Hallenserinnen starten Nähaktion
Mund-zu-Mund-Propaganda

Nachschub: Cornelia Muntschick und Quoc An Lam tauschen den fertig genähten Mundschutz gegen kochfesten Stoff.
  • Nachschub: Cornelia Muntschick und Quoc An Lam tauschen den fertig genähten Mundschutz gegen kochfesten Stoff.
  • Foto: Claudia Crodel
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Wie kann man in der Corona-Krise Gutes tun, ganz spontan? Das fragten sich Christina Barthels und Cornelia Muntschick, zwei engagierte Frauen aus Halle, und starteten über die sozialen Netzwerke und TV Halle einen Aufruf an die Bürger der Saalestadt. „Wir wollen Leute unterstützen, die in Sorge sind und einen Mundschutz brauchen. Denn als Privatperson einen Mundschutz zu bekommen, ist praktisch unmöglich geworden“, sagt Christina Barthels. Deshalb rufen sie zum gemeinschaftlichen Mundschutznähen auf.
„Hintergrund ist, dass der Bedarf da ist. Mich haben beispielsweise zwei ältere Damen gefragt, wo sie einen Mundschutz herbekommen könnten. Sie sind 67 und 73 Jahre alt und pflegen ihre 92-jährige Mutter“, berichtet Christina Barthels. Sie selbst arbeitet im Krankenhaus Bergmannstrost. „Aus privaten Beziehungen weiß ich, dass in Dresden einige Kliniken bereits eigene Nähstuben haben“, erzählt Christina Barthels.
Sie und Cornelia Muntschick sind normalerweise vor allem im Herbst ehrenamtlich bei der christlichen Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ aktiv. Nun zeigen sie auch im Frühjahr außerordentliches Engagement und haben zum einen ihr ganzes Netzwerk von „Weihnachten im Schuhkarton“ mit ins Boot geholt und zum anderen viele weitere Mitstreiter gefunden.
In einem Video auf der Facebookseite von TV Halle geben sie eine kurze Anleitung zum Mundschutznähen und verweisen auf weitere Nähanleitungen im Internet. „Wichtig ist immer, dass die Leute kochfestes Material verwenden, beispielsweise Baumwollbettwäsche oder -geschirrtücher“, betont Christina Barthels.
Ihr Aufruf sei bereits auf große Resonanz gestoßen, sagt Cornelia Muntschick. Einige Hallenser, die keine Nähmaschine haben, hätten bereits Stoffe gespendet. „Es haben sich zudem Leute mit Nähmaschine bei uns gemeldet, die aber keine entsprechenden Stoffe haben.“
Darunter war auch Quoc An Lam, Vorstand des Vietnamesischen Vereins in Halle. „Wir haben allein in Halle rund 200 Leute im Verein. Viele haben eine Nähmaschine. Wir leben schon seit über 30 Jahren hier. Deutschland ist unsere zweite Heimat geworden. Deshalb wollen wir in der gegenwärtigen Situation auch etwas Guten tun“, erklärt er. Gemeinsam mit seiner Frau hat er bereits 40 Gesichtsmasken genäht. Die hat er – kontaktlos natürlich – an Cornelia Muntschick übergeben und im Gegenzug drei Taschen mit Baumwollstoffen erhalten. „In den nächsten Tagen werden wir Vietnamesen rund 500 Masken nähen“, ist sich Quoc An Lam sicher.
Die Masken sollen zunächst an Privatpersonen gehen, die Bedarf daran haben. „Danach wollen wir in Einrichtungen wie Pflegeheimen und Kliniken nachfragen“, so Christina Barthels.
Claudia Crodel 

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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