Personalfragen
EKM vor Ruhestandswelle
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Bis 2035 scheidet bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland jede zweite Pfarrperson aus dem aktiven Dienst aus. Nachwuchsmangel drohe trotzdem nicht.
Erfurt/Halle (epd). Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland wird bis 2035 fast jede zweite ihrer derzeit rund 730 Pfarrstellen aufgeben. Bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts werde jährlich mit dem Eintritt von 45 bis 55 Pfarrerinnen und Pfarrern in die Ruhestandsphase gerechnet, sagte Personaldezernent Michael Lehmann in Halle. Zugleich starteten aus dem Predigerseminar in Wittenberg pro Jahr etwa 15 fertig ausgebildete Vikare in den Beruf.
Anders als etwa in vielen westlichen Landeskirchen gebe es für die mitteldeutsche Landeskirche derzeit keinen Nachwuchsmangel, sagte Lehmann. Die Höchstzahl der Ausbildungsplätze in Wittenberg sei regelmäßig belegt. Das dortige Predigerseminar ist eine der ältesten Ausbildungsstätten für angehende evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland. Es wurde 1817 an der Wirkungsstätte des Reformators Martin Luther (1483-1546) gegründet.
Einen generellen Personalmangel sieht Lehmann vor dem Hintergrund dieser Entwicklung nicht. Weil neben der Zahl der Pfarrpersonen die Zahl der Kirchenmitglieder bis 2035 auf prognostizierte 400.000 Gläubige sinke, werde die Landeskirche zu diesem Zeitpunkt auch nur etwa 400 Pfarrpersonen benötigen. Zusätzlich bilde der kirchliche Fernunterricht in Neudietendorf bei Erfurt Prädikantinnen oder Prädikanten für den Verkündigungsdienst im Ehrenamt aus.
Kontinuierlich werden laut Lehmann in den kommenden Jahren die Ruhestandsaufwendungen für ehemalige Pfarrerinnen und Pfarrer beziehungsweise deren Hinterbliebenen ansteigen. Aktuell liege deren Zahl bei etwa 1.200 bis 1.300 Versorgungsfällen.
Autor:Online-Redaktion |
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