Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
Janz tritt als Sprecherin zurück

Foto: epd-bild/Heike Lyding

Im Gremium für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche steht eine weitere personelle Veränderung an. Sprecherin Nancy Janz zieht sich zurück, auch weil sie Fortschritte vermisst.

Berlin (epd). Die Sprecherin der Betroffenen im Gremium für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche, Nancy Janz, tritt zurück. Die vier Jahre als Sprecherin im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Diakonie hätten sie Kraft gekostet, und sie sei dabei über ihre Grenzen gegangen, sagte Janz dem Berliner «Tagesspiegel» (Mittwoch). Am Vormittag soll Janz eine persönliche Erklärung abgeben.

Sie kritisierte auch die Kirche. In den evangelischen Landeskirchen und Diakonie-Landesverbänden würden Veränderungen viel zu langsam umgesetzt oder sogar infrage gestellt.

Mit Janz verliert das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der EKD und Diakonie innerhalb kurzer Zeit seine zweite prominente Stimme. Bereits im Herbst hatte Detlev Zander sein Sprecheramt niedergelegt und ebenfalls Defizite bei der Aufarbeitung kritisiert.

Seitdem war Janz alleinige Sprecherin der Betroffenen. Ursprünglich waren neun Betroffene Mitglieder im Beteiligungsforum, nach mehreren Rücktritten waren es zuletzt sechs aktive Mitglieder. Die Vertreter der Institution sind derzeit mit neun Beauftragten vertreten.

Janz war seit Gründung des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt in EKD im Jahr 2022 gemeinsam mit Zander Stimme der Betroffenen. Sie leitet zudem die Fachstelle sexualisierte Gewalt in der bremischen Landeskirche.

Das Beteiligungsforum ist das zentrale Gremium der evangelischen Kirche und ihres Sozialverbandes Diakonie, in dem über die Aufarbeitung und Prävention von sexualisierter Gewalt gesprochen wird. Dort wurde zwischen Betroffenen und Vertretern der Institutionen zuletzt etwa verhandelt, nach welchem Verfahren und in welcher Höhe Missbrauchsbetroffene Ausgleichszahlungen von Kirche und Diakonie erhalten sollen. Die Richtlinie ist noch nicht flächendeckend umgesetzt.

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Online-Redaktion

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