Serie »Buga, Bibel und Botanik« (20)
Ohne Brot geht es nicht

Ein Weizenfeld

Es ist seit eh und je die Grundlage menschlicher Ernährung: das Getreide. Gerste und Weizen waren die wichtigsten Feldfrüchte in biblischer Zeit. Brot aus Gerstenmehl galt als das Brot der armen Leute. Die borstigen Grannen der Gerste waren jedoch auch ein beliebtes Baumaterial, da sie den Lehmziegeln die nötige Festigkeit verliehen. Weizenbrot wurde doppelt bis dreifach so hoch bewertet wie Gerstenbrot.

Bethlehem, der Geburtsort von König David und von Jesus, heißt auf Deutsch: „Haus des Brotes“. Der Ortsname deutet auf den Getreideanbau in dieser Gegend hin. Ruth kehrte zur Zeit der Gerstenernte nach Bethlehem zurück. Deshalb liest man in den Synagogen zum herbstlichen Erntedankfest das Buch Ruth. Da man im Hebräischen keine Vokale schreibt, ergeben sich rückwärts gelesen die Konsonanten T(H)R, die man auch als Thora lesen kann. Die Thora, die jüdische heilige Schrift, sind unsere 5 Bücher Mose. So feiert man zu Erntedank auch Gottes Wort als das geistliche Brot.

Brot ist in der Bibel das Lebensmittel schlechthin. So bedeutet das hebräische Wort für Brot auch Leben. Wer kein Brot hat, verhungert. Nicht einmal dem Feind verweigert man sein Brot (Sprüche 25 Vers 21). Brot herzustellen erforderte die Arbeit des Bauern, aber auch das Gottvertrauen auf genügend Regen und Sonnenschein.

In biblischer Zeit waren zwei tägliche Mahlzeiten üblich. Morgens aß man meist nur ein Fladenbrot und ein paar Oliven. Die Zubereitung war Aufgabe der Frauen. Mit einer Handmühle mussten die Körner zu Mehl zerrieben werden. In einer Stunde konnte man damit etwa 800 g Mehl mahlen. Für jede Person brauchte man 500 g Mehl.

Brot ist das greifbare Zusammenspiel zwischen dem, was Menschen tun können, und dem, worin sie auf den Segen Gottes angewiesen sind. In unserer technischen Zeit ist das Gefühl für diese unmittelbaren Zusammenhänge verloren gegangen. So führen uns ein paar Getreidehalme zum Nachdenken: Wer sind wir? Welchen Spielraum haben wir? Wo sind unsere Grenzen? Mehr noch, wo suchen wir den Sinn unseres Seins? Ich wünsche Ihnen die nötige Ruhe, um für sich eine Antwort zu finden. Bei solcher Beobachtung des Vertrauten können sich ungeahnte Wege auftun.

Gartenpfarrer Johannes Schmidt 

Autor:

Online-Redaktion

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