Ausblick
Wofür Kirche und Diakonie stehen

Ziehen an einem Strang: (v. l.) Präsident Jan Lemke, Landesbischof Friedrich Kramer, Gemeindedezernentin Petra Schwermann, Personaldezernent Michael Lehmann, Finanzdezernentin Barbara Füten und Diakoniechef Christoph Stolte  | Foto: Willi Wild
  • Ziehen an einem Strang: (v. l.) Präsident Jan Lemke, Landesbischof Friedrich Kramer, Gemeindedezernentin Petra Schwermann, Personaldezernent Michael Lehmann, Finanzdezernentin Barbara Füten und Diakoniechef Christoph Stolte
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Wenn die EKM und die Diakonie Mitteldeutschland Anfang Januar zum Pressegespräch einladen, dann geht es um die Vorausschau auf das neue Jahr. Projekte, Jahrestage und planbare Ereignisse werden den Journalisten bei diesem Termin vorgestellt.

Von Willi Wild

Seit einigen Jahren trifft man sich dazu in Halle, etwa in der Mitte der EKM, wo sich die Geschäftsstelle vom Diakonischen Werk Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland befindet.

Das große Interesse galt der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September und der Positionierung von Kirche und Diakonie. Diakoniepräsident Christoph Stolte sprach sich deutlich dafür aus, Farbe zu bekennen. Dafür stünden auch die Banner, die in einem Satz aussagten, wofür Christen stünden und was sie ablehnten. Er erwarte, dass die demokratischen Kräfte über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. „Der Wahlkampf darf nicht zu einem Kulturkampf werden gegen die Vielfalt unserer Gesellschaft, so der Vorstandesvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland.

Der diakonische Dachverband werde eine Broschüre auflegen, in der Positionen der Diakonie deutlich würden und in der man aufzeige, in welchem Gegensatz sie zu den Positionen der AfD stehen. So beobachte Stolte mit großer Sorge, dass die AfD die Gleichwertigkeit von Menschen infrage stelle. Das widerspreche nicht nur der christlichen Nächstenliebe, sondern auch dem Grundgesetz. „Da müssen wir uns in aller Deutlichkeit dagegen wehren.“

Landesbischof Friedrich Kramer kündigte an, dass die Kirchen wieder einen gemeinsamen Wahlaufruf planen. Er hoffe und bete, dass es nicht dazu kommt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt Regierungsverantwortung übernimmt. Das hätte brachiale Veränderungen zur Folge, so der leitende Geistliche. „Die Kirchenfeindschaft der AfD ist ja offenkundig.“ Der Präsident des Landeskirchenamtes der EKM, Jan Lemke, fasst einen Beschluss des Landeskirchenrates zusammen: „Die AfD ist für Christen nicht wählbar.“

Die EKM, die Landeskirche Anhalts und die Diakonie Mitteldeutschland wollen in diesem Jahr mit dem Slogan "Herz statt Hetze" und „Unser Kreuz hat keine Haken“, flächendeckend für Respekt und menschenfreundlichen Umgang miteinander werben. Die Banner für Kirchengebäude sind im Webshop der EKM erhältlich.

Aus 37 werden 19

Kirchenamts-Präsident Lemke ging bei seinem Eingangsimpuls auf die Kirchenkreis-Reform der EKM ein. Aus seiner Sicht sei es erfreulich, dass es am Ende der Reform, spätestens 2030, in der EKM nur noch 19 Kirchenkreise anstatt 37 derzeit gebe. Die Strukturreform werde auch auf der Verwaltungsebene vollzogen. Bis 2028 soll es statt der derzeit 15 nur noch 8 Kreiskirchenämter geben. Die Prozesse würden vom Landeskirchenamt begleitet. Das Ziel seien einvernehmliche Lösungen, so Lemke.

Die Fusion von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden zu größeren Verbänden stellt die Landeskirche vor Herausforderungen. Beispielsweise müssen Archivalien zusammengeführt und untergebracht werden. Gesetzliche Pflichtaufgaben zur Aufbewahrung müssen an das landeskirchliche Archiv delegiert werden. Die Übernahme von Beständen wird dabei die Kapazität in Eisenach und Magdeburg übersteigen. Deshalb soll das Archiv in Eisenach noch einmal erweitert werden. Darin werde dann auch der Nachlass von Friedrich Schorlemmer platz finden. 500 Archivkartons, 400 Ordner, digitale Datenträger mit Korrespondenz, Manuskripten oder Predigten müssen erschlossen werden. Dazu gehören noch 9000 Bücher aus der Bibliothek des Pfarrers und Bürgerrechtlers.

Archivmaterial vom Rippichaer Pfarrer Oskar Brüsewitz, dessen öffentliche Selbstverbrennung sich 2026 zum 50. Mal jährt, werde demnächst im Landeskirchenarchiv in Magdeburg gezeigt. Am 8. März, dem „Tag der Archive“ werde ein Dokumentarfilm zu den Ereignissen übergeben. Zudem ist zu diesem Termin Einsicht in die Akten zum „Fall Brüsewitz“ möglich.

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Willi Wild

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