Predigttext
Neue Schöpfung

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Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. - Jesaja 65,17

Tot. Er ist tot. Gerade haben wir noch miteinander Skat gespielt. Wir haben uns wie immer mit „Schalom“ verabschiedet. Schalom, das hebräische Wort für Frieden, das mehr als nur die Abwesenheit von Krieg meint: Wohlergehen, heil sein, Segen für die ganze Schöpfung, Gebote und Sicherheit haben Bestand, Menschen sind füreinander da. Wir beide brauchen diesen Gruß, dieses Zusagen. Drei Stunden später ist er tot. Einfach so.

Mir fehlt es an Frieden, wie der Schalom ihn meint. Himmel und Erde sind in meinem Herzen gebrochen. Wo sind Trost, Vertrauen, Sicherheit, Zukunft? Ich suche in diesem Moment nach Hilfe, die vom Himmel kommt, nach neuem, festen Boden unter den Füßen. Gut, mein Skat-Bruder war nicht mehr bei bester Gesundheit. Mit den Folgen eines Schlaganfalls muss er sich jetzt nicht mehr abmühen. Sein Grabstein ist nur ein Meilenstein, sein Leben bleibt. Nunmehr umarmen ihn ein neuer Himmel, eine neue Erde. Ewiglich. Ich bin noch hier – nun getröstet, auf Gott vertrauend, mit innerer Sicherheit und frohen Blickes in die Zukunft.

So deute ich den Vers aus dem Buch Jesaja im vorletzten Kapitel für diesen Ewigkeitssonntag. Auch wenn dieser in einem anderen Zusammenhang steht. Israel war im babylonischen Gefangenlager. Alles, was bis dahin getragen hat, trug nicht mehr, selbst die Gewissheit des Glaubens war dahin. Weil es manchmal auch mit Gott in solchen Krisenzeiten schwer ist, braucht es Menschen wie Jesaja.

Schon sein Name macht deutlich: Der Herr ist Retter, er ist Erlöser. Durch Jesaja läßt Gott sich nicht abschütteln. – Einige Generationen später sind sie zurück in ihrer Stadt, in Jerusalem. Die prophetische Rede Jesajas blieb, und er sprach es frei heraus: Gedenkt nicht der Notzeit, nehmt sie euch nicht zu Herzen. Seht die Heilstaten Gottes!

Wenn’s nur so einfach wäre! Seit Eva und Adam aus dem Paradies geworfen wurden, sind Jerusalem und die Welt kein Paradies geworden, bis heute nicht. Neuer Himmel und neue Erde sind freilich ein Wunschbild. Aber ein erquickendes – und am Ende der Zeit umarmt uns die neue Schöpfung. „Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.“ So geht der Predigttext ab Vers 18 weiter. Und so unser Leben. Nicht nur an diesem Sonntag.

Steffen Schulz, Pfarrer im Ehrenamt, Wolfen
Autor:

Online-Redaktion

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