Osterwort
Das Leben wird siegen

Glaubensbekenntnis: … gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten … Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
  • Glaubensbekenntnis: … gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten … Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
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"Der Tod hat nicht das letzte Wort", stellt Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), in seinem Osterwort unmissverständlich klar. "Wer immer auf den Tod und das Virus starrt, verpasst sein Leben"

Jedes Jahr rufen Menschen, die wie wir an Jesus Christus glauben, auf der ganzen Welt in milliardenfacher Freude dies einander in hunderten von Sprachen zu: „Christus resurrexit! Resurrexit vere.“ „Christ is risen. He is risen indeed!“ „Christos anesti. Alithos anesti.“ „Christos woskres. Woistinu woskres.“ „Christos harjav i merelotz! Orh-niale harutjun Christosi!“ – Halleluja!
So will es der Ritus. Auch heute. Und ich bitte Sie, wenn Sie das jetzt lesen, laut zu antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Das ist die kürzeste und aufregendste Geschichte der Welt. Nur drei Worte: Christus ist auferstanden! Und voller Kraft sprechen sie mitten in unsere Corona-Zeit eine klare Botschaft: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Leben wird siegen! Lasst uns aufstehen aus der Todesangst. Lasst uns Gott vertrauen und in Liebe zueinander leben.
„Der Herr ist auferstanden!“ Das ruft uns zu: Wende den Blick zum Leben! Kehre um von der Fixiertheit auf dich selbst und auf deine Angst. Wer immer auf den Tod und das Virus starrt, verpasst sein Leben. Wer krampfhaft sein Leben erhalten will und nur davon besessen ist, der hat es schon verloren. Wer sein Leben für andere hingibt, der wird es gewinnen. Wer sich in Liebe zu anderen verströmt, wie Christus das getan hat, der wird zum wahren Leben durchdringen. Ein Leben, das schenkt, statt gierig zu raffen.
Besonders schmerzvoll ist es, mitten in dieser österlichen Freude, dass wir in diesen Tagen uns nicht mit dem Halleluja auf den Lippen in die Arme fallen können. Wir teilen kein Brot und trinken nicht gemeinsam aus dem Kelch. Und einige von uns rufen schon zum Widerstand auf. Selbst die DDR hat sich nicht getraut, Gottesdienste zu verbieten oder Ostern abzuschaffen. Ist nicht das Heil und die Feier der Gemeinschaft wichtiger als jede Infektionsprophylaxe? Warum machen wir es nicht wie unsere christlichen Geschwister in der griechischen Orthodoxie und feiern einfach unsere Gottesdienste weiter? Nur weil es der Staat verboten hat?
Nein! Wir lassen uns Ostern nicht verbieten. Aber wir können geduldig in der Trübsal sein und im Gebet auf die Zeit warten, in der wir wieder zusammen sind. Um der Schwachen und Gefährdeten willen. Wenn Gott die Fastenzeit verlängert, die Quarantäne, die 40 Tage über Ostern hinausgeht, dann ertragen wir das und unterstützen den Versuch, Menschenleben zu retten.
Und es ist großartig, ganz im Sinne von Paulus, dass die Starken um der Schwachen willen sich beschränken und dass dies heute gesellschaftlicher und politischer Konsens ist. Das unterstützen wir mit unserem Verzicht auf erlebbare Gemeinschaft.
Aber dennoch feiern wir gemeinsam Ostern, indem wir Gottes Wort hören, und das ist das heiligste Sakrament, das wir haben. Wir erzählen davon sehr kreativ auf vielen Kanälen und mit neuen Medien, für eine große Öffentlichkeit und ganz persönlich in der Familie, sehr professionell, aber auch sehr improvisiert und unplugged. Auch hier in der Zeitung ist Gottes Wort zu lesen und es ist in jeder Bibel zu finden.
Jetzt, wo die Familien zu Hause sind, stellen sich auch neue Herausforderungen. Wie sprechen wir über Ostern und unseren Glauben, wie nähren wir den Hunger auf das heilige Mahl, wie beten wir zusammen? Hausgottesdienste und Tischgemeinschaften in der Familie sind etwas anderes als unsere Gemeinschaft im Ostergottesdienst mit Orgel, Posaunen und Chören. Aber schon wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind, kann das Gebet stark werden und Christus der Auferstandene tritt in unsere Mitte.
„Christ ist erstanden!“ Wie stark diese Botschaft in diese Tage spricht, denn sie ist nicht – wie in manch anderen Jahren – eine fröhliche Erinnerung, bevor wir Ostereier suchen und Ostern als Familienfest feiern. Nein, diese Botschaft ist die grundlegende Befreiung von aller Todesangst und auch der Angst dieser Tage, und es ist die Befreiung zu Solidarität und Liebe. Gottes Ja ist stärker als jedes Nein. Wahrlich: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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