Nachgefragt zur Mediennutzung
Neugierig bleiben

Eltern begegnen der digitalen Mediennutzung ihrer Kinder nicht selten mit Skepsis, weil es im Netz viele jugendgefährdende Inhalte gibt. Dieter Sell im Gespräch mit Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, über Chancen und Risiken.

Die Elternabende zur digitalen Medienkompetenz sind ein Dauerbrenner. Woran liegt das?
Cornelia Holsten: Zwischen Eltern und ihren Kindern liegen ja in der Regel mindestens 20 Jahre. Online ist das eine Ewigkeit. Als wir angefangen haben, uns digital zu bewegen, hat das Internet mit den Akustik-Kopplern noch komische Geräusche gemacht. Dann gab es zu Hause plötzlich Router und WLAN. Egal, was Sie nehmen: iPhone, Netflix, TikTok – nichts davon gab es, als die heutigen Eltern geboren wurden. Ständig kommen neue Trends dazu, die sie verunsichern.

In vielen Schulen sind mittlerweile Tablets angekommen. Das führt zu neuen Problemen, weil die Kids damit auch spielen wollen.
Die Pandemie war in vielerlei Hinsicht ein Booster für die Digitalisierung, nicht nur für die Chancen, sondern auch für die Risiken. Und wir haben in Familien nicht nur die Situation, dass sich die nächste Generation besser auskennt, sondern wir haben auch Familien, in denen sich ausschließlich die Kinder auskennen. Da ist das Allerwichtigste, neugierig zu bleiben, in Kontakt zu bleiben, weil man die Kinder in der digitalen Medienwelt am besten begleiten kann, wenn man sich selber mit den Trends vertraut macht.
Die Konflikte zeigen überdeutlich, wie wichtig Angebote wie das Internet-ABC sind, die Lehrkräften und Eltern helfen, diese Welt besser zu verstehen.

Was raten Sie?
Die "Bravo" der 1980er- und 1990er-Jahre ist das "TikTok" von heute. Um das zu verstehen, wäre es schlau, sich das mal anzuschauen. Und eben nicht dem Impuls zu folgen: Kenn ich nicht, mag ich nicht. Wenn Eltern ihren Nachwuchs fragen: "Kannst du mir das mal zeigen?" – das würde die Kinder freuen. (epd)

Autor:

Online-Redaktion

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