Predigttext zum Sonntag
Wandel im Wirrwarr

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Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen.
1. Mose 11, Vers 4

Bezahlen Sie mit Ihrem guten Namen!“ Vor vielen Jahren warb ein Kreditkartenunternehmen mit diesem Slogan. Wie schön, da setzt jemand Vertrauen in mich. Da bin ich im doppelten Sinn wertvoll und mein Name bürgt dafür.

Namen sind wichtig für uns Menschen. Sie verleihen uns Würde und heben uns heraus aus der Welt der Dinge. Namen unterstreichen unsere Einzigartigkeit und sollten uns unverwechselbar machen. Mit manchen Namen werden auch besondere Menschen verbunden. Manchmal sind es dann VIPs, Very Important Persons (deutsch: „sehr wichtige Personen“). Mit ihnen wird bisweilen Macht, Schönheit und Reichtum verbunden. Doch längst nicht alle sind wirklich bedeutend.

Dabei frage ich mich, ob es denn überhaupt „sehr wichtige Personen“ geben kann? Ein Vers aus dem Predigttext für den heutigen Sonntag hilft mir da weiter: „Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen.“ Diese Menschen hatten sich vorgenommen, zu sehr wichtigen Personen zu werden. In ihrem Eifer hatten sie vergessen, wem sie sich verdanken. Sie wollten selber sein wie Gott und ihren Namen über den Namen dessen stellen, der ihnen erst ihren Namen gegeben hat. Sie waren auf dem besten Weg zu Welt-VIPs zu werden. Niemand sollte über ihnen stehen.

Beeindruckend finde ich, wie Gott darauf reagierte: Gott spielte einen kleinen Streich mit der Sprachverwirrung. Das reichte aus und ließ ihr Gedankengebäude einstürzen.

Das Vorgehen hält uns einen Spiegel vors Gesicht: Wir wähnen uns als groß und mächtig, führen uns zuweilen als Weltenherrscher und machen uns die Welt untertan. Doch es reicht eine Sprachverwirrung oder auch ein Virus, um uns kolossal aus der Bahn zu werfen. Nichts mehr ist so, wie es war.

Die Bibel erzählt von Menschen und ihren Erfahrungen mit Gott. Sie erzählt davon, dass trotz und in allen Verwirrungen Wandel möglich ist. Und wir lesen, dass Gott uns Menschen nicht aufgibt, sondern mitgeht! Was für Hoffnungstexte auch für unsere Zeit! Vielleicht können Sprach- oder Pandemie-Wirrwarr helfen, uns wieder neu und stärker nach ihm auszurichten. Ich wünsche uns ermutigende Erlebnisse.

Hans-Jörg Heinze, Pfarrer im Pfarrbereich Hirschfeld

Hans-Jörg Heinze, Pfarrer im Pfarrbereich Hirschfeld
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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