Freitag vor 1
Ahnentafeln werden bunter
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Die Vereinten Nationen haben den heutigen 15. Mai zum Internationalen Tag der Familie erklärt.
Familie: Als Keimzelle der Gesellschaft heben die einen sie aufs Schild. Ein "Auslaufmodell“ geringschätzen die anderen. Familienbindungen sind wichtig für uns Menschen. Doch hat das Bild der Familie sich längst gewandelt. Statt „Mutter, Vater, Kind“ gibt es oft „deine, meine, unsere Kinder“ - Patchworkfamilien und andere Konstellationen.
Von Uwe Kraus
Man will wissen, wo man hingehört oder herkommt, wo die Wurzeln liegen. Nicht ohne Grund boomt Familienforschung, gibt es Internetportale, die sich nur diesem einen Thema widmen und neben den Chroniken auch dem Familienschmuck und dem Familiengrab. Familiäre Bindungen galten einst als dauerhafte Beziehungen. Die Familie als Garant für eine soziale Absicherung gerät zunehmend in den Hintergrund. Familie ist aber trotzdem für viele Mitmenschen auch ein Leben ohne große finanzielle Spielräume, in beengten Verhältnissen und mit Belastungen, auch mit drückenden Schulden. Nicht selten hört man dann den Satz: „Du sollst es einmal besser haben.“
Keiner kann wohl, "familiengeschädigt" oder nicht, behaupten, Familie sei nur Inbegriff des Glückes und nie Ort der Spannung und des Streites. Was ich bei entsprechender (Streit-)Kultur deutlich mehr befürworte als ein Miteinander nur zum Schein und weil es in die Firmenphilosophie passt. Dieses Nebeneinanderher, bei dem jeder seiner eigenen Wege geht und nur versucht, die Kreise des Anderen nicht zu stören, hat mit dem Namen Familie wohl recht wenig gemein.
Kürzlich begleitete ich eine spannende Halberstädter Dom-Führung: „Familienbande“ stellte anhand einiger ausgesuchter Kunstwerke die dargestellten Beziehungen in den Mittelpunkt der gemeinsamen Betrachtungen. Maria mit dem Jesuskind gilt wohl als die berühmteste dieser christlichen Familienbande. Was an dem Rundgang bewegte? Die dementen Teilnehmer. Wir vergessen im Alltag vielleicht zu oft, dass auch dies Familie irgendwann betrifft.
„Familienbande“, manchmal betont man das Wort auch anders und setzt ein Ausrufezeichen hintenan, womit sich durchaus die Bedeutung wandelt. Um sich dann doch wieder lieb zu haben. Zumeist jedenfalls.
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- Was Sachsen-Anhalt stark macht, sind Menschen, die wie der Historiker Thomas Müller-Bahlke Verantwortung übernehmen und sich kümmern – oft ganz selbstverständlich, direkt vor der eigenen Haustür.
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Autor:Uwe Kraus |
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