Schleiz: Junger Priester hielt erste Messe in evangelischer Bergkirche
Geweiht unter Protestanten

Matthias Maximilian Wagner
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Ich hatte schon immer das Gefühl, dass Gott mich kennt, existiert und da ist“, sagt Matthias Maximilian Wagner.

Von Sandra Smailes

Am vergangenen Wochenende hat der 29-Jährige die Heilige Weihe zum Priester durch Bischof Heinrich Timmerevers in der Katholischen Hofkirche zu Dresden empfangen. Seine erste Messe aber feierte er nur einen Tag später in seiner Heimatstadt Schleiz – in der evangelischen Bergkirche.

Im Mittelpunkt stand dabei die Spendung des sogenannten Primizsegens: Zum ersten Mal erbittet hierbei der junge Priester in seiner neuen Funktion Gottes Hilfe und Schutz für die Gemeinde, indem er das Kreuzzeichen macht und die Segensworte spricht.

Diesen besonderen Gottesdienst hier feiern zu dürfen, habe ihm viel bedeutet, sagt Matthias Maximilian Wagner, der als wissenschaftlicher Assistent und Dozent an der Universität Luzern in der Schweiz tätig ist. "Das hier ist meine Heimat. Ich bin in Schleiz aufgewachsen, in den Evangelischen Kindergarten, zur Schule, und als Jugendlicher zum Tanz – und am nächsten Morgen in die Kirche gegangen." Für ihn schließe sich somit auch ein Kreis. Die Bergkirche nämlich sei nicht nur seine Taufkirche, erzählt der junge Pater. Es sei auch eine ehemalige Kirche des Deutschen Ordens, dem er angehöre.


"Meine Vernunft führte nicht weg, sondern nur noch tiefer in meinen Glauben"

Der Orden der „Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ wurde 1190 im israelischen Akkon gegründet. Als Hospitalbruderschaft nahmen sie sich dort der verwundeten und kranken Kreuzfahrer an. "Es waren Kaufleute aus Bremen und Lübeck, die ihre teuren und modernen Koggen in Lazarette umwandelten. Geleitet vom christlichen Glauben und dem Gebot der Nächstenliebe", erklärt Wagner.

Zum Glauben gefunden habe er selbst, so Wagner, durch Ferienfreizeiten in Württemberg; zum Orden durch einen befreundeten Chemiker, der ihm den Tipp gegeben habe: „Schau dir doch den Deutschen Orden an, ich glaube, dessen Spiritualität taugt dir.“

Am Anfang dieses Weges jedoch habe ein Ringen gestanden, berichtet er. Auch Zweifel habe er gehabt. "Schließlich hatte ich mein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium, die Stelle als Personalverantwortlicher, als ›Jungpolitiker‹ und die Beziehung zu der Frau, von der ich sicher war, sie zu heiraten, hinter mir gelassen." Die Berufung zum Priester aber habe er für sich prüfen wollen. "Meine Vernunft führte letztlich nicht weg, sondern nur noch tiefer in meinen Glauben." Er habe einfach dem Bedürfnis folgen wollen, sich für Menschen einzusetzen.

Während er zum einen an der Universität in Luzern seine Dissertation anfertigen will, möchte er sich auch zukünftig weiter in der Krankenhausseelsorge bei den Barmherzigen Brüdern in Regensburg engagieren, wo er schon die vergangenen vier Jahre verbracht hat, so Wagner. Die Ordensgemeinschaft lebe direkt im Krankenhaus auf Ebene der Onkologie. "Sie sind rund um die Uhr für die Patienten da."

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