Austritt
Ein Schritt, der die Kirche verändern wird

Der ehemalige Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm, hat ein Buch über die Gründe seines Austritts aus der katholischen Kirche und seine Vorstellungen für eine innerkirchliche Reform geschrieben. Der 47-jährige ehemalige Verwaltungschef des Bistums und Stellvertreter von Bischof Karl-Heinz Wiesemann lege «keine Abrechnung, aber eine schonungslose Bilanz und ein Eingeständnis von Scheitern, auch persönlichem» vor, teilte der Herder-Verlag mit. Das Buch «Ich muss raus aus dieser Kirche» solle am 15. Juni erscheinen.


«Ich muss raus aus dieser Kirche, weil ich meinen Glauben retten will. Weil ich Mensch bleiben will»

In dem Buch schreibt Sturm über seinen spektakulären Schritt, «der die Kirche verändern wird», heißt es. Der liberale katholische Theologe hatte am 13. Mai überraschend alle kirchlichen Ämter niedergelegt und seinen Austritt aus der katholischen Kirche erklärt. Zudem kündigte er an, als Priester in die Altkatholische Kirche überzutreten, die den Papst als oberste Autorität ablehnt und Frauen die Priesterweihe ermöglicht. Mit der Segnung homosexueller Paare stellte sich Sturm, der seit 2018 Generalvikar des Bistums Speyer war, gegen den Vatikan in Rom. Auch sprach er sich für ein Ende des Zölibats für katholische Priester und die Weihe von Frauen zu Priesterinnen aus.

Der Verlag veröffentlichte nun zentrale Passagen des Buches, das Aufschluss über die Rücktrittsgründe Sturms geben solle. Dessen Reformvorschläge könnten die katholische Kirche verändern und zukunftsfähig machen, aber ohne ihn, heißt es weiter.

Der ehemalige Generalvikar habe für sich erkannt: «Ich muss raus aus dieser Kirche, weil ich meinen Glauben retten will. Weil ich Mensch bleiben will.» Sturm sei einer der mächtigsten Kirchenmänner Deutschlands gewesen und sei immer mehr zum Gesicht einer reformfähigen Kirche geworden.

Der Hoffnungsträger habe allerdings selbst keine Hoffnungen auf einen Wandel seiner Kirche mehr gehabt und deshalb mit seinem Austritt konsequent gehandelt, so der Verlag. Damit spreche er Hunderttausenden Menschen aus der Seele und zeige all die Missstände von Kirche aus der Perspektive eines Theologen auf, der ganz oben in der Hierarchie gestanden habe.

(epd)

Autor:

Online-Redaktion

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