Verdienstkreuz verdient
Engagement beginnt vor der Haustür
- Thomas Müller-Bahlke in der historische Kulissenbibliothek der Franckeschen Stiftungen
- Foto: Steffen Schellhorn
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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in der Magdeburger Staatskanzlei Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an vier Frauen und vier Männer verliehen.
Von Claudia Crodel
„Was unser Sachsen-Anhalt stark macht, sind die Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich kümmern – oft ganz selbstverständlich, direkt vor der eigenen Haustür. Genau dort beginnt Engagement: im Ort, im Verein, im Betrieb, bei den Menschen vor Ort. Und von dort strahlt es aus – in die Region und in unser ganzes Land. Die heute Geehrten stehen genau dafür. Sie halten unsere Gesellschaft zusammen, stärken unsere Heimat und geben wichtige Impulse für die Zukunft Sachsen-Anhalts", so der Ministerpräsident bei der Auszeichnungsveranstaltung.
Unter den mit dem Verdienstkreuz am Bande Geehrten ist der Historiker Thomas Müller-Bahlke. Der 67-jährige wird für sein über 30 Jahre hinweg herausragendes berufliches und ehrenamtliches Wirken um die Franckeschen Stiftungen zu Halle geehrt. Von 1992 bis 2002 war er Archivar der Franckeschen Stiftungen und prägte sie ab 2003 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im vergangenen Jahr als Direktor.
Unter seiner Leitung standen nicht nur die Sanierung und Wieder-Nutzung diverser historischer Gebäude. Zugleich entwickelte er die Franckeschen Stiftungen zu einem Bildungskosmos, einem "europaweit einzigartigen Zentrum für Kultur, Wissenschaft und gesellschaftliche Teilhabe", wie es in der Ordensbegründung heißt. Dabei vernetzte er die Franckeschen Stiftungen lokal, national und international. Er förderte das Geschichtsbewusstsein und die demokratischen Prinzipien in einer breiten Öffentlichkeit. Bürgerliches Engagement, das Übernehmen von Verantwortung und die Gestaltung des Gemeinwesens waren Thomas Müller-Bahlke stets wichtig.
Unter anderem gehörte er 2001 zu den Gründern des Vereins für hallische Stadtgeschichte, war von 2015 bis 2019 Vorsitzender der historischen Kommission Sachsen-Anhalt und von 2011 bis 2014 Sprecher der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen. Maßgeblich hat er internationale Zusammenarbeit initiiert, wie etwa die Städtepartnerschaft Halle-Savannah und ein interkulturelles Museumsprojekt in Südindien.
Die von ihm ins Leben gerufenen Projekte und Netzwerke wirken über seine Amtszeit hinaus weiter und werden auch zukünftig das gesellschaftliche Leben in der Stadt, dem Land und darüber hinaus prägen.
Autor:Claudia Crodel |
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