Ehrenamtliche Prediger trafen sich
Lektoren tagen zum besseren Verständnis

Bibelauslegung: Matthias Rost vom Gemeindedienst erläutert die Methoden.
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Verstehst du auch, was du liest, fragte der Apostel Philippus den Finanzminister aus Äthiopien, der sich auf seiner Reise in eine Schriftrolle des Propheten Jesaja vertieft hatte. Gut, dass Philippus zur Stelle war und ihm den Inhalt erklärte.

Von Dietlind Steinhöfel

Verstehst du auch, was du liest?, stand als Thema über den Lektorentagen in Magdeburg, Halle und Erfurt, die coronabedingt dezentral angeboten wurden. Nach Erfurt waren am 17. Juli gut 30 Lektorinnen und Lektoren gekommen, um sich über Zugänge zu biblischen Texten auszutauschen. Als „Philippus“ agierte Matthias Rost vom Gemeindedienst. Er stellte verschiedene Modelle vor, die biblische Texte erschließen können.

„Bibelauslegung ist ein fortgesetztes Lebensgespräch“, betonte der promovierte Theologe. Deshalb sei es gut und wichtig, die Texte nicht allein im stillen Kämmerlein zu lesen, sondern sich im Austausch mit anderen die Inhalte zu erschließen.

Er stellte verschiedene Methoden des Herangehens vor, wie das Bibel-Teilen – miteinander den Text lesen und darüber sprechen; die Fünf-Finger-Exegese, die fünf Fragen an den Text stellt; das Bibliodrama, das sich szenisch den Inhalten nähert; den Bibliolog, der Äußerungen von Teilnehmern aufnimmt, oder die Betrachtung aus christlich-jüdischer Sicht.

Lektoren nutzen für ihren Gottesdienst fertige Lesepredigten. Die Frauen und Männer, die Gottes Wort verkündigen, sollen jedoch nicht nur vorlesen, sondern den Bibelabschnitt selbst verinnerlichen und mit eigenen Gedanken anreichern.

Eine Lektorin beschrieb diesen Prozess: „Ich befasse mich zuerst mit dem Bibeltext und notiere mir meine Gedanken. Dann schaue ich, wo meine Gedanken in den Predigtvorlagen vorkommen.“

Christine Kalies vom Lektorenrat kennt bereits einige der Methoden. Dennoch sei der Austausch und die Auffrischung immer wieder wichtig und sinnvoll, sagt sie gegenüber der Kirchenzeitung. Sie schätzt die regelmäßigen Fortbildungen vor Ort. Gerade das Bibel-Teilen habe sie sehr bereichert. Neu sei für sie der Bibliolog, sagt die 50-jährige Sozialpädagogin aus Frankenblick (Kirchenkreis Sonneberg), die seit 2005 als Lektorin tätig ist. Deshalb habe sie diesen Workshop gewählt. In den Workshops am Nachmittag ging es von der Theorie in die Praxis. Neben dem erwähnten Bibliolog wurde kreatives Schreiben, Hilfsmittel wie Basis- oder Erklärungsbibel sowie Viagese, die den Bibeltext als Raum begreift, in dem man sich bewegen kann, angeboten.

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