Kommentar
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Von Benjamin Lassiwe

Es könnte die Debatte des Jahres 2019 werden: Braucht es 30 Jahre nach der politischen Wende in der DDR eine stärkere Förderung von Ostdeutschen? Frauke Hildebrandt (SPD), die Tochter der legendären Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt, regte eine Ossi-Quote für alle Führungspositionen an.
Denn: Es gibt zu wenig Ostdeutsche in Führungspositionen, ihre Bedeutung im wiedervereinigten Deutschland ist zu gering. Und das fängt schon in der Evangelischen Kirche an. Hätten sich diejenigen, die 1989 zu den Friedensgebeten in Leipzig auf die Straße gingen, wirklich vorstellen können, dass es heute in der EKD keinen einzigen leitenden Geistlichen aus dem Osten mehr gibt? Der letzte war Mecklenburgs Landesbischof Andreas von Maltzahn, doch seine Kirche fusionierte bekanntlich zur Nordkirche. Sicher, das Heil der Kirche liegt nicht in den Bischöfen, auch das hat die Friedliche Revolution gezeigt. Und auf der mittleren Leitungsebene sieht es deutlich besser aus. Doch sollte es nicht wenigstens an einer Stelle in Ostdeutschland eine Führungskraft aus der Region geben?
In der mitteldeutschen Kirche wird derzeit nach Kandidaten für die Bischofswahl gesucht. In der Nordkirche und in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz haben die Bischofswahlausschüsse ihre Arbeit abgeschlossen, in Sachsen ebenso wie in Anhalt stehen vorläufig keine Wahlen an. Deswegen lastet auf den Mitgliedern des Bischofswahlausschusses in der EKM durchaus eine gewisse Verantwortung, dafür zu sorgen, dass wenigstens eine qualifizierte Bewerberin oder ein qualifzierter Bewerber aus Ostdeutschland im Rennen ist. Denn Aussagen, wie sie Ilse Junkermann über die fehlende Demokratiepraxis der Ostdeutschen erst kürzlich produzierte, sollten sich möglichst nicht mehr wiederholen.

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