Synodaler Weg
Unzufriedenheit mit Umsetzung der Beschlüsse
- Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
- Foto: epd-bild/Christoph Schmidt
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Jahrelang haben katholische Laien und Bischöfe über Reformen diskutiert, am Ende standen 15 Texte. Eine Auswertung zum Abschluss des Reformdialogs Synodaler Weg zeigt: Viele Beschlüsse sind noch nicht umgesetzt.
Stuttgart (epd). Viele Delegierte des katholischen Reformdialogs Synodaler Weg sind unzufrieden mit der bisherigen Bilanz bei der Umsetzung der Beschlüsse. «Es brennt die Hütte, wir haben die Zeit nicht mehr», sagte der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes während der letzten Synodalversammlung des Synodalen Weges, die bis Samstag in seiner Stadt tagte. Er sei enttäuscht, wie schwerlich die Beschlüsse aus der Synodalversammlung umgesetzt werden.
Zwischen 2020 und 2023 hatten Bischöfe und Laien insgesamt 15 Texte verabschiedet, darunter neun konkrete Handlungstexte, etwa für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen oder die Möglichkeit in Messfeiern zu predigen auch für Frauen.
Synodaler Weg als "Türöffner"
Nach Einschätzung des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat der katholische Reformdialog Türen geöffnet. So nehme man etwa queere und homosexuelle Menschen in der katholischen Kirche heute anders wahr, sagte Bätzing am Donnerstag in Stuttgart anlässlich der Eröffnung der sechsten und letzten Synodalversammlung. Viele katholische Christen empfänden das als eine Art «Aufatmen». Er gehe sehr zuversichtlich in die Synodalversammlung, sagte Bätzing, «weil der Kulturwandel, der gelungen ist, mich einfach erfreut». Der Limburger Bischof ist zugleich Präsident des Synodalen Weges.
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Präsidentin des Synodalen Weges, Irme Stetter-Karp, sagte, sie sei froh «um alles was wir erreicht haben». Sie beobachte ein neues, gutes Miteinander zwischen Bischöfen und Laien: «Wir haben einen Kulturwandel im Miteinander. Das ist die Grundlage für alles, was jetzt vor uns liegt.» Stetter-Karp zeigte sich überzeugt davon, dass Christen Wertvolles beizutragen hätten zu Frieden, Freiheit und Gemeinsinn. Deshalb dürfe sich die Kirche nicht mit sich selbst aufhalten. Sonst verspiele sie Vertrauen.
Thomas Söding, Vizepräsident des ZdK und des Synodalen Weges, sagte, die Probleme, die der Synodale Weg bearbeite, seien weltweite Probleme der katholischen Kirche: «Nämlich zu wenig Machtkontrolle, zu viel Klerikalismus, zu wenig Frauenrechte, zu viel Exklusion aufgrund der sexuellen Orientierung».
Kein Bistum setzt alle Beschlüsse um
Kritik hingegen kam von den Delegierten. Die Delegierte Birgit Mock sagte in der Präsentation des Umsetzungsberichts, keines der 27 Bistümer habe bislang alle Beschlüsse vollständig umgesetzt. 23 von 27 Bistümern hatten sich auf eine entsprechende Umfrage zurückgemeldet. Gar nicht geantwortet haben die Bistümer Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt. Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nehmen auch nicht an der Synodalversammlung teil. Sie gehören zu den lautstarken Gegnern des Formats.
Der Würzburger Bischof Franz Jung sprach bei der Präsentation des Berichts von einer «Momentaufnahme». Die Befragung hatte im vergangenen Jahr stattgefunden. Der Bericht zeigt, dass beispielsweise in 13 Diözesen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden sollen, eine Diözese verwies auf eine bereits bestehende Praxis für solche Segensfeiern.
Eine Leerstelle ist die fehlende Teilerlaubnis, dass auch nicht-geweihte Personen, wie Frauen, in katholischen Eucharistiefeiern predigen dürfen. Eine solche Norm müsste in Rom eingeholt werden. Auch eine Musterordnung für die Beteiligung von Laien bei Bischofsernennungen fehlt noch.
Autor:Online-Redaktion |
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