Adventsserie
Zwischen 3G und Dreifaltigkeit

Mit Tests und Impfzertifikat: Albrecht Stoß war in Dosdorf bei einem Adventsgottesdienst unter der 3G-Regel vorbereitet.
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Willkommen in der Kirche, das heißt seit Sonntag in Thüringen: mit 3G-Kontrolle. Und so hat es in Dosdorf im Kirchenkreis Arnstadt-Ilmenau zum 1. Advent funktioniert.

Von Paul-Philipp Braun

Es sind keine guten Nachrichten, mit denen Pfarrer Thomas Kratzer am Nachmittag des ersten Adventssonntags in der Dorfkirche St. Otmar zu Dosdorf seinen Gottesdienst beginnt: Er gedenkt des ehemaligen GKR-Vorsitzenden, der erst wenige Tage zuvor verstorben ist. "Im Krankenhaus, mit Corona", fügt der Pfarrer hinzu.

Es ist der Moment, an dem sich einige der acht Gottesdienstbesucher in der Dorfkirche ihre FFP2-Maske noch einmal ein Stück zurechtrücken. Die Sorge vor einer Infektion beschäftigt die Anwesenden. Und die Pandemie wird selbstverständlich in der Predigt des Pfarrers thematisiert.

Für Albrecht Stoß, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates im 250-Einwohner-Dorf, war Corona schon einmal ganz nah. Kurz vor seiner dritten Impfung habe er sich, so erzählt er, mit dem Virus infiziert. Vier Tage lang beschäftigte ihn die Erkrankung, dann sei er genesen. Seitdem würde er zwei der drei geforderten Zugangsvoraussetzungen erfüllen.

Seit dem 25. November gilt in Thüringen für Gottesdienste das 3G-Prinzip, wonach die Besucher mindestens geimpft, genesen oder getestet sein müssen. Für Letzteres haben die Kirchengemeinden in Arnstadt, zu dem auch Dosdorf gehört, eigens Selbsttests angeschafft, mehrere Hundert sind bereits nachgeordert.

"Die Tests bieten wir jedem an, um am Gottesdienst teilnehmen zu können", sagt Thomas Kratzer und betont: "Ich bin grundsätzlich dafür, dass keiner ausgesperrt oder weggeschickt wird." Erst wenige Stunden zuvor hätten sich zwei Kinder beim Adventsgottesdienst in der Bachkirche testen lassen. Sie seien jedoch die einzigen der 44 Gottesdienstteilnehmer gewesen, die das Angebot der Kirchengemeinde in Anspruch genommen hätten. Trotzdem würde der Pfarrer sich mit einer 1G-Regelung, also Testung als Voraussetzung für eine Teilnahme, am besten fühlen: "Schließlich wissen wir inzwischen, dass auch Geimpfte und Genesene den Virus noch übertragen können." Dass 3G dennoch eine Gratwanderung sei, das erfahre Kratzer aus Gesprächen mit Kollegen. Nicht für jeden Pfarrer sei die in der Landesverordnung vorgeschriebene Regelung so einfach umzusetzen, wie im kleinen Dosdorf. Manche hätten schon vor dem ersten Advent auf mögliche Ablehnung aus der Gemeinde hingewiesen und um kollegialen Rat gebeten.

In Dosdorf verhielte es sich wiederum mit der Kontrolle des Corona-Status ganz einfach, berichtet Albrecht Stoß: "Wir sind etwa 86 Gemeindemitglieder. Da kennt man sich und weiß eh, wer geimpft oder genesen ist."

Dass aber trotz der Regeln die Maske während des gesamten Gottesdienstes getragen wird, macht an diesem Adventssonntag scheinbar niemand etwas aus. Dafür haben die Gottesdienstbesucher, ebenso wie für die Kontrolle am Eingang, Verständnis. "Wir wollen uns ja auch das Singen nicht verbieten lassen", sagt Stoß. Er freue sich, dass Kirchen auch in der schwierigen Pandemiezeit ihre Türen hoch und die Tore weit machen können, wenngleich dafür klare 3G-Regeln gelten.

Mit Tests und Impfzertifikat: Albrecht Stoß war in Dosdorf bei einem Adventsgottesdienst unter der 3G-Regel vorbereitet.
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