Thüringen: Kirchliche Stimmen zur Landtagswahl
Kompromissbereitschaft und Verständigung gefordert

Weimar (G+H) - Nach der Landtagswahl in Thüringen dringen Vertreter von Kirche und Diakonie auf Kompromissbereitschaft und Verständigung. Friedrich Kramer, Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), warnte gleichzeitig davor, das Ergebnis der AfD als "reine Protesthaltung" abzutun. "Es handelt sich hier um manifeste politische Grundüberzeugungen", sagte der Landesbischof der EKM der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe zum 3. November). Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland, betonte, was Thüringen jetzt brauche, sei eine Koalition des "demokratischen, weltoffenen und handlungsorientierten 'Dafür' und nicht des lautstarken und menschenfeindlichen 'Dagegen'".

Mit Blick auf das Ergebnis der AfD bei der Thüringer Landtagswahl betonte Uwe Heimowski, man könne die Partei nicht länger marginalisieren. Nach Ansicht des Beauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz beim Bundestag müsse es darum gehen "die AfD einerseits als politischen Akteur ernst zu nehmen und gleichzeitig allen rassistischen und rechtsextremen Tendenzen deutlich zu widersprechen."

Als "Herausforderung" bezeichneten der katholische Bischof im Bistum Erfurt, Ulrich Neymeyr, und sein Amtskollege im Bistum Fulda, Michael Gerber, den Wahlausgang. Beide Bischöfe riefen die verantwortlichen Politiker auf, die Interessen Thüringens in den Mittelpunkt zu stellen. Positiv äußerte sich Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, über die hohe Wahlbeteiligung von knapp 65 Prozent bei der Thüringer Landtagswahl, die ein "ermutigendes Zeichen" sei.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hat die bisherige rot-rot-grüne Landesregierung keine Mehrheit mehr in Thüringen. Demnach kam die Linke mit Ministerpräsident Bodo Ramelow auf 31,0 Prozent der Stimmen, gefolgt von AfD mit 23,4 Prozent, CDU mit 21,8 Prozent sowie der SPD mit 8,2 Prozent. Grüne und FDP schafften es mit 5,2 und 5,0 Prozent knapp in den Thüringer Landtag.

Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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