EKM-Synode
Kramer: Hoffnung ist DNA des Glaubens

Foto: Willi Wild
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Erfurt (red). Mit einem Bericht von Landesbischof Friedrich Kramer hat die Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt begonnen. Der Landesbischof konstatierte sowohl eine gesellschaftliche „Polykrise“ als auch eine ernste Lage der Kirche: „Es brennt an allen Enden: innerkirchlich, gesellschaftlich und in der Welt. Es ist unsere Aufgabe, in unseren Transformationsprozessen, im Engagement für unsere Gesellschaft und in allem, was wir weltweit wahrnehmen, zu bestehen, mitzugestalten und die Hoffnung zu stärken.“

Der Landesbischof sprach in seinem Bericht dramatische Krisen an: Der Krieg in der Ukraine dauere an. Ob in Nahost mit dem Waffenstillstand wirklich Frieden werde, sei ungewiss. Die ökologische Krise verschärfe sich weiter. Aus den USA kämen beunruhigende Signale von massiv verletzten Bürgerrechten. In Deutschland nähmen rechtsradikale Straftaten und Antisemitismus rasant zu. Kramer kam auch auf den Hunger zu sprechen: „Wir dürfen die, die hungern, keinesfalls aus dem Blick verlieren. Wir sind bereit, innerhalb kürzester Zeit unsere Ausgaben für Waffen zu verdoppeln, zu verdreifachen. Aber genauso viel Geld in die Hand zu nehmen, um den Hunger zu beenden, da fehlt es uns an Bereitschaft“. Als Beispiel nannte er die Hungerkatastrophe im Sudan, die sich weitgehend unbeachtet ereigne.

„All das macht Menschen Angst. Gerade die zeitgleiche Aufschichtung unterschiedlicher Krisen verunsichert“, betonte der Landesbischof. „Viele Ängste kommen wohl daher, dass wir uns einfache Lösungen wünschen. Die es nicht gibt.“ Werde die Angst zur Grundmelodie unserer Gesellschaft, gerieten Demokratie und Institutionen schnell unter Druck. „Für ein faires, demokratisches Miteinander braucht es Liebe zum Guten, Hoffnung auf die Zukunft und ein angstfreies Zusammenleben.“

„Wir werden nicht in Angstmache und Untergangsstimmung einstimmen“, meinte Kramer mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im nächsten September. „Wir werden werben für die Möglichkeit, nach der Wahl demokratische Bündnisse jenseits der AfD schließen zu können. Wir werden in breiten gesellschaftlichen Bündnissen aktiv sein. Wir werden ,Herz statt Hetze‘ groß machen.“

Weiterhin betonte der Landesbischof, dass die Kirche massiv unter Druck stehe. Eine Transformation mit grundlegenden Paradigmenwechseln sei nötig, damit die Strukturen zukünftig so beschaffen sind, „dass möglichst viele Menschen in ihnen dem Evangelium begegnen können“. Dieser Anspruch stehe in der Institutionen-Logik aber immer noch zu selten im Fokus.

Was feststehe: Dass für die lange geübte Praxis der Addition des Neuen zum Alten die Ressourcen zu knapp werden, und zwar die finanziellen, personellen und mentalen. „Wir werden viele unbequeme Entscheidungen treffen müssen. In solchen Prozessen fair miteinander umzugehen und sich den Respekt voreinander zu bewahren, ist schwer, aber möglich, wenn die Situation klar benannt wird“, sagte der Landesbischof.
In der Transformation gehe es um den Kern des Auftrags der Kirche. „Wie kann er in einer sich verändernden Welt so wahrgenommen werden, dass die befreiende und tröstende Kraft des Glaubens die Menschen erreichen kann?“ Schließlich sei die Kirche in keinem Fall Selbstzweck. Sie sei immer bestimmt durch ihren Auftrag. Der müsse sich in Wort und Tat zeigen. So gehöre Hoffnung zur DNA des christlichen Glaubens.

Hintergrund:

Die Landessynode besteht aus 84 gewählten und berufenen sowie solchen Mitgliedern, die ihr von Amts wegen angehören. Sie verkörpert die Einheit und Vielfalt der Gemeinden, Kirchenkreise, Dienste, Einrichtungen und Werke im Bereich der Landeskirche. Die Landessynode tritt in der Regel zweimal im Jahr zu mehrtägigen, öffentlichen Sitzungen zusammen.

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Online-Redaktion

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