Predigttext zum Sonntag
Gesegnet

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Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!
4. Mose 6, Vers 26

Seit über dreitausend Jahren werden Menschen mit diesen Worten gesegnet. Sie verbinden uns seither mit den Gemeinden, die zum Gottesdienst versammelt waren.Weltweit sind wir so miteinander verbunden. Durch den langen Gebrauch ist der Segen ein Schatz im gottesdienstlichen Vollzug.

Darüber hinaus ist er auch so wertvoll, weil ihn Gott selbst Mose in den Mund gelegt hat. Weil dieses Segenswort Gottes eignes Wort ist, darum ist es so wertvoll und hat Verheißung. Am Ende eines jeden evangelischen Gottesdienstes steht nicht das beliebige Wort eines Menschen, sondern dieser Segen.

Was heißt das aber im Einzelnen? Gott selbst lehrt uns so zu segnen. Er will, dass er in dieser Weise in Anspruch genommen wird. Der Segen ist nicht Wunsch und nicht Bitte, sondern Inanspruchnahme Gottes. Gott erwartet von uns ein ungeteiltes Vertrauen. Gott erwartet, dass wir den Segen nicht einfach so hinnehmen als gewohnten Abschluss des Gottesdienstes, sondern dass wir in der Gewissheit dieser Zusage leben, denn er allein kann unser Leben in seiner Existenz schützen und bewahren. 

Zuvor heißt es: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir.“ Mit dem über uns ausgesprochenen Segen stehen wir nicht nur unter seinem Schutz, sondern auch in seinem Lichtschein. Wer aus einer dunklen, holprigen Gasse auf die hell erleuchtete Straße kommt oder aus dem unbeleuchteten Flur in die helle Stube, weiß, wie angenehm es ist, ins Licht zu kommen. Es gibt alte Gesellschaftsspiele, bei denen man in einem stockdunklen Raum oder mit verbundenen Augen einen Gegenstand oder eine Person suchen muss. Wenn das Licht eingeschaltet oder die Augenbinde abgenommen wird, stellt man erstaunt fest, dass die Orientierung völlig verloren war. Das Licht bringt es an den Tag, dass man am falschen Ort steht. So ist es auch mit Gottes Licht. Unter dem Angesicht Gottes kommt ans Licht, was wirklich mit uns los ist.

Es wird heute so viel über Frieden gesprochen. Es scheint fast so, als wäre es das wichtigste Wort. Über seine Bedeutung besteht sicher kein Zweifel. Eins dürfen wir aber nicht vergessen: Frieden beginnt immer damit, dass Gott auf uns schaut, uns im Blick hat. Dieses Wissen lässt auch uns aufblicken und unserem Nächsten in die Augen schauen. Frieden beginnt dort, wo Gott uns anschaut, und Frieden geht weiter, wo Menschen nicht wegsehen.

Lothar Scholz, Kreisoberpfarrer in Köthen
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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