Lebensgefühl "mütend"

Die Corona-Pandemie belastet die Menschen höchst unterschiedlich. Die einen fühlen sich existenziell bedroht, andere nehmen die Einschränkungen relativ leicht. In einer Studie hat die evangelische Diakonie das Lebensgefühl der Menschen untersucht.

Die Langzeitstudie solle auch dazu beitragen, wirksame Beratungs- und Hilfsangebote zu entwickeln, sagte Diakoniepräsident Ulrich Lilie. Von September 2020 bis Juli 2021 fanden drei Befragungen unter insgesamt 50 Personen statt.

„Mütend“, eine Wortschöpfung, die eine Mischung aus müde und wütend kennzeichnen soll, gibt nach Auffassung des Präsidenten der Diakonie den Gefühlszustand der meisten Menschen wieder.

Der Studie zufolge sind in der Pandemie bestehende soziale und Bildungsunterschiede besonders deutlich hervorgetreten. Diakoniepräsident Lilie forderte eine „verlässliche und flächendeckende Beratung und Angebote insbesondere für die knapp drei Millionen Kinder in relativ armen Haushalten“. Insgesamt müssten die Angebote von Kirche und Diakonie stärker auf die individuellen Probleme der Bedürftigen ausgerichtet werden.

Die Studie hat auch untersucht, welche Rolle Kirche und Diakonie während der Pandemie für die Menschen gespielt haben. Dabei kam nach Auffassung von Christian Albrecht, Theologe an der Universität München, deutlich heraus, dass die Erwartungen der Menschen an die Kirche stärker auf Alltagsbedürfnisse gerichtet sind, als die Kirche oft annehme.

Überlastete Mitarbeiter

Indes hat der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, auf der Herbsttagung der EKM-Synode vor einer fatalen Überlastung der Mitarbeitenden gewarnt. Vor dem Hintergrund der vierten Corona-Welle stiegen die Krankenstände in vielen diakonischen Einrichtungen schneller als zu Beginn des Winters üblich. Im vergangenen Winter sind laut Stolte einzelne Pflegeeinrichtungen derart in Not geraten, dass sie die Dienste nicht mehr absichern konnten. Dies drohe nun wieder. Dennoch dürfe es nicht wieder dazu kommen, „dass wir Menschen in die Einsamkeit zwingen“, sagte Stolte. Alte Menschen, Kinder und Jugendliche litten darunter besonders.

(epd)

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Online-Redaktion

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