Evangelische Kirche in Mitteldeutschland - Feuilleton

Beiträge zur Rubrik Feuilleton

Geburtstag von Johann Sebastian Bach
Ständchen und Konzerte

Rund um den 341. Geburtstag von Johann Sebastian Bach (1685-1750) am 21. März und den Tauftag am 23. März laden Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zu Geburtstagsständchen und Konzerten ein. Einige Konzerte sind in die Thüringer Bachwochen integriert (www.thueringer-bachwochen.de). Orgelmusik der Bach-Familie spielt Philipp Christ zum 341. Geburtstag von Johann Sebastian Bach am 21. März um 17 Uhr an der Orgel der Hauptkirche Suhl. Von Bach selbst erklingen zwei...

☩ 26. März 1675 ☩
Ernst der Fromme

Es war der gute Wille, selbstverständlich war es der gute Wille, der immer wieder beschworene gute Wille, der alles in Bewegung setzte und am Ende alles auseinandertrieb. Man muss sich das vorstellen: ein Herzog, Ernst I. von Sachsen-Gotha-(Altenburg), der mit jener protestantischen Ernsthaftigkeit regiert, die nicht nur regieren, sondern ordnen, erziehen, verbessern will – Schulen, Kirchen, Verwaltung, alles wird verbessert, alles wird geordnet, alles wird, wenn man so will, moralisch...

Religiöses in Beethovens Fidelio
„Gott - welch Dunkel hier“

Aufführung am 13.3.2026 in der Bayerischen Staatsoper München „Gott - welch Dunkel hier“ Der Gefangene Florestan wendet sich am Anfang des 2. Aktes direkt an Gott. Aus dem Dunkel. Der Kerker als Ort der Verlassenheit. Und ein Ruf nach Hilfe. Florestans Schrei erinnert an christliche Märtyrer in ihrem Vertrauen an Gott. Florestans Schrei sollte nicht unbeantwortet bleiben. Nein, eine religiöse Erzählung ist diese Oper nicht. Dennoch: Humanität, Hoffnung und göttliche Gerechtigkeit sind...

Du, du ...
... gehst an mir vorbei

Es war eine dieser Dorfkirchen, die schon lange verschlossen sind. Nicht böswillig verschlossen, nicht feindselig – eher wie ein altes Haus, dessen Bewohner ausgezogen sind und das nun auf nichts mehr wartet. Höchstens darauf, dass jemand sich erinnert, wozu es einmal da gewesen ist. Die Frau, die dort vorbeikam, hieß Johanna Katharina. Sie war eine von jenen Menschen, die man früher als empfindsam bezeichnet hätte und später als medial. In ihrer Jugend hatte sie Wünschelruten geführt und...

St. Georgen: Bachs Taufkirchre | Foto:  epd-bild/Norbert Neetz
2 Bilder

Herbert Peter
Bachchor erinnert an Kantor

Der Bachchor Eisenach erinnert in diesem Jahr mit mehreren Konzerten an den 100. Geburtstag seines ehemaligen Kantors und langjährigen Landeskirchenmusikdirektors Herbert Peter (1926-2010). Peter leitete den Bachchor an der Georgenkirche von 1961 bis 1984. Er machte sich neben seinen kirchenmusikalischen Tätigkeiten vor allem als Komponist von Orgel- und geistlicher Vokalmusik einen Namen. Von Christfried Brödel Das 20. Jahrhundert hat viele hervorragende Kirchenmusiker hervorgebracht. Unter...

Beobachtungen ...
... vom Rande des Geschehens aus

Es ist ein altes Problem. Vielleicht so alt wie die Geschichte der Ideen selbst. Eine Theorie kann überzeugend sein – ja, bisweilen sogar so überzeugend, dass man beim Lesen oder Hören den Eindruck gewinnt, hier werde endlich etwas ausgesprochen, das schon lange in der Luft lag. Und doch geschieht dann bald etwas Merkwürdiges: Sobald man den Kreis derjenigen betrachtet, die dieser Theorie folgen, kann einen das Gefühl der Fremdheit beschleichen. Man merkt plötzlich, dass man zu dieser Schar...

Spannung
Erich Przywara

Erich Przywara (1889–1972) gehört zu den eigenwilligsten katholischen Denkern des 20. Jahrhunderts. Der Jesuit, geboren im schlesischen Kattowitz, trat früh in den Orden ein und wurde zu einem der einflussreichsten theologischen Vermittler zwischen Philosophie und Mystik. Seine Vorträge und Schriften wirkten weit über die katholische Welt hinaus. Denker wie Karl Barth oder Hans Urs von Balthasar nahmen an seinem Denken Maß – manchmal zustimmend, manchmal in entschiedener Gegenwehr. Przywaras...

Evangelikale vertreten in den USA oft eine strikte Moral – auch in der Politik. | Foto: epd-bild/Rainer Oettel
2 Bilder

Mit Gott gegen die Demokratie
Die USA und die religiöse Rechte

Es sind vor allem weiße Evangelikale, die hinter US-Präsident Donald Trump stehen, analysiert der Fernsehjournalist Arnd Henze in seinem neuen Buch «Mit Gott gegen die Demokratie». Dabei verbinde beide nicht viel - außer ein Bedürfnis nach Rache. Von Michael B. Berger  Hannover (epd). US-Präsident Donald Trump verdankt seine Wahlerfolge nach Ansicht des Journalisten Arnd Henze maßgeblich der religiösen Rechten in den USA. Wie Trump, der 2016 «noch ein relativ unbeschriebenes Blatt» gewesen sei,...

Uncle Tom’s Cabin
Leberecht Gottlieb (Teil 141)

140. Kapitel, welches uns an das wunderbare Buch von Harriet Beecher Stowe erinnert ... und uns die Tränen in die Augen treiben wird, wenn wir Sinn und Geschmack für das Unendliche haben. Das Licht in der Grube war schwach. Die Lampe hing schief an einem Haken im Holz. Der Staub lag in der Luft wie ein feiner Nebel. Wenn man einatmete, schmeckte man Metall. An diesem Abend sprach nicht Leberecht Gottlieb. Sondern Pawel Samuelkow stand auf. Er war ein breiter Mann mit schweren Händen. Sein Bart...

Jugendweihe
Was ist Synkretismus?

Man hat gesagt, die Jugendweihe finde statt, und weil man gesagt hat, sie finde statt, musste sie natürlich auch stattfinden, obwohl jeder wusste, dass sie eigentlich längst nicht mehr stattfindet, wenigstens nicht mehr so, wie sie einmal stattgefunden hatte, in jener Zeit, in der noch jeder wusste, was eine Jugendweihe ist, und in der es auch noch genügend Jugendliche gab, die man weihen konnte, während es jetzt immer weniger Jugendliche gab und gleichzeitig immer mehr Ausschüsse, Vereine,...

Klo und Kirche
Ein Versuch

Die Kirche lag oberhalb des Dorfes. Sie war aus hellem Stein gebaut und hatte breite Fenster. Das Licht fiel ruhig in den Raum. Es war Kar-Samstag, und eine kleine Gemeinde hatte sich zu einer Meditationsstunde versammelt. Die Dame setzte sich in eine Bank in der Mitte. Sie war nicht besonders religiös, aber sie mochte die Stille solcher Räume. Der Pfarrer begann zu sprechen. Er sprach langsam. Die Worte kamen ordentlich und gut geordnet, wie es in reformierten Kirchen oft ist. Nach einiger...

2 Bilder

Georg II. von Sachsen-Meiningen
Der Theaterherzog

Am 2. April jährt sich zum zweihundertsten Male die Geburt des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen, jenes sonderbaren Fürsten, den die Theatergeschichte mit einer gewissen Zärtlichkeit den Theaterherzog nennt. In der politischen Welt des 19. Jahrhunderts war sein Herzogtum kaum mehr als ein geographischer Zwischenraum ohne militärische Macht, ohne diplomatische Bedeutung, ohne das Pathos jener großen Entscheidungen, aus denen gewöhnlich die Geschichtsbücher Kapitel schlagen. Doch gerade die...

Immer wieder gern
Leberecht Gottlieb (Teil 140)

140. Kapitel, in welchem wir erfahren, dass es manche Dinge und Personen gar nicht gibt. Aber es darauf ankommt, wie die Geschichte, die von ihnen erzählt wird, so gut ist - und mit einem Auftrag endet. Wir wissen, daß Leberecht Gottlieb, im beinahe neunzigsten Lebensjahr stehend, in einem Bleibergwerk bei Workuta von russischen Geheimdienstlern einquartiert ward. Warum? Weil er sich weigert, seine Verbindungsmänner zu einem Thinktank preiszugeben, dem es gelungen sein soll, mit Hilfe...

Buchempfehlung
Die Ernestiner (Teil 1)

Am Anfang stand eine Teilung, und jede Teilung ist bereits ein Versprechen und zugleich Verlust. Diese Teilung war ein Akt nüchterner Berechnung. Im Jahre 1485 saßen zwei Brüder, Ernst und Albrecht, Söhne des 21. Jahre vorher verstorbenen Kurfürsten Friedrich II., den man den Sanftmütigen nannte, über Karten, Urkunden, Einkünften und Rechten, und beschlossen, das große Erbe der Wettiner zu zerschneiden - wie ein kostbares, aber unhandliches Tuch. Das war die sogenannte Leipziger Teilung, und...

Franckesche Stiftungen
Orientierung im Ungewissen

Vor fast 300 Jahren starb der Theologe und Sozialreformer August Hermann Francke. Die 1698 von ihm gegründeten Stiftungen in Halle an der Saale widmen sich in diesem Jahr vor allem der gesellschaftlichen Orientierung von Menschen. Halle (epd). Die Franckeschen Stiftungen haben ihr umfangreiches Jahresprogramm 2026 vorgestellt. Unter dem Titel «zurechtfinden» seien mehr als 30 Formate «vom wissenschaftlichen Diskurs über kulturelle Veranstaltungen bis zu Bildungsangeboten» geplant, sagte die...

so wird es sein in diesen tagen
OMA SANDRA

Und nun müssen wir uns an die Geschichte von Oma Sandra machen. Sie heißt: Oma Sandra oder der feste Glaube. Dabei wird es sich nicht nur um eine futuristische Dystopie handeln, sondern um die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Weit hinaus in das Jahr 2120 führt der Weg.  Die Kirchen gibt es längst nicht mehr. So geht es los. Und in der Grammatik keine Tempusformen mehr. Einzelne Menschen jedoch haben von ihren Großeltern noch Reste des Glaubens übermittelt bekommen. Dazu gehört auch Sandra,...

VERWANDLUNGEN
Lesen als Sakrament

Es soll hier von der merkwürdigen und beinahe anstößigen Behauptung die Rede sein, dass Texte dem Menschen helfen können, sein Leben zu bestehen. Nicht irgendwelche Texte, nicht Gebrauchsanweisungen und Verwaltungsprosa, sondern starke Texte, solche von eigentümlicher Dichte und innerer Glut. Vor allem die Evangelien – gleich ob nach Markus, Lukas, Matthäus oder Johannes – daneben Opernlibretti, große Filmdrehbücher, autobiographische Bekenntnisse. Texte also, die nicht informieren, sondern...

William Blake - the Messiah
2 Bilder

Georg Friedrich Händel - 341. Geburtstag
The Messiah

Als Georg Friedrich Händel, auf dessen Geburtstag wir uns heute am 23.Februar (dem alten julianischen Kalender nach) besinnen, im Jahr 1741 den Messiah komponiert hatte, war damit etwas Merkwürdiges ins Werk gesetzt. Händel verzichtete auf Bühne, Kostüm und dramatische Handlung – und schuf dennoch ein Werk von dramatischer Wucht. Keine einzelnen Rollen treten unter irgendwelchen Masken auf. Und doch entfaltet sich die Heilsgeschichte der Kirche in einer Klarheit, die nicht theatralisch wirkt,...

Heute, Leute! 238. Geburtstag ...
ARTHUR SCHOPENHAUER

Er hat Geburtstag. Immer am 22. Februar. 238 Jahre alt im Jahr 2026. Arthur Schopenhauer. Der kleine Arthur wird 1788 in Danzig geboren und seine Vorfahren sind vermögende Kaufleute. Ähnliches soll der Bub später auch mal machen (Zeug kaufen und wieder verkaufen) - aber der kleine stolze Mann wird doch lieber Philosoph, der Zeit seines Lebens sehr viel von sich selber gehalten hat. Daran können wir uns ein richtiges Beispiel für uns selber nehmen: Einer gehe seinen Weg - unbeirrt von dem, was...

"Lebe wohl, lebe wohl ..."
Leberecht Gottlieb (139.Teil)

139. Kapitel, in welchem Leberecht Gottlieb erzählt. Er erzählt die „Geschichte von der Unbarmherzigkeit der Geschichte”. Leberechts Mitgefangenen im Bleibergwerk bedrängen den alten Pastor, sie betteln und bitten ihn, noch eine zweite Geschichte zu erzählen. Und Leberecht Gottlieb, der die erste mit zittriger Hand in das staubige Heft geschrieben hatte, braucht diesmal weder Papier noch Stift. Er setzt sich auf einen kalten Klumpen Erz, der wie ein schwarzes Herz im Halbdunkel liegt, und...

Zahl der Woche
52 Prozent ...

... der Deutschen sehen die seelsorgerliche Begleitung von Menschen als die wichtigste Aufgabe einer christlichen Kirche. Das ergab eine Insa-Umfrage im Auftrag von idea. Platz zwei belegte die soziale und diakonische Hilfe für Menschen (51 Prozent). Nur 8 Prozent sehen es als wichtige Aufgabe von Kirche, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Briefwechsel …
Leberecht Gottlieb (Teil 138)

138. Kapitel, in welchem Leberecht Gottlieb aus der Erinnerung heraus den Hergang einer hochnotpeinlichen Verhandlung vor dem Halsgericht des Fürstentums Sachsen-Meiningen extemporiert … Einleitung Die literaturverehrenden Gefangenen im Bleibergwerk zu Workuta hatten - begeistert vom Vortrag des Dichters Dimitri Wolkows -  beschlossen, einen Wettbewerb auszuloben. Wer nämlich die beste Geschichte schriebe, der würde von den Gefangenen ein wenig des jedem täglich zugeteilten Brotes erhalten. Im...

das ist hier die Frage
Fall oder Aufstieg

Es ist für manche von uns, so wollen wir offen gestehen, ein eigentümliches Vergnügen, von jener bekannten Angelegenheit zu sprechen, die man gemeinhin den „Sündenfall“ nennt. Und welche Angelegenheit – bei näherer Betrachtung – vielleicht weniger ein Fall als vielmehr ein Aufstieg gewesen sein könnte, freilich von seltsam unerquicklich-schillernder Art. Man hat fast immer gelehrt, es habe sich bei dieser Sache um einen Akt des Ungehorsams gehandelt, begangen von zwei überaus anmutigen,...

Liturgie eines Hochstaplers
Die Bekenntnisse des Felix Krull

Kurz vor dem Aschermittwoch, wenn die Masken fallen und der Karneval sein Ende findet, mag es angezeigt sein, den Blick auf ein Buch zu richten, das im engeren wie im weiteren Sinn vom Maskenspiel des Lebens handelt: Thomas Manns „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und die inzwischen mehrfach erfolgten Verfilmungen dieses Romans. Die jüngste stammt aus dem Jahr 2021 und sei hiermit als Übergang in die Fastenzeit empfohlen. Maria Furtwängler erscheint darin in einer tragischen Nebenrolle...

Beiträge zu Feuilleton aus

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.