Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Erinnerung an B.

G+H Nr. 26 vom 28. Juni 2020

JJ 1. Sagt Ihnen das noch was?  Nein? Unter dieser kryptischen Kennung wurde der wohl berühmteste tierische Grenzgänger zwischen Österreich und Deutschland offiziell geführt: Bruno. Auch bekannt als Problembär Bruno. Heute auf den Tag vor 14 Jahren fand die Landpartie des Braunbären im oberbayerischen Spitzingsee-Gebiet ein jähes Ende.  A geh, Bruno, es hätte nicht im Museum enden müssen!

Ruhig und unerschütterlich, ein "Heiler", so sehen den Bären die Naturvölker Nordamerikas. In den Märchen übernimmt er wahlweise die Rolle des kraftvollen Beschützers oder die des bedrohlichen Raubtiers. Nun, Bruno war wohl weder ganz das eine noch das andere. Bruno war anders. Weniger unerschütterlich als unerschrocken. Eher verfressen als friedvoll. Tragisch ist seine Geschichte schon deshalb, weil er damals, im Sommer 2006, der erste Bär war, der seit 1835 in freier Wildbahn in Deutschland gesichtet wurde. Vermutet wird, dass er aus der italienischen Provinz Trient über Tirol nach Bayern kam. Soweit so gut. Als Bruno aber begann aus seiner kleinen Jahrhundertreise eine Schlemmertour zu machen, war Schluss mit der Willkommensfreude und der süddeutschen Gastfreundschaft. Tja, wäre er mal in guter Gemeinschaft gereist. Stattdessen hat er Schafe gerissen, Hühnerställe auseinandergenommen und sich - ganz klassisch - an Bienenstöcken bedient. Dabei kam Bruno menschlichen Siedlungen immer wieder gefährlich nahe - und so zu seinem Beinamen. Weil die Versuche finnischer Bärenjäger ihn lebend zu fangen erfolglos blieben, gab ihn das bayrischen Umweltministerium am 24. Juni zum Abschuss frei - unter massivem Protest von Tierschützern. Nun, wenn auch spät: Sie seien getrost durch Gottes Wort. Ja, auch die Bibel kennt den Bären. Seinen Schrecken, so steht es in Jesaja, werde der Bär erst mit dem Reich Gottes verlieren. Und bis es soweit ist, kann man Bruno ja besuchen: Ganz entspannt, im Schloss Nymphenburg in München, wo ihm das Museum Mensch und Natur eine eigene Ausstellung widmet. 

Bärenstarke Geduld brauchen in diesem Jahr auch die Konfirmanden. Das Fest, beim Jugendliche bekräftigen, was ihre Eltern und Paten bei der Taufe versprochen haben, muss aufgrund der Pandemie noch etwas warten. Wie die Gemeinden mit der Situation umgehen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung. Gute Lektüre!

Unsere Themen:

  • Vorbereitet und verschoben: In diesem Jahr müssen Konfirmanden wegen der Pandemie auf ihren großen Tag warten. Von digitalen Alternativen und der Sehnsucht nach Analogem. 
  • »Engel« muss warten: Silberne, goldene, diamantene, eiserne oder sogar Gnadenkonfirmationen mag es ja ab und zu noch geben. Aber eine Engelkonfirmation? Das kommt in Deutschland nur alle Jubeljahre mal vor – so wie jetzt auf der Nordseeinsel Langeoog. 
  • Geistliche Tankstelle:  Seit über 50 Jahren zieht die Gemeinschaft von Taizé jugendliche Christen aus ganz Europa, ja aus der ganzen Welt an. Jene von einst sind heute im Rentenalter – und doch kommen immer neue. Warum? 

Außerdem:   

  • EKM im Wohnzimmer: Die Rundfunkbeauftragte der EKM, Ulrike Greim, sieht die Corona-Krise als steile Lernkurve in Sachen digitales Arbeiten.
  • Eine Tonne Leere: Die Museumsdirektorin und ein Restaurator öffnen einen Heiltumsschrank im Halberstädter Domschatz. Was sich darin nichts befindet, ist das hochinteressant.
  • Kunst und Spiritualität: Die St.-Andreas-Kirche in der Lutherstadt Eisleben bekam einen Millionen-Betrag für die Sanierung. Ziel es ist, das kulturelle Erbe besser präsentieren und nachhaltiger nutzen zu können. 

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Leserreisen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Zweitälteste christliche Nation
Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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