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Im Wahlkampf
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Schon in fünf Monaten wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Das Wahlrecht ist ein Angebot, das der Staat des Grundgesetzes vielen, aber längst nicht allen Bewohnern macht.
Von Philipp Greifenstein
Unser Staat ist, so die evangelische Demokratiedenkschrift von 1985, nicht allein Angebot, sondern Auftrag für Christen – nicht nur an Wahltagen, sondern jeden Tag.
Protestantische Traditionen
Politische Freiheit heißt, „in tagtäglicher, vielstimmiger Kontroverse und Auseinandersetzung“ zu leben. Schon die Autoren der Denkschrift wussten, dass der Meinungsstreit in Spannung zum „menschlichen Verlangen nach Harmonie“ steht. Da war an die Spätfolgen der DDR für die politische Kultur im Osten noch nicht gedacht. Aus der Auseinandersetzung mit der Gewaltgeschichte der Kirche wissen wir, dass Harmoniezwang auch ein Teil der evangelischen Kultur ist.
Es gibt aber auch eine andere protestantische Tradition: den ehrlichen, offenen Streit mit dem Wort allein. Christen behalten dabei nicht nur die Möglichkeit des Kompromisses mit politischen Kontrahenten im Auge, sondern vor allem das Wohl jener Menschen, die in einer Diktatur der Mehrheit unter die Räder kämen, die in unserem Land oft auch keine Wahlstimme haben. Für sie lohnt es sich zu streiten!
Der Autor ist freier Journalist und Herausgeber des Online-Magazins "Die Eule".
Autor:Online-Redaktion |
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