Wort zur Woche
Lernen von einem verfolgten Propheten

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Jeremia 17, Vers 14

„Vor allem Gesundheit!“ Wann haben Sie diesen Wunsch zuletzt gehört oder gesprochen? Vielleicht bei einem Geburtstag? Es ist ein zentraler Wunsch.

Von Katharina Freudenberg

Alle, die schon einmal krank, vielleicht sogar schwer krank gewesen sind, wissen um den hohen Wert der Gesundheit. Bei diesem Wunsch wird dabei oft zuerst an das körperliche Wohlergehen gedacht. Das ist schließlich auch konkret fassbar. Aber bedeutet „Gesundheit“ nicht noch mehr als das physische Funktionieren unseres Körpers?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit in einem weiteren Sinn als einen "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. Die Definition nimmt den Menschen damit auch in seiner Verfasstheit als geistiges und soziales Wesen ernst. Gleichzeitig setzt die WHO die Messlatte für Gesundheit sehr hoch, indem sie von einem „vollständigen Wohlergehen“ spricht. Das klingt nach einem Idealzustand, der menschlich gar nicht zu erreichen ist.

In unserem Wochenspruch bittet der Beter darum, „heil“ zu werden. In diesem Wort schwingt ebenfalls mehr mit als bloßes körperliches Intaktsein: Das seelische Wohlbefinden ist darin ebenfalls angelegt. Die Bitte entstammt einem Abschnitt aus dem Propheten Jeremia, der sich als „Gebet des verfolgten Propheten“ überschreiben lässt. Worum er in diesem Hilfeschrei genau bittet, wissen wir nicht. Es scheint sich um eine schwierige Notlage zu handeln.

Entscheidend ist, dass der Beter darum weiß, dass er nicht aus sich selbst heraus „heil“ werden muss, auch wenn er viel dazu beitragen kann. Er kann sich an Gott, seinen Schöpfer, wenden. Bei ihm kann der Mensch heil werden und heilsame Ruhe finden – auch ohne „vollständiges Wohlergehen“, und manchmal sogar mitten in einer Krise. Wie wird Ihr nächster Geburtstagswunsch für andere klingen – und für Sie selber?

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Katharina Freudenberg | Foto: K. Freudenberg
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