Wort zur Woche
Was die Finsternis vertreibt
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Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Jesaja 60, Vers 2b
Bei mir leuchtet er noch, der Herrnhuter Stern. Einer? Drei kleine in der Küche, ein großer im Wohnzimmer. Das kleine Flurfenster hat auch einen.
Von Matthias Keilholz
Und ich genieße es bis zum letzten Tag der Weihnachtszeit, dass diese Sterne einen Moment früher leuchten, als ich aufstehe. Denn dann geht mir dieses Licht schon ein Stück voraus in den Tag hinein.
Nun wird es auch draußen wieder früher hell, so dass die Herrnhuter mit dem letzten Sonntag der Weihnachtszeit, der Epiphaniaszeit, in ihre Sommerhalbjahrspause gehen können. – Ist das nicht großartig, vom Licht empfangen zu werden? – Mal mild und warm, mal bunt, mal strahlend hell, vielleicht sogar gleißend – aber immer: Licht. Das vertreibt die Finsternis. Unweigerlich. Denn die Dunkelheit selbst hat keine eigene Kraft. Ihr fehlt nur das Licht.
Das Licht, von dem Jesaja schreibt, steckt an. Es lädt dazu ein, näherzutreten, in dieses Licht einzutreten. Wenn über einem Ort ein helles Licht leuchtet, wenn goldene Kuppeln und Türme das Licht reflektieren, das sie anstrahlt, dann zieht dieser Ort nicht nur die Blicke auf sich. Er verlockt dazu, sich dem Licht, dem reflektierten, und mehr noch der Quelle des Lichtes zu nähern. Jesaja malt ein helles, glückliches Zukunftsbild. Gott selbst ist die Sonne für die Menschen, schreibt er ein paar Verse später.
Dieses Zukunftsbild ermutigt mich, denn es wirft sein Licht schon voraus. Überall dort, wo kleine Lichter im Alltag aufleuchten, steckt dieses große Licht, dieses heilvolle Ereignis dahinter. Sie markieren, auch wenn sie klein sind, den Weg in Gottes Zukunft. Wer sagt denn, dass der Weihnachtsjubel zu Ende sein muss?
Das Kind in der Krippe, Jesus selbst, geht mit in die weiteren Tage des Jahres, in die kommenden Zeiten. Er geht mit seinen Menschen, und seine Zukunft kommt dieser Welt entgegen. Jede Ermutigung, jedes Hoffnungswort oder Trostwort erinnert mich daran: Gottes Licht ist da, jeden Tag neu.
Der Autor ist Pfarrer in Lutherstadt Wittenberg.
Autor:Online-Redaktion |
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