Am Anschlag: Pandemie belastet Mütter

Das Müttergenesungswerk hat die schwierige Situation vieler Mütter in der Corona-Pandemie beklagt. In den Kuren erlebe man, dass sie durch den Wegfall von Kinderbetreuung und Schule inzwischen "am Anschlag" seien, sagte Geschäftsführerin Anne Schilling. Sie stünden unter einem unglaublichen Druck und würden damit allein gelassen. Diesen Druck hätten dann auch die Kinder, denn "das ist ja eine Einheit, Mutter und Kind".
Schilling sagte, in der ersten Zeit der Pandemie hätten Mütter noch häufig Kuren abgesagt, weil sie dachten, sie müssten in dieser Situation zu Hause sein. In diesem Jahr habe sich das aber geändert, weil viele "so nicht mehr können, dass sie jetzt sagen, ich komme, egal wie". Insgesamt gebe es zu wenig Therapieangebote, sagte die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks weiter. In den Kliniken reichten die Kapazitäten für erschöpfte Mütter und ihre Kinder nicht aus.
Zugleich bangt das Müttergenesungswerk um die Existenz seiner Vorsorge- und Rehakliniken. Seit einem Jahr kämpften die Einrichtungen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, es sei höchste Zeit für politisches Handeln, sagte Anne Schilling. «Die Kliniken stehen mit dem Rücken zur Wand.» Mütter, Väter und Menschen, die Angehörige pflegen, seien durch die Pandemie extrem belastet und bräuchten dringend Kurangebote. Doch die Krankenkassen verweigerten die Umsetzung des im Dezember beschlossenen Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetzes und legten das Gesetz extrem restriktiv aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagiere nicht, kritisierte Schilling. Das Gesetz fordert, dass die Kliniken mit den Kassen den Zuschuss für Kosten etwa von freibleibenden Betten individuell aushandeln.
Vom Müttergenesungswerk anerkannt sind auch 34 konfessionelle Kliniken, darunter 14 in evangelischer Trägerschaft.

(epd)

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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