr 1933...

  • 09.05.23
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Zum 225. Geburtstag
Holde Rose im Pakt mit Gott

Sie bezauberte Dichter wie Clemens Brentano, E.T.A. Hoffmann und Heinrich von Kleist. Luise Hensel ist als Lyrikerin fast vergessen. Dabei wird ihr bekanntestes Werk bis heute zitiert. Von Sabine Kleyboldt Wo abends mit den Kindern gebetet wird, greifen die Eltern oft zu einem über 200 Jahre alten Gedicht. Vielleicht, weil sie "Müde bin ich, geh zur Ruh" noch von früher auswendig kennen. Oder weil die gleichförmigen Reime den Nachwuchs so schön in den Schlaf bugsieren. Von wem aber das...

  • 04.05.23

Zum 150. Geburtstag
Max Reger: Ein Leben am Limit

Robert Schumann und Max Reger versuchten sich zu ertränken. Bei Schumann war die Ursache Syphilis, bei Reger die Tatsache, dass die katholische Kirche ihn exkommunizierte – er hatte die geschiedene Protestantin Elsa von Bagenski geheiratet. Von Wolf-Günter Leidel Das ist eine Anekdote von vielen aus einem außergewöhnlichen Musikerleben. Seinen Anfang nahm es am 19. März 1873 in Brand in der Ober­pfalz. Heute, 150 Jahre später, gilt Johannes Baptist Josef Maximilian Reger als einer der...

  • 03.05.23
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Ausstellung
«Inflation 1923 - Krieg, Geld, Trauma»

Infolge des Ukraine-Kriegs ist Inflation wieder ein Thema. Wie sich die Angst vor einer Inflation aufgrund der Hyperinflation von 1923 ins Gedächtnis der Deutschen eingebrannt hat, stellt eine Ausstellung in Frankfurt vor. Jens Bayer-Gimm (epd) Mit ihren Bildmotiven von Albrecht Dürer sehen sie aus wie seriöse Geldscheine, die Beträge aber lassen stutzen: 20 Billionen Mark, 50 Billionen, 100 Billionen. «Das waren 1923 die höchsten Beträge», erläutert der Kurator des Historischen Museums...

  • 03.05.23

Sonntag Kantate
Auch Musik ist Arbeit

Ein Großteil der Musikerinnen und Musiker in Deutschland braucht Nebenjobs, um über die Runden zu kommen. Der Deutsche Musikrat fordert Konsequenzen. Von Claudia Rometsch (epd) Für Ella Rohwer stand lange Zeit fest: «Ich werde einen Orchesterjob haben.» Doch dann seien ihr schon während des Studiums an der Hochschule für Musik und Tanz Köln verschiedene Projekte «vor die Füße gefallen», sagt die Cellistin. Es kamen Anfragen von DJs und Popmusikern wie etwa Bosse, mit dem sie auf Tour ging....

  • 02.05.23

die Heiligkeit der Arbeit
ein Pamphlet für Joseph am 1. Mai

Als der östliche Teil unseres Vaterlandes an die Sowjetunion verloren gegangen war, hatten die Genossen mit traumwandlerischer Sicherheit über Nacht recht schnell eine Art neuer Religion erfunden. In völligem Unverständnis des Nietzscheanischen Übermenschengedankens versuchten die Genossen, das Bild einer "Allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit" als Orientierungsidee in den Raum zu stellen. Krippe, Kindergarten, Hort und Schule, Werkhöfe und Jugendorganisationen von DSF bis GST...

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Menschen der Woche
Namen

Friedrich Lohmann plädiert in der Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine für eine militärische Unterstützung und spricht sogar von einer Pflicht dazu. Der Theologieprofessor von der Universität der Bundeswehr in München verwies auf das Papier «Maß des Möglichen» der Militärseelsorge. Die Autoren plädieren für eine Friedensethik, «die an den sicherheitspolitischen und soldatischen Herausforderungen nicht vorbeigeht». Gleichzeitig betonen sie, dass bewaffnete Gewalt der äußerster Notfall...

  • 01.05.23
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Buchtipp
Heimat ohne Land

Wie wirkt die DDR im Leben der Ostdeutschen bis heute nach? Zwei französische Historikerinnen sind dieser Frage nachgegangen – mit interessantem Ergebnis. Von Sebastian Kranich Ende 2021 twitterte der Religionssoziologe Detlef Pollack: „Frage im Seminar über die DDR an der Uni Münster: Können Sie einen DDR-Maler nennen? Schweigen. Kennen Sie einen Film, der in der DDR gedreht wurde? Schweigen. Eine Schriftstellerin? Jetzt fällt der Name Bertolt Brecht mit einem Fragezeichen in der Stimme. Dann...

  • 26.04.23
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100 Jahre „Decker Pitter“
Ein 24 Tonnen schweres Wagnis

Die Petersglocke im Dom zu Köln gilt als Meisterwerk der Glockengießerkunst. Gegossen hat sie aus 24 Tonnen Bronze Glockengießermeister Heinrich Ulrich aus dem thüringischen Apolda. Ein Rückblick auf den 5. Mai 1923. Von Holger Zürch Sie ist die außergewöhnlichste aller Glocken aus Apolda: die Petersglocke im Kölner Dom. Sie sollte die im Ersten Weltkrieg zerstörte Kaiserglocke der „Hohen Domkirche Sankt Petrus“ – so der offizielle Name – ersetzen und den Schlagton C⁰ haben. Den Auftrag bekommt...

  • 26.04.23

zum Sonntag Jubilate
die Werke des Schöpfers

"Am ersten Tag rief er das Licht ins Leuchten, am zweiten die Idee vom Unterschied. Am dritten Tage wollte er befeuchten die trockne Erde, dass sie fürder mied den Prall der Wogen und die feuchten Fluten - und Ufer bilde gegen Moor und Ried. Zum Vierten zündet er der Sterne Gluten samt allem, was am Sphärenhimmel wohnt. Zwei große Lichter, als man nennt die guten und jedes Kindlein kennt als Sonn’ und Mond. Zum Fünften spendet Gott für Meer und Lüfte das Ei der Null, des Zahlenwert kaum lohnt....

Anhalt
Musik für Sopran und Orgel

Musik für Sopran und Orgel ist in einem Konzert in der Dessauer Kirche St. Johannis am Sonntag, 30. April, um 17 Uhr zu erleben. Die Sängerin Grit Wagner und Landeskirchenmusikdirektor Matthias Pfund an der Orgel bringen Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Antonin Dvořák, Jean Langlais, Max Reger, César Franck und Johannes Weyrauch zu Gehör. Am häufigsten ist Petr Eben (1929-2007) in dem Konzert vertreten, einer der führenden tschechischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er studierte...

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Menschen der Woche
Namen

Sabine Werth, die Gründerin der Berliner Tafel, ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. «Von Berlin aus wirken ihr Vorbild und ihr unermüdlicher Einsatz als Anregung für unzählige Tafeln und Projekte im ganzen Land», würdigte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey das Engagement der 66-Jährigen. Werth gründete 1993 die erste Tafel Deutschlands, die gespendete Lebensmittel an Bedürftige weitergibt. Mittlerweile gibt es bundesweit rund 960 Tafeln. Wolfgang Thierse hat...

  • 24.04.23
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Eine religiöse Tätigkeit: Das Lesen war eine entscheidende Voraussetzung für den Glauben als eine Überzeugung, die Gefühl und Verstand miteinander verband. | Foto: pixabay.com/congerdesign
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Ausblick
Luxus mit fünf Buchstaben

Geübte Leser sind Protestanten seit jeher. Schließlich war es ein zentrales Anliegen der Reformatoren, dass die Heilige Schrift allen zugänglich sein sollte. Martin Luther hat die Mündigkeit der Gläubigen begründet und so auch die Wertschätzung des Lesens vorangetrieben. Von Peter Schaal-Ahlers Eine aufgeschlagene Bibel liegt auf dem Altar einer evangelischen Kirche. Jeder kann schon von Weitem sehen, dass im Mittelpunkt des evangelischen Glaubens ein Buch steht. Um diese Heilige Schrift...

  • 23.04.23

Rezension
Kleine Theologie des »Als ob«

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Geistige und geistliche Lichtpunkte, inmitten des theologieschwachen, moralinhaltigen Nebels, der über unseren gegenwärtigen protestantischen Kirchen(leitungs)landschaften liegt. Von Thomas A. Seidel Zu diesen Lichtpunkten zählt der neueste Text von Sebastian Kleinschmidt. Der studierte Philosoph, langjährige Chefredakteur der Zeitschrift „Sinn und Form“ und Mitherausgeber der Buch-Reihe „Georgiana – Neue theologische Perspektiven“ hat soeben eine „Kleine...

  • 23.04.23

Rezension
Mitten ins grüne Herz

Journalismus heißt, das zu veröffentlichen, was jemand anderes nicht veröffentlicht sehen will – alles andere ist Werbung“, sagte einst Georg Orwell. Verdient ein Journalist seine Brötchen in solch einem kleinen Bundesland wie Thüringen – wo gefühlt alle alle kennen – dann ist es eine anspruchsvolle Sache, ein Journalist zu sein. Von André Demut Martin Debes wird diesem Anspruch gerecht. Das spiegelt diese Auswahl seiner „Zwischenruf“-Kolumnen, die er seit 2011 in der „Thüringer Allgemeine“...

  • 22.04.23
Foto: Killyen / Evangelische Landeskirche Anhalts
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Glaskunstprojekt "Lichtungen"
Drei Nächte im Mondlicht

Auch die kleine Dorfkirche in Mühlsdorf bei Zerbst ist nun Teil des Glaskunstprojektes "Lichtungen" der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Vorgestellt wurden heute drei Chorfenster des Künstlers Julian Plodek. Hergestellt wurden sie von der Glaswerkstatt Derix Glasstudios in Taunusstein. Die Fenster für die Dorfkirche Mühlsdorf waren zum Teil bereits 2019 in der Ausstellung „Lichtung Leipzig“ in der Orangerie des Schlosses Georgium in Dessau zu sehen. Nun werden in der Kirche, die 1885 im Stil...

  • 19.04.23
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Menschen der Woche
Namen

Samuel Koch gibt in seinem neuen Buch «Schwerelos. Wie das Leben leichter wird» Tipps für ein Leben mit Leichtigkeit. Gegen schwerwiegende Sorgen helfe ihm sein christlicher Glaube, sagt der Schauspieler. Nach seinem Unfall habe er zu seiner eigenen Überraschung die Erfahrung gemacht, dass es immer noch eine Möglichkeit mehr gebe, an die man nicht gedacht hat. Er habe die Freiheit, das Leben selbst zu gestalten. «Aber ich muss es nicht allein schaffen.» Sandra Bils ist der Ansicht, dass die...

  • 17.04.23
2 Bilder

Menschen der Woche
Namen

Christian Kopp sieht die Landeskirche durch die tagelange Hängepartie bei der Bischofswahl in München nicht beschädigt. Der neu gewählte bayerische Landesbischof sagte: «Eine Wahl ist eine Wahl.» Nachdem der erste Wahl-Anlauf nach den sechs maximal möglichen Wahlgängen ergebnislos beendet werden musste, setzte sich Kopp in der zweiten Runde gegen die Landshuter Dekanin Nina Lubomierski durch. In seiner ab November beginnenden Amtszeit wolle er die Seelsorge stärken. «Wir sollten uns auf das...

  • 17.04.23

Rezension
Vaterunser: Der Adressat hat viele Namen

Nichts ist so unbekannt wie das, was wir zu kennen meinen. Diese Weisheit gilt wohl für fast alle Bereiche unseres Lebens – aber ganz sicher für Bräuche, Texte und Traditionen aus unserem christlichen Kontext. Frank Puckelwald So ist auch das zentrale Gebet unseres Glaubens – das Vaterunser – zwar immer noch recht vielen Menschen bekannt. Aber das heißt schon lange nicht mehr, dass es verstanden wird oder gar Teil der persönlichen Spiritualität ist. Es gilt hier wie für viele andere...

  • 15.04.23

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