Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Krisenfest

G+H nr. 19 vom 10. Mai 2020

Heute jährt sich die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 75. Mal. Eigentlich hätte es einen großen Staatsakt in Berlin geben sollen. Doch weil das Virus auch vor Gedenktagen nicht Halt macht, wird an das Kriegsende nun im kleineren Format erinnert.  

Ausstellungen, Open-Air-Veranstaltungen, ein Jugendaustausch und Israel-Reisen, so lautete das Programm für diesen 8. Mai. Doch Covid-19 hatte die Planungen durchkreuzt - kein Staatsakt, keine Gäste. Auch der ökumenische Gedenkgottesdienst im Berliner Dom fand heute Vormittag ohne Gemeinde statt. So ist es in diesem Jahr ein digitaleres und - zumindest öffentlich - wohl stilleres Gedenken. 

Stille, dies kleine Wort, das die Abwesenheit jeglichen Geräusches bezeichnet und gleichwohl eine Art Bewegungslosigkeit beschreibt, ist in der Pandemie zum gefühlten Grundzustand geworden. Im Besonderen für all jene, die den Zweiten Weltkrieg noch als Kinder miterlebten und heute in Alten- oder Pflegeeinrichtungen leben und in den letzten Wochen keinen Besuch empfangen durften. Dabei wäre ihre Erfahrung jetzt gefragt. Warum? Glasklar, gerade ältere Menschen wüssten, wie man Krisen, Krankheiten und Katastrophen bewältigt, sie durchsteht und wie man mit weniger durchs Leben kommt, meint die Bremer Professorin für Gesundheitswissenschaften, Annelie Keil. Die 81-Jähre kritisierte jüngst den Umgang mit Senioren in der Corona-Krise. In der bisherigen Debatte werde die Kompetenz der Menschen, die sich als Risikogruppen freiwillig komplett isolieren sollen, weitgehend außer Acht gelassen. "Das gilt vor allem für die Kriegskindergeneration", so Keil.

Wie kreativ Senioren mit der derzeitigen Krise umgehen, zeigt ein Beispiel aus Hamburg. Hier ist von der Evangelischen Stiftung «Das Rauhe Haus» eine «Klön-Bude» für die 80 Heimbewohner und ihre Angehörigen eröffnet worden. Die Hütte direkt vor dem Haupteingang des «Haus Weinberg» verfügt über zwei Zugänge sowie eine Trenn-Glasscheibe und ermöglicht so persönliche Treffen unter Corona-Bedingungen. Eine Idee, die auch andernorts Schule machen könnte. Geschnackt wird schließlich nicht nur in Hamburg gern.

Ein gutes Gespräch, das stiftet frohen Mut und hilft gegen Einsamkeit - genau wie Musik. Warum der Begriff „Posaunenmission“ gerade in Zeiten von Corona wieder an Aktualität gewinnt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung.  Gute Lektüre!

Aktuelles

  • Klänge der Ermutigung: Trotz der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen gelingt es gerade den Bläsern der Posaunenchöre, viele Menschen zu erreichen. Ein Bericht von Michael von Hintzenstern. 
  • Corona-Gottesdienste: Der Leipziger Theologe Alexander Deeg, Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, erläutert die Beschlusslage im Zusammenhang mit dem gemeindlichen Gesang im Gottesdienst. 
  • »Großes Kino«: Die EKM erlebt bewegte Zeiten. Was das für den zukünftigen Gemeindealltag bedeutet und welche theologischen Fragen die Krise aufwirft, erzählt Landesbischof Friedrich Kramer im Gespräch mit Mirjam Petermann. 

Kirche vor Ort

  • Pfarrer mit Mundschutz: Die protestantische Vielfalt wird in Thüringen in diesen Tagen eindrücklich sichtbar. Wer wie und wo Gottesdienst feiert, ist sehr unterschiedlich. Eine Momentaufnahme. 
  • Dienstantritt via Youtube: Florian Zobel ist neuer Pfarrer in Großtöpfer im Kirchenkreis Mühlhausen. Der29-Jährige ist für36 Dörfer im südlichen Eichsfeld zuständig. Gesehen hat er seine Gemeindemitglieder noch nicht. Und doch kennen sie sich schon. 
  • Gut beschützt: Auch wenn das Land Sachsen- Anhalt das Besuchsverbot lockern will - das Virus schneidet seit Wochen Altenheim- Bewohner von der Welt ab. Auch im Seniorenzentrum Nord in Halberstadt. Ihren Liebsten können sie allenfalls vom Balkon aus winken. Wer nicht mehr aufstehen kann, der bleibt ziemlich einsam. Ein Lagebericht. 

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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