Hallungen feiert 300 Jahre Kirchweih
Jubilarin soll einen Namen bekommen

Die Dorfkirche von Hallungen wurde 1725 anstelle der vorreformatorischen Nikolaikirche errichtet. | Foto: Reiner Schmalzl
  • Die Dorfkirche von Hallungen wurde 1725 anstelle der vorreformatorischen Nikolaikirche errichtet.
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Wohl schon zehn Generationen haben leidenschaftlich dafür gesorgt, dass die Kirche von Hallungen (Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen) zu ihrem großen Jubiläum an diesem Wochenende nicht extra herausgeputzt werden musste. Denn die kleine Dorfkirche präsentiert sich spätestens seit ihrer letzten Renovierung im Jahr 1988 innerlich wie äußerlich im Festgewand.

Von Reiner Schmalzl

So sind nicht nur die Brüder Kevin und Maurice Leise sowie Alexander Hölzer an der Spitze der Hallunger Kirmesgesellschaft mächtig stolz, jetzt die 300. Kirmes feiern zu dürfen.

Dem Trio ist bewusst, welchen Schatz sie in ihrer Taufkirche mit dem markanten Turmhelm und dessen beiden Fachwerkgeschossen haben. Die Jubilarin am Fuße des Hainich wurde 1725 anstelle der vorreformatorischen Nikolaikirche errichtet. Beeindruckend wirkt die architektonische Verbindung von Altar, Kanzel, Orgel und Taufstein.

Die Gemeinde habe beim Gottesdienst alles im Blick, verweist Pfarrer Rüdiger Stephan auf die Besonderheit. Zudem ragt eine Christus-Darstellung auf einer Konsole an der Brüstung der Orgelempore heraus. Dabei handelt es sich um eine Nachbildung der berühmten Statue „Segnender Christus“ des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen (1770–1844).

Das viel größere Original schuf der Künstler im Jahr 1821 für die Frauenkirche in Kopenhagen. Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die berühmte Skulptur in anderen Ländern durch Kopien in vielen Kirchen und auf Friedhöfen.

Höhepunkt der Jubiläumskirmes ist am Sonntag, 14. September, um 10 Uhr der Festgottesdienst mit Regionalbischof Tobias Schüfer. Dazu sollen er und weitere Ehrengäste von den Kirmesplatzmeistern Kevin Leise und Maurice Leise hoch zu Ross begrüßt werden.

Zuvor wollen die Kirmesburschen ihre obligatorische Morgenrede mit Anspielungen auf das Leben im Heimatort sowie die große Politik auf dem Anger halten. Ab Mittag zieht die Kirmesgesellschaft mit den Goldberg-Musikanten durch das 179-Seelen-Dorf, um Ständchen zu bringen und den Leuten Gesundheit zu wünschen.

Diesmal soll es natürlich ein besonderes Hoch auf die 300 Jahre alte Kirche geben. Pfarrer Rüdiger Stephan plädiert zudem dafür, dem Gotteshaus wieder den ursprünglichen Namen „Nikolaikirche“ zu verleihen.

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