Nahost-Krieg
Kontroverse um Videobotschaft
- Facebook-Video: Friedrich Kramer spricht zum Iran-Krieg.
- Foto: Screenshot/ G+H
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Ein Video von EKM-Landesbischof Friedrich Kramer hat in den sozialen Medien für kontroverse Diskussionen gesorgt.
Von Beatrix Heinrichs
Erfurt. Der EKD-Friedensbeauftragte spricht in dem Beitrag, den die mitteldeutsche Landeskirche über ihren Facebook-Kanal geteilt hatte, vom Angriff Israels und der USA auf den Iran als einem völkerrechtswidrigen Krieg. Es sei "schwer auszuhalten", dass die Konflikte in der Region nicht beendet werden könnten. "Wir verurteilen das als evangelische Kirche", erklärte Kramer. Israels Sicheheitsbedürfnis sei verständlich, sagte er und weiter: "Mit Bomben ist da nichts zu machen, das muss auf dem Vertragsweg gelöst werden." Untermalt ist die mehrfach geschnittene Videobotschaft mit leiser Instrumentalmusik.
Bereits drei Tage nach der Veröffentlichung hatte die EKM den Post mit dem Video wieder gelöscht. Zuvor war bereits die Kommentarfunktion deaktiviert worden. Unterdessen ist der Beitrag jedoch vielfach über andere Nutzer geteilt und auf deren Seiten kommentiert worden. So kritisierte Albrecht Grözinger die eingeschränkte Möglichkeit zur Diskussion: "Die EKM hat die Kommentarfunktion zu diesem Video blockiert. Sagt etwas aus, wie der Aufruf zu Dialog und Gespräch zu verstehen ist", schreibt der emeritierte Theologieprofessor aus Basel auf Facebook.
Auch das Zusammenspiel von Botschaft und Darstellung wurde von Nutzern kritisiert. "Unerträglich in Form und Inhalt", kommentierte Linda Teuteberg, Rechtsanwältin und FDP-Politikerin, auf Facebook. Ähnlich äußerte sich Barbara Manterfeld-Wormit, Theologin und Sendebeauftragte der EKBO beim RBB, in einem Facebook-Kommentar: "Es ist unerträglich." Es sei nicht der einzige Beitrag, in dem "eine evangelische Stimme in sanftes, angenehmes Licht getaucht" und in einem "Wohlfühl-Musikbett" Menschen im Krieg belehre, welches "der richtige christliche Weg aus Krieg und Gewalt" sei.
Die Aussagen des Landesbischofs fanden auch Zustimmung. "Ich fin-de es mutig und gut, dass Friedrich Kramer benennt, dass der Krieg Israels und der USA gegen den Iran völkerrechtswidrig ist", erklärt Kat-ja Buck auf Facebook. Die Tübinger Religionswissenschaftlerin und Politologin erklärte, es sei wichtig, die Frage zu stellen, ob es dem Frieden diene, "das israelische Sicherheitsbedürfnis immer über Völkerrecht und Menschenrechte" zu setzen.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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