Hendrik und der berühmteste Häftling der Welt
Blinde Flecken

Ubuntu – die dahinter stehende afrikanische Lebenshaltung war mir bisher nur als Betriebssystem bei Computern bekannt.

Von Albrecht Schödl

Nach der Lektüre dieses spannenden Kinderbuches weiß ich, dass dieser Wert eine wichtige Lektion für ein geschwisterliches Zusammenleben enthält. „Ubuntu“ lässt sich mit „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ oder „Gemeinsinn“ übersetzen. Erst durch einen anderen Menschen wird der Mensch zum Menschen.
Die Geschichte des lange Zeit inhaftierten Nelson Mandela wird indirekt aus der Sicht des elfjährigen Hendrik erzählt, dessen Vater den berühmtesten Gefangenen der Welt bewacht. Dieser Schreibstil erweist sich als geschickter Kunstgriff der Autorin, um Leben und Botschaft Mandelas zu vermitteln. Hendrik durchlebt als privilegierter Weißer, wie er gefragt ist, seine eigene Position zur Apartheid zu finden. Denn es führt ihn in Auseinandersetzungen mit seinen Eltern, die Vorurteile der eigenen Familie zur Hautfarbe und den Rassismus zu hinterfragen. Schritt für Schritt lernt er zum Beispiel über die Begegnung mit der schwarzen Hausangestellten, die Welt mit den Augen der anderen zu sehen. Hendriks Horizont erweitert sich, je mehr er wagt, sich auf seine Mitmenschen einzulassen.
Mich hat die Lektüre angeregt, über Prägungen und blinde Flecken in meiner Wahrnehmung nachzudenken. Ich wünsche dem Buch viele junge Leser, die vom Vorbild Mandelas ermutigt werden, gewaltfrei gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

Petrick, Dagmar: Hendrik und der berühmteste Häftling der Welt, Neukirchner Verlag, 176 S., ISBN 978-3-7615-6712-8; 13,00 Euro

Autor:

Online-Redaktion

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