Evangelische Kirche in Mitteldeutschland - Feuilleton

Beiträge zur Rubrik Feuilleton

Der Halberstädter Dom - Blick vom Kreuzgang. | Foto: Thomas Nawrath
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Dominventar für Halberstadt vorgelegt
Schatzhaus der Kirchengeschichte

Der gotische Dom St. Stephanus und Sixtus in Halberstadt zählt zu den bedeutendsten Kathedralen Deutschlands. Nun wurde das komplette Dominventar von zwei Forschern vorgelegt. Von Thomas Nawrath Die Architektur und die Ausstattung des aus dem Mittelalter stammenden Halberstädter Doms sind erstmals vollständig erfasst worden. Das zweibändige Grundlagenwerk über die bedeutende gotische Kathedrale wurde am Freitag in Halberstadt vorgestellt. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) sagte,...

de anima
ÜBER DIE SEELE

Es gehört zu den langlebigsten Selbstverständlichkeiten der europäisch-geistigen Innenwelt, dass der Mensch eine Seele „hat“. Dieses Haben ist bereits verräterisch. Es setzt nämlich eine Differenz voraus, die lange nicht gedacht werden musste. Aber als ein Athener namens Platon sie mit der Eleganz eines geistigen Chirurgen freilegte – hier der Körper, dort die Seele –, wurde diese Differenz zur Grundmelodie des Abendlandes. Platon erfindet die Seele nicht, aber er macht sie zur...

Kunst-Ausstellung und Biografie-Workshops
Glas-Kunstwerk in der Predigerkirche

In der Predigerkirche Erfurt wird am kommenden Samstag (18. April) eine besondere Kunstausstellung eröffnet: Das Glas-Kunstwerk „Woven Lives – Biografien in Glas“ stammt von Linda Baines aus Liverpool und ist Ausdruck der Partnerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt mit der anglikanischen Kirche in Bradford. Zur Vernissage um 14 Uhr ist die Künstlerin anwesend, zudem bietet sie einen öffentlichen Biografie-Workshop auf Englisch und Deutsch von 11 bis 13 Uhr an (Anmeldungen im...

Auferstehungsphantasie
CHRISTALL

Da liegt er nun in einem reinen Tuche – als ausgestreckter Leichnam sabbathnah. Man schloss die Gruft und eilte fort vom Fluche, der toten Körpern je und je geschah. Denn gegen die Verwesung hilft kein Schminken, auch nicht bei Helden, wie von Golgatha. Grad noch, bevor die Sonne will versinken, nahm man den Leichnam rasch vom Kreuze ab. Und als die lieben Abendsterne blinken, da legen sie ihn in ein Felsengrab. Still und verhüllt von teurer, feiner Leine, die irgendeiner ihnen spendend gab. Es...

Ausstellung Glaskunst aus England
Woven Lives - Biografien in Glas

Vom 19.04. bis 04.10.2026 findet in der Predigerkirche Erfurt eine besondere Kunstausstellung statt, zu der wir herzlich einladen: Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2025 war in der Kathedrale zu Bradford (England) eine Glas-Installation zu sehen, die Linda Baines aus Liverpool erarbeitet hat. Dazu hat sie in Bradford – West Bowling in der anglikanischen Gemeinde St. Stephen’s mit Menschen in prekären Lebenssituationen Biografie-Arbeit gemacht. Die dabei entstandenen Symbole sind in das...

Die Musen am Denkmal
Herr Phaistos - ein Dramolett

HERR PHAISTOS - DRAMOLETT FÜR DIE FIGUR EINES HERZOGS PERSONEN • der Musenführer Apollon DIE NEUN MUSEN: • Kalliope (epische Dichtung) • Klio (Geschichte) • Erato (Liebesdichtung) • Euterpe (Musik) • Melpomene (Tragödie) • Thalia (Komödie) • Terpsichore (Tanz) • Polyhymnia (Hymnus, Andacht) • Urania (Sternkunde) WEITERE ROLLEN: • der Geist Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen • Herr Phaistos, ein Schmied (alias Hephaistos) • das Standbild (stumm) • ein Hammer S Z E N E: Nacht. Mondlicht....

Persönliche Botschaften zu Frieden und Gerechtigkeit gestalteten insgesamt 150 Menschen aus zehn Ländern in Skizzenbüchern für die Wanderausstellung "Justice. Peace. Imagination". | Foto: Thomas Nawrath / EKM
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150 Ansichten zu Frieden und Gerechtigkeit
Kunstausstellung auf Tour

Ihre Ansichten zu Gerechtigkeit und Frieden haben 150 Menschen aus zehn Ländern in Skizzenbüchern visualisiert. Die Kunstwerke werden bis November an verschiedenen Orten in Mitteldeutschland ausgestellt. Magdeburg. Eine ungewöhnliche Ausstellung über Gerechtigkeit und Frieden wird bis November in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zu sehen sein. Unter dem Titel "Justice. Peace. Imagination" zeigt das Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Skizzenbücher...

Foto: JH
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MATTHÄUS-PASSION | KÖLNER PHILHARMONIE
COLLEGIUM VOCALE GENT | PHILIPPE HERREWEGHE

Matthäus-Passion JSB |P. Herreweghe | Collegium Vocale Gent |Philharmonie Köln Gehört - Gesehen - Gefühlt und Theologisch betrachtet Text (nach Originalzitat Bach auf der Seite der Originalpartitur): „Poesie per Dominum Henrici alias Picander dictus“ sprich Heinrich Picander Eine Werk auf Grundlage des Matthäusevangeliums und von Predigttexten mit deutlichem Bibelbezug zum Alten und Neuen Testament. Eine klingende Predigt. Schon Rainer Maria Rilke staunte über die „wahren Schmerzgebirge“. Doch...

GESCHICHTEN VOR DER WAHL (TEIL 1)
die Notfallseelsorgerin

Ja - sie ist also tatsächlich gekommen, die Notfallseelsorgerin, diese außerordentlich nette und beherzte Notfallseelsorgerin mit den blonden schwarzen Haaren, mit dieser widersprüchlichen Frisur - blond und schwarz zugleich - was man eigentlich für unmöglich halten müsste, aber in Mecklenburg, wie jeder weiß, ist es möglich. Weil in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt alles möglich ist. Und da ist sie also aus diesem Seidenmalereikurs förmlich herausgerissen worden, ausgerechnet aus einem...

как закалялась сталь
Leberecht Gottlieb (Teil 147)

147. Kapitel, das den Walzwerkarbeiter aus Stendal im Salon der Damen um Frau Else Lasker-Schüler examiniert. Und wie Dieter Müller ihnen eine Lektion erteilt, indem er fast nichts sagt, aber alles erklärt ... „Hier geblieben, Freundchen!“ hatte Doña Pia Marie ihm geboten. Als er sich also wieder gesetzt hatte, breitete sich Stille bis in den letzten Winkel des Salons aus. Es war, als ob die Sprache vor etwas stehen geblieben wäre, das sich nicht sagen lassen wollte. Zunächst geschah deshalb...

Dieters Geschichte
Leberecht Gottlieb (Teil 146)

146. Kapitel, welches beschreibt, dass Dieter Müller es tatsächlich geschafft hat, seine Walzwerkwelt mit der des Literatursalons zu vertauschen - und wie er eine Geschichte erzählt, die es in sich hat. Niemand wusste, wie dieser Mann es geschafft hatte. Dieser Walzwerkarbeiter Dieter aus Stendal mit dem ölverschmierten Gesicht, den schweren Schuhen mit Stahlkappen und den Händen, die wie Reibeisen waren. Aber eines Tages, an einem Donnerstag, klopfte er tatsächlich an die Salontür Else...

L A T E X

Nachdem der Zweite Krieg über Europa hinweggegangen war, Städte, Häuser, Fabriken und Kirchen in Trümmern lagen und jede Form nationaler Orientierung nicht nur erschüttert, sondern weitreichend auch zerstört worden war, standen zwei Hauptaufgaben im Raum. Die eine darin, zu klären, warum es so weit gekommen war. Die andere darin, das Geschehene hinter sich zu lassen – oder es wenigstens zu überdecken. Beide Bewegungen liefen nebeneinander her, ohne sich recht versöhnen zu können. Die einen...

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Wort und Ohr
Leberecht Gottlieb (Teil 145)

145. Kapitel, das uns ein sonderbares Erlebnis der Frau Luise Meysenburg-Arendt berichtet, und wir ein Gedicht hören und lesen können, welches Stefan George zuzuschreiben wäre, wenn wir nicht wüssten, dass es ein anderer geschrieben oder Frau von Meysenburg selber es der Muse abgerungen haben könnte ... Alsbald verließ Leberecht Gottlieb den Salon. Else Lasker-Schüler hatte ihm aus der Ferne noch mit einem Blick gewinkt. Und so trat der auf diese Weise Beschenkte auf die Straße mit einer...

Im Salon der Frau Else Lasker-Schüler
Leberecht Gottlieb (Teil 144)

144. Kapitel,  in dem uns berichtet wird, wie der Kreis der Damen und Herren im Salon die Geschichte Leberecht Gottliebs aufgenommen hat, wie es in Salons zuzugehen pflegt und wie man den alten Geistlichen nun zu beurteilen und zu bekritteln beginnt ... Als Leberecht Gottlieb an jenem Abend die Schwelle des kleinen Lokals überschritt, auf dessen beschlagener Schaufensterscheibe mit weißer Kreide die Worte „Else’s Salon“ standen, war ihm, als träte er weniger in einen Raum als in einen bereits...

Nosferatu
Leberecht Gottlieb (Teil 143)

143. Kapitel, das uns zeigt, wie Leberecht Gottlieb eine Erinnerung aus dem Gedächtnis hervor holt - und zu einer wirklich fesselnden Geschichte macht, um sie am nächsten Donnerstag vorzulesen - und sich damit im Salon der Else Lasker-Schüler einzufinden ... Nachdem Leberecht Gottlieb sich, in einer jener Entscheidungen, die weniger als Entschluss denn als leise Einwilligung erscheinen, dazu verstanden hatte, in den Erprobungsräumen der asphodelischen Wiese zu verweilen – jenem merkwürdigen...

Workuta Adieu …
Leberecht Gottlieb (Teil 142)

142. Kapitel,  welches vom Einsturz der Bleimine in Workuta erzählt und unseren Held aus seiner Zwangslage  auf die Eleusische Wiese Asphodeliens führt und er dort den Violetten Engel trifft ... Der Einsturz kam ohne jede Ankündigung, ohne vorlaufendes Grollen,  das den Katastrophen feierliche Rahmung verleiht, kam ohne den Donner, der das Ungeheure in die Ordnung der Erwartung stellt. Nichts dergleichen. Es war ein trockenes, plötzliches Brechen, als habe die Erde selbst, die man doch für...

Dornenkrone
Lotusblüte - ein Gedicht

Manchem bist auch Du bekannt aus der Zauberwelt Indiens, dem fernen Land, das den Lotos hält. Weil Dein Auge alle sieht, die in schwerer Zeit trauernd und mit herbem Lied zieh’n zur Ewigkeit - an dem Kreuz den Bruder mir tröste nun Dein Ruf, uralt Gottes Opfertier, das die Not uns schuf. Lächle weiter unverwandt still’ dem Grund den Sinn.  Diese Blüte reicht die Hand, dem ich Jünger bin …

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„Parsifal“ in Dresden
Karfreitagszauber

Nur ein „reiner Tor“ soll laut einer Prophezeiung in der Lage sein, die Gralsgemeinschaft zu erneuern. Sollte dieser Retter Parsifal sein? Karfreitagszauber Ein Bühnenweihfestspiel mit überzeugender Inszenierung. Endlich. Aus der Sicht eines Kindes. Das war wohlüberlegt von Floris Visser. Zu Beginn. Und wahrlich - ein Schlußakkord Wagnerschen Lebens. Genial inszeniert, mit Kostümen von feinstem Maß und einer himmlisch musizierenden Sächsischen Staatskapelle. Bravi. Stehender Applaus für dieses...

Krasse Geschichten (Teil 3.2)
Man tut was man kann

Des herzoglichen Kutschers Philipp Schelers Geschichte von dem mutigen Straßen-Sperling hatte dann den letzten Ausschlag gegeben. Man musste es probieren. Man musste so tun, als ob es gelänge. Jeder muss das tun, was er kann. Man muss manchmal sogar etwas tun, was man nicht kann. Es gilt alles zu wagen … Schon lange vor dem Jahr 1687 ließ Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg den Weinkeller des Schlosses Friedenstein im Südflügel zu einem Laboratorium umrüsten. Mit Regalen, einer...

Krasse Geschichten (Teil 3.1)
DER SPERLING - ODER WIE ALLES BEGANN

Man muss sich die Verhältnisse vergegenwärtigen, unter denen ein Herzog wie Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg zu regieren hatte: ein Land von zersplitterter Gestalt, hervorgegangen aus jener großen Teilung, die den ernestinischen Besitz Ernst des Frommen in kleinere, doch nicht minder aufwendig zu unterhaltende Höfe zerlegt hatten, jeder mit seinem Anspruch auf Repräsentation, Ordnung und Dauer. Die Mittel hingegen standen in keinem angemessenen Verhältnis zu diesen Ansprüchen; es war...

HERDER-KORRESPONDENZ (3/2026
DISRUPTIVE ZEITEN

In der Ausgabe (3/2026 - S.21-23) der HERDER-KORRESPONDENZ (Monatsheft für Gesellschaft und Religion) findet sich der für meine Begriffe ausgesprochen interessante Artikel DISRUPTIVE ZEITEN von Helmut Zander. Ich gebe hier den Inhalt wieder, so wie ich ihn verstanden habe. Mut beim Lesen ist hilfreich ... Man hat sich fast schon daran gewöhnt, die Säkularisierung als schleichenden Verfallsprozess des christlichen Glaubens zu beschreiben – als ein langsames Ausdünnen seiner religiöser Substanz....

KRASSE GESCHICHTEN (Teil 2)
IN GERASA - Markus 5

Es war eine Gegend, in der Dinge nicht gern benannt werden. Selbst Wind, der vom See herüber wehte, schien sich zu scheuen, eindeutig zu sein. Als wüsste er, daß jedes Geräusch das aufwecken könnte, was besser ruhen sollte. Auch die Hügel schienen dem zuzustimmen. Grau lagen sie da, von einer gleichgültigen Beständigkeit und zwischen ihnen zogen sich alte Grabeshöhlen hin wie vergessene Gedanken. Dort lebte ein Mann. Der Mann. Sollte man nicht lieber sagen, dass er hauste? Nein, auch das wäre...

KRASSE GESCHICHTEN (Teil 1)
HANANIAS UND SAPHIRA

Es war eine jener Stunden, in denen selbst die Luft zu ruhen scheint. Als hätte sie beschlossen, sich nie mehr zu bewegen, um das Geschehende auf keinen Fall zu stören. So lag in jenem Hause, das den Jüngern als Versammlungsort diente, der eigentümlichste Zustand zwischen Erwartung und Müdigkeit – wie ein Nachmittag, der sich nicht recht entscheiden kann, ob er in den Abend übergehen oder lieber doch einfach stehenbleiben sollte. Die junge Gemeinde, die sich um die Erinnerungen an den...

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