Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Ehrenamt im Unruhestand

G+H Nr. 40 vom 6.  Oktober ( Erntedank)

Rentner haben nie Zeit. Sie gehen ins Fitnessstudio, besuchen Fremdsprachenkurse an der Volkshochschule und engagieren sich in ihrer Kirchengemeinde oder einem Verein. Viele bieten ihr Know-How und ihre berufliche Erfahrung auch ehrenamtlich in den Programmen des Senior Experten Service (SES) an. Tendenz steigend.

Wie die  gemeinnützige Organisation mitteilte, seien die Einsatzzahlen im letzten Jahr um mehr als 16 Prozent gestiegen, auf 7.865 Entsendungen ins In- und Ausland. Deutschlandweit verfügt der SES über einen Pool von 13.000 registrierten Fachleuten aus etwa 500 Berufsfeldern. Rund 2.000 von ihnen sind bereits im Ruhestand. Warum sich aber weiter den Arbeitsstress antun, wenn doch zu Hause das entspannte Rentnerleben wartet? Es sei das schöne Gefühl zu wissen, dass die eigenen, oft hart erarbeiteten Fähigkeiten noch gefragt sind, erzählte mir einmal Elisabeth Schreiber aus Jena. Vor einigen Jahren war sie im Auftrag der Organisation in Äthiopien unterwegs: In Addis Abeba half die gelernte Chemielaborantin die Qualitätsstandards in der Produktion bei Ecopia zu optimieren. Das 2006 von Mitslal Kifleyesus-Matschie gegründete Unternehmen schult Kleinbauern der Region im biologisch-dynamischen Feldbau und unterstützt sie bei der Weiterverarbeitung ihrer Erzeugnisse zu Lebensmitteln und Naturkosmetika. 

Der gemeinnützige SES war 1983 ursprünglich als Entsendeorganisation der deutschen Wirtschaft in Schwellen- und Entwicklungsländer gestartet. Heute ist er als Stiftung organisiert. Dabei kommen die Senior-Experten meist als Mentoren innerhalb Deutschlands zum Einsatz, zum Beispiel zur Unterstützung junger Auszubildender. Die Mehrzahl der Ruheständler allerdings, die sich für den SES zur Verfügung stellen, leisten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Asien Hilfe. Gefragt sind insbesondere Fachleute mit guten Fremdsprachenkenntnissen: aus dem Handwerk, den Bereichen Agrarwirtschaft, erneuerbare Energien oder Nahrungsmittel. Gerade diese Auslandseinsätze seien für viele Senioren eine besondere Erfahrung, manches Mal gar ein Kontrast zum bisherigen Berufsleben, wie mir damals Schreiber berichtete: „Die Äthiopier waren hoch motiviert und dankbar für jeden Hinweis.“ In Afrika habe sie gelernt, dass man schon mit wenig viel bewirken kann.

Aber, um es mal frei nach Goethe zu sagen: "Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah." Denn nichts geringeres als viel bewirken, das wollen auch hier bei uns in der EKM 11.500 Kirchenälteste, die sich in 1.800 Gemeindekirchenräten ab morgen zur Wahl stellen. Wofür wir danken sollten: Ehrenamt und Erntedank - unsere Themen in der aktuellen Ausgabe. Viel Freude beim Lesen! 

Diese Woche in der Kirchenzeitung:

  • »Spatis«: Sebastian Kranich, Direktor der Evangelischen Akademie, über die Verweigerer in Uniform.
  • Erntedank:  Wo kommt her, was auf unserem Tisch steht? Für viele Kinder bleibt das verborgen. Nicht so auf dem Hof der Familienkommunität Siloah. Mirjam Petermann war bei der Apfelernte dabei.
  • GKR-Wahl: Vom 5. bis 27. Oktober wird in der EKM gewählt. Das Landeskirchenamt berät die Gemeinden über eine Telefon-Hotline.

Außerdem:

  • Anhaltgeschichte(n): Vor 100 Jahren wurde in Anhalt erstmals eine Synode nach demokratischen Prinzipien gewählt. Beeinflussung der Wähler und Missverständnisse gehörten dazu.
  • Klimawandel: Wie ein badischer Weinbauer mehr CO2 im Boden binden will.  
  • Aramäisch: Filme und Hörspiele in der biblischen Sprache sind Mangelware. Nun haben Mitglieder der christlichen Volksgruppe in Speyer den Text eines Grimm-Märchens aufgenommen.

Neugierig geworden?

Lesen Sie wöchentlich Reportagen und Berichte aus den Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, aus Deutschland und der Welt und erfahren Sie mehr über Hintergründe zu gesellschaftlichen Debatten und zu Glauben im Alltag. Die Mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube + Heimat“ erhalten Sie als E-Paper und als gedruckte Ausgabe im  Abonnement, in ausgewählten Buchhandlungen und Kirchen.

Wofür wir eigentlich danken
Der Heilige im Blaumann
Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.