Apolda-Buttstädt - Glaube und Alltag

Beiträge zur Rubrik Glaube und Alltag

Seltsame Logik

Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. Markus 12, Vers 43 b Von Reinhard Simon Die Verkündigung am 3. Passionssonntag bringt unsereinen in Bedrängnis. Die Begebenheiten im Tempel, als eine arme Frau zwei Kupfermünzen in den Gotteskasten einwarf, gehen an etwas Äußerstes. Sie reimen sich nicht auf ein »normales« Leben. »Wenn man sich in die Gestalt und das Schicksal Jesu von Nazareth versenkt, dann steigt einem wohl irgendeinmal ein...

  • Magdeburg
  • 10.08.17
  • 10× gelesen
Kerstin bildet sich in der Universitätsbibliothek weiter

Ins Leben zurückgefunden

Jedes Jahr am 22. März wird an die Situation von Menschen erinnert, die durch Kriminalität und Gewalt geschädigt wurden. Viele sind angewiesen auf Schutz, praktische Hilfe und Solidarität. Von Andreas Boueke Die schlanke, durchtrainierte Frau ist mit ihrem Fahrrad unterwegs. Vor der Kirche wartet sie auf den Beginn des Gottesdienstes. Sie hat eine Vorliebe für sportliche Kleidung in dezenten Farben. Im Sonnenschein des Sonntagmorgens macht sie den Eindruck, als habe sie ihr Leben im Griff....

  • Weimar
  • 10.08.17
  • 29× gelesen

Christus am Kreuz

Von Alf Christophersen Der oberbayerische Walchensee ist ein Kraftort, der Einzelne in seinen Bann zieht, ihnen elementare Naturerfahrung, Abgeschiedenheit, Klarheit und Ruhe verspricht. Hierher kamen Richard Wagner, Ludwig II. – und 1919 auch der Maler Lovis Corinth, der den Ersten Weltkrieg als Verlust gewohnter Ordnung und fortwährenden Desillusionierungsprozess wahrgenommen hatte. Sein spätes Werk besteht nun nicht nur aus Landschaften des selbstgewählten Exils und Selbstbildnissen,...

  • Weimar
  • 10.08.17
  • 57× gelesen

Aus Leid wird Freude

So wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. Johannes 6, Vers 57 b Von Reinhard Simon Das große Thema des Sonntags in der Halbzeit zwischen Aschermittwoch und Osterjubel ist die Erfahrung einer Verwandlung von Leiden in Freude. In die aufgebrochene Erde unseres Lebens wird das Samenkorn des Glaubens gesät … Das 6. Kapitel des Johannesevangeliums blickt voraus auf das Passahfest, das Fest der Befreiung, der großen Verwandlung, auf »die Nacht, in der Christus die Fesseln des Todes...

  • Magdeburg
  • 04.08.17
  • 6× gelesen

Die Pfadfinder und ihr Motto: »Jeden Tag eine gute Tat«

Von Sabine Kuschel Ist das Motto der Pfadfinderbewegung »Jeden Tag eine gute Tat« ein Kontrastprogramm zu dem reformatorischen Grundsatz »sola fide« – allein durch den Glauben? Kerstin Fuchs, Bundesvorsitzende der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) sieht darin keinen Gegensatz. Obwohl katholische Christen nicht an reformatorische Einsichten gebunden sind, ist sie der Überzeugung, dass auch katholische Pfadfinder keiner guten Taten bedürfen, um in den Himmel zu...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 159× gelesen

»Ich sehe, dass es wahr ist, was ich glaube«

Glaubenskurs zur Theologie Martin Luthers: »Sola fide« – allein durch den Glauben Von Peter Zimmerling Luthers Theologie und Spiritualität ist durch eine Konzentration auf den individuellen Glauben bestimmt. Das reformatorische Glaubensverständnis zeichnet sich durch einen im Spätmittelalter höchstens in der Mystik gekannten Gewissheits-, Intensitäts- und Subjektivitätsgrad aus. Inhaltlich versteht Luther den Glauben als ein Sich-Halten an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 16× gelesen

Kreuzabnahme

Von Alf Christophersen Leichenblässe geht aus von Max Beckmanns Kaltnadelradierung. Zerstörung, Leid, Vernichtung – Blicke und Körperhaltungen sprechen die Sprache des Entsetzens. Nicht nur Personen sind von diesem Szenario betroffen, sondern auch die Sonne, die ihre Kraft verloren hat und nur noch dunkel am Himmel steht. Max Beckmann, 1884 in Leipzig geboren, konfrontiert sein Publikum und gleichzeitig auch sich selbst mit der allgegenwärtigen Präsenz des Todes, die ihm im Ersten Weltkrieg...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 11× gelesen

Das gute Ende

Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 1. Mose 22, Vers 2 Von Karsten Loderstädt Und gingen die beiden miteinander. Aufbruch in der Dämmerung. Den Esel gesattelt. Holz gespalten für den Gottesdienst. Zwei Träger ausgerichtet, Abraham und Isaak zu begleiten. Der Junge voller Stolz. Vater und ich! Mit Übernachtung. Am Feuer. Auf dieser Wanderung werden ihm die Füße nicht...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 15× gelesen
Christen beten gemeinsam um den Frieden.

Auf dem Weg zueinander

Die Hoffnung bleibt, dass evangelische und katholische Christen eines Tages gemeinsam am Tisch des Herrn sitzen Ökumenische Gottesdienste sind für uns heute nichts Außergewöhnliches mehr. In vielen Gemeinden existieren etablierte ökumenische Gottesdienstformen zu besonderen Anlässen, wie gemeinsame Wort-Gottes-Feiern, etwa zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am Pfingstmontag oder zu kirchlichen Festen. Auch ökumenische Feiern der Trauung oder doch zumindest die Feier der Trauung bei...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 19× gelesen
Éduard Manet, Der Leib Christi mit zwei Engeln, 1866/67, Radierung und Aquatinta

Engel halten den Sohn Gottes

Von Alf Christophersen Die »Agenten Gottes« deuten die Offenbarungen, sie mahnen und strafen, aber sie behüten auch. Engel verkörpern die Präsenz göttlicher Herrschaft. Ihre Flügel zeigen an, dass sie nicht gebunden sind an den Ort, sondern rasch wieder verschwinden können. In den Welten der Kunstgeschichte werden eben diese Flügel mit hoher Aufmerksamkeit bedacht. Sie eignen sich als Schutzschild, sie ermöglichen es dem künstlerischen Gestaltungswillen aber auch, dramatische Zustände und...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 11× gelesen

Gesalbt, nicht angeschmiert

Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Markus 14, Vers 4 Von Karsten Loderstädt Petrus kann mit Kosmetik nichts anfangen. »Das ist ein Skandal. Aber der Reihe nach: Wir wollten in Bethanien übernachten. Von dort sind es noch drei Kilometer nach Jerusalem hinauf. Allein, dass er Unterkunft ausgerechnet beim Aussätzigen suchte, löste Verwirrung aus. Plötzlich, wir liegen zu Tisch, nähert sich eine Frau. Ihr Name spielt keine Rolle. Sie...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 12× gelesen

Reue – wirkliche Reue! Der gerechtfertigte Judas

Von Rolf Wischnath Was ist »Reue«? Ein Vorbild echter, ungeheuchelter Reue findet sich in der Leidensgeschichte Jesu. Und zwar bei jemandem, von dem wir es nicht erwartet hätten: bei Judas dem Verräter. Im Matthäusevangelium lesen wir davon: »Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberstücke den Hohen Priestern und Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, unschuldiges Blut habe ich ausgeliefert. Sie aber...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 10× gelesen
In manchen Kirchen werden in der Passionszeit Altarkreuze und -bilder verhüllt.

Das stärkste Symbol des Glaubens

Das Kreuz konterkariert das Bild vom planbaren und makellosen Idealmenschen Von Helmut Frank Das Kreuz ist das stärkste Symbol des christlichen Glaubens. Doch über alle Zeiten haben sich Christen mit diesem Todessymbol schwergetan. In der Urkirche hatte es als Erinnerung an den Tod des Gerechten eine herausragende Bedeutung, wurde aber unter dem starken Verfolgungsdruck nicht gezeigt. In der Kunst der Romanik thront ein nach oben blickender Christus als schmerzfreier Pantokrator aufrecht...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 43× gelesen
Max Pechstein, Geheiligt werde Dein Name, aus: Das Vater Unser, 1921, Blatt 3, Holzschnitt,
© Pechstein Hamburg/Tökendorf

Vater Unser

Von Alf Christophersen Im Werk von Max Pechstein, der am 31. Dezember 1881 in Zwickau geboren wurde und sich von dort aus, zunächst über Dresden, einen bleibenden Platz in der Kunstgeschichte erarbeitete, bilden religiöse Themen keinen Schwerpunkt. Aber es gibt Ausnahmen: 1921 veröffentlichte Pechstein eine zwölf Blätter umfassende Holzschnittfolge zum »Vater Unser«. Konsequent werden hier Schrift und bildliche Darstellung verknüpft. Unverkennbar ist der programmatische Duktus dieser...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 47× gelesen

Dein Weg fängt hier an

Als aber … der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Matthäus 28, Vers 1 Von Karsten Loderstädt Dieser Sonntag war einst ein Werktag und die Feiertagsstimmung verflogen. Du kennst das. Montags holt dich alles wieder ein. Das Liegengebliebene. Das Unbeglichene. Doch es heißt: aufstehen. Weil die Pflicht ruft. Das Gewissen mahnt. Die Alternativen fehlen. Damals wie heute das Gleiche: sich überwinden. Und Einsicht in eine...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 7× gelesen
Handgemalte Szene aus der Bibelabschrift des Künstlers El Shalom Wieberneit (91) aus Ennepetal (Nordrhein-Westfalen). Auf dem Bild zeigt Jesus nach seiner Auferstehung dem zweifelnden Thomas und den anderen Jüngern seine Nägelmale. Wieberneit hat in den vergangenen Jahrzehnten alle 27 Bücher des Neuen Testaments und viele des Alten Testaments abgeschrieben. Zu den biblischen Geschichten malt Wieberneit Ornamente und Bilder.

Gott kommt zu seinem Recht

In der Auferstehung Jesu Christi ist die Macht des Todes gebrochen – Ein Oster-Gedanke Martin Luthers Das ist eine seltsame, unerhörte Predigt, welche die Vernunft nicht fassen kann, sie muss geglaubt sein, dass Christus lebe, und dennoch tot sei, und so tot, dass doch der Tod in ihm sterben muss und alle seine Macht verlieren. Es wird aber solches uns zum Trost gepredigt, dass wir glauben und lernen sollen, der Tod habe seine Macht verloren. Denn da findet sich – Gott habe ewig Lob! –...

  • Weimar
  • 04.08.17
  • 98× gelesen
Sabine Franke, Pfarrerin in Dessau-Mosigkau

Sehen, was noch nicht ist

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Jesaja 2, Vers 4 a Von Sabine Franke Jesaja schaut. Er sieht, was noch nicht ist, aber werden kann. Er träumt durch und mit Gott von einer Zeit, in der alle Menschen gut und friedlich zusammenleben, geeint und gehalten von seinem Wort. Jesaja fordert uns auf, mitzukommen und uns auf dieses Ziel hin in Bewegung zu setzen. Zur Sommerzeit setzen sich ja manche in Bewegung. Sie wandern nicht nur, sondern gehen ein...

  • Dessau
  • 03.08.17
  • 10× gelesen

Man müsste viel öfter an die See

Impuls: Es gibt gute Orte, die Kraft freisetzen Von Gerd-Matthias Hoeffchen Man müsste viel öfter an die See. Das ist ein Spruch, den man immer wieder mal auf Mauern gekritzelt sieht oder auch im Internet in den sozialen Netzwerken liest. Und er hat eine tiefe Wahrheit. Wenn man die Augen schließt und sich vorstellt, jetzt stünde man am Meer – dann kann man tatsächlich etwas davon spüren: das Rauschen der Wellen. Der Geschmack des Salzes auf den Lippen. Das Schreien der Möwen im Wind. Das...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 10× gelesen

Eine andere Welt

Erfahrung: Ein evangelischer Redakteur besucht eine katholische Abendmesse. Von Martin Vorländer Für das Experiment, einen Gottesdienst der jeweils anderen Konfession zu besuchen, habe ich mir etwas herausgesucht, was es bei uns Protestanten so nicht gibt: eine Abendmesse im Marienmonat Mai, mitten in der Woche. Ich mache mich kurz vor 18 Uhr mit dem Fahrrad auf den Weg zur Deutschordenskirche, eine Kirche an einer mehrspurigen Straße in Frankfurt am Main. Der Orden feiert Messen auch...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 9× gelesen
Judith Kölling, Gemeindepädagogin in Pratau

Was würde Jesus tun? – Der Anstoß, sich zusammenzuraufen

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Epheser 5, Verse 8 b und 9 Von Judith Kölling Als Jugendliche hatte ich ein Armband, auf dem stand in weißen Buchstaben auf schwarzem Untergrund »W W J D«, die Abkürzung für: What would Jesus do (Was würde Jesus tun?) Ich bin dadurch sicher nicht zu einem besseren Menschen geworden. Doch gab es tatsächlich eine konkrete Situation, in der es »geholfen« hat. Während einer Jugendfreizeit...

  • Wittenberg
  • 03.08.17
  • 18× gelesen

Belebt statt abgespeist

Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen. Johannes 21, Vers 6 b Von Karsten Loderstädt Wer’s glaubt, wird selig!« Der Unterton starker Skepsis ist dieser Redensart eigen. Zu Unrecht, jedenfalls auf die Worte der Bibel, insbesondere die Auferstehungsbotschaft bezogen. Ich habe die kirchenjahreszeitliche Wendung »österliche Freudenzeit« im Ohr. Neben dem etwas angestaubten Sprachgebrauch, klingt es, als wäre...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 7× gelesen
Ostergeschehen mit Jesus und Maria Magdalena auf dem Glasfenster in der Stadtkirche im sächsischen Stolpen

Die erste Zeugin der Auferstehung

Es ist fast wie eine Kriminalgeschichte, über Maria Magda­lena zu berichten. Sie gehört zu den faszinierendsten Frauengestalten im Neuen Testament, wurde aber auch zu einer der schillerndsten Figuren der christlichen Tradition. Von Ursula Baltz-Otto Die männlichen Fantasiebilder späterer Zeiten, wie sie sich in der Malerei vielfach niedergeschlagen haben, darf man nicht auf die historische Maria Magdalena zurückprojizieren: jung, schön und ein wenig lüstern – so stellt man sie nur zu gern...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 270× gelesen

Enttäuschte Erwartungen

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Hesekiel 34, Vers 11 Von Ronald Höpner Da bitte ich meine Kinder, mir bei der Gartenarbeit zu helfen, gebe ihnen klare Anweisungen. Doch was musste ich feststellen? Nichts ist so erledigt, wie ich es mir vorgestellt habe. Zu unkonzentriert und lieblos sind sie an die Aufgabe gegangen, entsprechend enttäuschend war für mich das Ergebnis. »Alles muss man selber machen!« Diesen Gedanken mag man auch Gott unterstellen, wenn man...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 10× gelesen

Die Bibel – ein Erzählbuch über das Leben

Von Helmut Frank  Wie die Bibel zu verstehen ist, sorgt für Diskussionen, seitdem es sie gibt. Martin Luther wollte im Einklang mit der Renaissance historisch und auch theologisch zurück »zu den Quellen«. Die Autorität des Papstes und die Konzilien, war sich Luther sicher, verdunkelten die Christus-Wahrheit mehr, als dass sie das Wort Gottes erhellen würden. Bei der Rückkehr zu den Quellen fand er schließlich sein Kriterium für die Schriftauslegung: Jesus Christus. Die Bibel verdeutlicht den...

  • Weimar
  • 03.08.17
  • 23× gelesen

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