Corona
Suchthilfe in Thüringen befürchtet Krisenfolgen

Erfurt (epd) - Die Thüringer Landesstelle für Suchtfragen befürchtet gravierende Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Süchtigen im Land. Sebastian Weiske von der Landesstelle sagte, die jetzige Ausnahmesituation destabilisiere Suchtkranke besonders stark. Ihnen falle es schwerer, mit existenziellen Nöten oder auch Langeweile umzugehen. Hinzu komme, dass viele auch an psychischen Erkrankungen litten.

Somit besteht nach Weiskes Worten die Gefahr, dass die Betroffenem einem verstärkten Suchtverlangen nachgeben. Unter anderem könnten Spielsüchtige wegen geschlossener Wettbüros und Spielcasinos auf andere Suchtmittel wie Alkohol und illegale Drogen ausweichen. Weil geschlossene Grenzen das Drogenangebot auf der Straße verknappten und verteuerten, bestehe darüber hinaus die Gefahr verstärkter Entzugskriminalität. Bereits erzielte Ausstiegserfolge seien wegen der Kontaktbeschränkungen in Gefahr, weil sich Betroffene oftmals nicht auf Video- oder Telefonsprechstunden mit Beratern einlassen wollten.

Weiske forderte die thüringische Landesregierung zur Entlastung der Situation auf, die Arbeit der Berater aktiv zu unterstützen. Die Suchtberater müssten umgehend als systemrelevant eingestuft werden, so dass für sie die Kindernotbetreuung greift. Außerdem verlangt die Landesstelle, das aktuelle Angebot an Entgiftungs- und Entzugstherapien in Thüringen zentral zu koordinieren.

Suchtberatungsstellen gibt es nach Weiskes Angaben an 48 Orten in Thüringen. Sie berieten jährlich mehr als 5.500 Süchtige und ihre Angehörigen.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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