Zahna

Beiträge zum Thema Zahna

Blickpunkt
Johann Friedrich Overbeck: Jesus lehrt das Volk vom Boot aus.

die Predigt
vom Boot aus …

Und als sie endlich alle wieder saßen, wie jammerte das Volk den Meister sehr.  Sie meinten satt zu sein, nur weil sie aßen und starrten leerer Blicke auf das Meer. Da bat Herr Christ den Jünger Petrus: „Lenke mit deinem Kahn ein wenig hin und her.“ Der Fischer folgt dem Ruf, dass er nicht kränke den Mann, der sie seit sieben Wochen lehrt. Treibt fort sein Schifflein von des Ufers Senke - und Jesus predigt laut und unbeschwert: „Nie habet Sorge, dass den Leib man töte die Seele bleibt dabei ja...

  • Sonneberg
  • 24.06.22
  • 75× gelesen
Feuilleton
Johannes der Täufer

zum 24. Juni 2022
Tag Johannes des Täufers

Ein Wächter links und einer rechts. Nach oben zerrt man Johannes grob an Bart und Haar. Der Henker hat das Beil zum Hieb erhoben – was Salome gefordert, werde wahr: „Des Täufers Haupt auf eine Silberplatte! Als Lohn für schöne Tänze wunderbar.“ Johannes, weil er sie gescholten hatte, lag Jahre schon in finstrer Kerkerhaft. Nun fordert Herodias - diese Ratte endgültig, dass man ihn beiseite schafft. Der scharfe Stahl soll ihm die Ader trennen - rasch renne rot das Blut, der Lebenssaft. Da hört...

  • Sonneberg
  • 24.06.22
  • 80× gelesen
Aktuelles
Buchmalerei, Schule von Reichenau unter Abt Humbert von Echternach (1028-1051)

zum morgigen Sonntag
Lazarusevangelium Lk 16,19-31

Er kleidet sich in Purpur und in Leinen? Er feiert Saus und Braus und großes Fest? Man schlemmt und prasst tagtäglich mit den Seinen - und Lazarus - bekommt nicht mal den Rest? Zwar lecken rein mit ihren Zungen Hunde die Schwären ihm von Eiter und von Pest ... doch starb der Arme trotzdem an der Wunde - ward flugs getragen gleich nach seinem Tod in Abrams Schoß und noch zur selben Stunde kam Scham und Gram zu Ende und die Not. Bald ging es mit dem Reichen auch zum Sterben und musste steigen auf...

  • Sonneberg
  • 17.06.22
  • 61× gelesen
Aktuelles

Fronleichnam 2022
Kurt Globnich

„De Leichenhalle hamse jedz ooch noch fordjerubbtd.“ Sprach Kurt Globnich - örtlicher Typ aus Prätzschwitz - seine Augen anklagend zum Himmel gerichtet: Wenn es einen Gott gäbe, dürfe er so was nicht zulassen. Die Leichenhalle! Von so vielen fleißigen Werktätigen in zahlreichen NAW-Stunden vor fünfundsechzig Jahren errichtet! „Wohin jedz mit die Leichn?” Doch es gibt eine Lösung: Die Kirchengemeinde schlägt dem Dorf vor, Entschlafene immer von der Kirche aus zu verabschieden - wie es auch...

  • Wittenberg
  • 15.06.22
  • 64× gelesen
Feuilleton

Trinitatis 2022
Dreins

Ich fragte meinen Engel, ob er hätte in seinen tausend Jahren je erspäht, das Ziel des Seins nach endlos langer Kette - im Allerheiligsten der Trinität. Er wiegt das Haupt mit heiligem Bedenken vor Gottes unendlicher Majestät. Und riet mir nicht, auf diesen Weg zu lenken den Schritt. Da drang ich ihn: „Zeig mir den Pfad, auf dem sich mir Erkenntnis könnte schenken - von Gott und seiner Wahrheit Wundertat!“ Er aber warnte mich mit einer Frage: „Willst werden du des Todes Kandidat? Wie kann ein...

  • Wittenberg
  • 09.06.22
  • 54× gelesen
Glaube und Alltag
Katharina v. Alexandria (Kirche Meschenbach in Südthüringen)

der Geist
hilft unserer Schwachheit auf

Ein Engel salbte Katharinas Wunden, zwei Tauben brachten Brot und kühlen Wein. Nie ließ der HERR in finstern Kerkerstunden die Glaubenszeugen ohne Trost allein. Am Mittag  führt man sie zu fünfzig Greisen, die fragen scharf und lange im Verein. Doch Katharinas Rede samt Beweisen schlägt ihren Unsinn mit dem Argument. Die Philosophin zeigt den Greisen Eisen, die keines Gegners Wut und Kunst berennt. Schon knien sie alle hin, wie zahme Lämmer und schwören ab dem Götterfirmament. Der Kaiser lässt...

  • Wittenberg
  • 06.06.22
  • 63× gelesen
  • 2
Feuilleton

EXAUDI 2022
Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Nachdem der HERR von ihnen aufgefahren zum Himmel war in unsichtbarem Licht, verjüngt es Jesu Jünger bei zehn Jahren - und schauen sie dir furchtlos in’s Gesicht. Einmütig wandeln täglich sie zum Tempel - aus reiner Freude - nicht aus Zwang und Pflicht. So geben sie bis heute uns Exempel von einer Hoffnung, die der Himmel webt und hier auf Erden wirkt, gleich einem Stempel, der öffentlich bezeugt, dass Christus lebt. In baldiger Erwartung neuen Geistes der Jünger seinen vollen Becher hebt: „Ein...

  • Wittenberg
  • 28.05.22
  • 107× gelesen
Feuilleton

von der Himmelfahrt
Jesu Christi

Nach allen diesen wunderbaren Dingen befiel die Trauer uns. Wir ahnten schon, dass wir alleine nun bald alle gingen - weil Gott ihn rief - zurück an seinen Thron. War’s deshalb, dass uns Christus wollt‘ bestellen, zu einem Hügel voller rotem Mohn? Der Wind blies und bewegt das Gras in Wellen, in Rot der ganze Berg stand wie entflammt. Wir spürten unsre Tränen reichlich quellen, zu herbem Abschied waren wir verdammt. So viel verriet er uns in vierzig Tagen, wir zittern heute noch. Doch er,...

  • Wittenberg
  • 26.05.22
  • 72× gelesen
  • 1
Glaube und Alltag
Apostelabenteuer

Sieger singen
Kantate 2022

92. Gesang - Apostelabenteuer (Acta 16,16ff) „Lasst euch vom Geiste nach Philippi leiten!“ So träumte Paulus nachts und schreckte auf. Mit dem Gefährten Silas früh beizeiten - nach frohem Morgenlob - beginnt ihr Lauf: Wir seh’n die beiden treuen Weggenossen zur Stadt der Heiden ziehen hoch hinauf. Für diesen Tag hat Gott, der HERR, beschlossen, begegnen sie zu lassen einer Magd, der sich ein Teufel hatte eingeschlossen - zur Zukunftsdeutung zwingt er - ungefragt. Die Magd folgt den Aposteln...

  • Wittenberg
  • 12.05.22
  • 13× gelesen
Blickpunkt
SPW 60 mit Weizenladung

das Gebet
und die Waffen

Christus - die Heilsgestalt der nach ihm benannten Weltreligion. Deren wichtigste Merkmale orientieren sich an den biographischen Details des Nazareners Jesus, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern und seines Leidens und Auferstehens in der Zeit um Ostern gedenken. Am Design ihrer Christusfigur arbeitet die Kirche seit Jahrhunderten. Hier nur das Wichtigste: Jesus Christus hat das Menschenweib Maria zur Mutter und ist als Gottes Sohn zugleich Erbe des davidischen Königshauses. Er ist Arzt der...

  • Wittenberg
  • 09.05.22
  • 66× gelesen
  • 1
Glaube und Alltag
Genesis 1,1-5

Schöpfung
Jubilate 8.5.2022

Gott befiehlt (יהי) das Licht (אור) in’s Sein. Vorab wurde berichtet (Genesis 1,1), dass Himmel (Plural) und Erde (Singular) geschaffen wurden. Wenn man einigen jüdischen Kabbalisten folgen will (warum auch nicht?) entsteht unmittelbar im Zusammenhang bzw. sogar noch vor! dieser Erschaffung von Himmeln und Erde die Sphäre der Zeichen (אתות). Die Reihenfolge des Erschaffenen vollzöge sich demnach  in folgendem Takt: Zeichen (את), Himmel (השמים), Zeichen (ואת) und Erde (הארץ). Die im Folgenden...

  • Wittenberg
  • 06.05.22
  • 33× gelesen
Glaube und Alltag

Misericordias Domini
vom guten Hirten

Wie möchte ich euch nun den Gott beschreiben, dem wir Vertrauen schenken ganz und gar? In welchem Bilde soll er bei uns bleiben, solang das Leben währt, von Jahr zu Jahr? Einst wollte ich durch grüne Auen wandern, lang ist es her - ich trug noch volles Haar. An diesem Tage kam nun eins zum andern: Das Wetter wechselt plötzlich: Saus und Braus. Es regnete mit Feuersalamandern, schnell rette ich mich in ein fremdes Haus. Da sah ich Bilder und Gemälde schimmern, ging weit umher und freute mich des...

  • Wittenberg
  • 01.05.22
  • 62× gelesen
Glaube und Alltag
die Emmausjünger

Emmaus
Ostermontag

Von Emmaus nach Jerusalem eilen zwei Jünger, heilig beschwingt und hellwach. Sie können zu Hause nicht länger verweilen - und treten hinaus unter's weite Gemach der Nacht, wo Sterne uns treulich geleiten hoch über an dunkelblau himmlischem Dach. Drei Tage zurück liegt Sterben und Leiden. Gekreuzigt ward Jesus, der göttliche Sohn. Der Freund. Der Heiler. Erlöser der Heiden, es hieß gar, er könne beenden die Fron. Verzweifelt war man nach Hause gezogen, der Himmel verloren. Als Lohn blieb nur...

  • Wittenberg
  • 17.04.22
  • 14× gelesen
Aktuelles
Eingang - bzw. Ausgang aus dem richtigen (dem leeren!) Grab

Ostern
- und das Grab ist leer ...

Gaudenz von Salis-Seewis hat es auf den Punkt gebracht: „Das Grab ist tief und stille / Und schauderhaft sein Rand; / Es deckt mit schwarzer Hülle / Ein unbekanntes Land. / Das Lied der Nachtigallen / Tönt nicht in seinem Schoß; / Der Freundschaft Rosen fallen / Nur auf des Hügels Moos.” Es geht noch weiter - von Zeile zu Zeile wird die Stimmung düsterer. Bald ist Ostern. Die Christen haben ein Fest draus gemacht, bei dem es immer lichter und fröhlicher wird. Denn für Christen ist das Grab...

  • Wittenberg
  • 16.04.22
  • 48× gelesen
Blickpunkt

Er breitet
seine Arme aus …

Er breitet beide Arme aus. Sie schlagen dem Fleisch des Gottes Eisennägel ein. Sind´s Menschen noch, die solche Taten wagen - der Sonnenball vermindert scheu den Schein. Mit Schwung zieht man das Kreuz am Seil nach oben, ihr Lachen einigt sich mit seinem Schrei´n. Die Breite ihrer Höhe eingeschoben verhindert, dass die Tiefe sich verschließt. Von diesem einen Punkte ausgezogen eröffnet sich ein Weg ins Paradies. So steht das Kreuz als Zentrum unsern Welten - und der dran hängt, hält alles, wie...

  • Wittenberg
  • 15.04.22
  • 15× gelesen
Aktuelles

das Bild Christi
Veronicas Tuch

Veronica war ein kleines Mädchen von etwa sieben Jahren, als die Mutter ihr das feine Tuch aus Muschelseide schenkte. „Trage dieses Tüchlein zweifach gefaltet immer bei dir, mein Kind”, sagte die Mutter. „Du wirst es einmal brauchen können.” So trug Veronica das Tüchlein im Bausch des Gewandes am Busen immer bei sich. Die Eltern des Kindes waren vermögend, der Vater ein Perlenhändler und Goldschmied, die Mutter eine gebildete Frau. Als das Kind älter wurde, stellte sich heraus, dass es klug war...

  • Wittenberg
  • 15.04.22
  • 21× gelesen
  • 1
Aktuelles
Jean-Léon Gérôme (1824 - 1904) - The Christian Martyrs' Last Prayer (Detail)

Misericordias domini
Psalm 23 hilft

Was behütet in der Not? Die alte DDR-NVA verteilte für’s Sturmgepäck (Teil 2) einen Büchsenzwieback mit Ewigkeitsanspruch. Wir nannten ihn „Atomkeks“. Eiserne Rationen, von denen ein Gramm einen ganzen Monat satt machen sollte … Mutige haben davon gekostet und ausgespuckt. Aber für den Geist gibt es sowas. Wenn gar nichts mehr geht, ist der 23. Psalm die eiserne Ration. Man kann sich die wenigen Verse aufsagen. Vor bzw. nach Niederlagen - und auch bei Erfolgen, wenn das Leben sie schenkt. Der...

  • Wittenberg
  • 07.04.22
  • 83× gelesen
Feuilleton
Don Quijote und Sancho Pansa

Theologia adventorum
vom Abenteuer der Theologie

1.DAS ABENTEUER DER THEOLOGIE  Der Auftrag lautete, nach fünfunddreißig Dienstjahren und sozusagen als fröhlichen Abgesang vor dem Pfarrstellenwechsel im Sommer 2022 noch einmal den Kollegen im Kirchenkreis Wittenberg mit einem Vortrag die Aufwartung zu machen. Dies ist heute geschehen - und hier ist der Vortrag. Ein Vortrag an sich und im Allgemeinen ist so etwas wie ein „Stück Wirklichkeit im Zeitraffer”. An einigen Stellen gibt es Abgründe in’s Unermessliche, an anderen Stellen tun sich...

  • Wittenberg
  • 06.04.22
  • 150× gelesen
  • 1
Glaube und Alltag

der Anker
das Kreuz

Dass keiner ihn aus seiner Schöpfung reiße, erwählte Gott sich einen Ankerplatz. Befahl dem Geist: „Zur Erde fahr und beiße dich tief hinein - vergraben wie ein Schatz! Dort unten diene mir, um zu verketten die Zeit im Ewigen des Zifferblatts. Schau jene Grenze dort im Violetten: Es steht der Wald zusammen, Baum an Baum! Ganz ähnlich sollst ab heute du dich betten als Riesenzeichen für der Welten Raum.“ So zwang der Gott den Geist ob Zaun und Hürde - und ließ ihn ankern jenseits Trug und Traum....

  • Wittenberg
  • 06.04.22
  • 18× gelesen
  • 1
Feuilleton

links, rechts
oder wie?

Jakobus und Johannes - beides Brüder - der Fischer Zebedaios zeugte die, sie knieten manchmal vor dem Meister nieder und baten Dinge, etwa so wie die: „Rabbuni - merke auf, was wir dir sagen, und gib uns für die Zukunft Garantie.“ Er sprach zu ihnen: „Wollt nur tapfer fragen! Was soll ich tun, Gefährten, bitte sehr?“ Sie sprachen keck: „Gib, dass in jenen Tagen, wenn Herrlichkeit wird sein rings um uns her, Jakobus rechts und ich, Johann, zur Linken zwei Stühle für uns finden. Das gewähr!“ Der...

  • Wittenberg
  • 03.04.22
  • 25× gelesen
Blickpunkt
der Astralmensch (Sascha Schneider - Villa Shatterhand)

alles rosenrot
zum 110. Todestag des Radebeulers

Anlässlich seines anstehenden 110. Todestages bereiste ich seit langem gestern wieder einmal Karl Mays letzte Heimstatt: Radebeul und Kötzschenbroda im Sächsischen. „Sieg, großer Sieg! Ich sehe alles rosenrot!“ waren die letzten Worte, die Karl May geäußert haben soll - wenn wir denn seiner Ehefrau Klara Glauben schenken wollen. Im Tode geht es stracks jenen Weg hinauf, welchen alle Edelmenschen gehen dürfen - von Ardistan direkt nach Dschinnistan. Und das Museum ist so konzipiert, dass an der...

  • Wittenberg
  • 30.03.22
  • 84× gelesen
Blickpunkt

Draußen vor der Tür
Kreuz mit Honeckers

Wer mit der Wünschelrute durch Liefers Film Honecker und der Pastor geht, wird gleich am Anfang deutliche Ausschläge bemerken. Die Vibrationen des magischen Weidenzweigs lassen auch bis zum Ende des Streifens nicht wirklich nach, denn wir wandeln neunzig Minuten lang über untergründiges Gebiet. Prof. Dr. Boernes und Kommissar Thiels kürzlich erschienenes Filmepos ist für uns ehemalige SBZ-ler ein einziges Déjà-vu. Kornelius - der jüngste Sohn des Pastors - ist zusätzlich angelus interpres, der...

  • Wittenberg
  • 28.03.22
  • 125× gelesen
  • 3
Feuilleton

ALLES IST EINS. ALLES ...
Die Mysteriendimension von HONECKER UND DER PASTOR

„Alles ist eins.” Ist diese Rilkegedicht bekannt? Vorgetragen von der unvergleichlichen Iris Berben machen die wenigen Worte den Zuhörer eins mit dem Gehörten: Mysterium coniunctionis. Der (hier mit Musik unterlegte) Text verwandelt Menschen in Landschaft und macht Landschaft noch lebendiger, als die Haine, Wege, Felder, Wiesen und Wälder es sowieso schon von Natur aus sind. Die beiden Herren Holmer/Honecker wandeln auf ein und demselben Weg - und in der Ferne kündigt sich der heilige Hain an....

  • Wittenberg
  • 27.03.22
  • 85× gelesen
  • 1
Feuilleton

u.v.a
die Zeugen

Im Abspann des Filmes Honecker und der Pastor erscheint nach der Nennung der Schauspieler auch das Kürzel U.V.A. Damit sind wohl hauptsächlich alle namentlich ungenannten Statisten gemeint - also die heutigen Bewohner der ehemaligen Lobetaler Anstalten. Sie geben - sonderbaren Engeln gleich - dem Film ein freundliches Gepräge. Auch die große Jesusstatue im Thorwaldsenstil gehört zu ihrer Schar; weit draußen in der Landschaft steht das monumentale Bildwerk und segnet alle Spaziergänger, die sich...

  • Wittenberg
  • 25.03.22
  • 105× gelesen
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